Allgemeiner Thread zu Diskriminierung - (Teil 2)

Oha, Gronkh bekommt nen Shitstorm wegen „Rowling ist mir egal“ ind Edi so: „Hold my beer!“. :beanlurk:

Die Aussage „über alte weiße Männer darf man alles sagen, kein backlash“ stimmt. Da beißt die Maus keinen Faden ab.
Aber die Schlussfolgerung darus (Opferrolle) und alles was danach kam, uff.
Kam mir so vor als würde wieder Jordan Peterson mit feuchten Augen und zittriger Stimme über Kanalarbeiter sprechen…

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Wir sind enttäuscht, panisch und wütend. Unter anderem, weil uns ständig vorgeworfen wird, dass wir diese Aussagen als transfeindliche empfinden (was sie per de nicht sind), aber die Gleichgültigkeit, weil he ich will Spaß haben und nicht auch nur einen Nanometer über meinen Tellerrand schauen und mich mit dem Thema befassen (zusammen mit Whataboutism)

:beanrage:

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Es ist doch aber nicht sein Kampf und in der heutigen Welt, wo so verdammt viel falsch läuft, kann man doch nicht verlangen zu jedem Thema eine reflektierte Meinung zu haben.
Manchmal ist es dann wirklich besser den Mund zu halten.

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Hätte er ja können

Du wirst doch wahrscheinlich auch eine Art von inneren Filter haben, um dich nicht mit allen möglichen Themen zu belasten.(Falls nicht: Respekt)
Und genau so verstehe ich die Aussage von Gronkh.

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das Gronkh/Rowling/Potter-Thema würde wohl gut in den separaten Thread passen

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Ich zumindest von Sexismus. Ich hab einen Job nicht bekommen aufgrund meines Geschlechts (wurde mir so ins Gesicht gesagt nach dem Vorstellungsgespräch dass sie nur eine Frau nehmen werden).

Wobei mich am meisten ärgert dass sie mich dann trotzdem zum Vorstellungsgespräch eingeladen haben statt direkt abzusagen (ja, ich weiß weil es ein staatsnaher Betrieb war müssen sie jeden einladen der theoretisch passen würde, trotzdem nervig wenn man sich Hoffnungen macht).

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Man darf nicht vergessen, das jemanden für ein Witz kritisieren nicht das gleiche ist wie, man darf kein Witz mehr machen.
Jeder darf witze machen, aber es darf sich auch jeder darüber beschweren.

Ich glaube aber auch, das an der These „Schafft ein Feindlichesklima“ schon etwas dran ist. Man muss nur mal sehen was für Witze über Frauen gemacht wurden und auch noch werden. Diese Witze oder besser Sprüche hinterlassen spuren und führen zu einem Gefälke zwischen zb Mann/Frau. Es gibt zb fast keine Dein Vaterwitze.

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hust dad jokes hust

:gunnar:

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Das Beschweren per se war überhaupt nicht sein Punkt. Genau das mit „jeder darf Witze machen“ hat er so ähnlich im Stream gesagt. Er hat nur logisch gefolgert, dass ähnliche Beschwerden bei Männerwitzen nicht vorkommen.

Wenn du daran glaubst, dass ein „feindliches Klima“ dadurch erzeugt wird, dann musst du das mehr ausführen. Ich habe btw. nirgends von „Spruch“ geredet. Wenn jemand sagt, dass die Frau zurück in die Küche soll, dann ist das nicht lustig und kein Witz, sondern einfach nur abfällig. Solche Äußerungen vergiften das Klima, aber gut pointierte Witze sollten möglich sein, und im Einzelfall bewertet werden. Daher kann ich jeden Standpunkt nachvollziehen, nur muss man definieren was nun Witz, und was ein abfälliger Spruch ist.

Es ging ungefähr einen Satz lang um Witze, alles danach mit den Jobs und dem Krieg usw ergibt im Witz-Kontext überhaupt keinen Sinn mehr.

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Das ist deine Meinung. Ich habe mir die relevanten Stellen im Stream angesehen und versucht seine Argumentation wiederzugeben. Hast du das getan? Deine Äußerung zeugt nicht gerade davon, dass du dich überhaupt damit auseinandersetzen möchtest, sondern direkt ein Urteil gefällt hast. Es ist aber wie immer, man möchte hier gar nicht diskutieren, sondern urteilen.

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Seufz. Du kannst doch die verlinkten problematischen Minuten nicht wegwischen mit ‚ja aber irgendwann anders im Video hat er auch was über Witze erzählt‘.

Im übrigen widerlegt er damit direkt seine eigene Aussage. Nämlich dass es kein misogynes Klima gibt (in dem Moment auf seinem eigenen Kanal nämlich spätestens) und dass das mit den Witzen alles nicht so wild ist, wenn er darüber offenbar nicht reden kann, ohne dann solche Kurven zu drehen.

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Was möchtest du denn genau diskutieren?

Etienne hat doch gesagt was er gesagt hat, niemand hat ihm diese Worte in den Mund gelegt.

Er denkt Männer machen den Dreck in der Gesellschaft weg, er denkt sie kämpfen für unsere Freiheit und sind gleichzeitig „Vogelfrei“ in userer Gesellschaft. Unterdrückung oder Benachteiligung von Frauen sieht er nicht und nimmt er auch nicht so war.

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Offenbar nicht das, worüber Leute sich aufregen. Um sich dann drüber aufzuregen, dass Leute sich grundlos aufregen.

Wie nennt man sowas?

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Verwirrung? :simonhahaa:

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Dadurch wie aktuell teilweise übertrieben derbe und plump gegen „alte, weiße, Männer“ geschossen wird, während bei andere Gruppen vorher drüber nachgedacht wird, wie ein Witz „shitstormfrei“ verpackt wird, schwingt bei mir immer die Implikation mit, dass eben nur „alte, weiße, Männer“ sowas abkönnen, was sie ziemlich überlegen dastehen lässt. Danke dafür :simonhahaa:

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Du hast versucht die Argumentation wiederzugeben, aber ob das wirklich die Argumentation war, ist doch eine Sache der Interpretation. Ich denke, dass du ebenso nicht sonderlich an einer Diskussion interessiert bist, da du den Leuten hier vorwirfst nur urteilen zu wollen und dabei schon pauschal ihre Aussagen und Kritikpunkte abwertest, bevor sie solche anbringen können. Du wirfst anderen Leuten vor mit einer vorgefertigten Meinung die Situation zu betrachten, aber tust doch selbst auch nichts anderes, nur halt mit einer anderen vorgefertigten Meinung (siehe „wie immer“ in deinem letzten Satz).

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Zu der Frage ob sich Witze über marginalisierte Gruppen negativ auf diese auswirken können, gibts auch schon viel Arbeit in der Soziologie, Philosophie und Psychologie zu. Besonders wenn es um Witze geht die ein Stereotyp ansprechen und reproduzieren.

Gerade die Stereotypenforschung ist da schon super weit und befasst sich damit auch nicht erst seit gestern.

Stereotypen können auf Menschen in einer direkten Form verletzend und diskriminierend wirken, z. B. wenn einer Frau gesagt wird, sie sei “zu emotional” für eine Führungsposition. Sie können aber auch auf anderen Ebenen für Probleme bei betroffenen Gruppen sorgen.

Die Stereotypenbedrohung oder auch “Stereotype Threat” genannt kann etwa dafür sorgen, dass von negativen Stereotypen betroffene Personen schlechtere Leistung zeigen und/oder Stress, Unsicherheit und Selbstzweifel verspüren (Goguen, 2016).
Zu Beginn der Forschung an diesem Phänomen lag der Fokus zunächst auf den schulischen Leistungen von Schwarzen Schüler:innen in den USA (Steele, 1995). Hier stellte Steele (1995) durch eine Studie fest, dass es einen erkennbaren Zusammenhang zwischen einem Leistungsabfall der Proband:innen und der vorherigen Aktivierung von Stereotypen gibt. So sorge die Existenz des rassistischen Stereotypes, Schwarze Schüler:innen seien weniger intelligent, in Tests und Aufgaben, bei denen Leistung im Vordergrund steht, für einen Leistungsabfall, besonders wenn im Vorhinein über das Stereotyp gesprochen wurde. Bei Tests, bei denen Leistung nicht im Vordergrund stand und den Schüler:innen gesagt wurde, dass es hierbei um die Sammlung von unterschiedlichen Lösungsansätzen gehe, gab es keine oder deutlich weniger erkennbare Leistungsabfälle (Steele, 1995).

Mit fortlaufender Forschung konnte Stereotypenbedrohung auch in zahlreichen anderen Zusammenhängen und sozialen Gruppen festgestellt werden (Vollmeyer & Hermann, 2021). Gerade Frauen seien bei männlich konnotierten Situationen und Aufgaben wie Einparken, sportlicher oder auch mathematischer Leistung von Stereotypenbedrohung betroffen. Im Gegenzug würden Männer in solchen Situationen indirekt aufgewertet und es ließe sich ein “Stereotype Lift”-Effekt beobachten, welcher zu besseren Leistung führe (Vollmeyer & Hermann, 2021).

Der sogenannte “underperformance effect” ist die bekannteste Folge von Stereotypenbedrohung und beschreibt explizit den ungewollten Leistungsabfall in Folge einer bewussten oder unbewussten Aktivierung von Stereotypen (Goguen, 2016). Diese Leistungseinbrüche erklärt die Stereotypenbedrohungstheorie mit der Angst Betroffener, negative Stereotype ungewollt zu bestätigen oder mit entsprechenden Erwartungen bewertet zu werden (Steele, 1995). So wird angenommen, dass z. B. Frauen und Mädchen aufgrund von belastender Gedanken und erhöhtem Stress durch die Stereotypenbedrohung während eines Mathetests weniger Kapazitäten haben, um ihre volle Leistung auszuschöpfen (Vollmeyer & Hermann, 2021). Auch Steele (1995) beschrieb bereits bei der Beobachtung Schwarzer Schüler:innen Gefühle von allgemeiner Unsicherheit, Stress und Selbstzweifel, die mit diesem Phänomen einhergehen, aber zu dem Zeitpunkt noch nicht ausreichend messbar waren.

Aktuelle Forschung im Bereich der Psychologie bestätigt weitere Arten von Nebeneffekten neben dem klassischen “underperformance effect” wie allgemeine Unsicherheit, Stress, und Selbstzweifel (Goguen, 2016). In der Stereotypenbedrohungsforschung wird gerade in den letzten Jahren an verschiedenen Möglichkeiten zur Intervention gearbeitet. Hierbei lässt sich in Maßnahmen zu gesteigerter Resilienz gegenüber Stereotypen allgemein und Maßnahmen zur Reduktion der direkten Bedrohung in den jeweiligen Situationen unterscheiden (Vollmeyer & Hermann, 2021).

Das passiert nachweißlich und messbar wenn man, z.B. einen sexistischen oder rassistischen Witz erzählt oder teilweise sogar betroffene Personen nur an die Existenz des mit dem Witz verbundenen Stereotyps erinnert. Gibt aber auch noch ganz andere Forschung die etwas weiter Weg von der persönlichen Ebene gehen und sich mehr auf die strukturellen Folgen konzentrieren.

Quellen:

Zusammenfassung

Goguen, S. (2016). Stereotype Threat, Epistemic Injustice, and Rationality. In Implicit Bias and Philosophy, Volume 1: Metaphysics and Epistemology (pp. 216-237). Oxford Scholarship Online. Implicit Bias and Philosophy, Volume 1: Metaphysics and Epistemology | Oxford Academic

Steele, C. M. (1995). Stereotype Threat and The Intellectual Test-Performance of African-Americans. Journal of Personality and Social Psychology, 69(5), 797-811. APA PsycNet

Vollmeyer, R., & Hermann, J. M. (2021). Ist Wissen wirklich die halbe Miete? Überprüfung der Effektivität einer Aufklärung über Stereotype Threat zur Reduktion von Geschlechtsunterschieden in Mathematik. Unterrichtswissenschaft, 49, 547-565. https://doi.org/10.1007/s42010-021-00124-9

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Das Problem scheint ja zu sein, dass er das sagt, dass ihm JKR egal ist, aber das Spiel dann spielen will. Bei seinen Zuschauerzahlen muss er sich aber schon irgendwie mit dem Thema beschäftigen, alleine schon aus „Fürsorgepflicht“ gegenüber den Zuschauern aus. Scheint er ja getan zu haben, sonst würde er keinen Spendenstream, oder was auch immer da genau geplant ist, draus machen. Dann aber zu sagen, sie kümmert ihn nicht, ist halt schwierig.

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