Angst vor Krieg

Ich fühl das.
Ich habe aber mein Leben lang einen gewissen Grundoptimismus in mir. Die innere Überzeugung dass sich schon alles irgendwie gut ausgehen wird. Und es war ja in meinem Leben im Prinzip immer so. In den ganz großen Dingen zumindest. Klar, gibt immer up´s and down´s, schlimme Dinge passieren auch, manchmal entsetzliche - aber trotzdem, wenn man das ganz Große betrachtet ist immer alles irgendwie OK gelaufen.

Dieser Grundoptimismus wird in den letzten Jahren manchmal hart auf die Probe gestellt :sweat_smile:

Ich habe auch Tage oder Momente wo ich das Gesicht in die Hände lege und denke „Fuck Alter, alles geht kaputt. Alles geht den Bach runter und wir halten es nicht auf“. Vieles ist auch einfach zum verzweifeln und Angst haben. Und so Momente kann man sich auch erlauben, das ist völlig okay. Aber es hilft halt auch nicht weiter. Irgendwann straff ich mich dann und denke mir „scheiss drauf, muss ja. wird schon irgendwie.“ Und dann gehts weiter. Hilft dann auch mal 1-2 Tage keine oder wenig Nachrichten zu gucken/lesen und einfach mal eskapistisch in eine andere Welt entfliehen mit Games.

Ohne diesen Optimismus wäre ich wahrscheinlich verloren. Sich in Zynismus zu flüchten ist meiner Meinung nach eine eher schlechte Idee @HerrNie . Weil Zynisch sein eine eher negative Eigenschaft ist die auf lang dazu führt das man sich an nichts mehr richtig erfreuen kann weil man alles nur noch durch diese Zynik-Brille betrachtet.

Aber Standartrezept hab ich nicht. Denkt immer daran die Welt ist schon vorher durch richtig schlimme Zeiten gegangen und wir (als Menschheit) haben´s bisher irgendwie trotzdem immer geschafft. Und lasst euch von den Medien nicht in den Kopf setzen die Welt steht jeden Tag am Abgrund.

5 „Gefällt mir“

Die ersten die Fallen werden sind Soldaten die aktuell Dienen. Also Zeit- und Berufssoldaten.

Danach müsste man die Gefallen natürlich wieder aufstocken. Wahrscheinlich mit Reservisten und Freiwilligen. In der Zwischenzeit wird wahrscheinlich die Wehrpflicht aktiviert. Man muss leider auch Bürger im die Pflicht nehmen unser Land zu verteidigen.

1 „Gefällt mir“

„Ich wollte, es hätte nicht zu meiner Zeit geschehen müssen“, sagte Frodo. „Das wünschte ich auch“, erwiderte Gandalf, „und das wünschen alle, die in solchen Zeiten leben. Aber nicht sie haben zu bestimmen. Wir können nur bestimmen, was wir mit der Zeit anfangen, die uns gegeben ist. […]“

Vor dem Atomkrieg müsste erst einmal ein Atomwaffeneinsatz kommen und vor dem Einsatz müsste erst einmal ein Krieg gegen die Nato kommen und vor einem Krieg müsste es erst einmal einen Angriff geben und vor dem Angriff und so weiter. So schnell geht ein Atomkrieg nicht, da wird oft eher viel Panik verbreitet. Und die USA und Russland arbeiten ja in manchen Bereichen noch zusammen und Putin war in Alaska, hatte also mal zumindest keine Angst, dort abgemurkst zu werden. Und Putin und Trump haben beide Enkelkinder und wollen denen ja bestimmt auch nicht das schlechteste und sie sind sicher nicht kooperative Vernunftsengel, aber sie sind auch nicht komplett abgedreht.

Ein möglichst präziser realistischer Blick kann helfen, etwas das Kopfkino abzuschwächen. Es gab mal von der Nato den Satz „The Euro-Atlantik Area is not at peace.“, also wir sind nicht im Frieden, wir sind aber auch nicht im Krieg! Es herrscht so ein diffuser Dämmerzustand, das trägt wahrscheinlich auch zur Unklarheit und zur Unsicherheit bei. In diesem Zustand wird mal ein Unterseekabel zerschnitten und dann fliegen mal ein paar Drohnen nach Polen und vielleicht erwischt in Zukunft ein Cyberangriff auch mal eine Stadtverwaltung oder sowas. Und dann gibt’s Unruhe und wenn am nächsten Tag der Bus ausfällt, fragt man sich, „war das jetzt Putin?“ Genau solch eine Reaktion will ja der Urheber des Terrors hervorrufen.

Das ist wohl unsere Wirklichkeit im Moment, aber wie schon richtig erwähnt, war früher auch nicht alles rosig. Auch im Mittelalter war der Tag gelaufen, wenn man schön am Fluss geangelt hat und plötzlich ein Wikingerschiffchen auftauchte. Was haben die Menschen damals gemacht?

Es kann lohnen, sich mit Dingen zu beschäftigen, die Sloterdijk als „Anthropotechniken“ klassifizieren würde. Sloterdijk sieht den Menschen als Wesen, das sich über die Übung definiert und somit selbst antreibt und verbessert. Die Anthropotechniken sind nun solche Übungen, die gewissermaßen ein übergeordnetes Immunsystem schaffen, eines das nicht körperlich arbeitet, sondern auf einer mentalen Ebene funktioniert und gegen abstrakte Gefahren und Schicksalsschläge wirkt und vorsorgt. Klassisch wären das vor allem Techniken aus dem religiösen Bereich (z. B. Meditation, Fasten, Askese, kontemplatives Arbeiten, vielleicht auch sowas wie Kalligrafie, …), in der Moderne ist es dann der Sport, der (wieder) groß wird (und in dem diese Aspekte Reizung, Selbstantrieb, Übung, Verbesserung ja stark angelegt sind). Aber man kann sicher auch im Bereich Kunst oder Wissenschaft fündig werden. Also etwas prosaischer gesagt, kann man vielleicht ein neues Hobby ausprobieren (im sloterdijkschen Sinne wäre es dann eines, was Übung, Selbstverbesserung und co. beinhaltet, also eher Schach statt Stricken). Natur kann ich auch gut empfehlen, kann man sicher jetzt im Herbst auch mit so etwas wie Basteln verbinden. Das ist auch nicht verkehrt, wenn man mit den Gegenständen in einer Beziehung steht, die über ein Kaufverhältnis hinausgeht, man erinnert sich einfach wo man das Holz und die Materialien gesammelt hat, wie man das nochmal umdesignt hat, wo was abgebrochen ist und ausgebessert werden musste usw.

5 „Gefällt mir“

Ich weiß nicht, ob Trump und Putin verstehen sich gut wirklich ein Argument gegen einen nahenden Atomkrieg ist.

Also so grundsätzlich würde ich ja erst mal zwischen konventionellen und nuklearen Krieg unterscheiden. Bei einem Nuklearen, der wirklich Natoweit geführt wird, hab ich keine Angst, weil dann ist es eh vorbei. Bei einem konventionellen Krieg, da ist das anders. Die Folgen wären schon etwas vor dem man angst haben muss.
Aber aktuell habe ich keine Angst, das es zu einem Krieg kommt.

1 „Gefällt mir“

Von Russland sehe ich jetzt auch weniger die Gefahr, aber das aufrüsten von China ist bedenklich. Ich glaube bis 2028 wollen die auf dem Stand sein, den sie sich vorgenommen haben, dann wird damit gerechnet, dass sie sich Taiwan holen und da bin ich gespannt wie die Welt reagieren wird.

mal ne ganz dumme frage als jemand der sich recht wenig damit beschäftigt:

WIssen wir eig das Chinas Militär auch so gut ist wie sie behaupten? Bei Russland hieß es ja auch ewig wie überkrass gut die sind und dann kam der Ukraine Krieg und der läuft eher schlecht als recht aus russischer sicht.

Das weiß man nie, aber man sieht die Massen und im Gegensatz zu Russland ist China auf einem technisch komplett anderen stand.
Wobei das auch alles relativ ist. Allerdings ist China und Taiwan weltwirtschaftlich in meinen Augen wesentlich wichtiger. Gerade Taiwan hat einen anderen Stellenwert als die Ukraine. Da ist sowieso nur uns Geld geht, gehe ich davon aus, dass man da auch anders handeln wird. Egal ob Gegner oder Verbündeter, am Ende willst du nicht auf der falschen Seite stehen.

das definitiv

genau da glaub ich irgendwie nicht so ganz dran und daher hab ich auch nicht so große Angst vor Krieg, kann aber nicht begründen warum ich da nicht dran glaube^^

Witzig, das hab ich gestern auch in etwa so gesagt.
„Wenn ne Kernwaffe in Wien einschlüge, ists eh vorbei, da brauch ich auch keine Angst davor haben.“

2 „Gefällt mir“

Danke dass du dich freiwillig meldest :beanfeels:7

2 „Gefällt mir“

Meines Wissens ist Chinas Militär ein (etwas weniger als Russlands) korrupter Papiertiger. Fast Nichts von dem was sie haben war je richtig im Einsatz. Niemsnd weiß wie im Zweifel deren Struktur im ernstfall funktioniert.

Klar kann im Zweifel alles anders sein und vielleicht ist das ne gut geölte Maschine aber wenn man in der Geschichte mal guckt haben Armeen von Korrupten Diktaturen meist eher mittelmäßig abgeschnitten egal wo.

1 „Gefällt mir“

Danke für eure vielen Rückmeldungen! Hab jetzt einiges, über das ich nachdenken werde. Werde auch versuchen, mich etwas von den Nachrichten etc. fernzuhalten.

4 „Gefällt mir“

Halte ich für allgemein einen guten rat mach ich auch manchmal wenn mir die negativen Nachrichten zu viel werden

2 „Gefällt mir“

Update: Also dank der Entwicklungen ist es jetzt „überraschenderweise“ nicht besser geworden. Aber hey, ich bin dankbarer für alles, was ich habe.

5 „Gefällt mir“

Nun. Ich persönlich fühle mich ziemlich sicher.

Eine magische Glaskugel, die mir die Zukunft vorhersagt, habe ich aber freilich nicht. In der Geschichtsschreibung von Star Trek heißt es, dass 2026 der dritte Weltkrieg begann. :beanlurk:

Ich hatte folgenden Text schon damals vor vier Monaten verfasst. Ich glaube, dass ich irgendwie zu lang gebraucht hatte und ihn dann auch redundant fand, aber jetzt schicke ich ihn mal ab:

Aufmerksamkeitsökonomie und Medienkompetenz

Du bist, was Du konsumierst!

Das Zauberwort lautet Entschleunigung.
Du musst nicht immer auf dem neuesten Stand sein. Es reicht morgens die aktuelle Nachrichtenlage zu überblicken. Abends vorm Schlafen gehen solltest Du das tunlichst vermeiden. Sonst kreisen Deine Gedanken womöglich noch die ganze Nacht um irgendwelche Horrorszenarien.

Du drückst nicht auf reißerische Schlagzeilen und grelle Vorschaubilder. Irgendwelche manipulativen Sensationsjournalisten, aufpeitschende Meinungsmacher und Moderatoren, deren Sendungen keine Diskussionsformate, sondern Schlammschlachten sind, dürfen Deinen Geist nicht vergiften. Wenn Dich das Thema zu sehr reizen sollte und Du unbedingt wissen musst, was es damit auf sich hat, suchst Du Dir kurzerhand eine nüchterne Berichterstattung dazu heraus. Tagesschau, Deutsche Welle, MrWissen2go oder Ähnliches. Mir hilft es auch oft die gefühlte Brisanz im Hier und Jetzt entspannter zu sehen, wenn ich mir zu einem Thema das große Ganze ansehe, beispielsweise in einem Wikipedia-Eintrag. Grundsätzlich halte ich es für die geistige Gesundheit für vorteilhaft Informationen durch Lesen aufzunehmen. Natürlich nur sofern es vernünftig aufbereitete Inhalte sind. Beim Lesen der Kommentare in den sozialen Medien geht man kaputt.

Vorbereitung für den unwahrscheinlichen Ernstfall

Wenn Du Frieden willst, wappne Dich für den Krieg!

Du tust gut daran für Dich die Entscheidung zu treffen, ob Du im Kriegsfall die Flucht ergreifen oder die Stellung halten würdest. Falls es nämlich wirklich eine Eskalation geben sollte, könntest Du in dem Moment nicht mehr klar denken. Wenn Du Dein Handeln prinzipiell festgelegt hast, gibt Dir das Planungssicherheit.

Fürs Verharren wurden hier bereits brauchbare Maßnahmen genannt. Paar Gramm Gold als alternatives Zahlungsmittel parat zu haben schadet bestimmt auch nicht.

Ich persönlich würde mich im Fall der Fälle jedoch nach Buenos Aires absetzen. Ich war bereits dort. Es ist eine weltoffene Metropole und liegt am Arsch der Heide.

Ich wohne zur Miete und bin Minimalist, sprich Materielles hält mich nicht in Deutschland. Mit Familie und Freunden habe ich das besprochen. Manche haben mir gesagt, dass sie mit mir gehen würden. Ob sie es dann auch wirklich tun würden, weiß ich selbstverständlich nicht. Ich weiß nur, dass ich mich nicht von ihnen aufhalten lassen würde. Ich wäre entschlossen alleine neu zu starten.

Das ist aber eine sehr individuelle Sache. Und wie eingangs erwähnt: Ich fühle mich ziemlich sicher.

6 „Gefällt mir“

Als der Ukraine Krieg 2014 auch in unserer Wahrnehmung losging, habe ich auch so gedacht. Hmmm es ist Fasend hab zwar gar keine Lust auf Menschen aber ich fahre mal zu der Familie, weil wer weiß wie oft ich die noch sehe.

Mittlerweile bin ich wieder entspannter und wusel mich einfach durch meinen Alltag. Damit habe ich genug zu tun.

Deswegen auch wenn sich das ganz leicht sagt: Du, ich das RBTV Forum NIEMAND von uns kann beeinflussen, was die mächtigsten Menschen und Länder auf diesem Planeten fabrizieren. Wenn einer von Denen meint ein Dritter Weltkrieg oder ein Angriff auf Deutschland ist ne coole Sache, dann sollen se halt machen.

Wenn Morgen hier Atombomben hochgehen, stell ich mich heulend ans Fenster und genieße in meinen letzen Sekunden das Spektakel aus menschlicher Dummheit und Schaffenskraft. Wenn stattdessen Heute, zum Beispiel Russland Ostdeutschland angreift, muss ich mir halt überlegen ob ich fliehen will oder zur Waffe greifen will.

Es ist ok Angst zu haben. Es ist ok sich Sorgen zu machen. Doch nichts davon sollte dich massiv belasten. Deswegen mach das was @Joopi-Wan gesagt hat. Das sollte dazu beitragen dich zu beruhigen. Überleg dir eventuell mal an nem guten Tag, was mache ich wenn das, dies oder jenes passiert. Leg dir nen Notvorrat an bestimmten wichtigen Dingen zu. Erneure den bei Bedarf und lebe ansonsten normal weiter.

3 „Gefällt mir“

Ich glaube, mein Problem ist auch, dass ich alleine wohne und mich keiner ablenken kann oder dass ich mit niemandem darüber reden kann, wenn es akut ist. Zumal es diffus ja immer im Hintergrund ist. Sollte es Krieg geben, mal ganz lapidar ausgedrückt, stehe ich halt auch allein da. Solche Gedanken sind halt in meinem Kopf.

6 „Gefällt mir“

Ablenken ändert auch nichts daran, wie es dir geht tbh. Du musst ja irgendwie einen Weg finden, diese Angst zu verarbeiten oder allg. eine Strategie finden mit der aktuellen Weltlage umzugehen. Bspw
wohne ich nicht alleine, kann mit jemanden darüber reden und bin dennoch sehr angenervt von der aktuellen Timeline.

Drehe es gedanklich um: Du wohnst in einer Großstadt, wo sich ganz ganz schnell viele finden, die sich organisieren und helfen würden. :slight_smile: Du hast den Vorteil in dem Punkt, dass du im Ernstfall nur für dich und dein Kätzchen vorsorgen und versorgen musst. Das macht dich sehr flexibel, wenn es zum Krieg kommen sollte.

:beanhug:

2 „Gefällt mir“

Immer in Richtung Süd-Westen. Je schneller desto besser. :+1:

1 „Gefällt mir“