19. Legislaturperiode - Regierung: CDU/CSU/SPD


#18743

Und weil das schon ist, muss es auch so bleiben, kein Grund auch nur irgendwas dafür zu tun, dass sich was ändert. Um bei deinem Vergleich zu bleiben: Nein du musst dir nicht das Bein abhacken. Du musst dafür sorgen, dass ein Rollstuhlfahrer die gleichen Orte besuchen kann wie du. Dass ihm nicht der Zutritt verwehrt wird, nur weil ihm ein Bein fehlt. Oder das er keinen Job bekommt, weil niemand jemanden mit nur einem Bein einstellen will. Das ist was verlangt wird. (und an die Klugscheißer, spart euch eure Beispiele, wo das ja eigentlich gerechtfertigt wäre.)
Dass du da nicht selber drauf kommst, zeigt ziemlich gut, dass du eigentlich nicht mal bereit bist das zu tun und nur mitspielst, weil es gesellschaftlicher Konsens geworden ist. Erkämpft durch Linke und jene, die von den Benachteiligungen betroffen waren und sind. Wenn sich ein Rollstuhlfahrer darüber beschweren würde, dass es für ihn keine Möglichkeit gibt in ein Gebäude zu kommen, würdest du daneben stehen und sagen: “Ja du bist doch nur neidisch auf Leute mit zwei gesunden Beinen. Statt dich zu beschweren, dass das unfair sei, überleg mal lieber, was du dafür tun kannst, deine Situation zu verbessern.”
Und wenn wir schon bei dem Argument sind. Vielleicht ist das Anprangern dieser Missstände, das bestes, was sie persönlich mit ihren Mitteln erreichen können. Schon mal daran gedacht? Ach nein, dass ist dann ja nicht mehr erlaubt, weil es die ursächliche Quelle der Ungerechtigkeit angehen würde, das geht natürlich gar nicht. Aber gut, dass du natürlich mit dem Neid-Argument kommst, obwohl ich schon oben erklärt habe, dass das bei mir absoluter Schwachsinn ist. Ich würde wahrscheinlich zum Teil gehören, der geben muss. Das gilt übrigens für ziemlich viele Linke :wink:


#18744

willkommen auch dir, denn in der realität gibt es weiche faktoren, wie geld, die man ändern kann und harte faktoren wie die anderen von dir aufgezählten, die man eben nicht ändern kann. du hast bis jetzt keinen einzigen grund genannt, warum man nicht die finanziellen möglichkeiten aller zu lebensbeginn bzw in den ausbildungswegen angleichen sollte. dein einziges “argument” ist schon die ganze zeit über: “es ist halt so, findet euch damit ab!1!!!11!”


#18745

Man könnte es eine neue Form des Sozialdarwinismus nennen.


#18746

Würde mal fest halten wollen, das es eine liberal konservative Haltung ist. Wie gesagt, Neid hin oder her, wenn meine Eltern hart gearbeitet haben und dass verdiente an mich weiter vererben wollen, um mich zu unterstützen, sollten sie das Recht und die Freiheit dazu haben.


#18747

Und wenn sie es nicht durch harte Arbeit bekommen haben? Wenn sie nichts dafür opfern müssten? Sie können es dir übrigens immer noch schenken, bevor sie sterben. Ansonsten die Frage: Warum?
Woher nimmst du dieses Recht. Da scheint eine inhärente Wertigkeit vorgegeben zu sein, die so nicht existiert. Was ist wenn sie es gar nicht an dich vererben wollen? Deine Kinder kannst du z.B. in Deutschland nicht komplett enterben. Der gesetzliche Stammbaum gilt immer als Mindestmaß.


#18748

Ich kann dir sagen, dass es mein Vater redlich verdient hat und für meine Eltern zählt das gleiche wie mich. Außerdem nehme ich mir kein Recht. Meine Eltern nehmen sich das Recht, mir das Geld zu vererben. Wenn sie es nicht wollen, können Sie es auch spenden.


#18749

Irgendwie passen deine Antworten nicht zu seinen Fragen.


#18750

Es ging mir nicht um dich persönlich, deine Person interessiert wenig für diese Diskussion.
Es geht darum: meinst du Leute dürfen auch Geld vererben, wenn sie es nicht “hart erarbeitet haben”. Denn das war Grundlage deiner Aussage oben.


#18751

Aber ein Langzeitarbeitsloser der mal nen Sechser im Lotto hatze muss doch auch die Chance haben seinen Kindern etwas zu vererben.
Ich denke mit der Erbsteuer die auch unseren Sozialstaat mitfinanziert hat man einen guten Kompromiss. Ob der nun zu hoch oder zu niedrig angesetzt ist, bleibt in Wählerhand.


#18752

Ich hab es nicht als persönlich aufgefasst ^^. Alles gut. Wollte es nur als Beispiel bringen. Dann muss ich dich aber Fragen, wie sollte harte Arbeit definiert sein. Ich denke, dass ist leider ein Punkt, an dem man schnell in Teufelsküche kommt, wenn man dies wirklich gerecht Gestalten will.


#18753

Es wird eben wieder völlig außen vorgelassen, das eben nicht jeder die gleiche Chance hat viel Geld zu generieren was er vererben kann. Ganz egal durch welche Umstände und die meisten schaffen es ja auch nicht, obwohl sie wahrscheinlich völlig normale Biographien haben.


#18754

Nein, das musst du definieren, denn du hast dieses Argument gebracht. Für mich ist es völlig gleich ob man sich den Reichtum hart erarbeitet hat oder nicht. Alles was du zu deinem Todeszeitpunkt noch besitzt, sollte dem Staat zu fallen, wie Bodenrechte. Kann ja alles vor dem dem Ableben geregelt werden. Das das nicht geht bzw praktisch auf einen gewissen Widerstand geht sehe ich ein, da sich das Erbrecht aus irgendwelchen Gründen kulturell bei uns festgezeckt hat. Da kommt dann die Erbschaftssteuer als Kompromiss ins Spiel.
Das hat allerdings alles wenig mit der Neiddebatte von oben zu tun. Weder will ich selbst davon profitieren, noch missgönne ich es anderen. Ich empfinde es schlicht gerecht.


#18755

Weil ich gerne in dem Haus in dem ich aufgewachsen bin und mit meiner Familie gelebt habe auch gerne nach deren Ableben bewohnen möchte ist doch ein gutes Argument. :smiley:


#18756

Ne, muss ich nicht, weil mein Standpunkt ist, dass meine Eltern mir das Geld vererben wann und wie sie lustig sind. Ich Stelle aber trotzdem mal die provokante These auf, harte Arbeit ist 40+ Wochenstunden und wenn man bis 70 arbeitet.


#18757

hindert dich ja keiner dran, es käuflich zu erwerben.


#18758

Doch das Gehalt oder die Höhe der Rente.


#18759

dann arbeitest du wohl nicht hart genug, um mal in der tonart der erbverfächter hier zu reden :upside_down_face:


#18760

Du sagst sicher gleich wieder, wir würden dich doch nur falsch verstehen. Aber so wie du es ausdrückst, könnte man annehmen, du meinst das die Leute die nicht viel Vererben einfach nur zu wenig Gearbeitet haben und mehr Arbeit wäre die Lösung.


#18761

Deswegen habe ich provokante These geschrieben ^^, um User in die Diskussion zu locken, damit sie sinnvolle Gegenvorschläge machen ^^.

Es stellt sich ja auch die Frage, um auf deinen Punkt ein zugehen, ist schwere Arbeit nur körperlich oder auch geistig?


#18762

Irrelevant, ein Pfleger oder ein Maurer die mind. 8h Stunden tägliche Arbeiten, arbeiten genauso hart wie ein Ingenieur der Maschinen entwirft oder ein Abteilungsleiter.