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Frauencharaktere in historisch vergangen Settings

Servus Forum,

aufgrund der aktuellen Situation ist die Möglichkeit einen Pen and Paper Abend im klassischen Sinne stattfinden zu lassen ja eher schwierig. Dennoch bietet sich mir an eine Runde zu führen, die von drei unerfahrenen Spielerinnen ergänzt wird. Die drei wollen ersteinmal ohne Fantasy-Elemente spielen, was ja auch vollkommen okay ist. Ich habe jetzt mal ein kleines One-Shot Abenteuer in der Jetzt-Zeit vorbereitet, aber habe mich mit weiblichen Charakteren in Gedanken weiter beschäftigt.

Gibt es eine sinnvolle und realitätsnahe Kombination, warum in der Vergangenheit eine Gruppe aus drei Frauen etwas unternimmt? Das klingt total verrückt, aber in manchen Settings fällt es mir einfach unendlich schwer eine gute Begründung zu finden.

Ich bin selber gerne im Wilden Westen unterwegs, aber da ist es eine Besonderheit eine Frau zu finden, die von Abenteuer geleitet durch die Prärie streift. Habt ihr eine Idee, wie es realistisch sein kann, dass mehrere Frauen eine Gruppe bilden, die durch das Land zieht?

Es muss nicht nur auf das Thema Western begrenzt werden, sondern gerne auf weitere historische Szenarien, die in der Vergangenheit liegen.

Einen weiblichen Charakter in einer sonst männlich besetzten Gruppe einzubauen, ist absolut gut möglich. Mir geht es um reine Frauengruppen

Bei drei Frauen in der Vergangenheit muss ich sofort an Hexenzirkel denken.

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Im realen Mittelalter und bis ins 19.Jh waren Frauen (so wie Männer auch) oft weit mobiler, als man es oft in medialen Darstellungen zu sehen/lesen/hören bekommt. Man denke da etwa an Kriegszüge, die von einem ganzen Tross (inklusive vieler Frauen in den unterschiedlichsten Berufen) begleitet werden. Auch könnte man an die fahrenden Völker der Roma, Sinti und anderer denken. Solange deine Frauen einem Beruf nachgehen, der Wanderschaft mit sich bringt, würd ich da recht viel zulassen. Im Bereich Western bist du tatsächlich (solang du historisch ansatzweise korrekt bleiben möchtest) eingeschränkter, als bei manch anderen Settings.
Außerdem würd ich bei nem PnP nicht alles auch bei nem historischen PnP zu sehr auf die Goldwaage legen. In erster Linie sollte doch der Spielspaß stehen.

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Ein pnp in der Steinzeit. In der Frauen beim sammeln von Beeren/Pilzen ein Abenteuer erleben :beanjoy:

Im japanischen sind weibliche Kriegerinnen und quasi Samurai (ein Begriff der eigentlich Männern vorbehalten war) nicht unüblich. Beispielsweise wie in dieser Dokumentation dargelegt:

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… „Waschweiber“?

Nachtrag: Wobei da „was unternehmen“ jetzt etwas weit geht. Wenn die Truppe runter zum Fluss läuft und was spannendes erlebt.

Nachtrag: Trümmerfrauen.
Aber Achtung: Die wurden extrem mystifiziert. Es gibt wohl eine große Diskrepanz zwischen dem, was man lange Zeit Trümmerfrauen nachgesagt hat, und was sie tatsächlich leisten konnten.

Wilder Westen wäre möglich, wenn sie zum Beispiel Teil eines Treks sind/waren. Vieleicht ist etwas passiert, dass sie vom Rest getrennt wurden und mussten sich dann alleine durchschlagen mit ihrem Wagen.

Oder du machst eine Bande mit Frauen, die dann durch Überfälle ihr Leben bestreiten.

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Vielleicht stehe ich gerade auf dem Schlauch, aber warum sollten Frauen einen anderen Grund als Männer haben um etwas zu unternehmen? Vom klassischen Rachefeldzug bis hin zur reinen Abenteuerlust ist doch alles denkbar und realistisch.

Auf welches Setting haben du und deine Spielerinnen denn Lust? (Weil das ist das Wichtigste!) Du schreibst es fällt dir unendlich schwer eine gute Begründung zu finden. Vielleicht können wir dir da ja helfen.

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Danke, die Ideen sind wirlich gut!

Ich habe auch schon an eine Trennung gedacht, aber davon wäre es aber immernoch nicht so realistisch, dass alle Frauen auf einmal komplett bereit sind für ein Leben in der WIldnis, also von den Skills her… Aber vielleicht ist das auch einfach ein Punkt, den man ein wenig übersieht, um den Spielspaß voranzustellen

Das mit der Gruppe hatte ich tatsächlich auch schon überlegt und eine Idee im Kopf, sich als Männer verkleidet/getarnt anzugreifen (mit Cowboyhut und Tuch um das Gesicht recht leicht möglich) und es genau auszunutzen, dass Frauen ja ach so unbegabt sind…

Aber es macht echt Spaß Ideen mit anderen weiterzudenken

Guter Punkt Stuessy,

es geht weniger um das fehlende Motiv, sondern eher um die Fähigkeiten - hab ich ein wenig falsch ausgedrückt. Es war einfach untypisch, wenn eine Frau mit einem Schießeisen umgehen könnte, oder in Spurenlesen sehr geübt ist.

Sie haben mich nach einem Western-Setting gefragt, wobei ich hier ja auch schon darauf hingewiesen wurde, dass ein anderes einfach spielbarer wäre, sofern man sich an der Realität festhalten will.

Danke dir godbrakka, das waren echt richtig gute Ideen!

Der Spielspaß gehört auch bei mir an die erste Stelle, nur manche Sachen sind halt einfach nicht drin. Ähnliche Probleme hatte Hauke ja bei B.E.A.R.D.S. mit dem Weisen, der als Mann sich als Frau fühlte und das ausleben wollte. An sich spricht ja nichts dagegen so etwas zu tun, aber in dem jeweiligem Setting ist es dann doch recht schwierig einzubauen. Aber auch da wurde eine Lösung gefunden, die zwar surreal war, aber dafür einige erheiternde Momente erzeugt hat :sweat_smile:

Ich weiß nicht. Findest du das wirklich so schwer umsetzbar? Vielleicht sind’s drei Schwestern die vom Vater als Kinder immer mit zum Jagen genommen wurden oder sie wurden von Indianern großgezogen und haben’s da gelernt. Das man die Realität ein bisschen dehnen muss liegt nun mal in der Natur der Sache, aber völlig abwegig sind solche Ideen doch nicht.

Soll denn der Grund, weswegen sie umher ziehen, Teil des Abenteuers sein? Vielleicht können sie dann einfach noch nicht schießen, sondern lernen es erst im Laufe Geschichte. Oder sind sie schon seit Jahren unterwegs? Dann könnten sie es sich in der Zeit doch einfach angeeignet haben.

Wie wäre es mit einem Piraten-Setting.
Anne Bonny und Mary Read gehörten eine Zeit lang sogar der gleichen Flotte unter Bonnies Kommando an.
Gibt auch weiter bekannte Piratinnen wie z.B. Grace O’ Malley oder Rachel Wall und bestimmt noch so einige andere mehr.

Und ansonsten vielleicht Amazonen, wenn das nicht einfach zu abgedroschen ist.

Ja, Du hast recht. Ich habe mich echt selber zu stark eingeschränkt.

Der Gedanke, dass man sich auf dem Weg macht, weil man in die Situation geworfen wurde und man sich dann nach und nach steigert, gefällt mir. Danke!

Also ich würde mal sagen, dass Frauen, die auf einer Farm lebten etc. sehr wohl mit der Flinte umgehen konnten. Wir reden hier ja nicht von Frauen, die irgendwo in den Großstädten in der High Society unterwegs waren. Und selbst bei denen könnte man sagen, dass sie es als Hobby gelernt haben wie Tontauben-Schießen.

Dann gab es noch Trapper, die auch Frauen hatten. Die konnten auch jagen und spuren lesen. Wenn die Felder nix hergeben, bleibt einem da draußen mitunter auch nix anderes übrig, wenn man nicht verhungern will.

Vielleicht zogen die drei auch genau deswegen zusammen los, weil sie keine Lust auf das Leben hatten, dass jeder für sie geplant hatte, weil sie immer mehr Lust auf Abenteuer hatten, als zu heiraten und eine Familie großzuziehen und sich auf Feldern oder Ställen totzuschuften. Und in einer Gruppe ist man immer noch sicherer als alleine.

Wenn ihr da schon Schwierigkeiten habt, euch Gründe auszudenken, wird es bei einem P&P, wo es ganz viel um Fantasie und Kreativität geht, aber echt schwierig. ^^ Hast du die drei Mädels mal gefragt? Das hat ja erstmal mit P&P nichts zu tun, sich da etwas auszudenken.

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Du hast vollkommen Recht HBK66! Wie Hauke sehr vorsichtig bei einigen PnP’s mit funk war, weil sie historisch bedeutsame Themen berührt haben, habe ich mich halt total in die gesamte Geschichte gelesen und es stark mit „Ehrfurcht“ und „Vorsicht“ behandelt.

Dadurch habe ich alles sehr zerdacht und war zu verkopft, einfach solche Settings zuzulassen, also danke dir! :slightly_smiling_face:

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Alle 3 müssen aus unterschiedlichen Gründen zur Zeit in einem Freudenhaus arbeiten und freunden sich dort mit dem jungen Mädchen X an, deren Mutter Hure war und kürzlich verstorben ist und das Mädchen verdingt ihren Lebensunterhalt als Putze. Eines Nachts wird das Bordell angezündet, weil der Eigentümer seine Schulden nicht mehr bezahlen konnte und die 3 Frauen können sich mit größter Not noch raus retten und sehen wie das junge Mädchen von den Angreifern verschleppt wird.
Sie beschließen das sie das Mädel suchen und befreien wollen und ziehen los.
Kannst auch aus dem Bordell einen Saloon machen.
Aber im Grunde würde ich eher deine Spielerin fragen, hey es soll im Wilden Western spielen, was wollt ihr gerne sein und daraus strickst du dann die Geschichte. Historische Korrektheit sollte da aufhören, wo es Spaß wegnimmt.

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Solltest du wirklich konkrete Inspirationsquellen brauchen, gäbe es schon ein paar Western die du dazu benutzen könntest.

Auf deine konkreten Bedürfnisse, würde mir als erstes Karawane der Frauen (Westward the Woman) von William A. Wellmann einfallen.

Frauen spielen die Hauptrolle, historisch sehr akkurat und ein langer Wildwestfilm der auf dein Setting passen würde. Die ganzen weiblichen Schauspieler wurden für die ganzen Abenteuer, welche sie in dem Film zu bestehen haben auch extra ausgebildet.
Kann mir vorstellen, dass es auch viel Material um den Film drumherum gibt, welches als Inspirationsquelle genutzt werden könnte.

Ansonsten gibt es natürlich noch eine ganze Menge anderer Frauenwestern, oft mit Fokus auf eine konkrete Heldin oder etwas unrealistischer aber zumindest kleine Details kannst du dort ja auch finden.

Spontan noch mit mehr Haupt-Frauencharakteren würde mir einfallen:

Viva Maria (obwohl übertrieben recht historisch interessant da in der mexikanischen Revolution angesiedelt)
Bad Girls
Flatland
The Homesman
The Missing
Woman Walks Ahead
Petroleum-Miezen

Allgemein gibt es auch im B- und C-Movie-Bereich des Westerns viele mit mehreren Frauen in der Hauptrolle. Oft aber in dem Szenario welches @Herzer13 angesprochen hat (Prostituierte ändern ihr Leben) oder die typisch gebildeten Mädchen aus dem Osten (New York) ziehen nach Westen und stoßen auf Probleme.

Bisschen davon abweichen würden noch so Noir-Western da gabs im Billigsektor auch recht viele, mit vielen Frauenrollen. Würde da mal bei so Regisseuren wie Andre de Toth oder so schauen.

Das nur mal paar Ideen, wenn dir wenig einfallen würde.

Viel Spaß beim Spielen.

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Meine Geschichte ist klares Oscar Bait :beanwat:

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Ich würde auf ein Endphase WW2 Setting gehen in einem kleinen Dorf.

Sehr viel Männer im Krieg, nur noch alte, Verwundete und junge Männer vorhanden und eben viele Frauen.

Da hast dann auch sehr viele Freiheiten was möglich ist.