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Allgemeiner Thread zu Diskriminierung - II

Die Tradition schützt gerade die ganze Gruppe. Könnte man auch quasi austauschen, dass die Banane vergiftet ist und irgendwann weiß man nur noch, dass man es nicht essen soll, aber hat keinen mehr dran sterben sehen.

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also zumindest bei Lebensmittelrezepten finde ich sowas jetzt echt einfach nur lächerlich, sich da zu beschweren.

sushi und co haben zb erst durch die eher für Einsteiger bekömmlichen varianten (california rolls und co) ihren weltweiten Siegeszug angetreten.

solange das ursprüngliche Lebensmittel dadurch nicht verdrängt wird, weil die ganzen Rohstoffe dazu auf einmal nicht mehr verfügbar sind, weil Trendprodukt X sie alle verbraucht, ist doch alles in Ordnung.

Wenn die leute Ihren hummus scharf, mit Schoko und co essen wollen, bitteschön, sollen sie doch.

Wenn ich ein wenig suche, findet man die Geschichte der California Roll in etwa so:

Die Erfindung der California Roll wird je nach Quelle zwei unterschiedlichen japanischen Köchen zugesprochen. Der eine ist Hidekazu Tojo, der Anfang der 70er-Jahre von Japan nach Kanada auswanderte. Als er feststellte, dass vor allem das Algenblatt die kanadische Kundschaft abschreckte, soll er in seinem Restaurant in Vancouver die kalifornische Sushi-Rolle kreiert haben. Der Name California Roll soll schließlich entstanden sein, weil zahlreiche Besucher aus Los Angeles in seinen Laden kamen und von der Inside-Out-Roll begeistert waren. 2016 ehrte sogar die japanische Regierung Hidekazu Tojo dafür, die Popularität der japanischen Küche gefördert zu haben.

Der zweite Name im Zusammenhang mit der Erfindung der California Roll ist Ichiro Mashita. Er soll in im Viertel Little Tokyo in Los Angeles in den 60er-Jahren mit dem Tausch von Thunfisch gegen Avocado in Sushi experimentiert und so die California Roll erfunden haben.

(https://www.lieferando.de/foodwiki/japanische-kueche/california-roll/)

Laut diesen Geschichten wird die California Roll je zwei japanischen Köchen in Vancouver bzw. Los Angeles gutgeschrieben, die das Gericht angepasst haben. Würde ich jetzt nicht so unter den Artikel passen oder wieso führst du es auf?

Aber wo wäre jetzt das Problem, wenn man es nicht Hummus nennt, da dies ein festgeschriebenes Rezept hat und eine Bedeutung in dem Kulturkreis? Anscheind hat der Mann dies jetzt auch gemacht, nach dem er sich weiter damit auseinandergesetzt hat und es heißt nun Kichererbsenaufstrich.

Weil es super nervig ist, wenn ich nicht mehr sagen kann, dass ich ein Bananen-Tiramisu gemacht habe, sondern ein Löffelbiskuits-Mascarpone-Bananen-Dessert.

War wohl eher vom negativen Feedback genervt^^

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Ah, wenn das dein Problem ist. Letztendlich ist Kichererbsenmus für den, der die deutsche Sprache und nicht weiß was Hummus ist, doch generell viel sinnvoller. :slight_smile:

Wie sieht es denn mit Tiramisu aus, kannst du da mehr Einblick zum Thema geben? Treffen die Punkte, die im Artikel angesprochen werden darauf zu? :thinking:

Wenn ich danach google, finde ich gar nicht viel negatives Feedback. Die junge Leuten und Millennials schienen es ja gefeiert zu haben in der Stadt. Vielleicht hat er sich als Kulturwissenschaftler auch einfach nochmal intensiver Gedanken gemacht.

Theoretisch auch. Ist ein Rezept aus Venetien in Italien (danke Wikipedia) von 1940 und wird traditionell mit Espresso und Marsala/Amaretto zubereitet. Außer die Mascarpone und den Löffelbiscuit wandele ich da natürlich alles ab.

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Weil das arbiträrer Quatsch ist, das ab jetzt man nichts mehr abändern darf wo das früher einfach standard war das Gerichte sich Entwickeln, verändern etc.
Den Gyros wie wir ihn kennen ist in Griechenland ja auch anders.
Genauso wie die Chinesische Küche abgewandelt wird, damit die deutsche Kundschaft nicht die Nacht auf der Toilette verbringt. (Chinesische Studentin im wohnheim einer Freundin hat einmal echte Sechuan Küche gemacht für sich selbst und wir durften probieren, das ist für Europäer nicht geniesbar von der Schärfe her)

Bei Hummus, Hummus mit Karotte, Hummus mit Chili, weiß jeder was gemeint ist, Kichererbsenpaste kann auch was anderes sein.

Oder Tee, da darf ja auch jeder Tees kreieren wie er will, würde man heute erst den „Früchtetee“ erfinden könnten wohl verbohrte Leute so wie in dem Artikel anfangen mit „nein Tee ist nur von der Teepflanze oder zumindest sortenreiner Kräuterteee, ihr könnt nicht einfach Dinge zusammenmischen und als Tee bezeichnen“

Dann dürfte es auch nur eine Pizza geben und alles was nach der ersten Pizza kam müsste sich als „Teig mit tomatensoße und anderen Zutaten“ betiteln oder wie ?

Und die vereinigung schwäbischer Hausfrauen geht als nächstes mit Fackeln und Mistgabeln gegen die vor, die vegane Käsespätzle auf der Karte haben da Käsespätzle die letzen Xhundert Jahre alles waren, aber nicht vegan :wink: .

Generell ist ja dann quasi die ganze moderne vegane Küche bei der klassische Fleisch oder vegetarische Gerichte genommen werden und auf Vegan getrimmt, cultural appropriation, da wird ja auch das rezept geändert, teils massiv.

Naja, weil da man genaus hätte sagen können „nein in japan ist Sushi Kulturgut und es gibt eine feste Auswahl an Sushirezepten, ihr könnt nicht einfach irgendwelches Zeug mit Reis zusammenwerfen und es als Sushi bezeichnen.“

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Wie mich das Thema der „kulturellen Aneignung“ immer an auf links gedrehtes ehtnostaatisches Nazigelaber erinnert. Nur wer zur richtigen Rasse gehört, darf auch rassentypisches Gericht, Kunst, Musik, Tanz oder Kleidung anwenden. Alles muss „rein“ und klar getrennt bleiben. Zum kotzen.

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Das ein Wiener Schnitzel eben nur ein Kalbsschnitzel sein darf oder ein Parmesan nur aus bestimmten italienischen Regionen kommen darf, stört uns doch auch nicht. Also warum sollte Humus kein geschütztes Gut werden?

Nicht zu vergessen das man privat weiter tun kann was man will und es um die Wirtschaft geht.

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Parmesan da geht es ja aber um die geschützte Herrkunftsbezeichnung, genauso wie ein schwarzwälder schinken aus dem Schwarzwald kommen muss und dort verarbeitet worden sein muss.

Humus ist dagegen ja einfach nur ein Rezept und nicht mit einem bestimmten Ort verbunden wie es beim Schwarzwälder Schinken oder Allgäuer Bergkäse der Fall ist.

Bei Wiener Schnitzel geht es eben darum, dass der Kunde weiß was er kriegt.

Das ist ja bei Schoko Humus der Fall, da weiß der Kunde und es steht wohl auch auf der Karte, dass es ein Humus mit Schoko ist.

Beim Wiener Schnitzel geht man eben von Kalb aus.

Wäre in dem Humus von dem Koch jetzt keine Kichererbsen mehr drin, ja dann sollte es auch nicht mehr Humus genannt werden dürfen, da stimme ich zu, aber das ist ja nicht der Fall

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Ich finde es das gleiche ist, wenn wir hier Europäische Rezepte schützen und festlegen was es sein soll, wie der Name ist, dann dürfen das auch Regionen außerhalb von Europa.

Weil es eben so festgelegt wurde, vorher war das nicht so. Und man darf eben auch nicht sagen Wiener Schnitzel mit Schwein, sondern maximal Wiener Art.

Aus Wikipedia: „Für die Variante aus Schweinefleisch hat sich „Schnitzel Wiener Art“ oder „Wiener Schnitzel vom Schwein“ eingebürgert.

Über die Zulässigkeit der letztgenannten Variante in Deutschland hatte das Verwaltungsgericht Arnsberg 2009 zu entscheiden. Das Gericht vertrat in seinem Urteil die Ansicht, dass es jedenfalls in Deutschland keine allgemeine Verkehrsauffassung gäbe, wonach ein „Wiener Schnitzel“ ausschließlich aus Kalbfleisch bestehen müsse. Vielmehr verstünden in Deutschland die Mehrzahl der Verbraucher darunter allgemein ein paniertes Schnitzel.“

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Also grad in Ö ist es ziemlich wurscht. Da steht idR Wiener Schnitzel vom XXX

nur waren diese Ortsgebunden Rezepte da bevor es die Gesetze gab, nicht andersrum.

Hummus ist etwas das im ganzen mittleren Osten zubereitet wird.

Gäbe es ein spezielles uraltes „Jerusalemer Hummus“ das zb mit Spezialzutat Z,X und Y gemacht wird, und dann im Felsendom 2 Monate reifen, ok wenn das entsprechend geschütz wäre, dann dürfte in Restaurants eben nur das auf der Karte stehen, wenn es von dort ist.
Wird es einfach nur im Restaurant nach dem Rezept gemacht, dann „Hummus nach Jerusalemer Art“

Da dürfte man dann kein Schoko rein hauen, wenn man das Jersualem behalten will im Namen.

Aber für normales Hummus, sorry keine Chance, das ist kulinarisches Freiwild, genauso wie Leute in Nudeln, Knödel und co in den Teig mischen was sie wollen.
Wie gesagt die schwäbischen Hausfrauen gehen ja auch nicht gegen Spintaknödel vor :wink:

Ihr macht das jetzt gefälligst auch so :eddy: wenn wir Deutsch schon eure Essens-Diskussionen austragen.

@schandfleck auch interessant, dachte es wäre noch so fest gelegt :slightly_smiling_face:

Ist halt immer noch ein Unterschied zu deinem Artikel, aber gut. Ist mir eigentlich auch egal, fand das Beispiel nur wieder amüsant.

Ich shame niemanden für den Kink :eddyclown:

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Was nun als Hummus festgelegt werden könnte, wäre eine andere Diskussion und nicht unsere.

Um das hier noch mal zu betonen, Privat darf jeder machen/sagen was er will, da kannst du auch ein polnisches Schwein räuchern und es Schwarzwälder Schinken nennen.

Würd mich nicht wundern, wenn genau das im Supermarkt herumliegt

Klar, bescheißen tun die Leute immer und wo kein Kläger, aber theoretisch dürfte es nicht passieren.