Gerade bei solchen Kontroll-Mechanismen halte ich KIs für keine gute Wahl. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Eine KI ist ein System, das zu 90% gute Arbeit macht, 5% sind so lala und 5% sind echte Fehler (Zahlen erfunden, es geht ums Prinzip). Wenn Fehler unkritisch sind (Rechtschreibfehler, falsche Formatierung, veraltetes Layout, …) kann man damit super Zeit sparen und nimmt die 5% Fehler hin. Wenn ein Fehler jedoch zu viel kostet (Geld, Zeit, Gesundheit …), dann ist eine manuelle Kontrolle oder ein deterministischer Algorithmus Pflicht.
Ich musste vor zwei Monaten eine riesige Tabelle auf einem Ausdruck digitalisieren. Dort standen so Sachen drin wie kab[15].32_1(000). Die Hauptarbeit hat eine KI gemacht und hat per OCR eine Excel-Tabelle erstellt. Danach saß ich 7 Stunden dran und habe manuell die Fehler verbessert. Und da waren einige drin. Nicht nur 0 und O vertauscht, sondern ganze Blöcke hat er um drei Spalten verschoben etc… Nach mir hat ein Kollege weitere 6 Stunden lag meine Arbeit kontrolliert.
Wäre in der Tabelle ein Fehler drin, würde dieser ggf. ein halbes Jahr Arbeit einer ganzen Abteilung zunichte machen und zusätzlich einige hunderttausend Euro kosten. An so ein Problem setzt man keine KI.
Es ist erschreckend wie viele alte Fehler die KI bei uns im vorbeigehen findet und fragt ob sie das mitbeheben soll. Wenn ich dann per „git blame“ nachsehe wer für den Fehler verantwortlich ist und sehe dass ich selbst das vor 15 Jahren eingecheckt habe, dann ist mir das immer irgendwie peinlich.
Es wär ja cool, wenns in den Suchmaschinen zumindest ne Filteroption für „keine KI-Ergebnisse“ geben würd. Ich such ja primär über Pinterest und da hast schon sehr viel KI Stuff.
Duckduckgo hätte ich da als eine der wenigen Ausnahmen wahrgenommen, aber wie du sagst, gut funktionieren tut der Filter auch ned. Mein aktueller Charakter ist auf alle Fälle KI frei, den hat meine Schwester gezeichnet.
Ein ganz wichtiger Punkt, das zeigen bereits jetzt die Zahlen: Die erfahrenen Leute werden weiterhin beschäftigt, bei den Berufsanfängern gibt es einen deutlichen Drop in den Beschäftigungszahlen.
Der Unterschied zum Pferd/Auto Vergleich: Das Auto kann in den Fällen, wo es eingesetzt wird, ein Pferd komplett ersetzen. Die KI muss man jedoch kontrollieren, weil die Blackbox in x% aller Fälle Fehler macht. Und diese Fähigkeit der Kontrolle geht verloren.
Das geht komplett an meinem Punkt vorbei. Bei beiden Aktivitäten bist du geistig aktiv. Wenn das Auto kaputtgeht, kannst du noch laufen zur Fortbewegung.
Vielleicht wird es an einem Extrembeispiel deutlicher - Du lagerst alle Denkprozesse restlos an eine KI aus:
Was soll ich heute essen - Die KI beantwortet es
Was schreibe ich meinen Freunden - KI
Computerspiel - KI steuert und man schaut nur zu
Irgendwann verlernt man selbst zu denken und ist komplett lebensunfähig ohne KI und wir haben jetzt schon riesige Probleme, dass ein Großteil der Bevölkerung nicht in der Lage ist kritisch zu denken.
Und du hast absolut keine Bedenken, das du dich immer weiter überflüssig machst?
Ich meine, die Mär mit „es werden keine Arbeiter ersetzt, es braucht ja immer Menschen die Maschinen bedienen“ ist ja durchaus bekannt.
Was ist denn Kunsterstellung?
Ich hatte zum Beispiel Bedarf nach Video Thumbnails. Wenn ich die jetzt KI generieren lasse, ist das dann Kunsterstellung? Und falls ja, was wäre die Alternative?
Ich finde das ist ein häufiges Missverständnis bei der Arbeit mit KI. Das man nicht mehr nachdenken müsste. Bei uns ist es ähnlich, wie bei @Stuessy und @hfb11 . Jeglicher Code wird AI generiert und das klappt super. Es geht schneller und die von Kunden reporteten Bugs sind weniger geworden.
Gleichzeitig berichten aber viele Entwickler davon, dass die Arbeit anstrengender geworden ist. Die Informationsdichte ist größer geworden und man ist mehr mit schwierigen Problemen beschäftigt, weil die AI alles andere übernimmt.
Kommt drauf an, was man will und wie man sich darstellt, aber prinzipiell why not. Solang man der machenden Person in ieiner Form Credits gibt, seh ich kein Problem.