Allgemeiner Thread zu Diskriminierung (Rassismus, Sexismus etc.)

Nein, das sehe ich immer noch anders.
Auch in deinem Beispiel mit einem digitalen Film auf Netflix wäre das nicht „Zensur“ in dem Sinn.
Wenn Netflix einen Film aus dem Programm nimmt, dann hätten die Macher des Filmes immer noch das Recht und die Möglichkeit diesen Film auf einer anderen Plattform zu zeigen. Und wenn wir von einem Film reden, der von Netflix gemacht wurde und den sie nicht weiterverkaufen wollten (was sie immer noch könnten, legal gesehen), dann reden wir hier wieder von einem „Künstler“, der sich selber „zensiert“ um sich den Nachfragen des Marktes anzupassen. Was nicht anders ist als wir es heute schon haben.

Aber das hatte sie in der Freien Marktwirtschaft schon immer. Jetzt ist einfach „Meute“ anders definiert, oder? Vorher war die „Meute“ definiert durch die Leute, welche eine Plattform hatten um sich Gehör zu verschaffen, heute haben halt alle eine eigene Plattform, und darum geht es heute mehr darum, welche Anliegen mehr Stimmen zusammen kriegt und mehr „Lärm“ machen kann.

Das mag durchaus sein…
Aber all die Kritik die ich im Moment an die „Cancel Culture“ sehe ist mehr eine Kritik an den Freien Markt. Und man kann darüber diskutieren, ob ein Freier Markt etwas gutes oder etwas schlechtes ist… aber wenn man einen Freien Markt haben will, dann kann man sich dann schlecht darüber beschweren, dass Plattformen welche dem Freien Markt unterliegen halt Entscheidungen trifft, welche für gewisse Leute ungemütlich sind.
Und wenn der Politische Diskurs auf privaten Plattformen stattfindet, welche wirtschaftliche Entscheide für sich treffen und dort dann halt Leute streichen oder gewisse Dinge zensieren… nun, dann müssen wir uns vielleicht fragen, ob es nicht ein Fehler ist, dass wir den Öffentlichen Diskurs der Freien Marktwirtschaft unliegend machen.

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