Aber das muss man nicht gebetsmühlenarttig in ein einem weinerlichen Ton immer wieder wiederholen. Noch dazu auf einem Kindergeburtstag. Und ganz besonders wenn es einem vergleichsweise echt verdammt gut geht.
Aber grade die heulen doch am lautesten
Das ist doch das Problem. Wenn sie einen Grund dafür hätte könnte ich es vielleicht noch verstehen. Aber das war auch nur ein Nebensatz. Daran gewöhnt man sich. Ist halt so. Aber diese Aktion gestern und wie sie meine Schwester runter macht regen mich wirklich auf. Ich war leider nicht direkt vor Ort sonst hätte ich die richtig zur Sau gemacht.
Heute früh in die Stadtbahn in Richtung Innenstadt gesetzt, damit ich zur Arbeit gelange.
Da wo ich eingestiegen bin, ist ein obdachloser mit eingestiegen, den man in der Gegend häufig sieht.
Ich weiß, diese Menschen können in dem Fall nur bedingt etwas dafür, aber holy F, der Gestank innerhalb des Abteils, in dem Wagon ist unerträglich ![]()
Musste mich einfach umsetzen.
Blöderweise war die Bahn dann aber auch voller Jungspunde und da die Jungs ja heute alle so sitzen, als hätten sie die schlimmsten Hämorriden der Welt, wurde man wieder unnötig eingeengt.
Ich möchte, dass Atombomben auf die Ballungsgebiete hier fallen, ganz ehrlich.
Das ist sowas, das ich niemals verstehen werde: Warum muss man das Gewicht von Leuten kommentieren? Welche Relevanz hat das? Ich bin so froh, dass in meinem jetzigen Job niemand so drauf ist, aber ich hatte schon Kollegen, die auch ständig so Sprüche rausgehauen haben oder generell, wenn sie über Leute gesprochen haben, als erste Beschreibung sowas gesagt haben wie „Die Frau vom XY ist ganz schon puh deutet mit den Händen einen enormen Körperbau an … aber nett. Ja, voll nett!“ ![]()
In meiner Familie wird mein Gewicht auch etwas zu regelmäßig kommentiert. „Du hast zugenommen!“ „Hast du abgenommen?“ „Na Moppelchen?“ „Siehst gut aus. Hast abgenommen, ne?“ HALTET DIE FRESSE! ![]()
Weil die Menschen keinen Anstand kennen und Corona vermutlich auf deren Gehirn anderweitig eingewirkt hat.
Klar, wenn man mal hört, dass man abgenommen hat, nehme ich das zumindest als Kompliment wahr, gerade nachdem ich selbst durch die Kindheit und Jugend hinweg immer wegen meinem Aussehen gemobbt wurde.
Doch im allgemeinen sollten die Menschen vor ihrer eigenen Tür kehren - und da liegt bei jedem genug Dreck - als sich in die Angelegenheiten anderer einzumischen.
Das war vor Corona auch schon so
Warum greift man da als Partner nicht ein und macht der Mutter ne klare Ansage. Und noch viel mehr, warum akzeptiert man das als Partner/-in. Ich würde da einfach konsequent sagen: Wenn die zu Besuch kommt, bin ich weg.
Ich hab meine Mutter damals auch die klare Ansage gemacht, wenn sie uns jemals wieder zu Besuch haben will, soll sie zu Thema XYZ die Schnauze halten (exakter Wortlaut). Das hat dann auch wunderbar funktioniert.
Mir geht es nicht in den Kopf, wie Menschen sich so sehr davor fürchten ihren eigenen Eltern klare Grenzen aufzuzeigen.
Und falls das Verhalten für den Partner kein Problem ist, hat man allerdings selber ganz offensichtlich ne Kackwahl getroffen ![]()
Auch da gibts lernresistente… mein Vater kommentiert schon seit Jahren „na also der Bauch muss aber auch mal weniger werden“. Er machts immer aus der Sorgen heraus, dass es den Körper halt mehr belastet… aber das ist uns vollkommen bewusst.
Habe ihm auch schon so einige sehr direkte Ansagen gemacht… aber er lernt es dann maximal temporär. Nach ein paar Monaten gehts wieder los.
Jetzt kommt dann seine beginnende Demenz dazu und da wirds dann immer schwerer, ihm das noch begreiflich zu machen und das er sich dann auch daran erinnert…
Suckt, aber werden wir weiterhin mit leben müssen.
Ich gehe auch gerne Konflikten aus dem Weg und überhöre es einfach. Wenig Lust auf Diskussionen ![]()
Weils die Mutter ist und du weißt doch wie sie ist. Die meint das doch nicht böse. ![]()
Innerhalb der eigenen Kernfamilie lass ich mir das ja noch irgendwie gefallen. Da gibts dann halt nen dummen Spruch zurück. Aber meine Gäste auf meiner Party zu beleidigen geht gar nicht.
Ja, dann ist dein Schwager leider ein Lappen ![]()
Fang du auch noch an meine Familie zu beleidigen.
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Edit: Ich kann aber auch nicht sagen ob er in der speziellen Situation dabei war. Wie gesagt ich war es nicht.
Das war eher ein allgemeiner Kommentar wie sowas in der Regel von den eigenen Kindern entschuldigt wird.
Die „ach X meint das doch nicht so, du kennst X doch!“ Aussagen machen mich auch mit den Jahren immer und immer wütender.
Klar… entschuldigt vollkommen, dass X sich wie ein absolut ignorantes Arschloch verhält…weil „er halt so ist“.
Dieses „X ist halt so“ triggert mich vllt auch doppelt, weil ich seit Jahren versuche an mir zu arbeiten, die Depression besser zu akzeptieren/kontrollieren und auch generell mich weiterzuentwickeln und dann hört man diese lahme Ausrede von anderen… aber von mir wird erwartet, dass ich immer an mir arbeite und diese „Schwäche“ ausmerze.
Ja, ein fantastisches Thema, bei dem ich mich leider maximal angesprochen fühle. Und ich musste dafür nicht einmal geheiratet haben, sondern einfach nur Sohn meiner Eltern sein.
Ich bin ja nun bis heute und war logischerweise auch früher nicht gerade Kratos (ums mal nett auszudrücken).
Ich war immer ziemlich untergewichtig, aber gerade so an der Grenze, dass es noch gesund war. Und weil - vor allem mein Vater - doch ein ziemlich klassisches Bild davon hatte, wie ein Junge/Mann auszusehen hatte, hab ich das von Tag 1 zu spüren bekommen.
Ich war der Spargeltarzan, das Gerippe, der dürre Hering oder das Klappergestell. Und das Tollste an allem war: die Sprüche kamen in erster Instanz von meinen Eltern, aber ich war auch quasi vogelfrei. Es war auch vollkommen in Ordnung, wenn Außenstehende mir solche Sachen gesagt haben.
Und ich habe 33 Jahre (!) und eine Therapie gebraucht um zu verstehen, was mir da eigentlich angetan wurde.
Es gab auch Tage, an denen ich stundenlang vor nem Teller mit Essen saß, das ich nicht essen wollte, aber es wurde von mir erwartet, dass ich das alles aufesse. Der Arzt hat zwar gesagt, dass ich gesund bin und alles okay ist, aber hey! Ein Mann braucht doch ne Wampe und dicke Oberarme vom Biertrinken!
Ich hab dann tatsächlich erst in der Therapie gelernt, dass ich irgendwann so eine Anti-/Jetzt-erst-recht-Haltung aufgenommen habe und mir viele Dinge einfach komplett egal waren.
Ich hab quasi irgendwann einfach akzeptiert, dass ich wohl ein nutzloses Gerippe bin und mich einfach damit abgefunden, dass ich hässlich bin - hat mir ja auch mein Umfeld meine ganze Kindheit über so mitgeteilt.
Lustigerweise erinnere ich mich noch, dass genau zu der Zeit damals oft das Thema aufkam, dass Übergewichtige eben nicht immer nur dick sind, weil sie faul sind und jeden Tag bei McDonalds 18 BigMac-Menüs fressen, sondern das ganz individuelle Gründe haben kann und das man sich darüber nicht lustig zu machen hat. Und drei mal dürft ihr raten: das wurde mir auch eingetrichtert, als ich als 8-jähriger mal irgendwas Dummes gesagt habe. Aber über meinen Lauchkörper durfte man fröhlich herziehen ![]()
Ich bin heute zum Glück an einem Punkt angekommen, wo ich ne ganz andere Beziehung zu meinem Körper habe und mache jetzt auch wirklich seit geraumer Zeit Training und baue Muskeln auf und bin einfach zufrieden mit mir selbst. Aber das ging 33 Jahre lang nicht, weil ich einfach akzeptiert habe, dass ich hässlich bin.
Ich hab im Übrigen auch geglaubt, dass meine Frau, mit der ich seit 15 Jahren zusammen bin, mich nicht schön findet, weil es ein feststehender Fakt in meinem Kopf war, dass das halt so ist ![]()
Insofern @Rolly : Die Schwiegermutter soll mit nem Kaktus ficken und ihre Fresse halten. Sowas kann einen hardcore traumatisieren und nur weil die mit sich selbst im Unreinen ist und ihr verkacktes olles Weltbild auf andere überstülpen will, soll sie andere in Ruhe lassen.
Ich lasse solche Menschen mittlerweile auch definitiv lieber einfach links liegen, als mich auch nur eine Sekunde mit deren „Problemen“ zu beschäftigen.
Ich habe dazu oben was geschrieben und dann doch wieder gelöscht. Ich dachte die gesamte Zeit, dies sei so ein arschiges Verhalten, dass individuell bei meiner Schwiegermutter vorliegt (also der Familie meines Mannes).
Ich bin gerade ehrlich erschrocken, wie verbreitet das zu sein scheint, weil ich sowas aus meiner näheren Familie überhaupt nicht kenne. Meine Eltern haben zum Thema Gewicht nie was gesagt.
Es tut mir total leid, was ihr da durchmacht. Genau sowas wie bei dir habe ich immer vor Augen gehabt (was es psychisch mit einem macht), als meine Schwiegermutter ihren Kindern mal wieder sagt, wie fett sie sind (was nicht stimmt, mein Mann war als Kind untergewichtig, mit der Pubertät nahm er dann zu). Aber die konnten das immer gut abschmettern, kontra geben und sie nicht für voll nehmen (was ihr Glück ist). Ich hatte auch letztes Jahr ein langes Gespräch mit meinem Mann darüber, dass ich seine Familie super toxisch finde und ich das so nicht mehr sehen will. Ich habe darauf keine Lust mehr und stand kurz davor den Kontakt abzubrechen, weil ich es nicht mehr ertragen konnte, wie miteinander umgegangen wird. Seitdem meine Schwiegermutter schwer krank ist, hat sich ihr Verhalten geändert und joa, es ist schade, dass es sowas brauchte, immerhin hat es aber was Positives mit sich gebracht.
Ich hoffe, du bleibst weiterhin okay mit dir. Jeder Mensch ist anders, jeder hat eine andere Statur, Gene und Körperbau. Mich freut es sehr zu lesen, dass du es geschafft hast, dich zu akzeptieren.
Danke!
Ich habe witzigerweise gerade vorgestern erst mit einem Freund über das Thema gesprochen (wir kennen uns noch nicht so lange aber verstehen uns sehr gut) und ihm ging es tatsächlich ähnlich, nur dass er eben früher eher übergewichtig war.
Ich bin mit mir im Reinen und ich hab vor zwei Jahren auch ne ziemlich heftige, aber wirksame Auseinandersetzung mit meinem Vater gehabt. Wir sind auch cool miteinander, wenngleich es natürlich immer irgendwelche Probleme gibt.
Was für mich bis heute nicht geht, sind „gesamtfamiliäre Zusammenkünfte“ ![]()
Meine Eltern sind jetzt seit 4 Jahren getrennt und dadurch hab ich natürlich auch nochmal nen ganz anderen Blick auf die Dinge bekommen.
Letztens kam der Vorschlag von meiner Schwester und meiner Mutter auf, ob man nicht mal mit allen (außer meinem) Vater, für zwei Wochen in den Urlaub nach Kroatien fahren möchte und meine Mutter fand das eine tolle Idee und wollte auch bezahlen.
Ich hab aber direkt dankend abgelehnt
meine Mutter hat auch vollstes Verständnis. Meine Schwester wird vermutlich nicht so reagieren, was aber genau der Grund ist, weshalb ich keinen Bock auf diese Reise hab, denn gerade sie hat viele Verhaltensweisen meines Vaters übernommen und ist ein ziemlich toxischer Mensch.
Allgemein ist diese Toxik aber in meiner Familie verbreitet, weshalb ich ja auch irgendwann aus unserer Whatsapp-Gruppe ausgetreten bin.
Egal welche tolle Neuigkeit man hat, es kommt von irgendwem irgendein dämlicher Spruch^^
Als wir Brownie holen wollten und das erste Bild gepostet hat „wächst der noch? Ihr wollt wohl nicht mehr in den Urlaub fahren!“.
Und ich könnte noch viele Beispiele posten, aber das würde den Rahmen sprengen.
Ich will mich da auch nicht rausnehmen, ich hab da früher fröhlich mitgemacht, weil es für mich halt „normal“ war. Aber ich bin einfach froh den Absprung gefunden und mich damit abgefunden zu haben, dass die Dinge sind, wie sie sind, man aber auch seines eigenen Glückes Schmied ist^^
Da könnt ich mir sogar vorstellen, dass sie das als Kind/Jugendliche auch selbst immer abbekommen hat und das jetzt schön weitergibt an die nächsten Generationen. Dann hat sichs vielleicht schön normalisiert.
Wahrscheinlich werde ich mich auch nie in meinem Körper so richtig wohlfühlen. Ich war in meiner Jugend moppelig und es gab aber auch abgesehen davon immer irgendetwas.
„Du wirst nie schlank aussehen“
„Die Klamotten stehen nur schlanken Mädchen“
„Du bist zu blass, gehst du nie in die Sonne?“ gefolgt von Spray-Tans und Solarium Ausflügen… Ich bin halt einfach ein heller Hautton, lasst mich in Ruhe.
„Du hast kurze Beine, trag doch mal mehr hohe Schuhe. Das lässt dich größer und schlanker aussehen“ guess what, ich finde hohe Schuhe unbequem und kann nicht drin laufen. Habs aber viele Male versucht.
Ganz langsam kommt aber der Gedanke an, dass ich völlig normal aussehe und die meisten Leute sich eh einen scheiß dafür interessieren wie ich aussehe ![]()
Kommt mir bekannt vor. Oft habe ich das Gefühl, die wissen einfach nicht, wie man sich mit Leuten unterhält und sagen dann halt einfach irgendwas. Völlig ohne nachzudenken. Und dann bekommen sie Zustimmung und Applaus, wenn es was Negatives ist, da können alle fröhlich mitlachen.
Ich hoffe du bist nicht zu verbittert. Wenn man das bis zum Auszug dauerhaft um sich rum hat ist das Mindset doch einfach nur negativ.
Mein allererster „Mindblow“ in dem Bereich war tatsächlich, als ich das erste mal in eine öffentliche Sauna gegangen bin und - es wird euch schocken - einfach niemand irgendetwas zu meinem Körper gesagt hat, sondern das einfach nur ein Körper unter vielen ist^^
Diese ganzen Schönheitsideale sind einfach völlig bescheuert. Aber ich hab eben auch dieses „ganz oder gar nicht“ jahrelang mit mir rumgeschleppt.
Entweder war ich halt Lauchi McLauchenstein Nullinger oder ich musste aussehen wie Kratos, mindestens aber wie Brad Pitt. Jo, heute ist mir klar dass ich die letzten beiden Punkte wohl nicht erreichen werde, ich aber durchaus etwas tun kann, wenn ich nicht hundertprozentig zufrieden mit mir bin, oder es mir halt einfach Spaß macht, an mir zu arbeiten.
Und zu dem Punkt:
Garantiert ist das so! Aber es ist doch immer die Frage, was man draus macht. Mir war ja damals auch durchaus bewusst, dass ich aussah, wie ich aussah. Anstatt mich durchzubeleidigen hätten meine Eltern aber auch mal fragen können, wie es mir damit geht und ob sie mir vielleicht helfen sollen, was dran zu ändern. Das wäre mit Training etc. ja durchaus möglich gewesen. Aber iiiiih, dann hätte man sich womöglich noch mit seinem Kind richtig auseinandersetzen müssen ![]()
Gar nicht tatsächlich. Wie gesagt, mit meinen Eltern habe ich alles aus der Welt geräumt. Meine Geschwister sind die, die selbst zusehen müssen wie sie damit klarkommen. Meinem Bruder geht’s wohl gut, meiner Schwester geht’s definitiv nicht gut, aber sie schiebt das Thema Therapie leider auf und hofft vermutlich, dass irgendwann von alleine was passiert. Aber auch das kann man niemandem aufzwingen.