Gaming mit ADHS und psychischen Krankheiten

Ich habe mir in letzter Zeit viele Gedanken über das Thema ,Gaming mit ADHS" gemacht, da ich selbst davon betroffen bin, und mich gefragt, wie Menschen, die eine psychische Krankheit haben, zocken und vor allem was sie so zocken und mit wem und wie viel etc.
Und vor allem wie sie damit umgehen in der virtuellen Welt.

Ich will mit dem Thread vor allem Leute ansprechen, die ADHS oder ADS haben.
Gerne dürfen sich Leute meinem Thread anschließen, die Autismus oder eine Sozialphobie haben oder sonstige Krankheiten haben. Auch Personen, die andere Leute aus ihrem Umfeld kennen, die ADHS haben, dürfen gerne zu Wort kommen und ihre Eindrücke mir mitteilen.

Ich gehe davon aus, dass ihr AD(H)S habt und werde deswegen im darauffolgendem Text die Anrede ,Ihr" verwenden.

Ich habe seit dem Kindergarten Schwierigkeiten mich zu konzentrieren und war von der Einschulung bis zu meinem Schulabschluss auf Schulen, wo man in Kleingruppen unterrichtet wird. Bei mir hat man AD(H)S bis heute nicht bestätigen können, aber eigentlich wissen alle aus meinem Umfeld, dass ich Probleme mit meiner Konzentration habe und Mal da oder da eine extra Förderung oder Extrapause brauche.
In meiner Freizeit habe ich natürlich gerne Videospiele gespielt und mache das bis heute noch sehr gerne, aber ich merke zur Zeit, dass ich für manche Spiele und Genres leider überhaupt nicht fähig bin.

Ich kann zum Beispiel nicht über eine längere Zeit mich konzentrieren und etwas zocken und brauche nach einer Stunde Mal eine Pause, wo ich auch Mal was komplett Anderes mache.
Strategiespiele und generell Spiele, wo man sich dauerhaft konzentrieren muss und blitzschnell agieren muss, sind nichts für mich, da ich mich sehr schnell ablenken lasse und mich öfters hilflos fühle.
Bevor ich mir ein Spiel kaufe, was mir gefallen könnte, kümmere ich mich immer darum, ob ich einen in meinem Freundeskreis habe, der mir den Einstieg in das Videospiel vereinfacht.
Tutorials auf YouTube bringen nichts, da ich da oft den Faden und die Konzentration verliere.
Wenn ich eine Person neben mir habe, die mich gut einschätzt und mich zur richtigen Zeit motiviert, mir eine Pause gibt usw. ist das für mich 1000mal besser.

Ich brauche beim Spielen eine Person oder zumindest eine Kleingruppe, die mich beim Zocken unterstützt.

Ich mag es auch nicht mit einer großen Gruppe im Voicechat zu reden und zu zocken, da sie mich sehr schnell aus dem Konzept bringen. Ich glaube WoW Gildenraids im TS wären mein Todesurteil.

So, jetzt bin ich gespannt, wie ihr das macht, was ihr zockt und vielleicht könnt ihr mir Tipps geben oder Spiele empfehlen, die zu mir oder AD(H)Sler passen. Wäre interessant wie ihr die Situationen meistert und wie ich sie weiterhin meistern könnte.

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Finde ich sehr interessant die Idee einen Thread dafür zu gestalten und daher poste ich nun was, um diesen ein wenig zu pushen. Ich selber bin nicht von AD(H)S betroffen, aber habe eine Sozialphobe diagnostiziert bekommen. Diese ist zwar soweit austherapiert, also habe eine 2 jährige Verhaltenstherapie gemacht, aber einige Anteile davon werden bei mir immer bleiben, da einiges auch vererbt ist und ja. Jedenfalls bin ich gespannt was hier noch an Erfahrungswerten und Infos dazu kommt und klink mich deswegen hier auch mal rein.
Einen besonderen Tipp oder ähnliches hab ich leider nicht parat. Kann nur in soweit nachvollziehen, dass es dir schwer fällt online mit Leuten im Team zu zocken. Das konnte ich mir bisher auch nie vorstellen, leide aber auch nicht darunter, da ich eh lieber alleine oder nur selten mit mir vertrauten Menschen spiele.

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Starker Thread wie ich finde und ich hoffe hier finden sich viele die Tipps parat haben :slightly_smiling_face:
Ich selber habe kein ADHS und kann da nicht viel Tipps geben, da ich auch eher alleine Spiele und dort keine Konzentrationsprobleme in der Form habe…
Bei mir war es eher die depressiv bedingte Antriebslosigkeit die mich manchmal von Progress in Spielen abgehalten hat, nach Therapie hat sich das gebessert.
Online mit mir komplett fremden zocken fällt mir auch eher schwer, wenngleich ich definitiv offener und zugänglicher geworden bin durch die Therapie. Bisher find ich Singleplayer auch einfach spannender.

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Danke für dein Lob. Habe mir im Laufe des Tages schon Gedanken gemacht, ob sich überhaupt einer für das Thema interessiert. Mir fällt es nicht schwer in einem Team zu arbeiten, aber nur wenn das Team nicht all zu groß ist und man mit denen nicht zwingend kommunizieren muss. Ich bin eine offene Person, aber wenn in einem Voicechannel 10 Leute drinnen sind und jeder mit jedem über dies und das quatscht, macht das mich extremst unruhig. Ich wünsche dir alles gute weiterhin und finde es klasse, dass du dich hier so öffnest. Alles gute.

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Danke für dein Lob und deinen Beitrag. Ich hoffe, dass sich hier noch mehrere melden werden und sich ggf. gegenseitig helfen können. Ist nämlich ein nützliches und sehr interessantes Thema, finde ich. Wenn ich alleine spiele, kann das schon Mal vorkommen, dass ich mich leicht ablenken lasse. Wenn ich in einem Singleplayerspiel nicht weiterkomme und ich mir dann Tutorials anschaue oder noch schlimmer, einen längeren Text lesen muss damit ich weiterkomme, dann wird es richtig nervig. Ich spiele online nur mit Freunden, aber nur weil ich auf Flames etc. keine Lust habe und mich von Fremden ungern helfen lasse, da sie mich nicht kennen und nicht wissen, wie ich ticke, wenn du verstehst was ich meine. Ist natürlich Geschmacksache, ob man lieber Singleplayer oder Multiplayer spielt.

Ich selber bin auch nicht von ADHS betroffen, leide aber seit meiner Kindheit unter Sozialphobie, Ängsten und den damit einhergehenden Depressionen. Gerade mein Vater hatte damals für mich kein Verständnis und so hat es lange gedauert, bis ich das erste mal Therapeutische Hilfe bekam. Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich selbst echt lange gebraucht habe, bis ich dann eine richtige Therapie machen wollte, beziehungsweise diese auch geklappt hat. Deshalb wurde die Diagnose auch erst gestellt, als ich schon ca. 23 Jahre alt war.

Mir geht es momentan „okay“, leider ist es bei mir immer ein auf und ab. Habe gerade eine eher schlechte Phase hinter mir und hoffe, dass es jetzt wieder Bergauf geht. Ich fühle mich schon im Leben eingeschränkt, besonders mein soziales Umfeld hat stark gelitten und wenn es mir mal wieder schlecht geht, bunker ich mich meistens zuhause ein. Es fällt mir einfach schwer, Kontakte zu knüpfen und sei es auch nur online. Die anfängliche Hürde ist einfach sehr groß… Was schade ist, da ich gerne mal ein Paar Leute kennen würde, mit denen man zusammen zocken könnte.

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