Die Entwicklung der Spieleindustrie

Fortsetzung der Diskussion von The Division - Erwartungen, Kritik, Lob oder Empfehlungen?:

ich mach hier mal ein neues thema dafür auf, weil ich die diskussion sehr iinteressant finde und sie in den division talk nur noch bedingt rein passt.

zu dem zitierten beitrag:
natürlich ist es für die betroffenen schade. aber ob der spielemarkt inzw überschaubarer ist als vor 10 oder 20 jahren halte ich für ein gerücht und für eine typische verklärung der vergangenheit. es gibt heute eben alles vom casual alltagsspiel aller the division bis hin zum anspruchsvollen titel aller dark souls als AAA titel. es gibt spiele die sich nur um die story kümmern und spiele die mehr wert aufs gameplay legen.

mit der musik ausm radio hätte ich kein problem, ich bin kein musikmensch, aber ich weiß worauf du anspielen möchtest. genau dafür gibt es die indie entwickler. du bist der meinung, aus der indie richtung würden keine tiefen spiele kommen, aber ich habe da ganz andere erfahrungen gemacht. ein cities skylines wurde von 13 leuten entwickelt und bietet eine spieltiefe wie kein anderes städtebauspiel zuvor. ich kenn mich im markt der japanischen spiele nicht aus, deswegen kann ich dazu nicht allzu viel sagen, aber ähnlich wie bei cities skylines wird sich irgendein kleiner entwickler finden um ein eventuelles bedürfnis an klassischen spielmechaniken und storys zu bedienen.

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done :smile:

Finde den Vergleich nicht gut. Im Radio läuft eh nur Pop. Wenn man Radiosender mit den großen Publishern vergleicht, wäre es genauso wie es jetzt ist - sie bedienen den Mainstream. Wer Indietitel haben möchte, geht halt in seine einschlägigen Quellen.

Denke in Zukunft werden auch Handygames professioneller, was Nintendo mal dazu zwingt wieder nachzulegen.

Gleiches Problem wie mit Filmen. Der wirtschaftliche Zwang ein erfolgreiches Produkt abzuliefern ist einfach zu groß um zu Probieren.
Da bietet sich an erfolgreiche Genres solange auszuschlachten wie es geht. Der große “Lichtblick” sind halt “Spendenplattformen”. Aber selbst da erleben wir schon das dies sogar von großen Publischern ausgenutzt wird und ich persönlich mich frage wie lange man noch drauf Vertraut das diese Plattformen sinnvoll genutzt werden.
Abgesehen von Witcher 3 muss ich sagen, das ich (persönlich) schon lange nicht mehr das Gefühl hatte das ein Spiel den Vollpreis Titel verdient hat. 5-10€ Indi titel unterhalten mich mittlerweile besser als die Vollpreisspiele (ich sag ma 40+). Dies kann aber auch einfach daran liegen das ich nicht mehr die Zielgruppe (sowie viele andere hier) der Spieleindustrie darstelle.

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liegt das ganze dann aber nicht eher an der japanischen entwicklerlandschaft, als an den spielern selbst. ich denke das das fehlen von lokalen indis in japan durchaus in der kultur bedingt ist, da ja eine risikoreiche jopwahl in japan ja fast schon verpönt ist, speziell in so bildungsintensiven bereichen wie der spieleindustrie.

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Weil Arcade tot ist und japan, das dort führend war, den Umschwung verpasst hat. Amis haben schon immer für den PC entwickelt und xbox/ps4 ist nichts anderes als nen mittelklasse PC heutzutage.

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ich glaub das ist vielschichtiger. die amerikanische kultur hat eine deutlich größere schnittmenge mit dem großteil des spielemarktes im gegensatz zur japanischen. japan hat es ja versucht (shenmue) und ist damit auf dem westlichen spielemarkt krachend (und mit ansage?) gescheitert.

naja so geil ich jrpgs finde … sind sie wirklich erfolgreich ? global gesehen
Ich meine selbst darksouls/bloodborne sind jetzt auch nicht die wirtschaftlichen Super games.
Final Fantasy wurde meiner Meinung nach zerstört indem es zuviele westliche Einflüsse zugelassen hat in der Hoffnung einen breiteren Markt zu erobern. Gibt viele andere jrpg Perlen aber glaub wirtschaftlich war keins nen CallofDuty oder was auch immer der heilige gral des profits darstellt.

Hab auch mal nen Artikel darüber gelesen das es auch an der Kultur in japan liegt. Da startet nen 18jähriger nicht einfach mal nen Indi unternehmen sondern macht erstmal das was die Eltern wollen. Dies ist in der westlichen Welt schon bedeutend anders. Wir sind da weniger an soziale zwänge gebunden.

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400% marketing costs bei fast gleichen development costs wie ff7 …

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naja zeigt einfach damals musste das spiel gut sein heute die werbung dafür.
Da haben wir das problem gelöst. wir sehen einfach keine japan werbung :wink:

Der Kern des Problems sind in meinen Augen die explodierenden Kosten für cutting-edge Grafik. Von den Mechaniken sind viele Spiele nicht deutlich komplexer als Spiele vom Anfang der 2000er bzw. teilweise geht der Trend sogar in die andere Richtung. Ich denke das darin auch ein Teil des Erfolgs des MOBA Genres begründet liegt, da hier, im Gegensatz zu den meisten anderen Spielen, ständig neue Mechaniken in Form von Helden nachgeliefert werden, wohingegen sich die DLCs bei “normalen” Spielen in der Regel auf zusätzliche Maps beschränken.

Indy Titel auf der anderen Seite sind in der Lage mit innovativen Mechaniken zu glänzen und können daher auch gut auf eine aufwendige Grafik verzichten, bzw. gehen mit dem Problem durch Pixel-Optik sehr offensiv um. Der einzige Publisher der mir einfällt, der ebenfalls eher auf Mechanik und weniger auf ein optisches Feuerwerk setzt, wäre Paradox Interactive. Spiele wie Cities Skylines oder Europa Universalis sehen trotz relative einfacher Mittel sehr gut aus, da sie sich für einen Style entschieden haben, der das Spiel ermöglicht, ohne ultra-realistisch wirken zu wollen.

Ein absolutes negativ Beispiel für Grafik besessenheit gibt es natürlich auch, in diesem Fall sogar Crowdfunded, und zwar Star Citizen. Das Spiel sieht zwar sehr gut aus, aber Spiel Design and Gameplay funktionieren überhaupt nicht.

@Gwyn geht da schon in die richtige Richtung. Es ist auch bemerkbar das das Risiko in neue IPs zu investieren sehr gesunken ist. Die Zeit wo man noch einfacher einen Publisher für seine Idee gefunden hat sind vorbei.

Das liegt zum Einen daran das allgemein eine Investment-Risikobereitschaft gesunken ist wenn man nicht einen soliden Businessplan hat oder eine eigene Kapitaldecke um die eine oder andere Problematik selbst auszubügeln zum Anderen daran das durch Crowdfunding Sites eine Seed-Finanzierung oftmals gar nicht mehr nötig ist. Quasi instant Marktforschung.

Der Witz an der Sache ist nun das Publisher dann sich eher Titel auf GreenLight oder Kickstarter angucken und abwarten wie die performen bevor sie ihren move machen. Ging ja oft genug durch die Medien wie dann IPs Anteile an Publisher verkauft haben nachdem sie die Goals erreicht haben.

Mir geht’s gar nicht mal darum, dass die Spieleentwickler das machen, denn Vermarktung und Publishing ist wichtig für die Entwicklung des Spiels aber auch vor allem was danach kommt, aber man merkt schon das Publisher anders agieren als früher.

Abgesehen davon ist die IndieSzene quasi in den letzten Jahren explodiert. Vor allem im Mobile Bereich gibt es unzählige CopyCat-IPs und auch neue IPs was es natürlich für Investoren leichter macht sich zurück zu lehnen und zu schauen was da so passiert.

Wo ich widersprechen würde wäre das der Spielemarkt sich zu einem Einheitsbrei entwickelt hat. Ich würde sagen das wir momentan den höchsten Grad an Diversität haben den die Branche je hatte, aber leider auch die größte 0815 Spieleflut. Das macht es sehr schwer hier Titel zu erkennen die einen Unterschied machen. Viele gute Titel laufen unter dem Radar und bekommen nie die nötige Aufmerksamkeit die sie brauchen.

Ein Großteil des Spielemarketings läuft fast ausschließlich über word of mouth, also Soziale Kanäle, YouTuber, RBTV usw. Die Läden in denen die Spiele präsentiert und der Fernseher der die Werbung indoktriniert hat sind vorbei.

GreenLight z.B. ist nur der Versuch aus dem ganzen Pool die guten Spiele herauszufischen, aber das gilt dann nur für einen bestimmten Pool an Spielen und japanische Entwicklungen kommen da nicht mal zum Zuge. GreenLight bringt dir auch nur was wenn du zumindest eine gewisse Popularität besitzt oder ein Zufallsfund bist, sonst interessiert sich keiner dafür dich zu greenlighten.

Selbst Budi sagte heute morgen im MoinMoin das diese Nerd-Niesche ne tolle Sache ist, aber neue Leute zu bekommen die nicht so tief ins Thema abtauchen wollen werden da nicht abgeholt, also muss man mehr Casual werden wenn man mehr Leute erreichen will.

Ich hoffe auch so ein bisschen auf RBTV das sie sich dem Indiemarkt etwas mehr öffnet und so mehr Zugang zu diesen Spielen bietet. Klar, Blockbuster spielen die Kohle in die Kassen aber die buchen ja nicht 100% der Sendezeit.
Sowas wie heute mit Budi, einfach nur die :bomb:

Richtig Schade finde ich es das unsere Förderungen genau in den selbe Kerbe springen. Wenn du nicht schon alles bezahlt hast bekommst von denen auch kein Geld. Es sei denn du bist so megapädagogisch das es eventuell schlechte publicity werden könnte.

Mein Lösungsvorschlag wäre wirklich aus der Basis heraus und da hoffe ich schon ein bisschen auf RBTV und dessen Strahlwirkung.

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Mag mich wer aufklären? Ich verstehe die Diskussionsgrundlage nicht.

Es gibt Spiele, die eindeutig nur dazu da sind, Gewinn einzufahren und dabei möglichst viele Blockbuster-Elemente in einer Liste abhaken, und es gibt Spiele die versuchen qualitativ hochwertig zu sein, und damit manchmal scheitern, manchmal Erfolg haben.

Ich sehe keine Entwicklung in irgendeine Richtung, ich sehe nur eine allgemeine Expansion der Industrie an sich. Und somit steigen sowohl Anzahl der Spiele, die absolut Crappy Crap sind und trotzdem gekauft werden, als auch Anzahl der mittelmäßigen und verdammt guten Spiele. Nur wie es halt immer ist, gibt es mehr schlechtes als gutes Zeug. Egal ob Indie oder AAA.

Und wie das nunmal so ist mit Spielen: die Bewertung ist am Ende immernoch subjektiv. Für mich ist The Division ein AAA Wegwerf-Titel,der mir das Geld nicht wert ist. Für den nächsten ist es das Spiel des Jahres. Was am Ende stimmt kann man nicht pauschal sagen, das einzige was wir wirklich objektiv bewerten können ist der finanzielle Erfolg.

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Steigt die Anzahl der guten Spiele wirklich ? Wenn langeweile hab dann wird diese immer seltener durch Spiele beendet.
Natürlich kann dies einfach zu begründen sein damit das ich keine shooter (mehr) Spiele aber vll bin ich ja doch kein Einzelfall.
Wie schon mal oben Erwähnt find ich die Entwicklung der Spieleindustrie findet parallel zu der Filmindustrie statt. Beides wird immer uninteressanter aus meiner Sicht was aber vll auch einfach am zunehmenden Alter liegen kann und das man aus der Zielgruppe rauswächst. Wobei wiederum Serien immer interessanter werden - und besser ?! - .

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Schonmal darüber nachgedacht, dass das auch an dir liegen könnte? :smile: Das meine ich nicht böse, aber wer hat denn heute noch Zeit, 5 Titel a 50 Stunden durchzuspielen?

Die Spieler selbst spielen Spiele immer weniger durch, weil es immer mehr Spiele bei gleichbleibender Zeit gibt. Damals hat man auf etwas gewartet, bis man mal wieder ordentlich zocken konnte, heute gibt es eine Flut an Spielen mit 10+ Stunden Spielzeit.

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Dazu muss ich allerdings sagen das mich die Art und Weise, wie diese Spielzeit von seiten der Entwickler gefüllt wird mittlerweile oft enttäuscht. Ich sag nur „Another Settlement needs your help!“. Was soll das? Traut man mir als Spieler nicht mehr zu 50 Stunden abwechslungsreiche, interessante Spielwelt zu erfahren? Bin ich dann überfordert und raste aus weil ich die ganze Aufregung nicht vertragen kann, wenn mich mal wieder eine Nebenquest aufgrund von Originalität umhaut?

Wenn ich ein Spiel nicht durchspiele, dann ist das Spiel dran Schuld. Wie ein Blockbuster im Kino hat ein Spiel mich zu unterhalten, muss den Spannungsbogen gut im Auge halten. Ich mache gerne unnütze Sache, Spiele ja auch spiele komplett ohne Story. Aber sowas stumpfes wie in Fallout 4? Ich meine man musste es ja nicht machen aber muss man auf so schäbige Art versuchen noch ein paar Spielstunden mehr rein zu bringen? Das Gameplay ist ja im besagten Beispiel null fordernd.

Wie hätte es besser funktioniert? Wenn man den Schwierigkeitsgrad schon anpassen kann, um zwischen Casual und „Höllenritt auf dem Sofa“ wählen zu können, warum werden dann nur die verdammten Lebenspunkte angehoben? Dauert halt ne halbe Ewigkeit bis die Mutanten tot sind, mehr Spaß, vor allem mehr Schwierigkeit hat es null gebracht. Warum werden die Gegner nicht aggresiver, haben härtere Kampfpattern? Hätte ich nicht die tolle Musik und Curie im spiel gehabt, ich hätte es nicht durchgespielt.

Das einzige Problem was ich sehe ist, dass durch die vielen Casual Spieler die neu zum Videospiel gekommen sind, die Entwickler einfach einen Weg finden müssen wie man casual und leidenschaftlicher Gamer unterhält.Gemeinsam oder getrennt. Das gemeinsame hat bis jetzt nicht so gut funktioniert,mMn. Wenn es allein um die Qualität geht, müssten Entwickler entscheiden ob ihr Spiel für Casuals oder leidenschaftliche Zocker entworfen werden soll.

Ps: ich habe wirklich ncihts gegen Leute die einfach mal entspannt, casual 2 Stunden irgendwas zocken wollen. Im Gegenteil, ich finde es schön das gaming Mainstream wird. Aber die Industrie muss einen Weg finden beiden Ansprüchen gerecht zu werden.

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Na wenn es so eindeutig ist, lässt es sich doch sicher leicht zusammenfassen, oder?

Ich denke eher wir haben hier einen Fall von selective bias. Wenn ich mir natürlich nur Spiele raussuche, die ich irgendwie blöd finde, dann kann ich eine Richtung erkennen. Aber wenn ich mir den gesamten Markt ansehe, dann finde ich eine riesige Diversität an Spielen und, wenn wir überhaupt schon von Richtungen sprechen, eine Entwicklung in sämtliche.

Ich würde sogar sagen, Spiele waren noch nie unterschiedlicher und es gab auch noch nie so viele gute Spiele.

Kauf doch einfach keine Ubisoft Spiele mehr. Ist doch mittlerweile bekannt, dass es hier eine Formel gibt, die immer wieder angewandt wird.

Witcher 3 hat das Problem zum Beispiel gar nicht. Aber so weit muss man gar nicht erst gehen - jedes mittelmäßige Indie-RPG macht das nicht.

Würde ich so pauschal einfach nicht sagen. Der Tag hat 24 Stunden, wenn 5 Spiele 50 Stunden geilen Content haben, dann ist es nicht ihr Problem, dass ich so wenig Zeit habe.

Kommt drauf an was du als Casual bezeichnest. Casuals können Candy Crush Spieler sein, für andere sind Leute, die Dark Souls nur als Mage durchspielen schon casual.

Außerdem muss der Entwickler rein gar nichts machen. Freies Land etc. Wie ich schon sagte gibt es Spiele aller Art. Kalkulierte Produkte bis hin zu Kunstwerken gleichermaßen.
Der Entwickler von Undertale hat sich sicher keine Sorgen um target audiences gemacht. Ubisoft macht das schon. Ist doch ein klarer Unterschied, aber die selbe Industrie.

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Wo wiederholst du dich denn alle 5 Posts? Du verlinkst irgendeinen Blogartikel, der anscheinend sehr lange braucht, um das zu benennen, was schon seit Jahren bekannt ist (Entwicklung des Mobile Markets, neue Zielgruppen für Spieleentwickler usw).

Ich erkenne da halt keine Richtung. Spiele werden für Plattformen entwickelt, die viele User besitzen? Das war schon immer so.
Dass Spiele, die aus Sicht einiger Leute keinen Anspruch erfüllen, massiven Erfolg haben, war auch schon immer so.
Dass alte Konzepte, die jetzt schon zum hundertsten Mal eine Neuauflage erlebt haben, langsam abflauten war halt auch schon immer so. Und irgendwann leben sie wieder auf und erfinden ein neues Genre (Metroidvania, Roguelike … )

Märkte entwickeln sich nunmal, aber im Falle der Spieleindustrie eben in alle Richtungen. Du hast die CoDs, du hast die Telltales, du hast die eSports Titel, du hast Mobile/Social Games, du hast Hardcore MMOs, …

EDIT:

Übrigens bringst du zwei komplett andere Sachen mit rein. Zum Einen ist der japan. Markt schon immer verdammt eigen gewesen (so wie jeder lokale Markt - ich sag nur Simulator-Deutschland), zum Anderen ist die Arcade Industrie eine eigene. Das kannst du nicht 1:1 gleichsetzen mit Europa/Amerika, dem weltweiten Markt oder der Spieleindustrie als solche.

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Das wird sich ändern sobald die Leute keine Lust mehr auf Call of Shmudi 183 und Assasins Shmeed schmeißmichweg haben. Investiert wird immer da wo Geld zu holen ist. Investoren sind keine Philanthropen sondern Geschäftsmänner. Erst wenn diese Geldbrunnen versiegen ist auch wieder mehr Bereitschaft da in risikoreichere Gebiete zu investieren.

Wenn du 5 Millionen Euro investieren müsstest, dann suchst du dir auch eher ne sichere Anlage als damit Lotto zu spielen. Es wird nun mal produziert was die Leute wollen. Solche Ausnahmeerscheinungen wie Toby Fox haste auch nur alle Jubeljahre mal.

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Das RTS Genre hat seit Age Of Empires 2 und StarCraft II kein Highlight mehr gesehen. Und kennst du noch Wirtschaftssimulationen?
Wo sind eigentlich Railshooter hin? Oder Spacesims? Oder Simulationen im Allgemeinen(wobei, die kommen ja gerade wieder)? Was ist eigentlich aus dem riesigen Point & Click Markt geworden?
Wo ist eigentlich die WarCraft 3 Custom Map Community geblieben? Musste auch reanimiert werden.
Was ist eigentlich mit dem Strategie-Browsergame Markt passiert? Und wo wir dabei sind - kennst du noch Spiele wie Bitefight? :smiley:

Es gibt viele Beispiele für Konzepte, die für lange Zeit auf kleiner Flamme liefen oder noch immer laufen und immer mal wieder Aufwind erfahren. Manchmal kommen kleinere Releases, die nicht weiter erwähnenswert sind, manchmal ein Hit, der das Genre wiederbelebt.

Heutzutage haben wirs aber gut: Für jedes genannte Beispiel gibt es mindestens eine Hand voll guter Indietitel, die in dieser Nische aktiv sind. Und wenn wir Glück haben kommt ein Publisher daher, der sogar bereit ist, mal wieder etwas Geld zu investieren.

Das ist natürlich jetzt aus europäischer/amerikanischer Sicht. Die Japaner haben da ihre ganze eigenen Entwicklungen. Um die beim Namen zu nennen kenne ich mich aber nicht genug aus. Aber so Sachen wie der Wachstum des mobilen Marktes ist ja für uns auch nichts neues, nur wirkt sich das bei uns ja anders aus.

Du kannst ja spaßeshalber einfach mal den koreanischen Markt angucken. Weißt du was da richtig Erfolg hat? Lineage 1/StarCraft BW (beide immerhin 18 Jahre alt!) sind dort zwei der meistgespieltesten Spiele überhaupt - auch heute. Neben neuen MMO(Hybrid)-Releases sind Spiele wie League Of Legends oder TERA die einzigen modernen Titel, die sich dort langfristig durchsetzen konnten. In Korea hat man eine komplett andere Art zu spielen, als hier drüben oder sogar in Japan.

Trotzdem hat Korea eine Indieszene und einen riesiegen Mobile Markt.

StarCraft II, DotA2, CS:GO, WoT, League Of Legends haben riesige Budgets und sind definitiv motorisch anspruchsvoll. Sie erfüllen definitiv nicht nur eine Nische. Im globalen Scale mag es vielleicht nischig aussehen, weil es einfach extrem viel mehr Spieler gibt als noch vor X Jahren, aber es wäre trotzdem eine verdammt große Nische.

Und beispielsweise „Souls-Likes“ gibt es ja auch Neuentwicklungen(Lords Of The Fallen bspw. ist ja nichts weiter als eine Ableitung des Prinzips).

Aber mal zum Thema Anspruch allgemein:
Ein Final Fantasy war damals auch nicht sonderlich anspruchsvoll, sondern einfach nur groß. Ein Halo 1 ist aus heutiger Sicht, rein spielerisch, auch nur ein mittelmäßiger Shooter mit guter Story. Ein Gothic oder Morrowind ist auch nur ein mittelmäßiges RPG mit vielen Gameplay-Problemen.
Wir hatten damals aber einen ganz anderen Kontext. Ein RPG mit großer Welt war damals ein riesen Ding, heutzutage ist es Standard. Und es wird immer schwieriger diesem gerecht zu werden, was ja nichtmal reicht - schließlich muss man ihn toppen.

Metroidvania ist im Kern eigentlich schon sehr spezifisch, aber es wird damit sehr üppig um sich geworfen. Das stimmt. Sollte allerdings auch nur ein Beispiel sein, dass Sachen, die die Industrie mal weggeworfen hat, auch wieder aufgehoben werden.

Zum Schluss noch einen Punkt zu den Konsolen:
Diese Konsolen sind knallharte Kalkulation, und das waren sie schon immer. Sicher, sie mögen einige Releases ermöglichen. Aber primär sind sie ein Weg für Microsoft und Sony, Geld zu scheffeln. Dass es sich hier also nicht immer um die kunstschaffenden Projekte handelt, die versuchen die Crème de la Crème des Game Designs zu sein, liegt in der Natur der Dinge. Exklusivtitel beispielsweise existieren ja nicht, um die Qualität der Spiele zu fördern.

Firewatch, Witness, Papers Please, Her Story, Titan Souls, Starbound & co, Ori & Blind Forest, Everybody’s Gone to The Rapture, Stanley Parable, Hotline Miami, — Rocket League!

Muss ich weiter aufzählen? :wink:

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