Ich werfe mal Die Hyperion-Gesänge von Dan Simmons in den Ring. Die Bücher wurden 1989 und 1990 geschrieben und lassen sich heute immer noch sehr gut lesen.
Zitat Wikipedia
Die Hyperion-Gesänge nehmen sich verschiedenster Themen an: Götter und Religionen, Philosophie und Dichtung, Ethik und Moral, künstliche Intelligenzen, Globalisierung, Kolonisierung, Ökologie und Zeitreisen vor dem Hintergrund einer interstellaren Gesellschaft. Durch die Kombination von zahlreichen Spannungselementen wie Weltraum- und Bodenschlachten, einer Detektivgeschichte und angereichert mit emotionalen Themen, verknüpft Simmons unterschiedlichste Elemente zu einer sehr umfassenden und dichten Science-Fiction-Vision.
Ich würde auch vorsichtig Boormans Zardoz nennen.
Ich war damals als ich den erstmals gesehen hab überrascht, dass der weit mehr kann, als nur Sean Connery im knappen roten Outfit durch die Gegend zu scheuchen.
Die großen Themen sind Relgionskritik, Unsterblichkeit als Fluch und Klassenkampf natürlich.
Der Film ist sicherlich nicht ganz rund und er nimmt sich vielleicht zu viel vor, was er dann nicht einlösen kann, ist aber interessanter, als viele Zeitgenossen damals.
Jedenfalls ist er nicht dieser Trashfilm, zu dem er oft gemacht wird.
Beyond the Black Rainbow kann man vielleicht auch noch nennen. Der Film stellt Fragen an Identität, Kontrolle und ist auch als Kritik an der Esoterik der 68er Bewegung zu lesen.
THX 1138 ist auch ein systemkritisches Brett, dass gut in diese Liste passt.
In den 80ern leidet SF im Film oft noch rein ästhetisch unter cinestischer Unreife.
Wirkkich stabile - vornehmlich westliche - SF im Film aus den 60ern und 70er Jahren, die mir bekannt ist und sowohl philosophisch als auch ästhetisch besteht ist:
2001
A Clockwork Orange
Stalker
Alien
Ich will noch „Solaris“ und „Welt am Draht“ und evtl. „THX 1138“ - und jetzt vielleicht auch „Zardoz“ - sichten.
Danach wird es dann aber im Bereich des Films für diese Dekaden dünn, befürchte ich.
Was ist eigentlich mit Cronenberg? Sowas wie eXistenZ beispielsweise, Videodrome?
Oder ganz zuletzt The Shrouds, wenn man den als Science Fiction Film sehen will, der ja sehr konkret existenzielle Fragen stellt.
Ich würde ja auch eventuell Frankensteins Monster nennen, der schon in seinem Untertitel mit dem modernen Prometheus auf große Themen verweist.
Vielleicht To the Moon?
Ein Pixelart-Storygame über einen sterbenden Mann, in dem die beiden Hauptpersonen versuchen, seinen letzten Wunsch zu erfüllen: Zum Mond zu fliegen. Ich habe es mir damals wegen der angeblich sehr ergreifenden und tiefen Geschichte gekauft, allerdings nie gespielt.
Danke für den Reminder, werde ich bald nachholen.
Ansonsten fallen mir nur „gamifizierte“ philosophische Elemente ein: Bei Everspace wird die Hauptfigur immer wieder geklont, um den Rogue-lite-Aspekt inhaltlich zu erklären, aber zu mehr als ein paar Gags in Dialogen wird das Thema nicht genutzt.
Und bei Anno 2070 muss man abwägen, ob man sich das Spiel leichter macht und die Umwelt ausbeutet oder ob man spielerische Nachteile in Kauf nimmt, indem man Energie und Waren nachhaltig erzeugt. Aber auch das ist eigentlich nur ein Gimmick und wird nicht ausgebaut, zumal beide Wege sehr einfach sind.
Klar gibt es die, ist aber schon ne Nische. Das Paradebeispiel meiner Meinung nach ist The Talos Principle in dem der Spieler sowohl durch die Audiologs als auch die Gespräche an den Terminals mit philosophischen Themen konfrontiert wird.