Ich finde es gar nicht so verrückt, dass sie das erst anerkannt hat und dann zurückgezogen hat.
Sie ist höchstwahrscheinlich nicht ins Bett gehüpft und hat sich gesagt, dass es ihr jetzt egal ist ob die andere es will oder nicht.
Sie hatte wahrscheinlich Lust, hat gedacht, dass beide das gleiche wollen und hatte erst im Nachhinein dann erfahren, dass das wohl nicht der Fall war. Dann hört sie noch Dinge die sie anscheinend getan hat und sieht sie in einem ganz anderen Kontext.
und dann zeigen sie Aufnahmen anscheinend, dass es doch nicht so einseitig war.
Ich habe das Gefühl und hoffe, dass das alles einfach unfassbar scheiße gelaufen ist und sie einen vernünftigen Weg finden damit zurechtzukommen.
Finde ich nicht wirklich unverständlich. Es ist ganz normal, dass man vlt manchmal selber nicht ganz sicher ist, ob man das eigene Verhalten richtig in Erinnerung hat. Und wenn man sich dann als „Konsens-Queen“ sieht finde ich es absolut nachvollziehbar, dass man dann erstmal der Anschuldigung glaubt und sich fragt, ob man nicht doch etwas falsches getan hat.
Zitat aus dem Artikel:
„Wiki sagt, sie sei aufgrund ihrer Prinzipien, dem Wunsch »Betroffenen zu glauben« zunächst nicht in der Lage gewesen, einen differenzierten Blick zu haben. »Obwohl ich wusste, dass nicht alles stimmt, was sie sagt, habe ich mich schuldig gefühlt.« Mittlerweile, sagt Wiki, bereue sie ihr Statement“
Steht auch im Artikel. Die Betroffene hat RTL Mitschuld gegeben, und öffentlich Vorwürfe gemacht. Natürlich will sich da auch RTL verteidige:
„Ihre Wut richtet sich vor allem gegen den Sender, wie sie selbst in zahlreichen Interviews sagt, auch gegenüber dem SPIEGEL. RTL habe seine Fürsorgepflicht verletzt und Situationen erzeugt, die Grenzüberschreitungen geradezu herbeiführen.“
So habe ich es nicht bedacht.
Hast auf jeden Fall Recht und wo ich das Artikel auch etwas genauer gelesen habe und nicht überflogen habe, macht es auch mit RTL Sinn.
Ach interessant, ich bin vor ein paar Tagen auch über diesen Artikel gestolpert und hatte überlegt ihn hier zu posten, irgendwie wurde mir persönlich das Thema dann aber doch zu heiß und ich habe es ehrlich gesagt auch wieder vergessen. Jetzt beim „wiederentdecken“ merke ich aber, dass ich es nach wie vor spannend bzw. eher schwierig finde, weil es zeigt, dass man von außen nur selten richtig handeln kann, denn in meinen Augen gibt es zwar ein Opfer, aber nicht wirklich einen Täter denn:
Das kann man wirklich nicht, sie kann überfordert, oder aus anderen Gründen nicht in der Lage gewesen sein deutlich zu machen, dass man das gerade nicht möchte. Das ist etwas, was in Fällen wie diesen ja ständig passiert.
Aber:
Auch das halte ich für möglich. Vielleicht ist man in dem Moment sogar so überrascht, aber auch geschmeichelt, dass man sanft mitmacht (vertraut miteinander flüstert, kuschelt, sich gegenseitig berührt usw.), am nächsten Tag oder noch später sich aber erst darüber klar wird, dass man das so nicht wollte und die Annäherung eigentlich sogar übergriffig fand.
Kann ich ebenfalls verstehen, nur dann kann man der „Täterin“ halt auch keinen Vorwurf machen, weil in der Situation selbst nicht der kleinste Anschein von Ablehnung da war. Warum sollte sie es sein lassen, wenn das Opfer das Gefühl gibt gerne mitzumachen?
Und auch der ganz Nachgang unterstreicht dieses Dilemma: Die „Täterin“ hört, dass das Opfer das nicht wollte und übergriffig fand, hinterfragt sich selbst und denkt, dass sie Zeichen/Worte übersehen und/oder falsch gedeutet hat und entschuldigt sich. Später kommt aber dieses Video, auf dem zu sehen ist, dass auch objektiv keine Ablehnung da war, dann ärgert sie sich natürlich zurecht über ihre -in dem Falle- voreilige Entschuldigung.
Darum sehe ich hier tatsächlich min. ein Opfer aber keine Täterin…
Das bisserl Homophobie vom Papst… wird er wohl noch sagen dürfen… Meinungsfreiheit! Weil Freiheit ist dem Papst das wichtigste!
solange du nichts sagst, dass mir, meiner Familie, meinen Freunden und vor allen meinen Idolen mit Argumenten erklärt, dass ihre Ansichten aktiv anderen Menschen schaden können und Diskriminierung anderer fördert.
Ich höre gerade den Seelenfänger Podcast über die Katholische Integrierte Gemeinde. Hui ui ui, da hatte der Ratzinger aber noch mehr am Stecken als „nur“ Homophobie.
Ich finde es ehrlich gesagt bedenklich, dass es immer mehr zum Trend wird posthum Menschen zu verunglimpfen (dabei ist es mir egal wer), bzw. auf den Rücken von verstorbenen Menschen Debatten der Moral durchzuführen, weil es sich aufgrund der kurzzeitig gestiegenen Aufmerksamkeit gut klickt. Was genau möchte man damit erreichen? Wenn man sein Handeln insgesamt einordnet, dann sehe ich da gar keine Problematik, aber wieso muss es in dieser emotional-polemischen Art und Weise sein? Ich halte einen solchen Umgang für wenig hilfreich, um für mehr Akzeptanz und Toleranz der queeren Community gegenüber zu fördern.
Es hätte an dieser Stelle mehr geholfen das Handeln differenzierter einzuordnen. Das dann auch noch unter dem Deckmantel von „Journalismus“ zu setzen - Hallo? Pressekodex?. Denn man kann und darf auch als Journalist nicht alles über Menschen sagen. Das wäre ja noch schöner.
Die Kirche, vor allem die Oberhäupter, sollte man kritisch sehen. Das mache ich auch. Ich nehme aber auch Kritik innerhalb der Kirche an eben diesen wahr, auch weil sich nicht alle so positionieren wie es der Papst beispielsweise macht.
Ich finde es völlig in Ordnung zu einer Person des öffentlichen Lebens und Oberhaupt einer der größten Vereinigungen der Welt einen ehrlichen Nachruf zu schreiben, vor allem wenn einige andere Reaktionen auf Ratzingers Tod ihn positiver darstellen, als er war. „Jetzt isser tot, da wollen wir nicht so gemein sein.“ oder was?
Ich für meinen Teil hab ihn schon für die verschiedensten Dinge kritisiert, als er noch gelebt hat. Und hab auch damit nicht aufgehört, nur weil er gestorben ist. Entscheidend ist hier, dass die Kritik fair und auf Basis von Fakten passiert. Sowas sollte gerade für Persönlichkeiten, die so zentrale Rollen eingenommen haben, gelten.
Da sehe ich ehrlich gesagt kein Problem.
Ich hab das bei Reden auf Beerdigungen auch nie verstanden, wieso dann Menschen zu den edelsten Personen erklärt werden, obwohl alle Anwesenden wissen, was für ein Arsch die Person war.
Und gerade bei Personen in der Öffentlichkeit lassen sich vielleicht nach dem Ableben bestimmte Diskurse um die Person besser führen (auch wenn die natürlich schon zu Lebzeiten geführt worden sind bzw werden sollten) - sowas ist doch wichtig zur Einordnung.
Ausserdem kann das ja auch befreiend wirken, einem bigotten Arsch, ein Pamphlet mit ins Grab zu werfen (jetzt mal sehr bildhaft und blumig gesprochen).
Ich wüsste nicht, warum der Tod da über allem stünde und mehr Taktgefühl einfordern sollte, als das Leben.
Ich habe, wie gesagt, nichts gegen eine kritische Auseinandersetzung einzuwenden. Es auf diese plumpe Art und Weise zu machen, spricht mich persönlich eben nicht an, weil man sich damit weit von Anstand und Respekt entfernt. So etwas sagt für mich mehr über den Journalisten aus, als man vielleicht meinen möchte.
Ich kann mit den verkrusteten Strukturen in der Kirche überhaupt nichts anfangen. Deswegen muss man sich aber nicht zu - in meinen Augen - dämlichen Aussagen hinreißen lassen, um den eigenen Standpunkt klarzumachen.
Ich habe nirgends behauptet, dass nur gelobt werden darf. Ich bin für eine kritische Auseinandersetzung, und nicht für stumpfe, polemische Äußerungen, die nichts zur Sache beitragen. Wenn beispielsweise ein verurteilter Vergewaltiger zu Grabe getragen wird, dann erwarte ich nicht, dass man nur seine positiven Seiten behandelt. Ich erwarte aber, dass man ihn nicht auf einen Aspekt seines Leben reduziert und diffamiert. Was ändert es denn?
Ich finde es eben pietätlos sich so gegenüber verstorbenen Menschen zu äußern, die sich letztlich nicht mehr wehren können. Es gibt da für mich gewisse Grenzen, genauso wie gegenüber noch lebenden Menschen.
Also dass Benedikt XVI queerfeindlich und noch ein paar andere Grauslichkeiten war, ist jetzt nicht unbedingt was neues. Das war schon zu Lebzeiten ein Thema, nur dank der Macht der kath.Kirche gern sehr schnell unterm Teppich. Dämlich ist an den Vorwürfen daher gar nix. Und Pietätlosigkeit ist sowieso ein Begriff, der im Grunde keine feste Aussagekraft hat, da jeder Mensch was anderes als pietätlos empfindet.
Macht man doch auch nicht. Gibt bestimmt tausende wohlwohllende Artikel über ihn. Sehe da kein Problem darin, wenn sich in Artikeln und Podcasts auf bestimmte Dinge konzentriert wird und die kritisch beleuchtet werden.
Leute wie Ratzinger haben keinen Respekt verdient. Die kann man meiner Meinung nach ohne schlechtes Gewissen nach dem ihrem Tod so schlecht reden wie man will. Schließlich haben sie selbst ja in ihrem Leben auch andere ständig schlecht geredet oder mehr noch die Menschenrechte verweigert. Ich verstehe nicht, woher diese Angst kommt, einfachmal zu sagen, wenn die Welt ein besserer Ort geworden ist, weil so eine Person nicht mehr lebt.
Ist halt für die Opfer eine tolle Sache, wenn die sich dann anhören lassen können, wie toll doch ihre Peiniger waren.
ZB bei Pell in Australien
Der Autor und Pell-Experte David Marr meinte, Pell sei zwar hochintelligent gewesen und habe es in die höchsten Stufen der katholischen Kirche geschafft. Aber er habe dabei „die Karriere vor die Sicherheit der Kinder“ gestellt. Eine Journalistin warnte, der Tod Pells könne bei Missbrauchsopfern ein weiteres Trauma auslösen.
Also nicht nur, dass die Opfer erst spät (wenn überhaupt) Gerechtigkeit erfahren haben, die Täter werden noch gelobt und die Opfer sollen sich bitte nicht so anstellen