Allgemeiner Thread zu Diskriminierung - (Teil 2)

ja das stimmt natürlich

Und sollte der Median dann ergeben, dass die Person schon mehr oder gleichwertig verdient wie die Kollegen des anderen Geschlechts, hat man weder etwas das eingefordert werden kann und ist trotzdem permanent auf der Shitlist der Vorgesetzten.

Ich sage nicht, dass so ein Gesetz nicht notwendig und richtig ist, aber dieser Weg kann für die eigene Karriere sehr gefährlich sein. Wer also gut ausgebildet ist und die Branche es zulässt, sollte eher ein Arbeitgeberwechsel in Betracht ziehen. Damit erreicht man im Schnitt die höchsten Gehaltssteigerungen.

Abgesehen von Corona, war es wahrscheinlich nie so einfach den Arbeitgeber zu wechseln wie heute. Wir haben in vielen Branchen einen Fachkräftemangel und gleichzeitig eine Überalterung. Hinzu kommt, dass man als Arbeitnehmer mit einem guten Profil bei Xing/LinkedIn nicht mal selbst auf die Suche gehen muss, sondern von Headhuntern und Unternehmen selbst angesprochen wird.

Ich selbst arbeite als Teamleiter in der IT-Branche bei einem Unternehmen, dass relativ gut bezahlt. Vor ein paar Jahren haben wir freie Stellen noch relativ konservativ ausgeschrieben und hatten immer einen großen Bewerberpool. Heutzutage machen wir schon selber Headhunting, aber die Zahl der Interessenten sinkt deutlich. Daneben steigt die Zahl der Kolleginnen und Kollegen, die über die genannten Portale abgeworben werden und mal eben prozentual 2-stellige Gehaltssteigerungen bekommen.

Gerade in technischen Berufen haben wir in Deutschland mittlerweile einen starken Arbeitnehmermarkt. Corona hat es auch eher für die Arbeitgeber erschwert neue Bewerber zu finden, da viele in der Krise natürlich weniger Wechselbereitschaft zeigen. Da ist der sichere Arbeitsplatz wichtiger als das höhere Gehalt.

Mir ist natürlich klar, dass das nicht für jeden gilt und es in manchen Branchen auch anders aussieht. Deswegen schreibe ich ja auch, dass ein solcher Schritt individuell gut überlegt sein sollte.

Absolut. Hier würde ich auch viel eher die Abfrage eines Gehaltsmedians sehen, als bei den Arbeitnehmern selbst, damit diese geschützt sind.

1 „Gefällt mir“

Ja, läuft gut, aber der Fachkräftemangel ist in vielen Branchen stark ausgeprägt. Hier auch mal ein Artikel vom BMWi dazu:
https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/fachkraeftesicherung.html

Es mangelt vor allem in den Ausbildungsberufen und bei Akademikern. Und um damit auch mal wieder den Bogen zum Thema des Threads zu bringen: Der Fachkräftemangel ist auch ein wirksames Mittel gegen Diskriminierung. Da es immer weniger Bewerbungen pro Stelle gibt, können es sich Arbeitgeber gar nicht mehr leisten einzelne Bewerbungen zu ignorieren.

z. B. ist es wesentlich einfacher bei 30 Bewerbungen ein paar gleichwertig qualifizierte Personen zu finden und sich dann für „den deutschen weißen Mann“ zu entscheiden. Wenn aber nur noch 3 Bewerbungen eintrudeln, ist die Wahrscheinlichkeit deutlich geringer.

Aber natürlich gibt es Bereiche, Branchen und vor allem den Niedriglohnsektor, wo das völlig anders aussehen kann.

Und da haben wir den Grund für deine Fehleinschätzung.

Ja den ITlern wird gerade alles nachgetragen und Unsummen gezahlt, aber woanders sieht es anders aus,

Cancel culture hat mal wieder zugeschlagen. Eine Journalistin (Lauren Wolfe) der New York Times wurde nach Druck von Rechten gefeuert, weil sie bei der Einführung von Biden getwittert hatte, dass sie „chills“ verspüre.

Die „Times“ stellt klar, das Arbeitsverhältnis sei nicht „wegen eines einzelnen Eintrags bei Twitter“ beendet worden

Am Sonntag verschickte Times -Sprecherin Danielle Rhoades Ha ein Statement, das der SZ vorliegt. Zunächst einmal, so Ha, sei Wolfe nicht bei der Times angestellt gewesen, sie könne gar nicht gefeuert werden. „Es zirkulieren auf Twitter gerade eine Menge ungenauer Informationen“, heißt es: „Aus Gründen der Privatsphäre reden wir nicht über Details beim Personal, aber wir können sagen, dass wir das Arbeitsverhältnis mit einer Mitarbeiterin nicht wegen eines einzelnen Eintrags bei Twitter beendet haben. Aus Respekt vor den beteiligten Personen werden wir die Angelegenheit nicht weiter kommentieren.“

2 „Gefällt mir“

Sie selbst sieht das offenbar anders

hmm…

Ja, danke das du das nochmal sagst. Wäre ich selbst nicht drauf gekommen :wink:

1 „Gefällt mir“

Manchmal muss man zwei mal schauen. Ist es nun ein Satire Account oder doch ein Republikaner?

Immer wieder gute Videos auf diesem Channel.

Vor allem der Punkt den sie um die 41:00 Marke macht halte ich für wichtig.
Dass es unter Umständen eine Limite der menschlichen Empathie ist, dass wir versuchen uns in andere Leute reinzuversetzen indem wir Empfindungen die uns von Anderen beschrieben werden mit unseren eigenen Erfahrungen zu vergleichen versuchen.
Ich glaube, da ist durchaus etwas dran. Und in der Regel ist das ein nützliches Werkzeug das Menschen haben, die Fähigkeit uns durch eigene Erfahrung in andere Leute reinzuversetzen.
Nur: Wenn es dann um Dingen geht, wo die Durchschnittsperson halt kein Äquivalent hat, dann wird es schwierig. Weswegen ich glaube, dass es für viele Cis-Menschen schwierig ist zu akzeptieren, dass es Menschen gibt deren Gender mit ihrem Biologischen Geschlecht in Konflikt steht.
Denn diese Dinge sind, für Cis-Menschen, derart verknüpft, dass sie praktisch als das gleiche Wahrgenommen werden. Und Cis-Menschen haben da dann kein Erfahrungsäquivalent, welches uns Hilft diese Erfahrung der Trans-Menschen wirklich, intrinsisch nachzuvollziehen, wenn uns jemand zu erklären versucht, dass ihr Gender und ihr Biologisches Geschlecht nicht das gleiche sind.

Zudem ist es einfach ein gutes Video welches das J.K.Rowling Thema aufnimmt, aus der Sicht einer Trans-Frau, welche versucht das ganze differenziert anschaut.

6 „Gefällt mir“

Ohne jetzt das Video gesehen zu haben und bewerten zu wollen, sei nur mal angemerkt, dass Contrapoints in der Trans-Community auch umstritten ist. Nur um dieses „aus Sicht einer Trans-Frau“ etwas einzuordnen.

Nun…
Sie ist eine Transfrau. Und sie gibt ihre Sicht zu den Themen ab. Bin also nicht sicher, was du hier meinst.
Ich behaupte ja nicht, sie gebe die Sicht ALLER Transfrauen zum Besten. Das wäre absurd. Aber sie gibt die Sicht einer Transfrau durch. Was etwas ist, was man zu dem Thema (leider) immer noch zu wenig hört und man meistens Cis-Leute hat, welche die Diskussion dominieren.

1 „Gefällt mir“

Ihre Positionen als Transfrau stehen halt teilweise im starkem Widerspruch zu den Positionen vieler anderer Transfrauen. Hier Mal ein Beispiel von einer anderen Transfrau:

In dem Zusammenhang ist sicherlich auch ihr Video ‚Canceling‘ interessant… Und hätte man zur entsprechenden Debatte schon früher posten können um einen zusätzlichen Aspekt bzw. persönliche Erfahrung aus ihrer Sicht einzubringen…

1 „Gefällt mir“

Und im Einklang mit der Position vieler Transfrauen. Ebenfalls. Weswegen diese Meinung dieser anderer Transfrauen auch im Wiederspruch mit vieler Transfrauen stehen…
:woman_shrugging:
Ich meine, wenn du einfach erwähnen wolltest, dass Contrapoint nicht für alle Transfrauen spricht, dann… ok. Ich dachte irgendwie, das sei klar ohne dass ich das noch extra schreiben muss. Du wirst nie eine Meinung zu irgendwas finden, wo die Gesamtheit der angehörigen Demographischen Gruppe damit einverstanden sind. Weswegen ich nicht jedesmal wenn ich eine Meinungsäusserung einer anderen Person zu einem Thema hier reinposte dazu schreibe: „Andere Meinungen gibt es auch. Diese Meinung wiederspiegelt nicht die Totalität aller Menschen dieser Demographischen Gruppe.“

2 „Gefällt mir“

Das Thema ist doch aber auch nicht, ob andere Trans-Personen ihr zustimmen, sondern die Frage kann man ja an jeden richten. Was kann Empathie, hat sie Grenzen und gibt es überhaupt sowas wie eine Grundempathie? Alles sehr philosophisch, aber eben auch sehr interessant.

2 „Gefällt mir“

Du hast das Video halt mit „aus Sicht einer Transfrau“ kommentiert. Was halt aus meiner Sicht schwierig ist, wenn die Person bestenfalls kritisch gesehen wird in der entsprechenden Community. Wenn ich jetzt mit was ankomme was Palmer gesagt hat und datuschreibe „aus Sicht eines Grünen Politikers“ dann würdest du das doch auch eingeordnet haben wollen, oder?

Ok…
Wie gesagt: Es IST ein Video aus der Sicht einer Transfrau. Rein sachlich betrachtet ist das eine faktische Aussage. Nicht mehr und nicht weniger, daran sollte eigentlich nichts „schwierig“ sein.

Keine Ahnung. Kenne Palmer nicht, weiss dazu also nichts.
Wobei: Wenn sie Teil der Grünen Partei ist, dann ist das eigentlich auch eine völlig faktische Darstellung. Würde diese Person dann aber mit einer Aussage gegen das Konsensprogramm der Partei gehen, dann wäre ich schon dafür, dass man das dann noch klar stellt.

Nur sind Transgender Menschen nicht eine Politische Partei mit eine definierten, offiziellen Parteiprogram. Weswegen ich den Vergleich etwas schwierig finde.

Wie gesagt: Ich gehe davon aus, dass die Leute hier in diesem Forum verstehen, dass solche Meinungen von Einzelpersonen nicht für die ganze Demographische Gruppe sprechen.
Sie spricht für sich und ihre Meinung, ist aber auch eine Transgender Frau, weswegen ich es einen durchaus relevanteren Beitrag zum Thema finde als denn x-ten Beitrag von Cis-Personen dazu, da es bei dem Thema explizit um Transgender Menschen geht.
Mehr Meinungen von anderen Transmenschen zu dem Thema sind natürlich immer willkommen.

1 „Gefällt mir“

Du kennst Boris Palmer nicht?