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[Hausaufgabe] Payback (Kino+)

Das zeigt für mich nur wie deplatziert die Musik war. Alles was bei mir hängen geblieben ist, ist ein ultra nerviges Saxophon. Kann mich ansonsten nicht an ein einziges Lied aus dem Film erinnern.

Interessant wie unterschiedlich die Dinge wahrgenommen werden. Bin vor Jahren über diesen Film erst auf B.B. KING gestoßen und habe mir gleich den Soundtrack zugelegt.

Naja der Witz war halt das ein Gauner den anderen Gauner beklaut. :smiley:

Ich habe mir den Film auf Netflix angeschaut. Also Kinofassung, Blaustich. Hatte den Film vorher noch nicht gesehen.
Anfangs glaubte ich nicht, dass der Film aus dem gleichen Jahr stammt wie The Matrix, aber nun denn. Hätte ihn vom ersten Eindruck her auch zehn Jahre früher hingesteckt. Ich brauchte auch eine Weile, bis ich mich an die Bilder gewöhnt hatte. Und brauchte auch von der Geschichte her, bis ich mich auf den Film eingestellt hatte. Da ich anfangs gar nicht wußte, was mich erwartete, war ich über die Gewaltätigkeit ein wenig irritiert. Gab sich aber, nachdem ich den Film thematisch für mich einordnen konnte.
Ich würde den Film am ehesten mit der “Criminal”-Reihe von Ed Brubaker vergleichen. Vielleicht noch mit einer Priese Überzeichnung von Sin City. Wirklich lustig fand ich den Film nicht, auch, wenn der Film mit Übertreibungen arbeitet. Aber das gilt sowohl für die wenigen Augenblicke, in denen es Richtung Humor gehen soll, wie auch in Bezug auf die Brutalität.
Wenn ich mich auch an die Bilder gewöhnen musste, sind doch einige passende Einstellungen dabei, die so teilweise auch in Comics genutzt werden. Das fand ich angenehm.
Wider Erwarten konnte ich sogar mit Mel Gibson etwas anfangen. Seine Brutalität und Skrupellosigkeit gegenüber den Männern, verglichen mit Unsicherheit(?) und Verletzlichkeit vor allem bei Rosie waren für mich auch als Charakterisierung seiner Person nachvollziebar. Irgendwie funktionierte das.
Allein, weshalb er verheiratet war und dadurch wohl einige Zeit zwischen Rosie und dem Beginn des Films liegen musste, das empfand ich komisch. Dass sowohl er und Rosie ziemlich direkt wieder dort weitermachen, wo sie aufgehört haben - dem Film sei es geschuldet. Ok.

Letzten Endes ordentlich unterhaltsamer Film im Zwielichtmilieu, der seine Momente hatte. Einen Platz in meinen persönlichen Tob Ten kann er aber nicht erkämpfen. Muss aber auch nicht sein.
Danke für die Hausaufgabe!

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Ich hab den Film auch auf Netflix geschaut, und ehrlich gesagt hat mich der Blaustich irgendwie nicht gestört bzw. ist er mir nach ein paar Minuten gar nicht mehr aufgefallen. Ansonsten kann ich mich der allgemein hier im Thread vorherrschenden Meinung mehr oder weniger anschließen.
Für mich pendelt Payback hin und her zwischen Licht und Schatten, zwischen “super cool” und “super lame”. Zwei Dinge, die ich fast unerträglich doof fand, waren die seltsamen Charaktere und das walk-in-the-park-Ende, bei dem alles genau nach Porters “Plan” verläuft. Letzteres war einfach so drüber und verlief so reibungslos und war dadurch halt, ja, einfach ein bisschen doof. Die Charaktere, besonders die beiden Polizisten und Val, haben mich in ihrer Seltsamheit auch eher gestört. Aber okay, irgendwie lebt der Film auch irgendwie genau davon. Er ist irgendwie actionmäßig hart und irgendwie eben absurd-komisch.
Was auf jeden Fall richtig gut ist, ist die Stringenz der Geschichte, die sich in der Figur Porter widerspiegelt. Es gibt keine Twists oder besonders einfallsreichen Story-Kniffe, aber das macht den Film aus. Porter will halt einfach nur seine verdammten 70.000 $, nicht weniger und verdammt nochmal auch nicht mehr! Das hat mir wirklich gefallen.
Alles in allem ist Payback ein unterhaltsamer Action-Film mit ein paar Problemen, den man durchaus mal gesehen haben kann.
Daher danke dafür, Eddy, weil von mir selbst aus hätte ich den Film wahrscheinlich nie beachtet, allein schon wegen Mel :smiley:

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(Kino-Version:)

Payback wirkt so, als wäre er direkt aus der Simpsons-Folge mit Mel Gibson entstanden (die auch im gleichen Jahr erschienen ist): ein absurd überspitzter Plot, unreflektierte Gewalt, staubtrockene Sprüche, ein lakonischer Anti-Held, der sich lediglich durch sein Charisma von den restlichen Arschlöchern des Films unterscheidet - und durch das eigentlich sehr bescheidene Ziel, schlichtweg seinen legitimen Anteil einzufordern.

Natürlich ist das weit weg von Realismus, aber die Überspitzung und Kompromisslosigkeit macht das Ganze unterhaltsam. Heutige Filme des Genres sind oft weichgespült oder aber bitterernst, von daher war der Film eine willkommene Abwechslung. Die Kamera-Einstellungen sind sehr im 80er-Stil gehalten, statisch, konventionell, große Brennweiten - das wirkt für einen Film von 1999 fast schon anachronistisch und reißt nicht vom Hocker. Trotzdem hat der Film einen recht kurzweiligen Rhythmus und einen schönen Neo-Noir-Vibe, der durch Beleuchtung, Blaustich (wenn auch etwas übertrieben), Soundtrack und Voice-Over erzeugt wird.

Wer mal einen Abend lang das Hirn ausschalten will und auf den typischen 80er-Jahre-Antihelden steht, kann hier nicht viel falsch machen.

Payback - Zahltag: rewatch:
Der Film ist so cool das man sogar die Farbtemperatur auf -273°C gestellt hat.
9/10

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Ein wenig im filmhistorischen Kontext von Mel Gibson betrachtet: Der Film wurde, als er damals in den Kinos lief beworben als “Nie mehr Mr Nice Guy”, wenn ich mich recht entsinne.

Mel Gibson war zu der Zeit zwar schon öfters in Action Filmen, gerade in R-Rated Filmen(Mad Max-Reihe), aber zu der Zeit hautsächlich aus der Lethal Weapon-Reihe bekannt, die zwar auch gewisse harte Szenen hatte, aber dann doch recht komisch gehalten wurde.

Damals hab ich den Film auch im Kino gesehen, und war superunterhalten. Ich empfand Mel Gibson da erfrischend anders, und deshalb war das dann auch einer der wenigen Filme, die ich mir auch noch später für zu Haus erworben habe. Der Running Gag, dass die Gangster immer sagten, das ganze drehe sich um 130.000$ und Porter, wie schon erwähnt, genervt die Augen rollte und korrigierte es sind nur 70.000 $…ich steh auf solche Sachen. Naja, ich könnte noch mehr solcher kleinen Sachen sagen, aber viel wurde bereits erwähnt. Dennoch, ich mochte die Darstellung, die Lucy Lui gebracht hat. Das war richtig “durch”.

Wusste vom DC erstmal gar nichts, und war dann etwas überrascht als ich Jahre später mit einem Kumpel den Film gesehen habe. Das war der DC, und…weiß gar nicht, was ich sagen soll. Persönlich war der nicht so meins, da war die Kinofassung etwas runder. Vielleicht das Ende, das mir so gar nicht zugesagt hat, die Erwartungshaltung, dass Kris Kristoffersen dort nicht mehr auftauchte, ebenso der Plot mit dem Sohn und der Geburtstagsfeier. Meins war der DC nicht, muss ich ehrlich zugeben.

Liebe Grüße

Ich hatte die Kinofassung natürlich schon vor Jahren gesehen, und hab den sehr gemocht. Ich hab mir neulich den DC angeschaut, und kann sagen so viel anders ist der eigentlich nicht. Der Blauton braucht es nicht wirklich, obwohl der natürlich eine sehr gute Stimmung erzeugt hat. Auch das die Offstimme vom Hauptdarsteller im DC gefehlt hat, hat mich nicht gestört. Klar es wirklich dadurch etwas “zugänglicher”, aber das ist meiner Meinung nach nicht wirklich nötig. Es gibt jedoch ein paar Sachen die mich am DC etwas stören:

  • Die “Frauenstimme” als Ersatz für Kristofferson. Der ganze Plot mit dem Oberboss fehlt hier ganz und das merkt man. Dieser Teil hat in der Kinofassung noch zusätzlich das Gefühl verstärkt wie stur Mel Gibson das Geld wollte, so das er selbst vor den Kindern das Oberbosses nicht zurück geschreckt hat.
  • Die Anfangsszene beim “Arzt”. Fand ich noch stimmungsvoll wie im dort die Kugeln rausgepuhlt wurden. Fehlte leider im DC auch.
  • Das alternative Ende: Ich fand das im Kino deutlich “cooler”.

Alles in allem beide Versionen haben mich gut unterhalten.

(Kinofassung)

Es gibt ein paar Filme - die kann man “Die Erben von Pulp fiction” nennen. Filme wie The big Hit, Oceans Eleven oder eben auch dieser hier.

Mir kommts bei diesen Filmen vor als würden sie das Lebensgefühl der 90er besonders gut einfangen. Ist schwer ein Lebensgefühl mit Worten zu beschreiben - aber wann immer ich eine dreckige Metropole mit korrupten Cops und total überzeichneten Figuren sehe, dazu diesen overstylten Humor dann denk ich: Yeah - thats 90s.

Im Grunde sieht man solche Filme heutztage oft nur noch als DtDVD Filme. Heute muss alles super wichtig sein. Bei Payback hatte man noch das Gefühl, als wollten die Macher einfach Spass haben und auch Spass vermitteln. Coole Sprüche, harte Typen und eine wahnwitzige unrealistische Story - tja früher haben wir das noch geschluckt. Ich ertappe mich oft, dass ich Filmen vorwerfe, sie seien mehr Style als Substanz - doch wen man ehrlich ist wars früher nicht anders - nur eben anders.

ich hol Payback immerwieder gern aus dem Schrank. Wenn man einfach Spass haben will, und zwar wie ein leicht infantiler Heranwachsender, was wir damals alle waren, dann ist dieser Film genial. Erwartet man hingegegen auch nur einen Hauch von Anspruch, dann eher weniger. Wobei das nicht ganz stimmt. Es ist schon ein Kunstwerk auf seine Art - nur ist es eine Kunst die keiner versteht, der damals nicht dabei war.

Ich gebe zu, ich habe ein generelles Problem mit Gangster/Mafia-Filmen, weil ich mich selten mit assozialen kriminellen Arschlöchern identifizieren kann.
Ich bin ein großer Mel Gibson Fan, aber in diesem Film ist er eben dieses assoziale Arschloch, das völlig frei von Emotionen zu sein scheint (was für eine Verschwendung von Charisma!).
Von einem zerissenen Martin Riggs, der sowohl Arschloch, als auch liebenswerter Kumpel sein kann, ist Porter meilenweit entfernt.

Darüber hinaus erfahren wir nicht viel über Porter.
Warum soll ich mich für das Schicksal dieses Menschen interessieren??
Das Gimmick, dass er nur “seine” 70.000 haben will, wirkt total aufgesetzt.
Wir sehen an keiner anderen Stelle, dass er ein besonders prinzipientreuer Mensch ist.

Einziger Lichtpunkt für mich war Gregg Henry alias Resnik.
Das war wenigstens ein Arschloch, das völlig over the top, hyper emotional und beängstigend war.

Der Film hat Parallelen zu John Wick. Der hat auch seine Schwächen, ganz klar.
Aber hier hat man wenigstens eine klare Vorstellung von der Motivation, auch wenn sie noch so Banane ist. John Wick macht im Endeffekt mehr Spaß. Payback ist aufgesetzt cool, gewollt und nicht gekonnt und leider keine Empfehlung.

Habe die Netflix Fassung gesehen.

Habe auch die Kinofassung im OT gesehen.

Ich bin mir relativ sicher, dass ich ihn damals als er neu war schonmal gesehen ahtte, aber kann mich auch irren. Mein Filmgedächtnis ist leider nicht immer so gut :grin:
Der Vorteil sit sicherlich, dass man dann Filme auch gut ein zweites doer drittes mal gucken kann, aber leider werde ich nie Ein Filmwissen wie Schräckert aufbauen :wink:

Aber zum Film:
Ich bin generell ein großer Freund von so Rache-Geschichten im Gangstermilieu und genau das bietet er zu 100 %.
Ich hab mich also gut unterhalten gefühlt.

2 Dinge habe ich aber nicht so ganz verstanden.

  1. Eigentlich alles mit seiner Frau. Warum hat er sie geheiratet? Was war ihr Motiv Porter zu hintergehen? Warum hat Val sie mit Drogen versorgt?
  2. Der Running-Gag, dass er nur 70.000 haben will, hat zwar gut funktioniert und mich auch zum Schmunzeln gebracht, aber das passte nicht zu dem Bild, das anfangs von ihm gezeigt wurde. Ein Typ, der unschuldige Zivilisten ausnimmt so gut es geht, Rechnungen prellt und zu jedem ein Arschloch ist, ist in dem Punkt prinzipientreu und will nur seinen “rechtmäßigen Anteil”?
    Fand ich dann doch komisch.

Dass das Ende zu rund lief, fand ich jetzt im Gegensatz zu einigen Vorpostern nicht wirklich. Ich meine er hat 2 Zehen verloren, da kann man nicht sagen, dass alles glatt gelaufen ist :grin:
Aber klar, am Ende mit dem Telefon schließt sich natürlich ein Kreis und macht die Geschichte somit auch rund.

Hab ihm eine 8/10 gegeben.

Wurde Payback inzwischen besprochen? Wenn ja welche Folge von Kino+ war das? Gibt es schon ne neue Hausaufgabe?

Sie wurde leider immer noch nicht besprochen.

Glaubt ihr sie wird noch besprochen?
Gibt es schon ne neue Hausaufgabe?

Ich glaube nicht mehr daran.

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Die Kino+ Hausaufgabe wird doch generell selten besprochen
Ich würde da als Zuschauer gar nicht erst mit machen

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