Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber im Hinblick auf die weltweiten Entwicklungen (vor allem Russlands „Politik“) habe ich langsam wirklich Angst vor einem 3 Weltkrieg. Ich hätte NIEMALS gedacht, dass ich in meinem Leben Angst davor haben müsste. Es belastet mich immer mehr. Wie geht es euch damit?
Nicht nur Russland, auch die USA und wie mittlerweile jedes Land offen auf das Völkerrecht scheißt. Ich verdränge das, wie ich auch den Klimawandel verdränge.
Wenn dich so etwas belastet und damit meine ich nicht, dass du dir Sorgen machst sondern wirkliche Belastung, Schlafstörungen, Essprobleme, dergleichen. Dann solltest du dich nicht weiter, in dem Maße in dem du es jetzt tust, mit dem Thema beschäftigen. Such dir Sachen die dir Freude machen, befass dich damit und wenn du da dann ein paar positive Emotionen aufgeladen hast, dann kannst du dich vielleicht wieder mit dem Thema auseinander setzen und vielleicht findest du dann Zugänge die dich nicht so sehr belasten.
Ich kann diese Angst davor schon verstehen.
Gleichzeitig zielen viele Akteure auch genau auf diese Art von Angst, bzw. Verunsicherung der Bevölkerung ab. Das verunsichert, verängstigt und macht auf Dauer mürbe. Gleichzeitig können so Personen auftreten, die „Frieden“ versprechen, welcher allerdings alles andere ist.
Als jemand der für die Sicherheit der Menschen in diesem Land „zuständig“ ist, würde ich dir raten so gut es geht Ruhe zu bewahren. Die Welt war schon immer ein Ort von Auseinandersetzungen und Leid. Wir leben im Moment in einer Zeit, die uns in Europa privilegiert. Das war nicht immer so und kaum einer hat Lust, dass sich dahingehend etwas ändern soll.
Wie meine Vorredner schon sagten solltest du, wenn dich dieses Thema all zu stark belastet, dieses Thema möglichst meiden. Die Medien und sozialen Netzwerke tragen ihren Teil dazu Menschen zu verunsichern. Das bringt Klicks, Aufmerksamkeit und Geld.
Auch bei diesem Thema wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
Aktuell nicht.
Wenn man sieht, wie lange Putin für die Ukraine braucht.
Dauert es schon noch, bis er zu uns kommt ![]()
Spätestens bei unseren maroden Brücken ist ohnehin Schluss für seine Panzer. ![]()
Früher mussten wir sie noch selbst sprengen, damit der Feind nicht weiter vor rückt.
Heute muss man nur ein paar Autos für ne Nacht drauf parken ![]()
Ich muss gestehen, vor Krieg (bzw einem 3. Weltkrieg) konkret hab ich keine Angst, aber insgesamt, was alles in der Welt so abgeht beschäftigt und belastet mich schon sehr. Ob ichs wirklich Angst nennen würde weiß ich nicht, wahrscheinlich eher nicht, aber ich fühle mich doch sehr erinnert an den adoleszenten Weltschmerz, als Jugendlicher, an das Ohnmachtsgefühl, an die Teenage-Angst. Und das fühlt sich mit fast 40 mehr als eigenartig an.
Und damit mein ich nicht nur, dass man den USA dabei zuschauen kann, wie sie ein faschistischer Staat werden oder die konkreten Kriegs und Konfliktsitutionen in unserer Nähe (und generell auf der Welt), auch innerhalb Österreichs, innerhalb Eurpas - diese, dem Menschen völlig abgewandte Politik Milliarden für Aufrüstung und gleichzeitig ein Sozialstaat, der Sukzessive in riesen Schritten abgebaut wird; der Neoliberalismus, der von allen Dächern in Neonlicht herunterleuchtet; diese „Friss oder Stirb/ jeder für sich allein“-Mentalität; der Hyperturbokapitalismus, der noch mal in seinen letzten Atemzügen alles ausbeutet und erstickt; generell was alles wieder denkbar und sagbar wird (und unkritisch hingenommen wird), das sichtbare und spürbare Erstarken faschistischer Strömungen und Gedanken undsoweiterundsofort.
Ich muss auch immer wieder mal Abstand von den Nachrichten derzeit nehmen, nicht nur wegen der Inhalte, sondern auch weil ich Finde, dass so unangenem von allen und jedem zu jedem Thema eine möglichst starke Meinung und Position eingefordert wird und das möglichst sofort.
Dass diese Haltungen dann auch nur verkürzte Sichtweisen sind, die sich anfühlen wie Fanblöcke im Fußballstadion - entweder bist du für den einen Verein oder den anderen, scheint niemanden zu stören.
Zusätzlich werden Diskurse zu diesen Themen in großen Teilen nur noch über persönlichen Befindlichkeiten geführt und das ist natürlich wenig zielführend.
Ich find das so erschreckend, weil ich den Eindruck hatte, dass wir in einigen Bereichen und Fragen (zumindest in Europa, bzw der westlichen Welt) schon mal weiter waren und sich jetzt alles in ein reaktionäres Zurückschreiten entwickelt.
Genau das!!! Ich war Teenie in den 90ern und wenn mir damals jemand gesagt hätte, in welche Richtung sich alles verändert, hätte ich es nicht geglaubt. Wie kann man sich in Denken und Handeln so zurück entwickeln???
Ich versuche es. Deswegen habe ich hier auch ins Forum geschrieben, um meine Angst „einordnen“ zu können. Das hilft mir.
Da hast du schon recht, aber ich kann mich auch nicht komplett von allem abschirmen und bin auch sehr schlecht darin, mein Hirn „zur Ruhe zu bringen“. Dazu kommt, dass ich chronisch krank und im Schub bin, da bin ich leider auch weniger „dickfellig“.
Das meine ich auch nicht. Den Kopf in den Sand zu stecken macht es auch nicht besser. Aber wenn du wirklich Angst empfindest ist das auch nicht produktiv. Wenn wir (Menschen) Angst haben verkrampfen wir bzw sind angespannt und in dem Zustand ist es schwieriger flexibel zu reagieren.
Mein Trick ist es immer wieder in die Natur zu gehen. Ich liebe den Herbst und der steht ja vor der Tür. In der Natur kann ich durchatmen und danach bin ich ausgeglichener und der ganze Scheiß aus Washington und Berlin erschlägt mich nichtmehr. So kann ich besser Wege finde dagegen zu halten oder wenigstens der nächsten Generation ein Vorbild sein, kein rassistisches, sexistisches, transphobes oder generell wütendes Arschloch zu sein.
Edit: chronische Krankheiten sind Arschlöcher. Ich hoffe du hast Mittel, Wege und/oder ein Umfeld, dass dir hilft da durch zu stehen. Fühl dich umarmt.
Das ist definitiv etwas, was ich auch tun könnte und was auch helfen würde. Mir fehlt nur sehr oft die Energie dazu, was aber auch wieder an der Krankheit liegt.
Danke!!!
Was meinst du damit? In den 90ern hatten wir bspw. den Jugoslawienkrieg. Oder beziehst du dich allg. auf einen WK3? Denn da stimme ich dir uneingeschränkt zu, dass wir schon lange nicht mehr so nah dran waren (dran, aber nicht kurz davor!). Da frage ich mich ebenso immer wieder, wie Trumps in hohe Positionen gewählt werden konnten, FREIWILLIG.
Angst oder Sorgen habe ich persönlich jedoch nicht. Nach bzw. während der Pandemie habe ich den Glauben an die Menschheit verloren, was ironisch ist, da man z.T großartig zusammengearbeitet hat. Ich habe sowieso den Eindruck, nach dem kurzen Stillstand der Welt während der Pandemie, muss nun alles an Kriegen nachgeholt werden. Ich verstehe das alles nicht.
Ich würde auch sagen, dass ich konkret vor Krieg aktuell keine Angst habe. Was mir wirklich Angst macht ist der harte Rechtsruck den man weltweit beobachte und die damit einhergehenden autoritären Regierungen und Freiheitseinschränkungen.
Das wiederum, und das hat die Geschichte gezeigt, steigt vermutlich die Chance auf einen neue großen Krieg.
Aber naja vielleicht fliegt uns das Klima ja vorher um die Ohren. Dann hat sich das erledigt ![]()
(sorry hab heute meinen zynischen Tag)
da tritt ein Gewöhnungseffekt ein.
Unsere Eltern und Großeltern haben 98% der Zeit auch nicht über die DDR und die Sowjets nachgedacht, und ihre Atomwaffen, wenn sie nicht gerade Grenznah wohnten.
Vielleicht nicht bei jedem…
Verstehe auf jeden Fall deine sorge. Ich lebe zurzeit in Finland, bin definitiv froh dass die inzwischen in der NATO sind…
Mein weg damit umzugehen war mir mit meinem partner ein wochenende zu nehmen, die von der finnischen regierung für Katastrophen aller art empfohlene liste an vorräten( Wasser, Lebensmittel, Medikamente, power bank, radio…) durchzuarbeiten, das zu verstauen. Das bringt einen auch nich durch einen krieg, aber zumindest durch nen stromausfall der ne weile anhält. Und es gibt einem das gefühl das getan zu haben was man eben tun kann und sich dann wieder mehr auf die dinge die im eigenen leben passieren zu fokussieren.
Ich versuche mir auch immer wieder vor Augen zu halten dass vor 300 jahren ich wahrscheinlich nichts davon mitbekommen hätte was ein Irrer in Amerika den ganzen tag so von sich gibt. Die belastung durch die ständigen news ist einfach extrem. Und was passieren wird passiert, egal ob ich da von jedem satz weiss oder nicht. Man kann natürlich nicht komplett die Augen verschliessen, aber von Zeit zu Zeit bewusst trennen was tatsächlich in MEINEM leben passiert und wichtig ist hilft mir.
Etwas off topic, aber ich habe auch etwas erfahrung mit chronischen schmerzen und gehe alle 2 wochen zu einem therapie hund. Die machen theoretisch auch hausbesuche. Gibt einem auch eine stunde in der man einfach mal abschalten kann (vorallem wenn man tiere mag und keine selbst halten kann).
man muss ja auch nicht gleich zum prepper werden, aber ein gewisser Grundvorrat an haltbaren Lebensmitteln durch den man durchrotiert, schadet ja nicht.
Reis, Nudeln etc halten ja ohne Probleme ein paar Jahre, sprich nicht 2 Packungen daheim haben und immer wenn die leer sind neu kaufen, sondern 10 Packungen daheim haben und wenn 2 weg sind, 2 neue kaufen , nach hinten im Regal stellen und sich so immer durcharbeiten.
Genauso mit Fischkonserven. Wenn die mal wieder im Angebot sind, nehme ich 20 Stück mit,so dass ich immer daheim so ca 20 Stück habe.
Das mit der Liste hatte ich auch schon überlegt. Ich bin halt allein in einer kleinen Wohnung, aber mit Katze. Die hilft mir übrigens sehr. Meine Therapie-Katze. Wir therapieren uns gegenseitig. (Sie ist aus einer Tötungsstation aus Belarus.)
Denke, ich werde die Liste bald mal angehen.
Ich arbeite auch ehrenamtlich bei der Katzenhilfe, das hilft und lenkt ab.
Dass man zu viel durch Internet etc mitbekommt bzw. konsumiert, stimmt auf jeden Fall. Auch da kann ich noch an mir arbeiten.
Ich denke, es kommt halt gerade viel zusammen. Die täglichen schlechten Meldungen in den Nachrichten, meine nicht so tolle Gesundheit, dass ich allein bin… Ich hoffe sehr, dass es bald wieder besser wird.