Hallo und ein herzliches A-Woooooooo in die Runde!
Am 26.09 kommt die nächste Folge Werwolf und das erste Mal habe ich die Ehre zu leiten! Ich freue mich sehr und dachte mir, ich könnte die Gelegenheit nutzen, ein paar Regeldetails mit euch zu besprechen. Da gibt es ja immer einige Kommentare und Kontroversen. Meistens werden diese NACH der Sendung diskutiert, ich dachte man könnte es diesmal schon davor besprechen und ich nehme das Ergebnis mit in die Sendung.
Also schreibt hier gerne eure Anmerkungen zu Regel und Ablauffragen rein!
DISCLAIMER: Bei der letzten Folge Werwolf wurde häufig das Spiel Blood on the Clocktower gefordert. Das haben wir auf dem Schirm und wollen es auf jeden Fall in nächster Zeit auf dem Sender spielen
Ich möchte mit einem klassischen Streitthema anfangen: Rollen verraten. Also darf man sagen „Ich bin der Jäger“? Das Thema beschäftigt mich schon lange und ich bin oft treibende Kraft hinter der Regel, das Verraten zu verbieten. Es gab aber immer wieder gute Gegenargumente. Vielleicht können wir hier einen guten Kompromiss finden.
Hier ist meine Position.
Es gibt in Werwolf zwei Arten von Rollen. Nennen wir sie die gefährdeten und die ungefährdeten Rollen. Gefährdet sind Rollen, die von Werwölfen besonders ausgeschaltet werden wollen. Der Seher wäre hier das beste Beispiel. Ungefährdet sind Rollen, die für die Werwölfe irrelevant sind, wie zum Beispiel Amor. Es macht für die Werwölfe keinen Unterschied, ob Amor lebt oder nicht.
Beim Verraten von Rollen muss man unterscheiden: In Bezug auf gefährdete Rollen kann Verraten zu interessantem Spiel führen. Gibt der Seher zu offensichtliche Hinweise oder sagt offen, dass er der Seher ist, wird er gefressen. Sagt er zu wenig, verspielt er seinen Vorteil. Super. Ein Dorfbewohner kann behaupten, Seher zu sein um sich zu opfern und den echten Seher zu schützen. Alles super.
Das Problem sind die ungefährdeten Rollen: Spielen wir das ganze doch einmal durch:
Das Spiel geht los. Amor sagt sofort „Ich bin Amor“. Jetzt können zwei Dinge passieren.
- Niemand sagt etwas darauf. Amor scheint der echte Amor zu sein. Ein Verdächtiger weniger. Schlecht für die Wölfe.
- Jemand anderes sagt „Nein, ich bin der echte Amor“. Jetzt wissen wir, dass einer der beiden ein Wolf ist. Wer außer Amor oder ein Wolf würde behaupten, Amor zu sein? Also bringen wir beide Spieler um. Beim ersten haben wir eine 50% Chance auf Wolf, beim zweiten dann 100%. In den ersten beiden Runden einen Wolf zu töten ist ein gutes Ergebnis, man würde es immer machen.
Fazit ist, dass 1. Es sich für Wölfe nie lohnt, zu behaupten, Amor zu sein und 2. Amor sich immer offenbaren sollte
Also beginnt jede Runde konsequenter Weise damit, dass sich alle ungefährdeten Rollen offenbaren. Für die Wölfe gibt es keine sinnvolle Gegenstrategie.
Wie gehen wir jetzt also mit dem Verraten um? Bei gefährdeten Rollen spannend und gut für das Spiel, bei den ungefährdeten langweilig und schlecht für das Spiel. Soll man beim Verbot unterscheiden? Klar bestimmen, welche Rolle sich verraten darf und welche nicht? Ist das zu kompliziert? Oder Verraten ganz verbieten oder erlauben?
Was meint ihr?
