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Hilfe, es hat geklingelt.. ..der Thread für Sozialphobiker und Sympathisanten

Hauke hat in einem seiner Doku-Donnerstag Streams eine bemerkenswerte Doku über Einsamkeit geschaut. Ich kann gar nicht genau sagen, wie ich sie persönlich bewerten soll, sie regt jedoch zum Nachdenken an und liefert eine Einordnung über das Gefühl der Einsamkeit.

Wirklich interessant und vielleicht hilft es hier dem Einen oder Anderen weiter:

https://www.twitch.tv/videos/1221745143?t=3h6m3s

Die Original Doku findet ihr hier:

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„Wenn du dich einsam fühlst, bist du einsam“ trifft es jedenfalls auf den Punkt.

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Ganz meiner Meinung. Auch die Klarstellung, dass Einsamkeit und Alleinsein zwei verschiedene Sachen sind.

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Gute Doku, find ich. Danke dafür.

Ich mach all die Sachen (die am Ende genannt werden) sicherlich auch:

  • Einladungen abschlagen
  • Ausreden suchen, damit ich nicht mitgehen „muss“
  • habe ein grundlegendes Gefühl der Feindseligkeit bei anderen
  • öffne mich nicht

Und das führt natürlich alles -wie dargelegt- zur Isolation. Allerdings ist es nicht so, dass ich darunter leiden würde. Zumindest die Alternative wäre schlimmer:
Es strengt mich viel mehr an, den Einladungen zu folgen und auf die Events mitzugehen. Schon Gespräche >3 Personen, wo mehr als einer gleichzeitig spricht sind für mich nur wenige Minuten erträglich.
Daher ist das eine bewusste Wahl und durchaus auch ein bewusstes abweisendes Verhalten: Ich bin absichtlich unfreundlich zu Leuten, weil ich den sozialen Kontakt nicht noch verstetigen möchte. So leid es mir tut aber ich kann den nicht brauchen - hab mit allem anderen schon genug zu tun und noch jemanden, dem ich die nächste Einladung absagen muss… …das brauche ich gerade nicht.
Ist tatsächlich bei uns gerade ganz akut aufgrund unseres Hundes, den wir seit nem 3/4 Jahr haben… …da gehen wir täglich 2 bis 3 große Runden über die Felder und treffen natürlich auch andere -tlw. halt Nachbarn aus unserer Straße-, die mit ihrem Hund draußen sind. Und die Hunde verstehen sich dann toll und dann muss man stehen bleiben und kommt ins Gespräch… …das ist ganz schlimm für mich - ich will den anderen aber auch nicht ausweichen, weil es meinem Hund offensichtlich gut tut, ihrerseits „soziale Kontakte“ zu anderen Hunden zu haben.
Wie oft wir (also meine Frau, ich + Hund) schon „auf einen Kaffee“ eingeladen wurden und immer wieder ausgewichen sind und „keine Zeit hatten“… …irgendwann wird es unglaubwürdig und wir müssen wohl mal klarstellen, dass wir keine weiteren sozialen Kontakte möchten.
Also unser Hund schon… …wie das allerdings vereinbar sein soll, weiß ich leider auch nicht…

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Ihr könntet jemanden engagieren der mit dem Hund raus geht oder ihr zieht nach Brandenburg. Da gibt es keine Menschen

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Wir mögen unseren Hund doch sehr und verbringen gern Zeit und Spaziergänge mit ihr. Wär irgendwie blöd, das outzusourcen.
So ist’s halt immer ein Tanz auf der Rasierklinge, ob wir jemanden treffen oder nicht - gehen schon zu den unüblichen Zeiten und gern bei möglichst schlechtem Wetter…

Nein.

Wobei so eine Phobie ja nicht unbedingt gesund ist und ja eigentlich man dann eher Behandlung suchen sollte, statt sich darin zu verlieren ?

Die Sozialphobie ist allerdings in der Regel eine Erkrankung mit der man lernen muss zu leben. Auch nach erfolgreicher Behandlung ist man kein Mensch, der Bock auf jede soziale Begegnung hat.
Ich selber habe bereits mehr als 10 Jahre Therapieerfahrung und davon eine abgeschlossene Verhaltenstherapie. Meine damalige Therapeutin hat mich irgendwann erfolgreich entlassen und konnte mir Zitat „nichts mehr an Tools an die Hand geben, da alles erlernt und verinnerlicht wurde“ . Vieles ist dabei auch Persönlichkeitsanteil und stark verbunden mit Introvertiertheit, fest verankert und trotz, dass du rational als Betroffener dank erfolgreicher Therapie viel gelernt hast, wirst du dein ganzes Leben damit zu tun haben. Das bedeutet auch immer wieder abzuwägen in neuen sozialen Herausforderungen ob es besser ist die eigenen Ressourcen zu schützen oder man sich gerade von der Erkrankung etwas wegnehmen lässt, indem man sich zb zurückzieht. Für mich liest es sich so als wäre @D_Laurent u. A. aufgrund seines stressigen und nicht glücklich machenden Berufes in einer Situation, in der er mit seinen Kräften haushalten muss. Und da ist es aus meiner eigenen Erfahrung durchaus sinnvoll sich sozial nicht zu sehr zu belasten. Er ist zudem auch nicht alleine, lebt mit seiner Frau zusammen und geht seinem Job nach. Das sind Aspekte, die darauf hindeuten, dass er noch genug Kontrolle über sich und die eigene Sozialphobie hat oder auch „funktioniert“. Also klar kann ich hier nur aus meiner Perspektive und anhand weniger Eisbergspitzen versuchen etwas einzuordnen. Aber für mich liest sich das alles von ihm nicht so als hätte er akuten Behandlungsbedarf in Form einer sozialen Konfrontation, von der er selber sagt, dass sie ihm derzeit nicht gut tun würde.

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Das Video erklärt ja auch den Unterschied zwischen allein sein und Einsamkeit. Und wenn jemand sagt, er ist glücklich mit dem alleine sein, dann denke ich, ist das eben keine Einsamkeit. Weil eine Einsamkeit ja immer ein negatives Gefühl ist. Egal ob man alleine ist oder nicht. Und wenn man zufrieden damit ist, alle Einladungen abzulehnen, denke ich nicht, dass man Einsamkeit verspürt. Weil dann würde man sich mit dem Absagen ja nicht zufrieden fühlen.

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Quasi eine Frage der eigenen Empfindung und Bewertung.

Jepp. Ich z.B. ärgere mich, dass ich kaum ein Sozialleben habe, weil ich nirgends hingehen kann. Und alles was ich therapeutisch unternehme ist eben darauf ausgelegt, diesen Zustand mal wieder zu ändern. Daher habe ich ein sehr starkes Einsamkeitsempfinden.

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Kann ich verstehen.
Gibt es hier über das Forum vielleicht die Möglichkeit dich mit User:innen aus deiner Umgebung für Spieleabende zu treffen oder sich über Discord zum zocken zu verabreden?
Oder möchtest du da trotz deiner empfundenen Einsamkeit derzeit nichts dran ändern?
Manchmal will man, aber kann auch aus Gründen nicht.
Ich könnte das auch verstehen.
Von außen ist es immer so leicht gesagt etwas angehen zu sollen, wenn es einen stört.
Aber brauch dir bestimmt nicht sagen, dass es eben nicht immer so einfach ist wie es für andere, die sich damit nicht herumschlagen müssen, erscheinen mag.

Ich hab meinen Therapeuten dazu immer gesagt, ich will kein neuer Mensch werden. Ich will nur das schaffen, was ich mir vornehme. Ich war immer schüchtern. Ich brauch jetzt also nicht zwingend mit ständig neuen Leuten was zu unternehmen. Aber wenn ich mir selbst vornehme, mal ne Freundin wieder zu treffen, dann hätte ich schon ganz gerne, dass das ohne größere Zwischenfälle klappt.

Was deine Frage angeht: Ich kann derzeit einfach nicht. Ob ich will, stellt sich daher zur Zeit noch gar nicht.

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Verstehe ich, glaube ich.
Richtig belastend war und ist meine Sozialphobie besonders, wenn ich selbst Menschen, mit denen ich gerne Zeit verbringe, deswegen nicht sehen kann.

Unterschreibe ich so.

Ich verstehe.
Ein Schritt nach dem anderen.
Tut mir leid, falls meine Angebote eben unangebracht und oder übergriffig, weil vorschnell waren.

Ach was. Kein Thema. Gibt keine Fragen, die ich mir selbst oder von Therapeuten nicht schon oft gestellt wurden :sweat_smile:

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Japp, das kann ich auch bestätigen :sweat_smile:

Danke für die Fürsprache.
Du hast das sehr gut auf den Punkt gebracht. In meinem Leben gibt es einfach gerade sehr viele Baustellen, die meine Energie komplett aufbrauchen. Hab hier nur ein paar Dinge genannt - die Eisbergspitzen, wie du so schön schreibst… …es gibt leider noch viele dunkle, kalte Eisberge, unter der Oberfläche.

Und soziale Interaktion ist für mich enorm anstrengend - ich habe da keine Zeit und Kraft noch neben allem anderen. Zudem „kann“ ich irgendwie keinen oberflächlichen Smalltalk, wenn ich jemanden treffe/kennenlerne. Entweder wir haben ein Thema zusammen oder nicht. Bei diesen ganzen „kommt doch mal auf einen Kaffee“-Begegnungen gibt es das halt meist nicht und dann sitze ich da, hab eine Kaffeetasse vor mir und weiß nicht, was ich sagen soll → mega unangenehm.
Dasselbe gilt für „Partys“: da kann ich mich nicht (sinnvoll) unterhalten - ich weiß nicht, wo/bei wem ich stehen soll… …sag dann eh nichts → auch mega unangenehm.

Hinterher fühl ich mich dann immer viel schlechter als vorher und (noch schlimmer): ich habe für mich wertvolle Stunden „verschwendet“, die ich auch besser hätte aufwenden können.
Ich hab keine Zeit für sowas, ich möchte das nicht → also lass ich es.

Dabei ist es natürlich essenziell, dass ich meine Frau habe. Dass es ihr genau so geht, ist natürlich Segen (Verständnis) und Fluch (selbstverstärkende Bubble) zugleich. Wobei ich es meist als Segen betrachte.
Wäre ich allein, würde ich mich mit dem status quo nicht so arrangieren können, denke ich.
Daher kann ich @TIMBOlino1984 sehr gut verstehen und es ist richtig und wichtig, therapeutische Hilfe zu holen.
Ich habe das für mich -für den Moment- ausgeschlossen, da ich -was die Sozialphobie betrifft- klarkomme. Ich müsste mal nach und nach meine Eisberge abtragen… …dann lösen sich die sozialen Ängste sicher zumindest in Teilen auch im Eiswasser auf.

Ich werde niemals zu einer extravertierten Person werden - aber dass muss ich auch nicht. Introversion hat durchaus ihre Vorzüge, finde ich.

Nochmal danke und Kompliment an @Grimheart . Ich finde, du kannst dich sehr präzise und gleichzeitig achtsam und einfühlsam artikulieren.
Das ist eine angenehme Gabe!

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Aber ihr habt doch themen

  • ihr habt beide hunde
  • ihr besitzt beide häuser

alleine damit und was daraus folgt kann man doch ewig labern

Solltest du irgendwann können und wollen sag Bescheid. (Ernsthaft)

Das ist immer leicht gesagt. Es gibt Leute, die können das halt eben nicht. Da kann man noch so sehr sagen „Ach Quatsch, einfach reden. Was ist daran so schwer?“
Ich kann das auch nur bedingt. Ich war mal bei einem größeren Treffen und alle waren recht musikbegeistert und fragten mich, was ich denn so höre. Theoretisch könnte ich da nen stundenlangen Vortrag halten über all die zig Bands und Genres, die ich mag und es hätte sie ja offenbar auch interessiert und ich wette, es hätte einige Überschneidungen gegeben. Aber die ganze Situation hatte mich so überfordert, dass ich kaum was aus mir rausbekommen hab.

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