Ich hatte heute eine Situation, mit der ich nicht ganz wusste umzugehen. Wie würdet ihr das machen:
Ich war für 3 Stunden mit Freunden in der Kneipe und habe einen Tee und Wasser getrunken. Der Preis für beides (da Wasser gratis war) war 2.20€. Wieviel Geld würdet ihr insgesamt geben, also mit Trinkgeld? (Anonyme Umfrage)
[Zusatzinfo: meine Freunde haben ordentlich Bier getrunken und so deutlich mehr Umsatz generiert]
2,20€
bis zu 2,50€
bis zu 3€
bis zu 4€
bis zu 5€
bis zu 6-7€
bis zu 8-9€
bis zu 10€
über 10€
kann mich nicht in die Fragestellung hineinversetzen
Mach ich normalerweise auch, aber das kam mir so knauserig vor für die Zeit, die ich da verbracht habe und den reinen Betrag an Trinkgeld dann. Hab auf 5€ aufgerundet, aber bin komplett zwiegespalten, ob das frech ist, weil ich insgesamt so wenig ausgegeben habe oder ob das gut ankommt, weil ich prozentual viel Trinkgeld gegeben habe.
Na ja, ich habe ja einen Platz eingenommen, obwohl sie mit mir kaum etwas erwirtschaften konnten.
Die Kneipe ist recht klein, eventuell war der Mitarbeiter auch einer der neuen Eigentümer, aber da bin ich mir nicht sicher.
Das haben deine Freunde aber quasi wieder reingesoffen weil die Marge bei alkoholischen Getränken deutlich höher ist. Und am Ende wird der durchschnittliche Umsatz pro Kopf berechnet.
Also mach dir keinen Kopf du hast im besten Fall einem unterbezahlten Kellner den tag versüßt.
Wenn du in einer Kneipe nur Tee getrunken hast und mehr Trinkgeld gegeben hast, als "normal*, bleibt das dort hängen. Ergo, du kannst dort nie wieder hin gehen.
Du hast für 2,20 was getrunken und 2,80 Trinkgeld gegeben (das ist VIEL). Denen ist es vollkommen egal, für wie viel du was trinkst. Die wissen, dass sie nicht den Gewinn mit Tee machen und haben das in der Preisgestaltung berücksichtigt. Jeder vergebene Platz, ist ein guter Platz und selten trinken alle in großen, teuren Mengen. Dass es in einer Gruppe jemanden gibt, der nicht alk trinkt ist geläufig (Fahrer, Gesundheitsgründe, etc.).
Mach dir also absolut gar keine Gedanken und richte Trinkgeld nicht nach Angst, wie du rüberkommen könntest. Das wird i.d.R. so schnell vergessen. Viel wichtiger ist, ob du freundlich warst und ob der Platz ordentlich zurückgelassen wurde.
Jein kellner rechnen immer in %. Es geht nicht um den absolutbetrag. Wenn jemand bei ner 200€ rechnung 5€ trinkgeld gibt ist er mir weniger sympathisch als der der mir von 2,5€ auf 3€ trinkgeld gibt. Obwohl der eine nur 50cent gibt ist er prozentuell viel besser und als kellner ist der prozentsatz wichtig weil die summe kommt automatisch ob ich da 1 riesengruppe hab mit 200€ oder 200 leute mit kleinbeträgen ist mir als kellner egal.
Ach ja und innerhalb gruppen merkt man sich nie jemanden da wird auch beim getrennt nur gruppenmässig am ende überschlagen gaben sie gutes trinkgeld oder nicht. Nur wer extrem positiv auffällt wird sich kruz gemerkt im sinne von „da gabs einen er der viel gegeben“ gesichter und aussehen im regelfall nicht dafür sieht man zu viele personen am tag
Da hast du durchaus recht, aber ich würde sagen, Knausrigkeit und wenig Trinkgeld bleibt mehr im Gedächtnis, als viel Trinkgeld und Großzügigkeit.
Kommt natürlich auch immer auf den Ort und auf die Person an.
Ich erinnere mich noch heute an affektierte Gecken, die sich großzügig gebärden, aber dann nur 10 Cent Trinkgeld geben - in abgezählten ein und zwei Cent Münzen.
Ich kann den Begriff in die Bausteine zerlegen und weiß, was die Begriffe bedeuten, aber konnte sie für mich nicht wieder sinnig zusammenführen haha.
Mir geht es darum ihr die Angst zu nehmen, als schlecht im Gedächtnis abgespeichert zu werden. Sofern es eine gute laufende Kneipe in Berlin ist, sie nicht gerade Stammgäste sind, ist sie relativ schnell aus dem Gedächtnis. Und Trinkgeld ist und bleibt in D freiwillig. Wenn der Kellner vom Trinkgeld leben muss, ist es nicht ihr Problem das mit ihrem Trinkgeld auszugleichen. Es ist ein Dankeschön für besonders guten Service. Klar freut man sich, wenn man was bekommt, aber es als Standard anzusehen und fest einzukalkulieren, naja.
Aus Angst heraus (!) verhältnismäßig viel zu geben, ist aber der falsche Ansatz. Und ich finde, es ist wichtig, ihr diese Angst zu nehmen. Niemand ist ihr böse, wenn sie einen Tee trinkt und „nur“ 30 Cent Trinkgeld gibt (oder gar keins). Wenn man als Gast besonders laut, nervig und schmutzig auffällt, bleibt das mehr im Gedächtnis.
Es kommt denke ich auch auf die Zeit an , die die Gruppe bleibt.
Wenn eine 4er Gruppe 1 Stunde bleibt und bei 109 Umsatz, 120 Trinkgeld gibt, ist das dem Kellner glaube ich trotzdem lieber als wenn 4 Teetrinker 2 Stunden bleiben und auf 16€ Umsatz dann auf 20€ aufrundet
Wichtig sind viele Leute, weil im Zweifel du mit 5 Gruppen immer mehr Trinkgeld machst als mit 2 Gruppen die ewig bleiben.