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Game Design Fact & Fiction

Hallo liebe Community,

ich bin grade an einem Punkt in meinem Leben, wo ich mich für einen Zukunftsweg entscheiden muss. Ich möchte in eine kreative/künstlerische richtung gehen. Als jemand der mit Videogames aufgewachsen ist, kam mir da logischerweise auch Game Design in den den Sinn.
Allerdings tun mir sich da einige Fragen auf, vlt könnt ihr mir ja helfen.

Ich habe versucht staatliche Hochschulen in DE zu finden und habe nur Berlin gefunden. Alles andere sind nur private Schulen. Bin ich zu blöd zum Suchen? Wisst ihr noch von anderen staatlichen Studiengängen?

Mir wurde mal an einer anderen FH von einem Dozenten (Dozent für Kommunikations-Design; war ein Beratungsgespräch) gesagt, “das Geld liegt im game Design […] da gibt es schon einige Unis die Game Design anbieten”; davon spüre ich irgendwie nichts. Weil wie gesagt ich sehr wenig dazu finde.
Das führt mich natürlich zu der Frage, ob Game Design in Deutschland überhaupt Zukunft hat. Ehrlich gesagt, bin ich mir was die Landschaft in DE angeht, diesbezüglich nicht sicher und will mich da nicht blind auf etwas einlassen.
Wie nehmt ihr das wahr?

lg,
Busebert

Ja das meiste sind private Unis, da hast du Recht.

Und am Ende ist das Studium an sich nicht viel Wert, sondern nur wenn man darin eben auch die kontakte knüpft und in praktikas, projekten und co irgendwo einen Fuß in die Tür kriegt, da am Ende für eine Karriere in der Spieleentwicklung nur zählt, wo man schon war und was man gemacht hat, sowie wen man kennt und nicht ob man nur einen Bachelor in XY hat.

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bist du selber auch tätig in der Branche?

Ich frage mich auch, macht es grundsätzlich Sinn in Deutschland? Gibt es denn hier wirklich nennenswerte Unternehmen? Ich weiß, dass mal Crytek ne große Nummer war, aber die sind ja auch durch mismanagment gefallen.

Nö, aber youtubechannels wie extracredits haben viel darüber berichtet.

Es ist eben wie in vielen Sachen die eher “kreative Studiengänge sind”
Es kommt drauf an was du im Studium machst. welche Praktika du kriegst, welche Referenzen, welche Tools du dir draufschaffen kannst etc.

Wenn jemand Journalismus studiert, nur das macht was verlangt wird von der Uni und seine Praktikum und Volontariat bei der letzten Provinzzeitung macht, wo er eben 5x die Woche 90 jährige Besucht und den Glückwunschartikel des Bürgermeisters schreibt, dann bringt das eben nicht viel.
Dann mag man zwar von der Uni nur 1er haben, aber in renomierte Zeitungen etc kommt man damit dann eben nicht rein später.

Und ja, die Branche in Deutschland ist klein, da muss man schon arg rausstechen.
Aber das ist ja auch wieder in vielen Sachen so.
Wie viele Leute studieren Archäologie oder nocht spezialisierter “Ägyptologie” und wieviel offene neue Stellen gibt es dafür pro Jahr.

Ich glaube (weil selber nicht in der Branche) wichtig ist vor allem erstmal, welchen Bereich von “Game Design” du dir vorstellst.

Man studiert ja nicht per se “Game Design” und ist dann in der Lage alle Aspekte des Spiels komplett selber zu entwickeln.

Da gibts Grafik-Design (und selbst da geht es ja von der Tatsächlichen Modellierung der Ingame-Models bis hin zu Artwork Design), Quest-Design, Story-Telling, Encounter-Design, UI-/UX-Design usw., usf.

Je nach dem, was du tatsächlich später machen möchtest, macht es ja vielleicht auch Sinn sich dort ein “Fachstudium” bzw. -ausbildung rauszusuchen, und dann von vorne herein zielstrebig nach den richtigen Praktika / Projekten zu suchen.

Zielstrebig ist dabei ziemlich wichtig, weil du dich damit direkt von 90% der restlichen Studenten am Anfang eines Studiums abgrenzen kannst (:stuck_out_tongue:)

Naja, in berlin gibt es ja den Studiengang " Game Design". Die Vertiefung kommt ja später erst. Das Grundstudium an sich ist ja da.
Ich bin mir halt nicht sicher, wie sinnvoll das studium an sich ist.Ich meine, ich könnte auch normal Design oder Illustration studieren und am Ende immernoch im Game Design einsteigen. Theoretisch jedenfalls. Ich habe das gefühl, ein klasssisches Design Studium öffnet mir mehr Türen als Game design alleine. Diese befürchtung ( vlt unbegründet?) macht mir grade schwierigkeiten bei einer Entscheidungsfindung.

Ja richtig.

Wenn du jetzt schon weißt, dass für dich der künstlerische Teil des Game Designs, also tatsächliches graphisches Design, Illustrationen, Artworks etc. der spannende Teil sind, dann macht es mMn weniger Sinn, sich in einen allgemeinen “BA Game Design” einzuschreiben, weil du dort eben zwangsläufig auch alle anderen Bereiche des Game Design anschneiden wirst, aber nichts davon richtig lernst.

Wenn du eigentlich noch gar nicht weißt, welcher Aspekt dich beim Game Design wirklich interessiert, kann ein solches Studium, dass eher in die Breite geht natürlich hilfreich sein.

Viel mehr werd ich dir da allerdings nicht helfen können :smiley:

Alle folgenden Angaben ohne Gewähr:
Es gab Mal einen Beitrag von Piranha Bytes.
Die haben keinen puren Game Designer. Jeder dort muss eine Hauptfähigkeit (Programmierer, 3D Artist, Storywriter etc.) haben und das Game Design erarbeiten sie quasi zusammen. Solche kleinen Unternehmen, können es sich nicht leisten, nur einen einzustellen der sich nur um das Game Design kümmert. Und so ähnlich wird es wahrscheinlich in den meisten Firmen in Deutschland aussehen.
Deshalb würde es, meiner Meinung nach Sinn machen, erst so etwas zu studieren und sich danach aufs Game Design zu spezialisieren. :tipping_hand_man:

DAS! ist meiner Erfahrung nach mit das Wichtigste. Techniken und Tools die du bereits im Studium umzugehen gelernt hast sind später Gold wert. Da ist es auch nicht so schlimm, wenn du die Anwendung in der hinterletzten Provinzzeitung gelernt hast. Oftmals werden Kurse für Studenten wesentlich günstiger angeboten. Auch wenn es für den studentischen Geldbeutel viel klingen sollte, für einen Kurs mit Zertifikat kann man auch mal tiefer in die Tasche greifen.

Neben der richtigen Portion Motivation sind Kontakte natürlich eine wichtige Sache, aber man muss nicht verzweifeln, wenn man nicht sofort die allerbesten Kontakte hat, die einem gleich alle Türen öffnen. Es findet sich immer irgendeine Möglichkeit seine Fähigkeiten einzusetzen. Oftmals ist es nicht die, die einem am Anfang seines Studiums vorschwebt.

Trotzdem sollte man sich schon in der Welt umsehen und -hören. Gehe auf (Gaming-)Messen, unterhalte dich mit den Leuten und frag sie, wenn das Gespräch es ergibt, wie sie was gemacht haben. Menschen erzählen gerne von sich und ihren Erfahrungen (ich schreib ja auch grad nen längeren Text).

Zum Studiengang kann ich an sich nicht viel sagen, hab was ganz anderes studiert und nutze im Endeffekt nur einen Bruchteil von den Studieninhalten tatsächlich. Ich würde aber zu einem Studium tendieren, dass dir eher Techniken und Konzepte beibringt, als breites Wissen.