Rocket Beans Community

Welchen Film habt ihr als letztes gesehen?


#11834

Na, ich weiß nicht. Stallone war wirklich überraschend gut in Creed und ich hätte ihm die Auszeichnung wirklich gegönnt, allerdings hat er da, glaube ich, mit dem Golden Globe Award schon das Maximum rausgeholt. Die Konkurrenz in dem Jahr hat eben auch nicht geschlafen. Mark Rylance war verdammt gut in Bridge of Spies, Tom Hardy hat seine übliche, gute Leistung in The Revenant abgeliefert und auch Mark Raffalo und Christian Bale waren definitiv nicht zu verachten. Dass er damals für den SAG Award nicht mal nominiert wurde, war außerdem schon ein starker Hinweis, dass es für den Oscar nicht reichen würde.


#11835

Ich habe am Wochenende mal The Lost Boys nachgeholt, nachdem dieser Film von der Gruppe Gunship in ihrem neuen Album zitiert wurde.

Holy shit. Ich habe noch nichts gesehen was so sehr 80er ist wie dieser Film.

Irgendwie ist auch kein einziger Charakter in dem Film sympathisch. Kann man sich aber mal geben.


#11836

Oh… danke für den Tipp.
Daran wird’s gelegen haben…

Knappe Erläuterung zur harten Szene:
Die teils eine reale Begebenheit aus England schildert…
Finale vom Film “playground”…
(“Spoiler”)

Letztes Kapitel. 2 Jungen, die gerade ihren letzten Tag an der Grundschule hatten, entführen ein Kleinkind, dass anfangs “freiwillig”, also ohne Gegenwehr, entführt wurde… der Weg zum Finale wird dargestellt… verschiedene Szenen zeigen, wie es zunehmend nicht mehr mit den fremden Jungs mitgehen will… das Kind ist noch so klein, dass es zwar laufen kann, aber scheinbar kaum sprechen… die Jungs gelangen zum Ziel… eine ruhige Stelle an einem Feld… das Kind weint… probiert wegzurennen, wird festgehalten und zurück an den Platz gestoßen…

Die folgende Szene findet aus weiter Distanz statt… so weit, dass man noch klar erkennt, wo welches Kind ist und was es tut… aber ohne um etwas klar erkennen zu können… der Ton ist dabei sehr grausam… (oder wenn man es anders bezeichnen mlchte: atmosphärisch)
Was passieren wird, ist erwartbar und trifft einen dennoch heftig…

Ein Junge steht von seinem Sitzplatz auf…
Um es ruhig zu stellen, tritt er dem Kind plötzlich heftig gegen den Kopf…
Es liegt winselnd am Boden… also tritt er nochmals zu… man hört es weiterhin leiden und weinen… nach kurzer Zeit nimmt sich der andere Junge einen Stein… man weiß was passieren wird und dennoch… heftig… der Junge holt aus, schlägt damit auf den Kopf des Kindes… langsam kehrt Stille ein… der andere Junge tritt drauf…
Nun könnte Schluss sein, aber die Grenze soll noch weiter überschritten werden…
Sie machen Fotos… nehmen sich einen noch größeren Stein (beide müssen die Stein"platte" anheben) und erheben ihn, knallen ihn mit Wucht auf den Schädel des Kindes…
1 Junge zieht die Leiche zum Gleis daneben… platziert sie bewusst so, dass sie zweigeteilt wird… der andere legt in Ruhe ein paar Zweige dazu…

Beide Jungs setzen sich ruhig hin… jetzt geht die Kamera nah an die Protagonisten heran… sie warten auf den Zug…

Cut… Credits…

Die gesamte Szene läuft wortlos ab…
Ich will auch garnicht mehr drüber schreiben… man sieht den Kinderkörper kaum… aber “feedback” zum Treten und Schlagen gibt es durch Sounds und erkennbare Bewegungen…

(Ich werd mir definitiv das booklet zum Film noch durchlesen… die sind ja immer bei Kinokontrovers-Filmen gut gemacht, um zwischen Regisseur, Szenen und Zuschauer zu vermitteln.)


#11837

Polar (Netflix)

Möchte wohl ne Mischung aus Kill Bill und Smoking Aces sein. Wartet dabei aber mit uninteressanten Charakteren und dämlichen Dialogen auf.

Schade hatte mir mehr erhofft mit einem Mikkelsen in der Hauptrolle.


#11838

Ich denke mal wir meinen den gleichen Anime. :slightly_smiling_face: Vielleicht schau ich mir die Trilogie demnächst mal an.


#11839

ich sag es mal wie Schröck: “Kann man mal machen”


#11840

Naja, dann sind die Filme halt ein “einmaliges Erlebnis”. Und das wars dann. :smile:


#11841

Klingt leider schon wieder nach einem typischen Netflix-Flim :confused:

Von der Idee und Besetzung ganz nett, aber […]


#11842

Roma

Alfonso Cuaróns neuestes Regie-Werk trägt den Namen “Roma” und ist ein sehr intimes Slice-of-Life-Drama, das immer mehr und mehr Zuschauer begeistert. Was macht “Roma” also zu einem besonderen Film und warum wird er trotzdem nicht jedem gefallen?

Die Geschichte spielt in den 1970er Jahren und dreht sich um eine mexikanische Familie, die im Stadtteil Roma lebt. Die wichtigste Figur ist dabei Cleo - Kindermädchen und Haushälterin der wohlhabenden Familie.

Seine Stärken sieht man diesem Film bereits in den ersten Minuten an. Die künstlerische und auf die Vergangenheit verweisende Schwarz-Weiß-Optik; unaufgeregte und stilvolle Kamerafahrten, die das alltägliche Treiben mühelos auf eine wundervolle Weise einfangen; eine meisterhafte Inszenierung, die mich als Zuschauer von der ersten Minute an in ihren Bann zieht; die eindringliche und entschleunigte Handlung, die mit wenigen Mitteln hin und wieder enorm viel bewegt.

Alfonso Cuaróns neuestes Werk ist eine Liebeserklärung an das Medium Film und ein starker Kontrast zu seinen letzten Blockbustern “Gravity” und “Children of Men”. Auch beim Schauspiel verdient “Roma” eine Menge Lob. Insbesondere Yalitza Aparicio setzt ihre Rolle als die fragile und gleichzeitig steinharte Frau fantastisch um und funktioniert nicht nur in den dramatischen Momenten des Films. Chapeau!

Warum kann ich es bei den Jubelrufen also nicht belassen? Die Antwort fällt mir nicht leicht und doch liegt sie klar vor mir: irgendwie wurde ich mit diesem Film nicht richtig warm. Dabei bahnt sich das selbe Problem an, das ich bereits mit dem Film “Call Me by Your Name” hatte. Alfonso Cuarón schwelgt zu oft im Nichtigen. Zu oft dienen seine langen Kamerafahrten und malerischen Hintergrundmotive dem selben Zweck. Zu oft zerren die Standbilder und der zähe Handlungsverlauf an meinem Geduldsfaden. Wie schon bei “Call Me by Your Name” zünden die ergreifenden und intimen Momente zu spät. Ja, “Roma” schafft es dennoch, mich hier und da mitzunehmen, aber wirklich befriedigend fühlt sich das Gesamtwerk trotzdem nicht an.

Irgendwann habe ich mich angefangen zu fragen, wo genau der Mehrwert in dieser oder jenen Szene liegt. Warum nicht gleich einen Sepia-Filter drüber legen und die Kinder noch eine halbe Stunde länger im Hof spielen lassen? Warum Cleo nicht bei noch mehr Hausarbeiten zeigen, nur um danach auf ihren melancholischen Blick zu lenken? Warum nicht noch ein paar weitere Hundehaufen in der Einfahrt?

Unter’m Strich ist “Roma” ein guter Film - keine Frage. Ich persönlich konnte aus den 135 Minuten aber überraschend wenig ziehen und habe mich die meiste Zeit mit der handwerklichen Umsetzung dieses Films besänftigen müssen. Das ebenfalls ruhig erzählte und toll gespielte Familiendrama “Shoplifters” hat mich übrigens mit ähnlichen Mitteln deutlich mehr begeistert und zum Nachdenken gebracht.


#11843

@irishrOy

Feedback zu Polar bitte :blush:


#11844

Polar

Hält was der Trailer verspricht: John Wick auf Steroiden. Überstilisierter Look, Mads Mikkelsen spielt gut, doper Soundtrack (Deadmau5). Die letzten 5-10 Minuten hätte man sich sparen können, ist aber wahrscheinlich aus der Vorlage übernommen. Das kann ich nicht beurteilen. Mir hat der gefallen. Wer mehr als o.g. erwartet, wird aber durchaus enttäuscht sein. Für mich 7/10.


#11845

Your Name (Rewatch)

Immer noch viel Liebe für diesen Film. :smiling_face_with_three_hearts:

Story, Charaktere, Zeichenstil, Bilder, Kameraeinstellungen, Farben, Soundtrack… alles großartig. :smiley:

Immer noch 8/10


#11846

Ich hab den auch erst vor nem Jahr ca “entdeckt”
Als Kind hätte ich den ohne Ende gefeiert, heute finde ich den nicht schlecht, aber ist auch kein Meisterwerk .
Der Film ist 80er durch und durch…aber ich hab ne Schwäche für Filme aus dem Jahrzehnt :smiley:


#11848

hmm… eine definitve Top 3 ist schwer

aber ich würde Pulp Fiction, Gegen die Wand und Badlands (ohne feste Reihenfolge) zu den Filmen zählen, die den bleibendsten Eindruck bei mir hinterlassen haben


#11849

Wer einen Terrence Malick Film in seiner Top Liste hat, ist ein guter Mensch, mit einem sehr guten Filmgeschmack :slight_smile: :heart:

Freu mich auf kommende Reviews :slight_smile:


#11850

aso, ja :ugly:
bin gut eingedeckt zurzeit, aber hab ihn schon gesehen und schon ne meinung gebildet.
ist ein verwirrtes “Jau, kann man machen” :ugly:


#11851

Habe mich jetzt endlich mal dazu bewegt mich in das Universum von Studio Ghibli zu begeben. Nach der letzten Lobpreisung von @LeSchroeck konnte ich nun wirklich nicht mehr anders. Habe gestern mit PORCO ROSSO angefangen. Ich könnte jetzt ebenfalls über die üblichen Dingen schwärmen (Liebe zum Detail, Kreativität, Animation, etc.), wie es schon dutzende vor mir getan haben. Also nichts Neues. Hervorheben möchte ich aber das Finale…wie geil ist denn bitte dieser Faustkampf???


#11852

Casino

Casino zu bewerten fiel mir gar nicht so einfach. Einerseits kann ich ihm natürlich zugestehen, dass er einen grandiosen Cast hat, handwerklich alles Top ist und die Geschichte aufbereitet auf drei Stunden seine “Epicness” hat.

Andererseits komme ich auch nicht daran vorbei den Film ein bisschen als Faul zu bezeichnen, da hier wirklich alles auf Nummer sicher gespielt wird. De Niro und Pesci spielen die selben Rollen wie immer. Und auch die Geschichte rattert in Variationen eigentlich wieder die selben Baustellen ab, wie es schon Goodfellas und der Pate getan haben.

Und warum zum Geier braucht ein und die selbe Geschichte andauernd 3 Stunden damit sie erzählt wird?
7/10


#11853

Zwingli:

Ambitionierter schweizer Film!
Der Film versucht praktisch das ganze Schaffen des Reformator Huldrych Zwingli in Zürich auf einmal abzudecken. Da muss ich wohl nicht betonen, dass da eine ganze Menge zusammen kommt!
Und das ist wohl die Stärke aber auch die Schwäche des Filmes. Auf der positiven Seite kriegt man einen sehr guten Überblick über die Bewegung in der Schweiz des 16ten Jahrhunderts und die Höhe- und Tiefpunkte von Zwinglis Geschichte erhalten das nötige Gewicht.
Auf der negativen Seite fühlt sich der Film gleichzeitig sehr, sehr lang, und trotzdem sehr überhastet an. Zum Beispiel: In den ersten 20 Minuten sieht man

  1. Wie Zwingli in Zürich ankommt
  2. Wie er seine erste Predigt hält und den Kirchenführern damit vor den Kopf stösst
  3. Kontakt mit wichtigen einheimischen Figuren macht
  4. Einer seiner alten Studienkollegen zu ihm stösst
  5. Die Pest in Zürich ausbricht
  6. Zwingli krank wird
  7. Zwingli gesund wird
  8. Wie die Gesellschaft und die Kirche auf die Krankheit reagiert…

Das passiert, wie gesagt, alles in rund 20 Minuten! Diese 20 Minuten fühlen sich extrem überhastet an und der Film erlaubt kaum einmal einen Moment Atemzeit.

Auf der anderen Seite hat man später eine ganze, ganze Menge Szenen, welche primär aus Leuten besteht die rumsitzen oder rumstehen und Theologie, Soziologie und Philosophie diskutieren… und auch wenn kein Moment wirklich redundant ist, da wie gesagt dabei hunderte verschiedene Themen angeschnitten werden, so wirkt der Film dennoch sehr, sehr lang und langsam in diesen Stellen.
Vielleicht wäre es inhaltlich besser gewesen, wenn man einen Fokus auf ein bestimmtes Event oder eine bestimmte Idee gelegt hätte, anstatt zu versuchen wirklich ALLES abzudecken.

Auf der positiven Seite würde ich dafür sagen, dass die Inszenierung sehr gelungen ist. Das Zürich aus dem 16ten Jahrhundert kommt glaubwürdig rüber, die Stadt wirkt kalt und dreckig, die Einwohnerschaft sehr, sehr menschlich und authentisch.
Am besten gefallen hat mir hierbei Maximilian Simonischek als Zwingli. Ein wirklich guter Schauspieler, und vor allem ist er toll in Szene gesetzt. Er kommt sehr charismatisch und überzeugend rüber, aber auch wie ein bescheidener Mensch, der mit dem Schicksal der Gesellschaft zu hadern scheint. In jeder Szene in welcher er drin ist wirkt er wie der zentrale Ankerpunkt, auch wenn er oft nicht umbedingt derjenige ist, der am meisten zu sagen hat. Trotzdem ist seine Präsenz in jedem Moment da. Das ist nötig für diese Rolle, und Simonischek trifft das perfekt.

Ich würde den Film auf jeden Fall empfehlen. Ist eine wirklich gute Sache, und wie ich schon zu Beginn gesagt habe, sehr ambitioniert. Die strukturellen Probleme überschatten den Film zwar schon ein bisschen, aber die Umsetzung und die Höhepunkte sind dafür unglaublich stark.

Fazit: Guter Film, wenn auch thematisch etwas überladen.


#11854

Dein Schicksal in meiner Hand

(1957)
von Alexander Mackendrick
Mit Burt Lancaster, Tony Curtis, Susan Harrison

Wer geglaubt hat Aaron Sorkin habe den eloquent scharfzüngigen Dialog von Alphatier zu Alphatier im Film begründet, dem ist vllt dieses kleine Meisterwerk aus den 50ern entgangen.
Dieser Film würde 1:1 genauso heute funktionieren, zynische messerscharfe Dialoge, eine knallharte Medienschelte welche ohne moralischen Kompass daherkommt, ganz im Gegenteil hier verändern/verlagern sich im Minutentakt Sympathie und Verständnis für den jeweiligen Protagonisten, seitens des Zuschauers.
Ein Moloch aus Lügen, interessen, und Arroganz.

Grandios in Szene gesetzt, und grossartig gespielt…

Wiki:
Sidney Falco lebt davon, dass er Leute in die Presse bringt. Dabei ist er völlig davon abhängig, ob der mächtige Klatschkolumnist J. J. Hunsecker ihm entsprechende Informationen abkauft. Hunsecker, ein zynischer Menschenverachter, hat nur einen Menschen, an dem er hängt: seine 19-jährige Schwester Susan.