Gespräche zu Nachrichten und News aus der Welt (Teil 5)

Nein, ich sehe das nicht als Whataboutism, sondern das ist eine ernstgemeinte Frage.

Wenn ein großes Land andere politische und jahrzehntelange Konflikte mit einer durchaus interessanten Idee lösen will, aber selbst nicht bereit dafür ist und bei sich ein ganzes Volk mit Sorgen leben lässt, dann ist das ein Witz und man fragt sich warum.

Ist nichts anderes als wenn die USA irgendwas in manchen Regionen tut oder sagt, wo man auch erstmal überlegt, was das für Hintergründe hat. Wie gesagt, mit Taiwan, Hongkong oder Tibet haben die selbst einiges vor der Tür, wo man gern solche Ideen und Handlungen sehen würde.

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Das ist nicht vergleichbar, weil es in Deutschland schon vorher die Aufklärung gab. In Europa usw.

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Die Aufklärung ist dafür jetzt ziemlich irrelevant und wird mMn ideologisch ziemlich überschätzt. Es wäre was anderes, wenn die Demokratie auf die Aufklärung gefolgt wär.

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Ich denke schon, dass das distanzieren zwischen Wissenschaft und Kirche und kritischem Denken elementar wichtig für die Entwicklung der Demokratie war

Naja ob sie hält sehen wir noch :beansweat:

Diese Distanzierung gabs im Islam zB ein paar Jahrhunderte früher. Hat nicht wirklich ne Auswirkung gehabt.

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Ich verstehe schon, dass du die Aufrichtigkeit und Integrität von China und anderen Staaten zurecht anzweifelst. Es sind natürlich alle irgendwie mit einer Doppelmoral unterwegs. Das weiß man auch, wenn man sich bisschen mit dem Nahost Konflikt beschäftigt

Aber das hilft meiner Meinung nach nicht den Konflikt zu lösen. Man müsste eher dafür sorgen, dass sich auch Israel an internationales Recht halten muss. Sehe keine andere Möglichkeit und das führt zu einer zwei Staaten Lösung. Ob es China sagt oder der Dalai Lama spielt keine Rolle

In der Türkei gibt es oder gab es den Laizismus. Es ist also möglich. Ist jetzt keine Traumdemokratie, aber mir lieber als Saudi Arabien oder Afghanistan

Der Laizismus in der Türkei war aber auch nur ein Teil des atatürkschen Ideologiesystems und eine Reaktion auf die religiös legitimierte Monarchie des Osmanen und war v.a. durch den westlichen Einfluss bedingt. Und Afghanistan war vor den Taliban auch weit offener und toleranter, als es jetzt ist. Aufklärung schützt leider nicht vor klerikalen Herrschaftsformen.

Edit: oder schau dir Frankreich an, das ist nach der Revolution fast direkt in ne Diktatur geschlittert.

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@DailyDonut ich finde es ja eigentlich auch gut wie sehr du für eine friedliche Lösung argumentierst. Der 11. September hat Amerika verändert, und es war danach nie mehr so wie es vorher war. All das was wir momentan in den USA sehen, ist durch dieses Ereignis ausgelöst, oder zumindest verstärkt worden. Und ich bin mir sehr sicher, dass das Israels 11. September ist. Ich befürchte, du unterschätz gerade, wie tiefgreifend dieser Terror für Israel Auswirkungen haben wird.

Die Beziehung zwischen Staat und Islam ist in der arabischen Welt komplexer als in Europa. Die Distanzierung in der arabischen Welt war nicht so umfassend wie die Aufklärung in Europa.

Es war teil des atatürkischen Ideologiesystem und zeigt, dass eine moderniesierung grundsätzlich möglich ist. Atatürks Reformen könnte man auch als Aufklärung sehen

Nur, das diese, de facto, heute gescheitert sind. Siehe Erdogan.
Entweder konnten diese nie so verwurzeln, das sie bis heute standhalten, oder es gab nie eine.

Ich sage nicht, dass sie nicht möglich ist, nur dass es darauf nicht zwingend zu Demokratisierung kommt. Siehe etwa ein anderes Beispiel: der aufgeklärte Absolutismus.

Die Gefahr haben wir leider aktuell bei vielen Staaten mit ihrem faible für autoritäre Personen

Bestätigt das nicht genau meinen Punkt, dass das in der Gesellschaft natürlich entstehen kann und sollte? In Afghanistan wurde das durch den Angriff der Sowjets und äußere Einflüsse verändert

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Es bietet zumindest eine Grundlage auf der man arbeiten kann. Demokratie ist natürlich auch angreifbar und schützt nicht vor klerikalen Herrschaftsformen. Da gebe ich dir Recht

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Poah, ich versuche ja mich möglichst rauszuhalten zugunsten meiner mentalen Gesundheit bei all der Scheiße, die eh sonst noch so passiert…
Aber als ich gerade mitbekommen hab, dass Palästinenser ein Festival gestürmt haben und es dabei viele zivile Opfer gab und selbst in Deutschland ernsthaft welche das feiern mit Palästinenschen Flaggen, da kocht es in mir… :rage:

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Nein, es zeigt nur, dass Demokratie nur sehr schwer gegen klerikalreaktionäre Kräfte ankämpfen kann. Sieht man auch recht anschaulich im Iran. In Abstrichen auch bei uns, wo ja gern mit Religion argumentiert wird, um unmenschliches politisches Verhalten zu legitimieren (Stichwort: „christliche Werte“).
Die Aufklärung wird ja gern im schulischen Kontext als ideologischer Vorläufer für die Demokratie hingestellt, aber dafür gibt es einfach keine stichhaltigen Beweise. Ja, die Aufklärung hatte ihren Einfluss im Bezug auf die Demokratie, aber diese ist mMn eher marginal und in Anbetracht, dass es viele weitaus ältere Denker*innen (wie Thomas Morus z.B.), die ganz ähnliche Ansätze hatten, gab, drastisch überschätzt.

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Mir ging es die Tage auch richtig schlecht, auch weil ich Dinge sehen musste, die ich nicht sehen wollte dank einer unsensibelnen Person.
Insgesamt hat mich das alles irgendwie krass erwischt.

Afghanistan hat in einer Demokratischen Wahl Kommunistisch gewählt (die ua daraufhin versucht haben die Demokratie abzuschaffen) weshalb die USA und das haben die CIA Akten soweit ich weiß, bestätigt, die Taliban inkl. Arabische Söldner dahin geschafft und die Muhadschadin aufgewiegelt. Daraufhin hat die effektiv Demokratisch gewählte Regierung Afghanistans die UdSSR um Hilfe angefleht die nur widerwillig da rein sind weil sie halt zeigen mussten das sie anderen Kommunisten Helfen.

Also nicht unähnlich zu Chile.

Nicht das ich die UdSSR da als gut einstufen wollen würde aber da war der Haupt destabiliteur die USA

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