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WIR SIND SCHON DA! - Die Ecke rund um LGBTQIA+ Themen

Die strukturelle Missachtung, die wie in Münster zu tödlicher Gewalt führt, beginnt viel früher. Sie beginnt in den Blicken, in der Sprache. Sie beginnt im Klassenzimmer, in dem Homosexualität nur im Zusammenhang mit HIV vorkommt. Oder in der Familie, in der davon ausgegangen wird, dass die Kinder heterosexuell sind. Sie beginnt in Medien, in denen über trans Menschen diskutiert wird, als wäre ihre Existenz eine Meinungsfrage, und im Büro, wenn Menschen sich fragen, wie sichtbar sie wirklich sein können. Sie beginnt in der Bar, in der Queers sich lieber nicht küssen.

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Danke für den Artikel, der ist sehr aufschlussreich. Gerade weil die Debatte über die Trennung von Männer/Frauen im Snooker immer wieder hochkommt. Es gibt halt keine offensichtlichen körperlichen Gründe, warum Männer in diesem Sport mehr leisten können, die meisten Gründe sind gesellschaftlicher Natur.

Noch dazu hab ich auf einem Foto zwei alte Bekannte von mir entdeckt, war schön die noch mal zu sehen.

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Leider nicht bei uns auf Netflix, aber es gibt auch Comedians auf Netflix, die das ganze sehr gut zusammenfassen:

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Und noch eine gute Nachricht:

Nachdem die Hassplattform Kiwi Farms am Samstag auf russische Server umziehen musste

Hat nun auch der russische Server sie gekickt. Und inzwischen haben Behörden weltweit ihre Arbeit aufgenommen und zB deutsche Staatsangehörige, die hier fröhlich ihren Hass abgelassen haben, vorgeladen. Das geht soweit, dass die nicht mal mehr wissen, welchen Hass die Behörden nun meinen, weil sie einfach gegen alles wetterten.

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Hier schon, schau ich mir mal an! Danke!

Wir haben am Mittwoch eine Gedenkwache für Malte und soll ich ein paar Worte reden.

Einerseits bin ich echt aufgestachelt, wie die Depp*innen seinen Tod als „hat nichts mit trans zu tun, da wollte eine tschetschenischer Rassist eine Frau ermorden“ zu framen versuchen und allgemein meinen Frust abzulassen. Das Paradoxon, wenn ich junge trans Personen kennenlerne und will, dass sie offen leben können - und wurde zwei Tage nach meinem Outing von einem Arschloch zusammengeschlagen, der mir die Hand brach und vor Gericht darüber Witze machte, ob ich eine Frau bin (danke, wirklich danke an die Richterin, die ihn mehrfach belehrte, dass er mich akzeptieren muss).

Es ist nicht auch so, dass ich Bedenken gegen trans Personen - gerade im Sport, weil das ist das einzige, was das Volk so interessiert - wegwischen kann. Auf der anderen Seite kenne ich Männer, die zwangsgeoutet wurden, weil sie zu gut Fußball für einen Frauenmannschaft spielten. Wo der gegnerische Trainer verlangte, dass sie ihre Genitalien untersuchen lassen - es waren trans Männer, die keine Hormontherapie begonnen haben, um weiterhin Fussball zu spielen. Wie eklig ist das. :face_vomiting:

Und soll ich die ganze Zeit stark sein. Inzwischen soll ich die erste trans Person Österreichs sein, die offen Blut spendete (also nach meinem Outing. Ist nicht so, dass sich in den letzten Jahren zwischen meinem Outing und heute was verändert hat). Der Druck macht mich krank.

Immer das Vorbild. Immer voran. Und ich kann nur mehr schreien.

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Ich hoffe der letzte Teil bezieht auf die gegnerischen Trainer und nicht die Spieler.

Natürlich. Und wird leider kein Einzelfall.

Update zur Rede:

Ich habe geschrien. Es kotzt mich einfach an. Es kotzt mich an, dass einer starb, weil er anderen geholfen hat. Es kotzt mich an, weil ich selber mehrfach das machen musste und andere das für mich machen mussten. Bumm Zack. Ein Leben ist nicht mehr.

Es kotzt mich an, weil es mich an den Angriff auf mich selbst erinnerte. Ein Jugendlicher, der einfach zuschlug. Das ich Glück hatte, dass nur meine Hand gebrochen war, weil ich mich rechtzeitig abstützen konnte. Das Malte dieses Glück nicht hatte.

Es kotzt mich an, dass die Richterin mich anrufen und entschuldigen musste, dass sie mich mit falschen Namen ansprechen muss, weil halt die Personenstandsänderung noch nicht durch war. Das der Täter über mich lachte.

Es kotzt mich an, dass nun versucht wird, es als „Ausländerproblem“ darzustellen. Wo wir jahrelang diesen Hass zur Rede gebracht haben. Die Situation in Tschetschenien. In Russland. In Ungarn und Polen. In den USA. In Deutschland und Österreich. Aber geschwiegen wurde - bis Malte starb, aber wir kennen nun die Nationalität des Täters und nun ist es nicht unser Problem.

Mich kotzt einfach diese Queerfeindlichkeit an. Nein, es wird nicht offen gesagt. Aber ich fühle es. Ich fühle es, wenn ich heim gehe. Ich fühle es, wenn ich mich umschauen muss, wo ich auf’s Klo gehen kann, ohne blöd angemacht zu werden. Ich fühle es, wenn ich alleine mit der Bahn nach Wien oder zurück fahre. Passe ich? Oder fragt sich der, warum ich ein Kleid anhabe? Könnte sie ein Problem haben, wenn ich auf die Damentoilette gehe. Und wie gehe ich damit um. Diese ständige Wachsamkeit.

Ich sage gerne, dass ich weiß, dass ich trans bin, nicht wegen der Depression die ich empfinde, wenn ich misgendert werde, sondern wegen der Euphorie die ich jedesmal bekomme, wenn ich in meinem Geschlecht wahrgenommen werde. Und wieviel Kraft es mir gibt.

Aber worüber ich am meisten kotze: Es musste Malte sterben, damit das Thema bespielt wird. Und es wird nicht um ihn getrauert, es wird gefragt, wie weit wir mit unseren Forderungen zu leben gehen können. Danke, danke, wirklich danke an @Kraehe für den (inzwischen gelöschten) Twitterpost im Österreicherthread postete. Und dass ich ihn damit zeigen kann, wie sehr dieser unterschwellige Hass geht. Und woher er kommt. Und wie sehr er einem die Luft wegnimmt.

Ich habe also geschrien. Bis mir die Luft versagte. Und dann hab ich weitergeschrien. Weil ich einfach nur mehr kotzen möchte.

Positiv: Ich brauchte das. Und habe ich Leute erreicht. Leute, die sich nie darüber Gedanken machten. Ihr glaubt gar nicht, was für eine Aufmerksamkeit ein Schrei machen kann. Und habe ich viele liebe Worte bekommen. Gerade von Leuten, die das ganze nie so auf dem Schirm hatten. Und viele liebe Umarmungen von alten, neuen und unbekannten Freund*innen.

Was, Stand heute zählt: Weiterkämpfen.

Und ich werde nicht aufhören, weiter zu kämpfen.

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Wenn man glaubt es geht nicht absurder :beanjoy:

Es wurde letztens ein Super Mario World Kaizo Hack veröffentlicht mit dem Namen „Levels for Trans Liberation“. Das interessante hierbei: Bevor man den Hack so richtig spielen kann muss man am Anfang die Terms of use lesen die da lauten:

"By entering the door at the top of this room, you certify that you have read and agreed to the following terms:

  1. You accept that this might not be tailored to your taste, and that the choice to play is yours alone.
  2. You unterstand, without any reservations or exceptions, that trans rights are human rights."

Hier ein Let’s Play vom Hack (man achte auf die Farben der Schrift und den Hintergründen)

https://www.twitch.tv/videos/1548417877?t=00h07m50s

(Jaja, ich komme mal wieder mit den wirklich „wichtigen“ News an :sweat_smile:)

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Wir brauchen die stolze Bohne :beanpride: als Reaction-Möglichkeit.

Leider ist die Person, die streamt nicht wirklich weit gekommen, aber vielleicht kann @Mad_Tears, unser Bohnenkaizoveteran uns weiterhelfen (oder uns Video verlinken).

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Der Hack ist zwar recht kurz (4 Exits) aber leider extrem schwer. Der hat aber ein paar richtig coole Features.

Btw bevor ich den Thread hier komplett deraile nur noch eine Sache.

Kannst du dich an das wunderbare Kaizo Level vom diesjährigen SMW Kaizo GDQ Hack von Maddy (Celeste Macherin) und Margot (auch trans) erinnern? Nun, tatsächlich war das nur ein Level aus einem ganzen Hack von den beiden. Der Hack wird ziemlich gefeiert und Dennsen hat den auch schon mehrfach geübt für einen Speedrun (was ungewöhnlich ist, da er das eigentlich nur selten macht) Dort ist z.B. auf der Oberwelt ein „Trans rights are human rights“ versteckt.
Den Hack angucken kann ich generell empfehlen, Dennsen spielt den in unter 30 min und hat SO viele coole Sachen (und ein optimierter Shin Megami Tensei Port von mir hat es sogar in den Hack geschafft - vorletztes Level)

https://www.twitch.tv/videos/1574939000?t=03h07m11s

So und damit erstmal wieder Schluss von meiner Seite und mache Platz für die wirklich wichtigen Themen hier.

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:beanpride:

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Mal von Twitter geklaut:

Es ist international bi awareness week, also hier ein paar Fakten:

  • auch wenn „bi“ binär suggeriert, bedeutet das nicht automatisch dass wir nur zwei Geschlechter gut finden
  • Bi bedeutet auch nicht 50:50, es kann Tendenzen zu einem oder mehr Geschlechtern geben
  • Bisexuelle Menschen in straight-passing Beziehungen sind trotzdem bi
  • Bisexuelle Menschen, die noch nie in einer Beziehung waren, sind trommelwirbel TROTZDEM bi
  • bisexuelle Menschen können ace, demi oder aro sein und sind … ihr wisst schon
  • bisexuelle Männer sind nicht „heimlich schwul“
  • Bisexuelle Frauen sind nicht „heimlich hetero“
  • nein wir wollen keinen Dreier mit dir Kevin
  • Es ist keine Phase!

Hier der Quelltweet

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Update:

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Warum ist es eigentlich so schwer, die richtigen Adjektive und Begrifflichkeiten zu recherchieren?
Ignorantredakteurïnnen!

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Die Punkszene zumindest heute, ist teilweise auch nur eine Szene.

Plus das im Musikbereich die Szene eben teils auch sehr lange extrem männerdominiert war und diese in quasi allem den Ton angaben,.

Es bewegt sich was!

// und leider noch etwas, was man vorhersehen musste:

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