Artikel 13 oder wieso RBTV und der Großteil des Internet Probleme bekommen könnte

Wird wohl heute ne Demo in Berlin dazu geben. Keine Ahnung ob das schon länger in Planung ist, aber mir wurde es gerade in die Timeline gespült:

Man kann halt der Politik auch nicht vorwerfen Politik zu machen…glaube junge Leute beteiligen sich einfach zu wenig (siehe Brexit Abstimmung)
Also hier zu sagen „die entscheiden über das Internet, kennen es aber nicht“ aber gleichzeitig ne Wahlbeteiligung von unter 50% bei EU-Wahlen europaweit…:frust:

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Verflixxte Klixx wird mit Artikel 13 nicht mehr durchzuführen sein. Parodien à la Switch Reloaded wird man auch nicht mehr auf YouTube finden.
2 Beispiele, wo mittels Artikel 13 Kunst- und somit die Meinungsfreiheit eingeschränkt werden.

Uploadfilter sind zudem eben ein Türöffner für noch weitaus schlimmere Dinge, die von autokratischen Regierungen missbraucht werddn können.
Beispiel: Stell ein paar Typen bei ner oppositionellen Demo in die Menge, die urheberrechtlich geschütztes Material abspielen/hochhalten und du kannst das Verbreiten eines Videos davon über soziale Medien vergessen.

Der Vorwurf, dass der ganze Protest mehr oder minder von Youtube etc… gesteuert ist, scheint jetzt die Go-To-Strategie der Befürworter von Artikel 13 zu sein.
Ein FAZ-Artikel enthält folgende umstrittene Passage:

" Dahinter steckte keine Volksbewegung, sondern eine PR-Agentur, die für den amerikanischen Verband arbeitet, der die Interessen der Silicon-Valley-Konzerne vertritt. Der Protest war Simulation, er suggerierte einen Bürgerwillen, den das Portal Youtube, nachdem die Manipulation nicht verfangen hatte, anzustacheln suchte – und weiterhin sucht –, indem es seinen Nutzern weismacht, man müsse wegen der EU-Urheberrechtsrichtlinie den Dienst mehr oder weniger einstellen."

Quelle: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/urheberrecht-ein-sieg-ueber-die-digitalkonzerne-16041769.html

Wenn man weiter hoch scrollt und sich meine Beiträge hier anguckt, sehe ich das auch nicht ganz so dramatisch, wie viele tun. Und auch ich habe den Vorwurf, dass Youtube natürlich nicht für die Freiheit, sondern eher für den eigenen Profit kämpft.
Natürlich war die Mail der Youtube-Chefin ganz gezielt gesetzt und bediente sich einer alarmistischen Rhetorik.

Trotzdem ist es eine Unverschämtheit jetzt zu versuchen jeden Protest damit zu delegitimieren, dass er von dem Konzern angestoßen wurde, den es betrifft.

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Wären Let’s Plays nicht auch streng genommen von betroffen?
Die Spiele sind doch auch Urheberrechtlich geschützt oder habe ich da irgendwas übersehen?
Menschen wie Gronkh könnten da ganz dicht machen und viel Zeug von RBTV dürfte dann aktuell nicht mehr gesendet werden :thinking:
Ausser man hätte eine Lizenz, die dann wer haben muss?

Youtube für das Spiel?
Ich, damit ich es überhaupt sehen und verbreiten darf?
Die Let’s Player für das Spiel?
YouTube für das Spiel UND mit dem Lets Player, da er ja streng genommen ebenfalls Content erzeugt?

Da Blick ich nicht so ganz durch :beanjoy:

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Bei Let’s Plays ist es ja schon jetzt so, dass man die Erlaubnis des Publishers braucht. Diese zu bekommen, ist im Normalfall für große Let’s Player kein Problem. Kleinere Kanäle bekommen auch oft die Antwort, dass es nicht pauschal jedem erlaubt werden kann, man es aber einfach machen soll, da die Chance hoch ist, dass der Publisher bei so einem kleinen Kanal nicht dagegen vorgeht, weil dieser nicht genug Relevanz und Reichweite hat. Letzteres wäre dann in Zukunft eher nicht mehr möglich, Ersteres eigentlich schon, fragt sich dann eben nur, wie man beim Upload schon prüfen soll, ob der- oder diejenige die Zustimmung des Publishers besitzt oder nicht.

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Das wäre jetzt aber auch keine für mich zufriedenstellende Lösung. Ich dürfte dann ja nicht mal jemanden meinen Screenshot schicken, um auf etwas hinzuweisen. Wie kann sowas eig. so weit durchkommen, wobei es schon 2 Mal abgeschmettert wurde? Mir kommt dieses Vorgehen mit Artiekel 13 vor, als würde man es einfach so lang versuchen bis es dann irgendwann klappt. Sehr fragwürdiges System des EU Parlaments finde ich.

Das Parlament hat schon zwei mal abgelehnt. Das Problem sind die EU-Organe, die von nationalen Regierung besetzt werden, nämlich die Komission und der Rat.

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Und wenn es wieder im letzten Moment nicht klappt, kommen die in paar Monaten wieder mit einer überarbeiteten Version des Artikel 13?

Kann schon sein, aber im Mai sind EU-Wahlen. Da muss man die konservative Mehrheit abwählen. Irgendwie ist die Bevölkerung auch selbst Schuld, wenn sie immer wieder Parteien wie die CDU wählen. Martin Sonneborn hat das mal in einem Interview auf dem Punkt gebracht:

Die EU nutzt nicht die Vorteile, die ein 500 Millionen Köpfe zählender Verbund im Umgang mit Großkonzernen hätte. Man könnte sie ganz anders führen. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat, als er mal nüchtern war, gesagt, dass die Neoliberalität gar nicht festgeschrieben sei im Lissabonner Vertrag. Man könnte die EU also auch viel sozialer führen, dazu müssten die Menschen in Europa nur linker und grüner wählen.

Deshalb finde ich auch solche Aussagen wie die @anon88245943, aus Frust nicht mehr wählen zu wollen, so gefährlich. Das ist exakt das was sie wollen. Je mehr Politikverdrossenheit, desto einfacher haben es die Lobbyisten.

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Ich finde es aber schwer eine geeignete Partei, die es wert wäre meine Stimme zu erhalten überhaupt zu finden. Nächstes mal regiert dann die CDU eben mit den Grünen und alles bleibt wie es ist. Wirkliche alternativen hat man genau eben nicht.

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Auf EU-Ebene gibt es (noch) keine Sperrklausel, das heißt auch kleine Parteien mit 1% können einziehen.

Was eine einzelne Abgeordnete bewirken kann, sieht man ja aktuell an Julia Reda und dem riesigen Wirbel, den sie verursacht. Ohne sie wäre das Gesetz wahrscheinlich vor einem halben Jahr schon unbemerkt verabschiedet worden.

Insgesamt hat die EU einen viel zu schlechten Ruf. Die meisten sinnvollen Gesetze kommen mittlerweile von dort. Man muss nur mal seine “sind eh alle scheiße”-Haltung ablegen und sich anschauen, wie sich die einzelnen Abgeordneten und Parteien verhalten und dementsprechend wählen.

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An den Schlechten Ruf hat sie auch selbst schuld mit Schwachsinns Gesetzen wie Artikel 13.

Ich hoffe die CDU verliert jetzt noch mehr wähler durch ihre Twetts oder aktionen machen sie sich jetzt noch mehr unbeliebt. Die CDU wird nur noch von der Lobby gesteuert. Sie pfeifen auf die Meinung der jungend

Ich meine mich erinnern zu können, dass du gestern Abend geschrieben hast, dass du dich nicht mehr so sehr über Artikel 13 aufregst. Dein erster Satz lässt aber auf etwas anderes schließen.

Artikel 13 ist überhaupt nicht das Problem. Durchsetzen von geltendem Recht sollte für jeden einleuchtend sein. Ob man mit dem Urheberrecht übereinstimmt ist nochmal etwas anderes.

Auch der zweite Absatz von dir scheint ein wenig inkonsistent zu sein. YT bzw. Google betreibt doch gerade heftigsten Lobbyismus gegen Artikel 13, da scheint es doch den meisten hier wieder in den Kram zu passen. Man könnte fast meinen es herrscht die Ansicht es sei nur Lobbyismus von Andersmeinenden der böse ist. :upside_down_face:

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Wie sollte denn nach Meinung der Artikel 13 Kritiker das Urheberrecht gestaltet sein?

Stellt ihr grundsätzlich die Idee des Urheberrechts in Frage, weil bestimmter Content (z.B. Let’s Plays) offensichtlich die Urheberrechte 3. verletzen?
Und sollten große Plattformen wie YouTube und Facebook weiterhin einen Blankocheck bekommen, sich von jeder Verantwortung, für die auf ihren Seiten begangenen Urheberrechtsverletzungen freizusagen, weil sie ja “nur” Plattformen sind?

Das Argument “Zitatfreiheit” und “Meinungsfreiheit” zieht in meinen Augen übrigens auch nicht, da beide Rechte explizit nicht eingeschränkt werden, zumal YouTube und Facebook auch heute schon, mit Verweiß auf ihr Hausrecht, sperren können was immer sie wollen. Durch die inhaltliche Moderation im RBTV-Forum wird die Meinungsfreiheit ja auch nicht eingeschränkt.

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Den haben sie jetzt schon nicht. Wenn eine Urheberrechtsverletzung gemeldet wird, müssen sie dem nachgehen.
An Beispielen wie z.B. kino.to sieht man auch, dass Websiten runter genommen und die Betreiber verklagt werden können, wenn Urheberrechtsverletzungen Teil des Geschäftsmodells sind.
Es ist nicht so, als dürften YouTube und co. sich einfach alles erlauben.

Ja, aktuell könnten sie sperren, wenn sie wollten. Mit Artikel 13 müssen sie sperren.
Diese Plattformen wollen gar nicht gezielt einzelne Meinungen sperren, da es Teil des Konzeptes von Social Media ist, dass dort jeder seinen geistigen Erguss posten kann. Daher hinkt auch das Beispiel mit RBTV. RBTV hat nicht den Anspruch, eine Platform für die ganze Welt darzustellen.

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Wie soll denn ein kleiner Rechteinhaber alle Verstöße melden, zumal die Plattformen in der aktuellen Situation auch kein besonders großes Interesse daran haben, bei der Verfolgung der Uploader aktiv mitzuwirken.

Deine alternative zu einer Reform wäre also, alles so zu lassen wie es ist?

Nur wenn es sich um Inhalte handelt, die gegen das Urheberrecht verstoßen. Dieses „wir können in keinem Fall ein System designen, dass hier effektiv filtert“ ist doch Unsinn. AIs schlagen Menschen in Schach, Go und Starcraft, aber an ein wenig pattern matching verzweifeln sie?
Und wenn man soviel Angst vor false-positive Fehlern hat, kann man immer noch einen Menschen dahin setzen, der Einsprüche händisch überprüft.

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Heute soll ja eine demo in Köln sein, aber ich, als jemand der hier lebt, kriege davon nix mit…

14 bis 16:30 vom Kölner Neumarkt in Richtung Roncallli-Platz.

Hieß es nicht 13:30?