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Welchen Film habt ihr als letztes gesehen?


#12822

Gestern nochmal “Mission: Impossible Fallout”!

War die dritte Runde, die vierte wird nicht lange auf sich warten lassen!

Einfach geil! :slight_smile:


#12823

Unicorn Store

“Du bist zu erwachsen, wenn du die Dinge aufgibst, die dir immer wichtig waren.”

Ein insgesamt angenehmer Film, in dem eine farbenfrohe (Traum-)Welt von Brie Larsons Figur mit der tristen und knallharten Realität der Erwachsenenwelt aufeinandertreffen, was aber nicht heißen soll, dass der Film komplett humorlos ist. Und ich bin ehrlich: In Farbenfroh gefällt mir Kit wesentlich besser als im Bürolook. Im Allgemeinen wird man über die Kleidung und deren Farben nur staunen können. Diese bringen Abwechslung in jede Präsentation, auch wenn dies zum Unmut von Kit ungern gesehen wird.
Kits Chef (den Schauspieler wird man aus der Fox-Serie Legion kennen) hätte ich gerne den Beamer um die Ohren gepfeffert (ein Staubsauger wäre bestimmt auch angebracht gewesen), Samuel L. Jacksons Darstellung als etwas schräg rüberkommender Verkäufer fand ich cool und ich hätte mich der Skepsis von Virgil wohl angeschlossen, ihre Sicht auf die Dinge aber trotzdem akzeptiert und dafür gesorgt, dass Kit ihren Traum erfüllen kann. :man_shrugging:


#12824

Captain America - Civil War:

Da ein grosser Teil meiner Auseinandersetzung mit dem Film auf Geschehnisse in der zweiten Hälfte eingeht, ich aber nicht meinen halben Text voller geblurten Spoiler-Zeilen haben will mache ich hier gleich eine Spoilerwarnung für den ganzen Text hier, damit wir es uns einfach machen.

Ich habe so diese seltsame Eigenschaft dass, wenn ich einen Film wirklich, wirklich mochte nach dem ersten Mal schauen, ich zum Teil etwas Angst habe zurückzugehen und ihn nochmals anzuschauen, weil ich befürchte, dass der Film keinesfalls meinen hohen ersten Eindrücken gerecht werden kann.
Und “Civil War” ist, in meinen Augen (vermutlich zusammen mit “Infinity Wars”, “End Games” habe ich ja noch nicht gesehen) der beste Film des ganzen MCU. Ich fand den Film brilliant als ich ihn das erste Mal sah, und ich konnte kaum glauben, auf wie vielen Ebenen das ganze funktionierte.

Ignorieren wir mal für den Anfang die Prämisse und die ganze Komplexität des Plotes und fokusieren uns einfach auf die Seite des Filmes als ein Stück Unterhaltung innerhalb des Superhelden-Genre.
Da steht dieser Film einfach ganz weit oben und zeigt, wie super Marvel doch seine Charaktere gemacht hat.
Wenn du deinen Superhelden Persönlichkeit gibst, dann funktionieren sie, und zwar auch ausserhalb ihrer Anzüge und ihrere Waffen.
Und dieser Film zeigt das einfach gut. Captain America ist in diesem Film so oft ohne seinen typischen Anzug zu sehen, Tony Stark zieht seinen Iron-Man-Anzug erst ganz zum Schluss an… und das ist egal. Die Figuren funktionieren auf einem ganz grundlegenden Level.
Wenn man jetzt aber den Plot und die Thematik des Filmes dazu nimmt, dann sieht man, warum das MCU so sehr resoniert mit seinen Fans, wie kaum ein anderes Franchise.
Die Charakterkonflikte in diesem Film bauen auf so gekonnte, so brilliante Art auf den Vorgängerfilmen auf, dass jeder Fan der Reihe nur staunen kann, wie gut alle Teile zusammenpassen.
Im Falle dieses Filmes halt wirklich primär (aber bei weitem nicht exklusiv) im Bezug auf Tony Stark und Steve Rogers.

Der zentrale Konflikt geht um die Frage, ob sich die Avengers einem übergeordneten bürokratischen Ausschuss unterstellen sollen, und Steve und Tony sind die Haupt-Repräsentanten der beiden Seiten. Und was den Konflikt für mich so genial macht ist die Tatsache, dass der rebellische, aufständische Tony Stark, der sich schon in “Iron-Man 2” gegen die Idee einer Regierungsübersicht wehrte der Meinung ist, dass diese Übersicht nun nötig ist. Und Steve Rogers, der Soldat, der Patriot, der Typ der oft Vertrauen in andere zeigt, ist völlig dagegen.
Und das ist genial. Denn diese krassen Gegensätze zu den Charaktereigenschaften welche die beiden Personen sonst ausmacht kommt nicht aus dem Nichts. Das sind die LOGISCHEN Konsequenzen der vorhergehenden Filme.
Tony Stark wurde zu “Iron-Man” weil er nicht mehr damit umgehen konnte, dass seine Waffen unschuldige Leute töten. Und dennoch ist genau das passiert durch das Schaffen der Avengers. Das er sich selber und seinen Kameraden nicht mehr traut macht Sinn.
Und Steve Rogers hat als Soldat angefangen, aber hat dann halt lernen müssen, dass zu viel Vertrauen und die Kontrolle eines bürokratischen Körpers zu Korruption führen kann. Steve traut diesen politischen Konstrukten einfach nicht mehr…
Und somit haben wir einen Konflikt bei dem beide Charaktere am anderen Ende zu stehen kommen, als sie ursprünglich waren.

Was den Film aber nochmals eine Stufe besser macht ist die Tatsache, dass die beiden trotzdem ihre Persönlichkeit behalten haben. Tony Stark hat sein Spitzbübisches und seinen Eigensinn kein bisschen verloren. Und Steve Rogers ist nach wie vor der Idealist, der Mann der sich gegen Bullies wehren will und nie aufgibt wenn es um Gerechtigkeit geht.
Der Moment im finalen Kampf, wo Rogers sich wieder erhebt nachdem Tony ihn niederprügelt und ihm droht am Boden zu bleiben… als Rogers sagt: “I could do this all day”, als Rückruf auf den ersten “Captain America”-Film, wo er zeigt dass er trotz all der Änderungen im Kern noch immer seinen Idealen treu ist… DAS ist die Art von gut geschriebenen, epischen Charaktermomenten, wo sich das ganze massive MCU-Konstrukt auf eine Art auszahlt, wie alleinstehende Filme einfach nicht gleich gut können.

Was ich auch den Hammer finde ist die Tatsache, wie gut und voller Nuancen der zentrale Konflikt ist.
Ich kann mich noch erinnern, als der Film rauskam, da kannte ich einige Stimmen, welche den zentralen Konflikt etwas dumm fanden. Denn sie waren der Meinung, dass es doch logisch sei, welche Seite recht hat, die andere Seite machte ja keinen Sinn.
Aber welche Seite war es, welche als die “logische” angeschaut wurde?
Nun… beide!
Kein Witz, die Kritiken die ich zu dem Punkt gehört habe spaltete die Leute welche das sagten etwa in der Mitte. Denn viele dachten, dass derartige “Waffen” wie es die Avengers sind LOGISCHERWEISE Übersicht brauchten. Während die andere Seite fanden, dass es LOGISCH ist, dass kein Politischer Köper Entscheidungskraft über derartige Macht haben sollte, und dass die Avengers ja bisher immer nur Dinge zerstört haben, wenn es absolut nötig war um die Welt zu retten…
Und das ist genau der Punkt, den ich an dem Konflikt so genial finde.
Denn beide Seiten machen auf ihre Art Sinn. Und darum macht es auch Sinn dass eine Gruppe Charaktere welche auf der gleichen Seite kämpfen plötzlich auseinander gerissen werden.

Ein weiterer Punkt den ich absolut liebe ist der Finale Kampf.
Der Film teast eine massive Schlacht gegen eine Armee aus Winter-Soldaten… und ich hasste diese Idee als ich den Film zum ersten Mal im Kino sah. Für mich musste dieser Film, um für mich erfolgreich zu sein, den Konflikt auf dem INTERNEN Krieg der Avengers halten… nicht wie z.B. in “Batman vs Superman” zum Schluss einen anderen Antagonisten reinschmeissen, weil man ja einen Schlusskampf mit einem klaren Gewinner braucht, weil das Publikum das halt will.
Darum war ich so wütend auf diese Dumme Super-Soldaten-Armee-Idee… wie konnten die Macher den Konflikt des Filmes derart missverstehen?
Und darum war ich so begeistert, als ich sah, was sie mit den Supersoldaten und dem Finale gemacht hatten.
Dass sie den Teppich unter den Füssen wegzogen. Die Soldaten existieren nicht, der finale Konflikt bleibt bestehen… und wird zum Schluss nochmals giftiger und bitterer als er jemals zuvor war.
Ursprünglich mochte ich es nicht, dass der Kampf zwischen Rogers und Stark zum Schluss nichts mehr wirklich mit dem Plot-Konflikt, der Frage der Übersicht über die Avengers zu tun hat… aber jetzt beim zweiten Mal mag ich den Twist wesentlich besser. Denn es lenkt nicht vom thematischen Kern ab, sondern verstärkt ihn. Es bleibt beim Thema der unkontrollierbaren Gefahr der “Enhanced”-Soldaten, die Wahrheit über Tonys Familie reisst die Wunden welche fast wieder verheilt wären neu auf, aber diesmal auf einer viel persönlicheren Ebene… denn zuvor kämpft Tony für die Seite, welche so viele Opfer gefordert hat, Fremde und die Kinder von Fremden… und dann, zum Schluss, plötzlich, geht es um einen persönlichen Verlust, welcher die Risse in den Avengers völlig aufbricht, sodass er nicht so einfach wieder repariert werden kann.
Darum bin ich mit dem finalen Twist beim zweiten Mal schauen etwas zufriedener als beim ersten Mal.

Auch etwas, was sich bei zweiten Mal etwas gelegt hat ist mein Unmut über Spider-Mans Auftritt.
Ich mag Fan-Service nicht, der gegen die Logik einer Story geht. Und Spider-Man war für mich genau das. Es machte für mich nie Sinn, dass Tony Stark einen Teenager den er nicht wirklich kennt zu Hilfe holt und einfach mal hofft, dass er sich auf ihre Seite stellt… Himmel, schon die Tatsache, die Gesundheit dieses Teenagers derart zu gefährden passt einfach nicht zu Tony, vor allem nicht wenn man seinen zentralen Antrieb der Story bedenkt… Aber trotzdem, man hatte die Gelegenheit Spider-Man reinzubringen, und dann macht man es einfach, Logik hin oder her…
Warum ich mit seinem Auftauchen aber jetzt (etwas) meinen Frieden gemacht habe liegt daran,:

  1. dass er halt brilliant umgesetzt ist. Und im Kampf ist es wirklich verdammt clever gemacht, dass ihm die anderen Helden permanent sagen müssen, dass er etwas weniger Quatschen soll, da Spider-Mans Sprücheschwingen ja durchaus Teil seines Charakters ist, und
  2. dass sein Auftritt hier die Tony-Peter-Beziehung in “Homecoming” und dann auch ganz speziell in “Infinity War” extrem aufwertet.

Ich bin zwar trotzdem noch der Meinung, dass besser gewesen wäre, wenn man die Logik der Story und von Tony Stark mehr berücksichtigt hätte, aber immerhin hat man den Fanservice richtig gemacht.

Ich denke, wenn ich zwei wirkliche Schwächen ansprechen würde, dann sind das zwei andere Nebencharaktere.
Steve Rogers neue Flamme ist derart langweilig und nichtssagend, dass ich jedesmal vergesse, dass sie existiert, sobald sie für eine Minute nicht auf dem Bildschirm war… ausserdem hat sie NULL Chemie mit Chris Evans, was ich fast nicht für möglich hielt, aber ist einfach so.
Und der andere Charaker ist der Black Panther.
Nun… die Einführung des Black Panthers. Dieser Charakter ist im grossen Ganzen eigentlich sehr gut gemacht und passt Thematisch super in die Story, was sich zum Schluss zeigt, als er realisiert, wie sehr der Wunsch nach Rache all die Protagonisten konsumierte.
Aber der Tod seines Vaters und der ganze Moment dort, der sitzt einfach nicht richtig. Man hat die beiden vorher gerade mal für ein, zwei Minuten auf dem Screen gesehen, und trotzdem wird das Atentat auf das UN-Gebäude aus IHRER Sicht gezeigt, und man kriegt gleich eine Slow-Motion “NEEEIN!!!”-Schock-Szene eines Vater-Todes zu sehen…
Ich kann es nur wiederholen, dieser Moment sitzt für mich einfach wirklich nicht richtig und hätte anders gelöst werden müssen.

Aber wie man vielleicht sieht: Das sind wirklich ganz kleine Details. Ein Charakter der kaum vorkommt, und ein anderer Charakter, der gut gemacht ist aber eine kurze Szene nicht den emotionalen Effekt hat, den ich mir da wünschte…
Und das in einem Film der praktisch 2.5 Stunden geht.
Und wenn es so wenig negatives gibt, und der Rest des Filmes derart gelungen ist, dass ich stundenlange davon schwärmen könnte…
Nun, dann hat man definitiv etwas richtig gemacht.

Himmel, der Film hat es sogar geschafft den reinen visuellen Comic-Buch flair richtig einzufangen.
Die Actionsszenen haben derart geniale Einlagen und Choreografien, dass ich immer wieder geflasht bin. Und auch wenn diese in einem derart Themen-, Charakter- und Plot-getrieben Film bei weitem nicht so wichtig sind wie der Rest, so ist es dennoch schön zu sehen, dass man sich auch da getraut hat, völlig vom Leder zu lassen.
Mein persönlicher Lieblingsmoment (was die Bildsprache der Action des Filmes angeht) ist übrigens dieser hier:

Mag ein etwas seltsamer Moment sein um den spezifisch anzgeben, aber für mich persönlich symbolisiert dieser Moment halt einen Aspekt, den Marvel (zumindest bis zu dem Zeitpunkt) extrem richtig gemacht hat.
Man schämt sich nicht, dass man wirklich Superhelden-Filme macht. Und dieses Bild, dieser “Panel” eines Super-Menschen, der mit blosen Händen einen Helikopter zurückzieht, und so visualisiert ist, dass man alle Muskeln sieht, derart übertrieben wie man die übertrieben physischen Proportionen eines Heldens normalerweise nur auf Comicbuch-Seiten sieht… das zeigt halt für mich auch, dass man den visuellen Aspekt und Flair des Comic-Mediums ernst nimmt.
(Ich meine, meine Fresse, schaut euch diesen Body an… :sweat_smile::joy:)

Also ist es wohl unnötig zu sagen, aber…
Der Film hat mich beim zweitenmal schauen nicht enttäuscht. Ich lag damals im Kino richtig. Er macht so verdammt viel richtig, und stellt für mich einen der Höhepunkte des MCU dar. Und da “End Games” das grosse Finale ist, wird es sich an DEM Standard messen müssen.
Glücklicherweise ist das mit “Infinity War” schon einmal gelungen. Jetzt hoffe ich wirklich auf das beste :grin:

Fazit: Top-Film des MCU. Macht alles richtig was er richtig machen muss… und sogar noch darüber hinaus.


#12825

Searching for Debra Winger

Auf Debra Winger (eine der talentiertesten Schauspielerinnen der Neuzeit) gestoßen beim Schauen von “The Ranch”.
Rosanna Arquette erzählt 2002 die Geschichte einiger der erfolgreichsten Darstellerinnen der 80er und 90er. Wie ist es so als Hollywooddarstellerin, wie bekommt man Familie und Job unter einen Hut, wie bleibt man auch im Alter noch interessant für gute Rollen.

Das Thema hat nichts an Aktualität eingebüßt und die Schauspielerinnen, die hier erzählen kennt heute auch noch jeder. Wem die Prämisse zusagt (@Parapluie @Leelo evtl.) , der sollte sich den auf jeden Fall mal ansehen. Nichts besonderes, aber bestimmt für manche sehr interessant. Leider nicht so einfach zu finden, hab den über drei Ecken bekommen.


#12826

Mid 90s
Was hatte ich mich auf einen geilen Film über die guten alten 90er gefreut. “Eine Zetreise in die 90er” stand in der Beschreibung. Aber außer Turtles Bettwäsche, einem Street Fighter 2 T-Shirt, ein paar SNES Controllern und einem Seal Song von 95 (habe den Namen vergessen, irgendwas mit Rose) ist da nicht wirklich viel gutes gewesen. Ansonsten gehts nur darum, das ein kleiner Junge, die Nase von seiner Familie voll hat, auf eine Gang trifft, bei der er skaten lernt, Drogen nimmt und sich aneignet, sich so wie diese Jungs zu verhalten, was fatale Folgen für Ihn hat. Nee danke das muss nicht nochmal sein.


#12827

Gestern fand die lange Reise um die Infinitystones ein Ende.

[…]

So kommt es dass, Avengers: Endgame durch seinen düsteren Anfang mehr bietet als erwartet um danach jedoch in alte Muster zurückzufallen. Am stärksten ist er in seinen stillen und ruhigen Momenten. In Momenten in denen Charaktere Zeit bekommen, Emotionen sich entfalten können und Gefühle entstehen, die fernab von der Marvel-typischen Leichtigkeit liegen. Als Fan des MCU und den Avenger wird Endgame ein Magnum Opus sein. Es ist als würde man vor dem Kamin sitzen und durch die alten Fotoalben blättern und nur noch auf die guten Erinnerungen zurückblicken um danach zufrieden ins Bett zu fallen, auch wenn man alles Schlechte verdrängt.

3/5


#12828

Habe so eben Avengers: Endgame gesehen.

Für mich mit der beste von allen MCU Filmen bisher. Kann man sich definitiv geben. Gab einige “WoW” Momente.


#12829

Man sieht ja, dass Quill nach ihr scannen lässt im Schiff am Ende, bevor die anderen dazukommen, also gehe ich mal davon aus, dass sie überlebt hat oder der Trupp zumindest davon ausgeht. Sie hat ja auf der “richtigen” Seite gekämpft, also glaube ich nicht, dass sie zu Staub wurde.

Komme auch von “Endgame”.
Puh, das war wieder ein Ritt! Hatte sehr sehr geile Momente, hat auch sehr dumme Momente. Wenn ich ihn dann später auf Englisch sehe, wird er mir wohl noch mehr liegen, da mich die Synchro an einigen Stellen genervt hat.

Trage heute übrigens nichts ahnend mein Black Widow-Shirt. :sob:


#12830

Doctor Strange:
Definitiv einer der schwächeren Filme des MCU.
Die Effekte sind genial, und ich mag das Finale, weil man endlich mal davon weggekommen ist, das Finale darauf rauslaufen zu lassen, dass sich Held und Antagonist hauen, bis einer stärker zuhaut, und ein sehr kreatives, einzigartiges Finale kreiert hat.
Allerdings wirkt der Rest des Filmes etwas überhastet und mehr nach Pflichtprogramm. Ich meine, der Film fängt an, und etwa 5 Minuten nachdem man Dr. Strange kennenlernt hat er bereits seinen Autounfall. Zuvor sieht man ihn EINEN Fall im OP behandeln, und da kriegt man von ihm mehr den Eindruck, dass er ein Dr. House-Mässiges Genie ist, anstatt der brillianteste Chirurg der Welt. Der Verlust seiner Hände wird mehr als Plotpunkt abgehandelt, als das wirklich darauf hingebaut wird. Etwas mehr Zeit, Geduld und Hingabe wäre hier wichtiger gewesen, und das ist im ganzen Film so. Diesem Teil fehlt das Narrative Herz.

Fazit: Gute Effekte, der Rest wirkt mehr nach Auftragsarbeit.

Und dann noch:

Guardians of the Galaxy - Vol. 2:
Dieser Film sollte eigentlich überhaupt nicht funktionieren, und es gibt Momente, wo er auch nicht wirklich funktioniert, aber dennoch ist es ein Film der trotz seiner breiten und leichtfüssigen Comedie sehr tief gehen kann, wenn man es zulässt und wie halt bei all den besten Marvel-Filmen von den Charakteren lebt.
Ausserdem setzt er die Charakterentwicklung von Peter Quill und seinen Freunden perfekt fort, und etabliert eine sehr gelungene, emotinalle und wichtige Basis für viele Geschehnisse im späteren MCU.
Der Humor zieht in diesem Teil jedoch nicht immer ganz so gut wie noch im Vorgänger, da er zum Teil etwas zu plump daher kommt. Aber da der Humor oft Schlag auf Schlag kommt sind gewisse Rohrkrepierer zwischendurch nicht so schlimm, da kurz darauf wieder ein neuer Anlauf kommt.

Fazit: Immer noch eines der skurileren Franichse des MCU. Und erstaunlich emotional und tief.


#12831

Habe gestern Abend auch Avengers Endgame gesehen.
Ich pack mal alles in n Spoiler, um einfach frei drauf los schreiben zu können.

Dabei handelt es sich um den meiner Meinung nach besten MCU-Film. Zumindest um den besten puren Superhelden-Film. Captain America 2 ist noch ein besserer Agentenfilm und Homecoming ist einfach mein persönlicher Schatz, aber wenn es um einen Direktvergleich des Superheldenfachwerk geht, holt mich Endgame ab wie kein anderer Film zuvor.
Ich muss zugeben, dass mich schon die allererste Szene noch vor dem Marvelscreen gehooked hatte und das obwohl ich nach einer Minute wusste worauf es hinauslaufen würde. Trotzdem war Hawkeyes Verlust ein schneller und effektiver Weg, um einen in die Realität aus Infinity War zurückzuholen.
Darauf aufbauen war mir der erste Akt schon ungefähr so bekannt (Habe mich nicht defakto spoilern lassen, aber mich auf Reddit ein bisschen durch die Traileranalysen gelesen), dennoch gefiel mir die Inszenierung der heruntergekommenen Welt nach fünf Jahren ziemlich gut. An dieser Stelle möchte ich nochmal ein großes Lob an die Maus ansprechen, die Antman aus der Quantenebene geholt hat - Damit hat diese Maus einfach die Welt gerettet.
Aber gut, bis zum letzten Drittel empfand ich den Film auf denselbem Level wie den ersten Avengers oder Infinity War. Doch ab dem Moment, in dem die Raketen aus Thanos Raumschiff das Avengers Headquarter zerbombten hatte ich durchgängig Gänsehaut über das ganze, in meinen Augen wirklich großartigen inszeniertem Finale. Meine beiden absoluten Highlightszenen sind der Captain mit Hammer und das Eintreffen der Verstärkung auf der “guten” Seite, welche selbst den Finalkampf aus dem ersten Avengers und den Snap in den Schatten stellen. Die Frauenszene fand ich ein bisschen zu sehr mit dem Holzhammer reingekloppt. aber störend tut mich sowas auf keinen Fall. Aber aller spätestens nach “Ich bin Iron Man” und den mehr als ehrvollen Abschiednehmen von Iron Man und Captain America war ich mir sicher, dass dieser Film mein absoluter Favorit im MCU ist.
Für mich hat vor und hinter der Kamera beim Großteil der “Infinity Saga” alles gestimmt, was man absolut genial vereint in Endgame sieht. (An dieser Stelle möchte ich auch nochmal großen Respekt an die Russo-Brüder aussprechen, die beiden wissen was sie tun)
Das kann Disney unmöglich noch einmal auf diesem Niveau stemmen. Daher ist in meinen Augen das Einzige, was man dem Film vorwerfen kann, seine sehr wahrscheinlichen Fortsetzungen. Endgame war der Zenit des MCUs und ich bin mir fast sicher, dass sich das gesamte Universum in Zukunft relativ schnell verwässern wird. An den letzten Nicht-Avengers-Filmen wie Doctor Strange, Black Panther und Captain Marvel habe ich schon gemerkt, dass sie den Bogen schon beinahe zu sehr überspannt haben, um das Immergleiche abfeuern zu können. Doch mit Endgame als Abschluss würde ich das MCU im Gesamten als eine mehr als gelungene Filmreihe einordnen. Jedoch würde kein Studio der Welt nach dermaßen erfolgreichen Filmen einen Schlussstrich ziehen. So wäre Endgame für mich der perfekte moderne Superheldenfilm, wenn er das tatsächliche Finale gewesen wäre.

9/10.


Avengers Endgame Talk MIT Spoilern (wenn ihr den Film noch nicht gesehen habt GEHT WEG)
#12832

Avengers: Endgame

Ein Jahr ist es her, dass “Avengers: Infinity War” in den Kinos lief und das große Finale rund um Captain America, Iron Man, Thor & Co. einleitete. Aufgrund eines riesigen Cliffhangers hieß es für die MCU-Fans dann aber warten und über etliche Theorien sinnieren, was mit all den beliebten Superhelden passieren wird und ob es einen Weg gibt, den Oberschurken Thanos aufzuhalten bzw. seine Tat umzukehren. Beim Nachfolgefilm “Avengers: Endgame” haben die Marvel Studios die Regie-Zügel erneut den erfahrenen Russo-Brüdern übergeben und was dabei herausgekommen ist, ist ein Superheldenfilm, der mir ein wenig Kopfschmerzen bereitet.

Ich bin jemand, der bei weitem nicht jeden Marvel-Film mag, dafür aber die “Avengers”-Filme schon immer gerne geschaut hat. Es macht einfach Spaß, all diese Charaktere miteinander interagieren zu sehen, sodass auch bei mir über die Jahre eine gewisse Grundsympathie für die chaotische Heldentruppe entstanden ist. Trotzdem hat mich “Endgame” überraschenderweise kalt gelassen.

Ohne diesen Film nun in alle Einzelteile zu zerlegen, möchte ich grob auf das eingehen, was ich mochte und was mich geärgert hat. Für die erste Stunde hat sich “Endgame” das Wort Trauerbewältigung auf die Fahne geschrieben. Die nach der von Thanos durchgeführten Säuberungsaktion übrig gebliebenen Helden verbringen die folgenden Wochen zurückgezogen, leidend und voller Zweifel. Besonders hart getroffen hat es Hawkeye und Iron Man. Ersterer muss entsetzt feststellen, wie sich seine Familie vor ihm urplötzlich auflöst und Tony Stark schwebt irgendwo im Weltall herum, Luft- und Essensreserven protokollierend und an seine geliebte Virginia Pepper Potts denkend. Starks minutenlange Abschiedsmonologe geben die (vermeintliche) Tonalität dieses Films an. “Endgame” nimmt sich ca. eine Stunde Zeit, um über die Folgen des Schnipsers mit dem Infinity Gauntlet zu grübeln und den Verlust der halben Menschheit ansatzweise zu realisieren.

Dabei finde ich es wirklich fantastisch, wie ruhig und mitreißend dieser Film beginnt. Die Anfangsszene mit Hawkeye schafft es mit wenigen Mitteln, bei mir ein Gefühl von Steinen im Magen zu erzeugen. Doch umso enttäuschender finde ich es dann zu sehen, wie Captain Charakterlos Marvel plötzlich die Bühne betritt und Tony Stark nicht nur absolut mühelos, sondern auch binnen weniger Sekunden rettet. Der große Bruch mit der Tonalität steht aber noch bevor, denn was danach kommt, ist Slapstick der irritierendsten Art. Captain America, Black Widow und Ant-Man fassen einen Plan und wenden sich dafür an Thor und Hulk, die aber mittlerweile einen sehr speziellen Lebensstil pflegen. Nach 60 Minuten Trübseligkeit sehen wir plötzlich einen Thor mit Bierbauch, der mit seinen Ragnarok-Kumpels auf der Couch hockt, säuft und Fortnite spielt. Hulk hingegen hat sich besser unter Kontrolle denn je, knipst mit Kindern Selfies und scherzt mit Ant-Man herum. Lethargie weicht also Slapstick.

Je länger man den vierten Teil der “Avengers”-Reihe schaut, desto mehr bekommt man das Gefühl, dass die Russo-Brüder mehrere Marvel-Filme in einen großen Topf geworfen, mit eine Prise Zeitreise versehen, kräftig umgerührt und auf das Resultat “Endgame” geschrieben haben. Dies hat zur Folge, dass sich dieser Film für mich stets wie ein Best-Of-Marvel angefühlt hat. “Endgame” klaubt sich viele Schlüsselszenen aus den vorigen MCU-Filmen zusammen und klatscht sie mit einer Menge Fanservice-Kleister aneinander. Dies sorgt zwar für den einen oder anderen ergreifenden bzw. unterhaltsamen Moment, wirkt aber auch sehr an den Haaren herbeigezogen.

An dieser Stelle kommt dann ein weiteres Problem mit ins Spiel: das Writing macht es sich unfassbar einfach und verlangt dem Zuschauer dadurch eine riesige Menge an suspension of disbelief (willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit) ab. Generell biegt sich “Endgame” so viel zurecht, dass das Ergebnis getrost als hanebüchen bezeichnet werden kann. Marvel benutzt die Zeitreise-Thematik ohne irgendwelche Sinnhaftigkeit als bequemes Transportmittel für Fanservice und Emotionen. Sobald man auch nur anfängt, das Zeitreise-Konstrukt oder auch allgemein das Drehbuch zu hinterfragen, merkt man, dass es so dicht ist wie ein Sieb.

Was macht übrigens Thanos in all der Zeit? Er mischt dank Vergangenheits-Nebula und Vergangenheits-Gamora ebenfalls im Zeitreise-Game mit und fungiert im gesamten Film lediglich als ultimative Kampfbestie. Unterhaltsam, aber ohne jeglichen Tiefgang. Zumindest hat er in “Infinity War” genug Screen Time und Präsenz bekommen.

Im letzten Drittel angekommen steht nur noch Action auf dem Programm. Wer sich schon bei “Infinity War” dachte, dass man einen derartigen Bombast an Farben, Explosionen, Action und Tumult nicht mehr toppen kann, wird hier eines Besseren belehrt. Die Marvel Studios gehen All-In und schmeißen alles in den Pot, was sie an CGI, Kampf-Choreos und Fanservice in petto haben. Was folgt, ist die ultimative Spezialeffekte-Abrissbirne und so ziemlich das Beeindruckendste, was man an Superhelden-Action auf der Leinwand bisher gesehen hat. Eingefleischten Marvel-Fans wird in den letzten 45 Minuten der Mund mehrfach offen stehen und man muss dem ganzen Team hinter diesem Werk für die unverschämt gute Inszenierung auf jeden Fall großen Respekt zollen. Die Marvel Studios und die Russo-Brüder bringen hier so viele Helden zusammen und inszenieren eine derart wuchtige und knallige Action, dass man nicht anders kann, als auf die vor sich flimmernden Bilder zu gucken und zu staunen.

“Endgame” geht ca. 180 Minuten, fühlt sich aber aufgrund des schwankenden Pacing und der sprunghaften Orts- und Zeitwechsel doppelt so lange an. Das überbordende Finale trägt zusätzlich dazu bei, dass dieser Film für mich in vielen Belangen too much wird. Es fühlt sich fast so an, als hätte man nicht einen, sondern drei Filme gesehen. “Infinity War” ist hingegen deutlich griffiger und in sich stimmiger.

Fairerweise muss ich “Endgame” aber auch Lob aussprechen. Ja, ich hatte hier und da sogar sehr viel Spaß, denn visuell ist dieser Film eine Wucht, die Schauspieler machen einen tollen Job und bei den Kämpfen hatte ich direkt Lust zurückzuspulen, um mir die schicke Choreographie erneut anzusehen. Das neueste Mammut-Werk der Russo-Brüder hat einige Momente, in denen es einen mitreißt - egal, ob jahrelanger Fan oder skeptischer Beobachter. Umso heftiger wurmt es mich, dass es all die oben genannten Patzer und Unstimmigkeiten gibt. Ich finde es richtig schade, dass mich das Ende u.a. dadurch emotionslos zurückgelassen hat. Vielleicht war es ja der immer lauter werdende und pompöse Soundtrack, der mir ständig versucht hat einzubläuen, wie krass und episch und tragisch das doch alles ist und dass ich gefälligst mitfühlen und mitschluchzen soll, wenn einer der Helden den letzten Atemzug macht oder endlich das langersehnte Leben führen kann. Es stimmt - “Endgame” beschert vielen MCU-Helden einen würdigen Abschluss, vergisst dabei aber als ein in sich schlüssiger und kohärenter Film zu funktionieren.

Unter’m Strich ist “Avengers: Endgame” eine Enttäuschung auf hohem Niveau. Auch wenn dieser Film mehr epische und beeindruckende Szenen bereithält, mag ich “Infinity War” deutlich mehr. “Endgame” ist stellenweise quälend langatmig, hanebüchen geschrieben, erlaubt sich alle Bequemlichkeiten der Welt und macht unschöne Patzer bei der Tonalität. Gleichzeitig ist er aber feinstes Popcorn- und Event-Kino mit einigen unvergesslichen Momenten. Hätte ich den Infinity Gauntlet, würde ich jetzt am liebsten einmal schnippen und all die Patzer dieses Films verschwinden lassen. So aber gibt es einen knallharten Abzug bei der Gesamtwertung.


Avengers Endgame Talk MIT Spoilern (wenn ihr den Film noch nicht gesehen habt GEHT WEG)
#12833

:beanjoy: Habe auch vorhin Avengers Endgame auf Deutsch geguckt und werde in morgen nochmal en Anglaise schauen können. Freue mich trotz aller Schnitzer jetzt schon tierisch auf Avengers: ASSEMBLE!:beangasm:


Zum Film selbst:

Ich fand Endgame vor allem “lang”, irgendwie. Klar, ging ja kaum anders, aber trotzdem dachte ich an einigen Stellen “okay, ja, verstanden, weiter im Text”. Gefallen hat mir aber der Anfang und der “Doppeltwist” (nicht steinigen bitte) mit Thanos: Erst sofort gekillt, dann in der Vergangenheit sofort wieder gefährlich. Die Zeitsprünge fand ich teilweise ganz nett, mit den “ergänzenden” Szenen (Robert Redford etc.). Insgesamt war mir das aber zuviel “memory lane” und “member?”. Die Schlacht war super (auch wenn sich sehr viel anfühlte nach “Dieses Gesicht gibt’s auch noch”, aber da haben sie wie bei den Abschiedsszenen angesichts der zig Fackel-und-Mistgabel-bewehrten Fanmobs nunmal keine Wahl…). Starks Arc hat mir sehr gefallen und wie der NATÜRLICH würdige Cap mit Mjöllnir Blitze ballert und Thanos verdrischt… :beangasm: beschde


#12834

Gerade eben Ant-Man and the Wasp nachgeholt.
Da Captain Marvel und Endgame ansteht.
Er hat mir Spaß gemacht ich hatte viel zu Lachen.
Der Bösewicht hat wie erwartet nicht viel hergegeben dafür haben andere Faktoren für mich besser und stärker funktioniert.


#12835

Eine Runde Avengers Endgame. Kann mich nicht beschweren. War mehr als gut unterhalten. Bin wunschlos glücklich und tottraurig :sob:
5/5


#12836

Venom

Man merkt an allen Ecken und Enden, dass Tom Hardy richtig Bock auf die Rolle hatte. Bringt nur leider nix, wenn der Rest ziemliche Grütze ist. Schade, mit ein bisschen mehr Zeit für die Charaktere, so dass man Motivationen und Handlungen nachvollziehen kann und einen Bösewicht mit mehr als nur einer Dimension wäre da schon deutlich mehr drin gewesen. CGI etwas über dem Grabbeltischniveau hätte vielleicht auch geholfen.

5/10


#12837

Captain Marvel

Spontan gestern noch im Kino gesehen mit meinem Männe. War ganz überrascht, dass niemand mit im Kino saß und alle einen anderen Film sehen wollten :thinking: :joy:
Der Film hat nicht viel falsch gemacht, nur mag ich keine Helden die gefühlt mega überpowert sind, daher ist sie kein Held den ich mag. Das Problem hab ich auch bei Superman. Der Soundtrack ist aber wunderbar und auch die Gags haben größtenteils gezündet. Weiß nicht ob das am Charakter lag, aber ich fand Captain Marvel manchmal zu überheblich. Klar wie gesagt sie ist Mega krass, aber das hat sie mir zu oft raushängen lassen.
Die Aftercredit-Szene hätte ich aber wohl erst nach Avengers: Infinity war sehen sollen meint mein Mann. Verstanden hab ich sie aber schon, denn ich bin sehr sehr klug :joy:
6/10


#12838

Gestern Abend “Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück” mit Simon Pegg!

Teilweise zwar ein bisschen dick aufgetragen, aber kann man sich gut anschauen.

Und Simon Pegg sehe ich eh immer gerne! :slight_smile:


#12839

Sicario 2

Was lief da denn falsch? ich wusste ja schon das der Film nicht mehr mit dem Meisterwerk Sicario zu tun hat. Aber so schlecht hätte ich ihn auch nicht erwartet, sinnfreie Story, langweilige Charaktere, dieser Sound hat mich so genervt.
Das war echt der schlechteste Film denn ich seit längerem gesehen habe.


#12840

Bumblebee

Viel besser, als alle anderen Transformers-Filme. Der Film ist echt nett, unterhält gut und die Action ist richtig angenehm umgesetzt. Das ist sehr weit vom Michael-Bay-Schnittmassaker entfernt und lässt Einstellungen auch mal ein paar Sekunden laufen.
Wenn zukünftige Transformers-Filme auch in dieser Art bleiben, werd ich da wohl weiterhin reinschauen.

7/10


#12841

Thor - Ragnarok:
Tja, hattes es leider nicht falsch im Kopf. Leider auch nach zweitmaligem Anschauen immer noch der klar schlechteste Film des MCU.
Was für eine Schande, wie man hier mit diesem Teil der Story umgegangen ist. Man nimmt gut geschriebene, klar definierte Charaktere (darunter Loki, der wohl beste Antagonist des MCU) und behandelt sie einfach wie Witzfiguren, ignoriert etablierte Hintergründe, und alles nur für eine Handvoll Witze, welche oft nichtmal lustig sind und dessen Pointen man schon von weitem sehen kommt.
Die Marvel-Filme (und die Thor-Filme insbesondere) sind so gut, weil sie sich nicht zu “cool” fühlen, um die richtigen, dramaturgischen Elemente ernsthaft ausspielen zu lassen. Dieser Mangel an Zynismus macht das Franchise so stark.
Und hier haben wir einen Film, der NUR auf zynischem “Oh-wir-sind-zu-cool-um-Comic-Filme-ernst-zu-nehmen” Aufbaut.
Ja, genau, DAS war es, was ich von “Ragnarok”, einem Film über den Fall von Asgart, sehen wollte: Eine Komödie, welche sich Grossteils nicht um Asgart oder die Charaktere des Franchises kümmert, sondern “Humor” über dramaturgische Stärke setzt.

Ja, natürlich, der Untergang von Asgart sollte absolut mit einem dummen One-Liner eines lächerlich schlecht gemachten CGI-Comic-Relief-Charakter untermalt werden, DAS ist genau das was ich mir vorgestellt hatte!
Ach, und logisch, Loki, der beste Antagonist der Serie, sollte UNBEDINGT eine Punch-Line werden! Genau so hat man sich Loki immer vorgestellt, wenn er endlich Macht erhält, als eine Witzfigur der sich auf einer Couch ausruht und Trauben schnabuliert, DAS war genau der Eindruck, den Loki immer hinterlassen hatte!

Wirklich enttäuschend wie respektlos hier mit diesem Franchise umgegangen wurde.

Ausserdem wirkt der Film auch einfach faul gemacht. Die Effekte sind sehr, sehr billig. Die praktischen Effekte sehen alle aus wie Plastikspielzeuge, die CGI-Effekte sehen extrem unecht und billig aus und Himmel… ohne zu spoilen, gegen Ende verliert ein Charakter ein Körperteil und das Make-Up ist etwas vom Erbärmlichsten, das ich seit langem in einem High-Budget-Film gesehen habe. Ich habe Halloween-Kostüme mit überzeugenderen Wunden gesehen.
Aber hey, ist egal… ist ja nur ein dummer Comicbuch-Film, oder. Den muss man nicht ernst nehmen können, dafür sind wir alle viel zu cool.
Das wohl einzig wirklich positive an dem Film ist Tessa Thompson als Valkyrie. Sie ist sehr gelungen. Sie macht Spass, sie ist gut geschrieben, und sie spielt extrem gut, mit sehr kleinen, subtilen Regungen und Details in ihrer Performance.

Ich weiss, dass ich die Ausnahme bin. Dieser Film ist generell sehr gut angekommen, und ich habe das Gefühl ich weiss auch warum. Die meisten Leute, von denen ich gehört habe dass sie den Film mochten, haben die anderen Thor-Filme vielleicht einmal gesehen und fanden sie generell nicht so toll. Denen fiel nicht auf, wie sehr Thor und Loki für diese Komödie umgeschrieben werden mussten, denen fiel nicht auf, dass der Ton dieses Filmes eine Menge der vorherigen Filme untergräbt…
Diese Leute sahen einfach eine lustige Komödie mit einem der Avengers, den sie bis dahin eher lahm fanden.
Und ich denke, für mich, der den Thor-Mythos bis dahin super fand, der speziell die Dynamik zwischen Thor und Loki mochte… nun, für mich ist es einfach wirklich unglaublich enttäuschend zu sehen, dass all die Qualitäten und Nuancen dieser Charaktere einfach rausgeschrieben werden, nur um irgendwo ein Paar kurze One-Liner-Witze machen zu können. Ist der Humor in diesem Film gut genug um sowas zu rechtfertigen? In meinen Augen nicht.

Fazit: Der wohl einzige Film des MCU, bei dem ich mich fühle als ob die Macher keinen Respekt für das Material hatten mit dem sie arbeiteten. Schade.