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Bye-bye UK. Der Brexit ist da


#911

Ein kleiner positiver Nebeneffekt. Zumindest beim EU-Austritt sind Europas Rechtspopulisten mittlerweile deutlich sanfter:

Umso wichtiger, dass der jetzt Brexit umgesetzt wird, bevor der Europawahlkampf richtig losgeht.


#912


#913

Ja, den kannte ich schon…
Und liebe ihn :joy:

Inzwischen kannst du einfach die letzten vier Zeilen ca. 10 Mal darunter kopieren, dass es auch stimmt :smirk:


#914

Das ist amüsant. Wäre interessant wie das nun in UK wäre wenn man so ein Beispiel hätte. Da wäre Farage jetzt auch groß am EU-Wahlkampf machen. :joy:


#915

wirklich sehr überraschend, wie gut die EU mit der situation umgeht. ist man deutlich schlechteres gewohnt.


#916

als ob das irgendwas ändern würde. da die torries ja nichtmal intern ne einheitliche linie haben und inzw so über die frage des brexits zerstritten sind, ist es für keinen möglich überhaupt irgend ein ergebnis zu erzielen.


#917

Versteh ich auch nicht. Der Sündenbock muss doch wenigstens bis zum Worstcase erhalten bleiben, sonst bringt es doch nichts.


#918

Aber wenn man sie rauskippt dann würde man evt. die festgefahrene Situation etwas auflockern können.
Ein Grund, wieso man so feststeckt wie im Moment liegt (unter anderem auch) daran, dass May sich selber keinen Spielraum gegeben hat.
Sie hat ein zweites Referendum ausgeschlossen. Sie hat darauf bestanden, dass ihr Brexit-Deal die Personenfreizügigkeit und die Mitgliedschaft zum Binnenmarkt beendet…
Eine neue Führung HÄTTE die Möglichkeit, sich von diesen “red lines” zu entfernen, ohne gleich jegliche Glaubwürdigkeit zu verlieren. Denn man kann dann immer sagen: “Ja, May hat diese Red Lines gelegt, ich war nie damit einverstanden!”
Oder alternativ kriegt man dann eine Führung welche mit No-Deal einverstanden wäre, und dann den Klippensprung einfach zulassen würde, was May auch nicht will.

Ich denke, unter May ist man jetzt halt wirklich in einer Sackgasse. Und egal, wer sie ersetzen würde, es würde neuen Spielraum erlauben.


#919

Das House will diese Sachen aber auch größtenteils nicht.
Das Problem ist nicht nur May. Das Problem ist dass alle Entscheider völlig(!!!) zerrissen sind. Das Referendum war schon ne knappe nummer, aber auch die Abgeordneten sind sich uneins und behindern sich alle gegenseitig. Die einen wollen ein weiteres referendum, die anderen einfach no deal, nordirland ist sauer, weil sie sich ausgeschlossen vorkommen, schottland will den versprochenen traumdeal, es gibt leute die gegen JEDEN Deal voten, aus Prinzip, denn sie sind generell gegen den Brexit…

Wenn man da vorne die Gallionsfigur tauscht geht das exakt so weiter.


#920

Bei der Wahl war ja der größte Fehler, dass No-Deal, Minimal-Deal und Big-Deal alle zusammengeworfen wurden. Es gab zwar eine Mehrheit dafür, dass man raus will, aber für das wie gab es nie eine.


#921

und ich weiß auch nicht wies die noch geben soll. Da sind mehrere fundamental verschiedene Lager. Was die einen für einen Kompromissvorschlag halten, empfinden die anderen fast als Beleidigung, das No Go jener ist der einzig gangbare Weg der nächsten. Da herrscht Streit noch eher als Debatte.

Für mich ist das beste Symbol für den Brexit aktuell:
Während GB Brexitmünzen mit dem 29.3. drucken lässt, verteilt die EU Handblätter für die Bürger, wie sie sich im falle eines ungeordneten brexit verhalten sollten…


#922

Entweder die Angst vor No Deal groß genug, dass am Ende dem EU Deal doch noch zugestimmt wird (max mit minimalen Änderungen) oder eben nicht, dann wird es No Deal. Einen Verbleib in der EU sehe ich nur noch bei gelbwestenartigen Aufständen in GB.


#923

Die Angst vor No deal ist schon groß, aber das bedeutet ja nicht, dass man zu jedem kompromiss bereit ist. Und derzeit scheint ein gangbarer Weg abseits no deal irgendwie nicht sichtbar. Irgendwer stellt sich immer quer.

Keine Ahnung was das noch geben soll, was gutes jedenfalls nicht


#924

Klar, ich sage nicht, dass man ohne May das Problem definitiv lösen könnte.
Ich sage nur, dass May inzwischen so in einer Sackgasse sitzt, in die sie sich auch selber reingefahren hat, dass mit ihr kaum mehr irgendwelche Manöver möglich sind.

Die Sache ist halt, dass May nicht einfach eine “Galleonsfigur” ist. Sie ist eine Person, welche sehr viele “Red Lines” gezogen hat. Und die stehen jetzt einfach und müssen bestehen bleiben, solange sie da ist.
Wenn du sie auswechselst kommt jemand Neues. Und diese neue Person hätte immerhin das Potential die Linien neu zu ziehen. May hat nicht einmal mehr das. Du machst einfach neue OPTIONEN auf, wenn du sie rausnimmst, Optionen die du mit ihr einfach nicht mehr hast. Ob und wie diese neuen Optionen genutzt werden würden… das steht in den Sternen. Aber sie wären immerhin wieder auf dem Tisch.


#925

Es könnte neue Optionen öffnen, die eventuell überhaupt nichts ändern würden.
Der Wegfall der Premierministerin könnte umgekehrt aber auch ein ohnehin schon von seinen Führungskräften verunsichertes Land noch weiter destabilisieren. Sie wäre ja schon die zweite, die im Zuge des Brexits und wegen des Brexits abdankt - das ist alles andere als eine Kleinigkeit. Gerade in Regionen wo die Unsicherheit und Unzufriedenheit über die brexitsituation am größten ist, kann das viel verschlimmern.

Und wer wäre ein geeigneter Premierminister an ihrer Stelle? Wer könnte dafür sorgen, dass das ganze Chaos wieder in geordnete Bahnen läuft? Wer sagt, dass die Grenzen die er aufzieht (und er muss Grenzen aufziehen) nicht für genau die selben Talsperren sorgt?


#926

Ich verfolge gerade ein bisschen die aktuelle Parlamentsdebatte. Es wird jetzt versucht, die Regierung Macht zu entziehen, so dass das Parlament selbst den Zeitplan, wann über etwas abgestimmt wird, festlegen kann und nicht mehr auf die Regierung angewiesen ist.

Ein ähnlicher Versuch ist schonmal mit nur ganz wenigen Stimmen verloren gegangen, es ist sehr gut möglich, dass er jetzt durchgehend könnte, weil mittlerweile wirklich jeder von May genervt ist.

Ziel davon sind “indicative votes”. Das ist ein bestimmter Wahlprozess, der sicherstellt, dass am Ende auf jeden Fall eine Mehrheit für eine Option zustande kommt.


#927

Ja, wie gesagt: Sage nicht, dass es zwangsläufig eine Lösung ist.
Sage nur, dass es die Situation vermutlich etwas öffnen könnte.
Denn im Moment sehe ich kein Vorwärts und kein Rückwärts mehr. Alle Optionen sind verbraucht. Darum schlittert man jetzt von Vote zu Vote, jetzt hat man verlängert, bald sollte es wieder einen Vote geben… Und es scheint nicht so, als ob irgendwelche der Abstimmungen durchkommen können.

Dass es die Situation im Land noch mehr destabilisiert glaube ich hingegen nicht. May hat ja kaum mehr wirkliche Supporter.
Die Remainer wollen sie nicht, weil sie ein zweites Referendum ausgeschlossen hat.
Viele der Brexiters wollen sie nicht, weil sie ihren Deal als Verrat an den “echten” Brexit ansehen. May steht im Moment für Unsicherheit und ist der Fokus der Unzufriedenheit in diesen Regionen.

Ich sehe kaum eine politisch engagierte demographische Gruppe welche durch ihr Abtreten oder Abgesetzt werden zusätzlich wütend werden würde…

Niemand. Das ist absolut möglich (wenn auch unwahrscheinlich, da sich niemand gleich freiwillig wieder in die Situation bugsieren wollen würde, in der May jetzt ja gerade ist). Es ist möglich… aber dann wäre man halt wieder in der gleichen Sackgasse. Was einfach wieder das gleiche wäre, aber nicht wirklich schlimmer.

Meine Ansicht ist, dass die Situation im Moment so festgefahren ist, wie es nur möglich ist. Ein Wechsel an der Spitze könnte zu keinen Substanziellen Änderungen führen, oder aber das Ganze völlig neu öffnen, mit neuen Optionen.
Was ich nicht sehe ist, dass es die Situation wirklich verschlimmern könnte. Und ich denke, dass ist auch die Ansicht eines Teils von Mays Kabinet, weswegen im Moment die Stimmen zu einer Meuterei immer lauter werden.

We’ll see.


#928

Nur geht es inzwischen nicht mehr nur um das vertrauen in may sondern in die gesamte Führerschaft, bzw in die Fähigkeit dieser den Brexit hinzukriegen. 2 PM-Wechsel in einem Brexit verstärken ja die Zweifel, dass die Regierung weiß was sie tut nurmehr.

Aber du hast recht:

Ich hab ehrlich keine Ahnung wie sie aus dieser Shitshow noch eine vernünftige Regierungsaktion machen wollen und mein best guess ist aktuell: Sie können es nicht. Mit oder Ohne Spitzenwechsel, mit oder ohne deal. Mit jedem Tag der vergeht ist mehr eine Frage der Schadensbegrenzung


#929

Der vorhin angesprochene Antrag wurde gerade eben vom Parlament, gegen den Willen der Regierung, angenommen.

Das bedeutet, das Parlament hat jetzt in den kommenden Tagen deutlich mehr Kontrolle und kann versuchen einen Weg zu finden, wie man aus der festgefahrenen Situation doch noch rauskommt.


#930

Bin gespannt. Ob die nun plötzlich den eu-Vertrag annehmen oder hardbrexiten