Zum Verzweifeln!
Ich bin ein stiller Lurker bei RBTV – schon seit den GIGA-Zeiten (wie viele hier). Lange war ich auch Supporter, aber aus verschiedenen Gründen habe ich irgendwann nur noch sporadisch reingeschaut. Auch Game Two habe ich immer wieder interessiert verfolgt – wenn auch nicht regelmäßig. Das klingt vielleicht negativ, ist aber nicht so gemeint. Wann immer es meine Zeit zuließ, war ich dabei – und habe mich gefreut, dass Gaming bei RBTV nicht nur über Let’s Plays und Livestreams vermittelt wurde, sondern auch über Formate mit Tiefgang.
Doch die aktuelle Entwicklung schockiert mich zutiefst. Gaming-Journalismus kämpft ums Überleben – nicht zuletzt durch den Einfluss von Google. Und kulturelle Auseinandersetzung mit Games stirbt am Geldmangel – siehe Game Two.
Ich (32), Erzieher, Medienpädagoge und aktuell im Bachelor-Studium Sozialpädagogik, beschäftige mich intensiv mit Gaming im pädagogisch-kulturellen Kontext. Und ich bin schockiert, wie wenig dieses Thema in der öffentlichen Diskussion überhaupt eine Rolle spielt.
Neben dem wichtigen Thema Kinderschutz ist es mir ein großes Anliegen, Jugendliche auch für Spiele zu begeistern, die mehr bieten als nur eine Challenge, ein Chicken Dinner in Fortnite oder das Sammeln von Skins.
Und genau hier schließt sich der Kreis zu Game Two: Solche Formate helfen, Gaming als Kultur zu begreifen. Sie zeigen die Faszination eines Indie-Games, die kreative Vielfalt, die erzählerische Tiefe. Klar, es gibt auch einige Streamer*innen und Influencer, die das transportieren – aber ein unabhängiges, journalistisches Format wie Game Two war in meinen Augen ein Leuchtturm.
Ich wünsche mir, dass Gaming wieder mehr als Jugendkultur verstanden und gelebt wird – oder vielleicht überhaupt erst ernsthaft als solche etabliert wird.
Während wir über handyfreie Schulen debattieren, brauchen wir auch Ideen, wie wir unsere Leidenschaft für Games alltagstauglich machen: Gaming-Turniere, digital ausgestattete Jugendzentren, lokale Veranstaltungen zum Thema – all das fehlt vielerorts. Nicht jede*r kann zur Gamescom pilgern, um ein Stück Gaming-Kultur zu erleben.
Wie seht ihr das? Ich bin erst am Anfang meiner „Karriere“ als Medienpädagoge und bin daher für jedes Feedback offen und hoffe das uns Rocketbeans in dieser Form erhalten bleibt und auch in diesem Kosmos empfinde ich @budi immer als sehr interessiert. Vielleicht wäre ein ein Almost Daily zu dem Thema auch interessant!
Beste Grüße
Euer Ikuma