[Filme] Original und Remake

Die Dinge des Lebens - Les choses de la vie (1970) Regie: Claude Sautet
Michel Piccoli, Romy Schneider, Lea Massari

Die Dinge des Lebens ist, rein formal, eine Folge von Rückblenden, der Film beginnt mit Bildern eines Autounfalls, in den (Piccoli) verwickelt wird, und er endet, als seine Geliebte (Schneider) das Krankenhaus verlässt, in dem( Piccoli) gerade gestorben ist. Dazwischen, in der Schlinge des Unglücks, erfährt man, wie die beiden ihr Leben gelebt (und einander verfehlt) haben; man kommt ihnen nahe, ohne sie fassen zu können.

Bei diesem Film handelt es sich um einen stilsicher inszenierten, intelligent montierten und hervorragend gespielten Genremix aus Melodram und psychologischer Studie. Deshalb liebe ich so viele französische Filme, in vielen von denen schwebt eine wunderbare Melancholie mit. Das wirkt nicht aufgesetzt, sondern wie selbstverständlich.

Philippe Sarde mit seiner wunderbaren sentimentalen Musik :cupid:

Begegnungen – Intersection (1994) Regie: Mark Rydell
Richard Gere, Sharon Stone, Lolita Davidovich, Martin Landau

Das positivste am Remake ist die Kamera von Vilmos Zsigmond. Ein Film der nie
die ganz großen Gefühle zulässt sondern sehr oberflächlich bleibt.

1 : 0 für das Original !

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Atemlos - Breathless (1983) Regie: Jim McBride mit Richard Gere und Valérie Kaprisky

Außer Atem - À bout de souffle (1960) Regie: Jean-Luc Godard mit Jean Seberg und Jean-Paul Belmondo

Ein Kleinkriminelle ist mit einem gestohlenen Wagen auf dem Weg nach Paris bzw. Los Angeles. Als er bei einer Verkehrskontrolle von der Polizei gestellt wird, erschießt er einen Polizisten und ist fortan auf der Flucht. Er findet Unterschlupf bei der amerikanischen/französischen Studentin die er vor kurzem kennen und lieben gelernt hat.
Das Fahndungsnetz der Polizei zieht sich immer enger zusammen.

Beide Filme gefallen mir. Beim Original schätze ich seine innovative Art, dazu zählen die Verwendung einer Handkamera, Aufnahmen unter natürlichem Licht statt aufwendiger Beleuchtung und die Schnitttechnik. Der Film ist ein Klassiker und ist der Begründer der Nouvelle Vague und ist eine eine Huldigung an Humphrey Bogart und die ‚B-Filme‘ Hollywoods.
Ich mag nicht viele Filme von Godard der zählt aber dazu.

Das Remake punktet mit einem Gespür für Rhythmus. Der Film versprüht den Geist des 50er-Jahre-Rock’n’Rolls ebenso wie er der Ästhetik der 80er-Jahre-Popkultur und ist dabei in seiner lässigen Eleganz doch vollkommen zeitlos.
Im Kern geht es um eine tragische Geschichte einer unerfüllbaren Liebe ummantelt von einer knalligen Farbgestaltung da legen sich am Ende Pianoakkorde von Philip Glass über Jerry Lee Lewis’ “Breathless”; und Poesie und Zärtlichkeit findet der Hauptdarsteller ausgerechnet in einem Silver-Surfer-Comic.
Valérie Kaprisky ist ein Hingucker sondergleichen wie auch Jean Seberg. Belmondo und Gere sind perfekt für die Rollen. Klares Unentschieden !

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Lohn der Angst - Le Salaire de la peur (1953) Regie: Henri-Georges Clouzot
Yves Montand, Charles Vanel, Peter van Eyck, Folco Lulli

https://youtu.be/Eu9acfBaui0

Atemlos vor Angst - Sorcerer (1977) Regie: William Friedkin
Roy Scheider, Bruno Crémer, Francisco Rabal, Amidou

In einem südamerikanischen Dorf, sammeln sich gestrandete Abenteurer und Gelegenheitsarbeiter aus der ganzen Welt. Als in einer weit entfernten Erdölquelle ein verheerender Brand ausbricht, der nur durch die Druckwelle einer gezielten Explosion gelöscht werden kann, bietet die Öl-Gesellschaft eine hohe Prämie für den Transport von Nitroglyzerin über die Distanz. Ein waghalsiges Unternehmen, denn die Wagen sind nicht für einen solchen Transport gebaut, die Strecke ist gebirgig und die Straßen in schlechtem Zustand. Dennoch bewerben sich zahlreiche Männer, weil sie darin ihre letzte Chance auf ein besseres Leben sehen.

Zum Original hab ich diese Kritik gefunden.
„Ein Klassiker des anspruchsvollen Spannungskinos, zugleich ein schockierendes Drama menschlicher Angst und Erniedrigung, dessen Helden – sentimentale Zyniker und weichherzige Rüpel – mit einer seltenen Intensität dargestellt werden.“

Beim Remake diese Kritik.
William Friedkins spektakuläres Remake ist ein zu Unrecht in Vergessenheit geratenes Meisterwerk des New Hollywood-Kinos und eine in Spannung, Qualität und Schauwert selten erreichte Speerspitze des modernen Abenteuer-Kinos. Spektakulär, Böse, Gut
Begleitet von der atmosphärischen Musik von Tangerine Dream entwickelt sich einer der großen größenwahnsinnigen US-Produktionen der 70er Jahre, dessen Aufnahmen aus dem südamerikanischen Dschungel bis heute unerreicht sind.

Beide Filme sind wunderbar und deshalb für mich ein klares Unentschieden.

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Wusste nie, dass es von dem ein Remake gab. Ohne dieses jetzt gesehen zu haben, behaupte ich dennoch einfach mal: Nouvelle Vague ist wirklich einzigartig und schwer, in eine komplett andere Epoche zu übertragen. Weiß nicht, ob mir das so zusagen würde. Vielleicht sollte ich ihm dennoch eine Chance geben.

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Im Westen nichts Neues - All Quiet on the Western Front (1930)
Regie: Lewis Milestone
Lew Ayres, Louis Wolheim, John Wray, Arnold Lucy, Ben Alexander

Als Vorlage diente der gleichnamige Antikriegsroman von Erich Maria Remarque.
Der Film handelt von den grausamen Fronterlebnissen des jungen Kriegsfreiwilligen Paul Bäumer und seiner Kameraden im Ersten Weltkrieg.

Im Westen nichts Neues - All Quiet on the Western Front (1979)
Regie: Delbert Mann
Richard Thomas , Ernest Borgnine, Donald Pleasence, Ian Holm

Das Remake als TV-Film. Gutes Remake aber das Original ist unschlagbar.
Beklemmend, bemerkenswert ehrlich und für seine Zeit enorm drastisch trägt Lewis Milestone das alles vor, erzeugt das vor Augen, was die Buchvorlage nur im Kopf schaffte. Ein erschreckendes Abbild von Leid, Tod und blinden Herdentrieb. Druckvoll, erschütternd und niemals nur annährend mit falscher Glorifizierung geschmückt, das ist ein Anti-Kriegsfilm, der diese immer grenzwertige Bezeichnung mit vollem Recht verdient. Für seine Zeit in Inszenierung und Aussage unfassbar und heute noch ein mehr als wertvolles Zeitdokument, welches an Dringlichkeit, Wertschätzung und Wichtigkeit kaum verlieren kann.
Das Ende fand ich unglaublich gut, poetisch, dramatisch aber nicht melodramatisch und deswegen auch sehr ergreifend.
Das Original erhielt Oscars für den Besten Film und Beste Regie, daß Remake erhielt den Golden Globe für die beste Filmproduktion für das Fernsehen.

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Sehr schön beschrieben und geschrieben :+1:

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Der Flug des Phoenix - The Flight of the Phoenix (1965)
Regie: Robert Aldrich
James Stewart, Richard Attenborough, Peter Finch, Hardy Krüger, Ernest Borgnine, Ian Bannen, George Kennedy

9 Personen kämpfen nach einer Bruchlandung in der Sahara ums Überleben
Mürrische Männer in lebensfeindlicher Umgebung, keine Helden, nicht mal Sympathieträger, dafür Hochspannung und eine toll besetzte Crew.
Ein zeitloser Klassiker abenteuerlicher Kinounterhaltung, der im selben Maß die Emotionen wie den Intellekt anspricht.
Das ist mitreißend, rührend, bestürzend, humorig, bedrückend und packend.

Der Flug des Phoenix (2004)
Regie: John Moore
Dennis Quaid, Tyrese Gibson, Giovanni Ribisi, Miranda Otto, Hugh Laurie

Gleiche Story nur das das Flugzeug in der Wüste Gobi abstürzt.

Ich weiß auch nicht woran es liegt aber ich ziehe das Original einfach vor. Beim Remake bleibt mir nicht viel im Gedächtnis ausser ein wenig Giovanni Ribisi und der Absturz.

Ja den hatte ich auch vor reinzusetzen :slight_smile:
Das Original ist toll, atmosphärisch, man spürt die Hitze und den puren Überlebenkampf hautnah, und genau wie du es schreibst der neue ist mir kaum im Gedächtnis geblieben :+1:

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Spiel mit dem Tode - The Big Clock (1948)
Regie: John Farrow
Ray Milland, Charles Laughton, Maureen O’Sullivan, George Macready

Verleger Janoth (Charles Laughton) herrscht mit der Stoppuhr ­wer nicht auf die Minute spurt, fliegt. Aus Eifersucht ermordet der Tycoon seine Geliebte. Er weiß, daß ein Mann bei ihr war, ahnt aber nicht, daß es sein fähigster Mitarbeiter war: Kriminalredakteur George Stroud (Ray Milland). Ausgerechnet der soll nun den unliebsamen Zeugen aufspüren.

Ein solider Film-Noir Studiofilm der späten Vierziger der ungewöhnlich witzige Passagen hat.
Der Film ist gekonnt gefilmt und besticht durch ein für seine Entstehungszeit ungewohnt hohes Tempo dadurch wirkt er ungewöhnlich modern.

No Way Out – Es gibt kein Zurück (1987)
Regie: Roger Donaldson
Kevin Costner, Gene Hackman, Sean Young, Will Patton, George Dzundza, Iman, Fred Dalton Thompson

Als Susan (Sean Young) ihre Affäre mit Minister Brice (Hackman) beenden will, stürzt sie im Streit in den Tod. Zu ihren Lovern zählte auch Farrell (Costner) aus Brice’ Team. Er soll die Sache vertuschen und den einzigen Zeugen finden - sich selbst…

Was romantisch beginnt, entwickelt sich zum gut durchdachten Thriller mit überraschenden Knalleffekt am Ende. Donaldson Regie ist großartige Arbeit, er setzt seine Cast für jede einzelne Szene gewinnbringend ein.
Es ist John Alcotts ( Uhrwerk Orange, Barry Lyndon, Shining ) letzte Kameraarbeit.

Beide Filme haben ihre Qualitäten doch persönlich hab ich mehr gefallen am Remake von 1987.

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Opfer der Unterwelt - D.O.A. (1950)
Regie: Rudolph Maté
Edmond O’Brien, Pamela Britton, Luther Adler, Beverly Garland, Neville Brand

Zur Story:
Frank Bigelow (Edmond O’Brien) schleppt sich ins Hauptquartier der Polizei in San Francisco und gibt zu Protokoll, einen Mordfall melden zu wollen. Es ist der Mord an ihm selbst…

Der Film hat einen cleveren Plot in einer klug inszenierten Erzählstruktur zeigt Opfer der Unterwelt, warum der Film Noir bis heute viel zu bieten hat. Die Stimmung des unausweichlichen Unheils prägt auch den ganzen Film, den Ernest Laszlo mit brillanten, teils mit Anleihen am expressionistischen Stil aufwartenden Einstellungen fotografierte.
D.O.A. ist ein wunderbar kalter, unerbittlicher Thriller.

Fun Fact: Das Finale in dem sehr prägnanten Treppenhaus aus dem Bradbury Building in L.A ist das gleiche Gebäude wie aus dem Blade-Runner-Film oder wie auch aus den Filmen (Wolf, Chinatown, (500) Days of Summer).

Hab jetzt nur diesen nicht offiziellen Trailer gefunden.

D.O.A. – Bei Ankunft Mord (1988)
Regie: Annabel Jankel und Rocky Morton
Dennis Quaid, Meg Ryan, Charlotte Rampling, Daniel Stern, Jane Kaczmarek

Zur Story:
Der junge, brillante, äußerst attraktive Professor Dexter Cornell steckt in einer tiefen Krise, seine Kreativität ist auf dem Nullpunkt angelangt, seine Frau läßt sich von ihm scheiden und einer seiner besten Studenten begeht Selbstmord. Doch ein alptraumartiges Ereignis reißt Cornell aus seiner Lethargie: ein Unbekannter hat ihn vergiftet und er hat nur noch 24 Stunden zu leben! 24 Stunden - nicht gerade viel Zeit, um seinen Mörder zu finden.

Viele Kritiken sind bei diesem Remake eher negativ (MTV-Ästhetik) . Was ich nicht ganz nachvollziehen kann. Das Original war dunkel und existentialistisch, die 80er Jahre Variante grell, schnell montiert und atemlos.
Die beklemmende, deprimierende Stimmung besitzt aber auch hier einen großen Reiz. Das Original, ein Film noir überzeugte durch die Kameraführung. Das Remake toppt die Story mit einem Mehr an Rasanz und Spannung. Ich finde beide gut.

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Die Pauker Filme Vs Fack ju Göhte Reihe

Die Pauker Filme eine damals sehr erfolgreiche reihe .
Weder wirklich witzig noch bissig …schon damals eine Spießige aneinanderreihungen von Kleinbürgerlichen Vorstellungen eines aufmüpfigen Jugendlichen… der zwar Flausen im Kopf hat aber harmlos da nicht wirklich clever, ausserdem werden Autoritäre mal verhonepipelt aber niemals wirklich in Frage gestellt …kurz gesagt der Status Quo darf zwar mal durch den Kakao gezogen werden aber nicht humoristisch hinterfragt.
Und ja die Filme tun nicht weh und haben auch einen schrägen Charme auch retrospektiv ein interessantes Zeit- Dokument.

Fack ju …
Nun fast 50 Jahre später wiederholt sich die Geschichte, nur mit dem Unterschied das die Leute glauben es sei total progressive politically incorrecte Comedy, die auch zotig ist.
Aus gründen musste ich mir den ersten angucken und was soll ich sagen es ist das selbe in grün, nee schlimmer da auf eine perfide Art und Weise der Inszenierung Jugendliche selber glauben der Film ist sooo drüber aber eigentlich auch gaaanz nah bei uns …
Der Film ist Kalkül pur, die Charakteren sind leere Stereotypen die alle samt schnell zum Zauberer von OZ sollten um Herz,Seele, und Witz zu erbitten.

Also ein kurzes Fazit
Dumm Vs noch Dümmerererer

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Harry Potter

Daniel der Zauberer

:kappa:

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Oldboy - Oldboy (올드보이) (2003)
Regie: Park Chan-wook
Choi Min-sik, Yoo Ji-tae, Kang Hye-jeong, Oh Dal-su
Die Geschichte basiert lose auf dem Manga Old Boy und ist nach Sympathy for Mr. Vengeance und vor Lady Vengeance der zweite Teil einer Rache-Trilogie von Park Chan-wook.

Ein unauffälliger Geschäftsmann wird von Gangstern gekidnappt und 15 Jahre lang in eine fensterlose Ein-Zimmer-Wohnung gesperrt.

Als ich den Film eher zufällig zum ersten mal gesehen habe, konnte ich nicht glauben was ich da gesehen habe. Er hat mich vollkommen weggeblasen, ein Film der mich total in seinen Bann gezogen hat.
Jede Sekunde ein filmisches Vergnügen. Ein Film der einfach auf keine Regeln setzt und dort hingeht, wo noch keiner vorhin war, in die Grausamkeit der menschlichen Seele und des Abgrundes der racheverwurzelten Gedankenwelt.
Ein Film, der an Kafka erinnert - aber an einen sehr schwarzen, düsteren und blutigen Kafka. Es gibt Bilder in Oldboy, die man sein Leben lang schwer vergessen wird.
Ich weiß das viele den Film langweilig, brutal oder überschätzt finden, bei mir hat sich Gott sei Dank die Wucht und die Traurigkeit des gezeigten direkt in mein Herz gespielt.

“Es gibt nur ganz wenige Filme, die von Hass und Rache aufrichtig erzählen”, sagt Chan-Wook-Park. “Diese Gefühle empfindet doch jeder einmal, trotzdem ist es moralisch verboten, sich dazu zu bekennen”, meint der Regisseur weiter. “Wenn ein Mensch die Lust hat, seine Rachegedanken rauszulassen, dann gibt es kein Ventil dafür. Es brodelt also nur in deinen Gedanken herum. Du wirst krank, wenn du das immer runterschluckst. Vielleicht lasse ich diese Gefühle in meinen Filmen raus.”

Oldboy (2013)
Regie: Spike Lee
Josh Brolin, Elizabeth Olsen, Samuel L. Jackson, Sharlto Copley

Der Filmdienst meinte: „Eine US-amerikanische Neuadaption eines japanischen Mangas, die sich sehr eng an den gleichnamigen südkoreanischen Thriller von Park Chan-Wook (2003) anlehnt, ohne dessen inszenatorische Virtuosität oder emotionale Wucht zu erreichen. Das Remake wirkt wie ein seelenloses Imitat, dessen grausame Gewalttätigkeit zum Selbstzweck gerinnt.

Für mich persönlich war ein Highlight Elizabeth Olsen und …
Ein solider Film von der technischen Seite und ein typisches US Remake ohne Raffinesse und doppeltem Boden.

Beim Original ist auch noch ein wunderbarer Soundtrack vorhanden von Cho Young-wuk.

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Jack rechnet ab - Get Carter (1971)
Regie: Mike Hodges
Michael Caine, Britt Ekland, Petra Markham, Ian Hendry, John Osborne

Der eiskalte Profikiller Jack Carter kehrt nach dem angeblichen Unfalltod seines Bruders Frank in seine Heimatstadt Newcastle zurück, denn er ist überzeugt, dass Frank ermordet wurde und hat beschlossen, ihn zu rächen.

Es gibt Filme, denen sieht man das Alter nicht an - abgesehen von der Mode. Dieser ist so einer. Sein Geheimnis der Zeitlosigkeit steckt nicht nur in der spannenden Story mit wohldosierten Highlights. Dazu zählen knallharte Schlägereien und Schiessereien, auch Tote gibt es ab und zu und für 1971 recht freizügigen Sex.
Der Film ist eine Art Ur-Crime-Story, vieles erinnert an Scorseses Taxi Driver (1976) oder an einen Sam Peckinpah Film. Carter hat sich festgelegt, ist festgefahren in einer Welt, die er selbst mit geschaffen hat. Sein Leben ist gelaufen.
Die Bilder von Wolfgang Suschitzky und die Musik Roy Budds tun ein Übriges, um die Kälte der sozialen Strukturen und der in ihnen handelnden Figuren deutlich werden zu lassen. Hervorragend sind auch die Schnitte, für die John Trumper verantwortlich war.
Das ist das besondere an diesem Film: Spiel der Akteure, Musik, Szenerie – all das stimmt, passt zusammen. Die Ärmlichkeit, Trostlosigkeit, Verlassenheit, das Heruntergekommene der Vorstädte Newcastles untermauern diese Atmosphäre.
Eher ruhig, fast bedächtig, mit spärlichen Dialogen inszeniert entrollt sich die Geschichte bis zum bitteren, aber nichtsdestotrotz logischen Ende.
Michael Caine spielt grandios und ist die coolste Socke in Britannien, der Film ist das Beste was das englische Kino je hervorgebracht hat. Ein weiterer persönlicher All Time Favorit.

Get Carter – Die Wahrheit tut weh - Get Carter (2000)
Regie: Stephen T. Kay
Sylvester Stallone, Miranda Richardson, Michael Caine, Rachael Leigh Cook, Rhona Mitra, Mickey Rourke, Alan Cumming, John C. McGinley, Gretchen Mol

Für mich ein vollends überflüssiges Hollywood-Remake. Der gesamte Film scheint um Stallones Image herum gebaut zu sein. Das nimmt dem Film seine Spontanität und wirkt konstruiert.
Das Lexikon des internationalen Films urteilte: Uninspiriertes, von England nach Amerika verlegtes Remake des gleichnamigen britischen Krimiklassikers aus dem Jahr 1971, das lediglich in einigen Details verändert und mit einem neuen Schluss versehen wurde.

Hier ein kleiner Leckerbissen für die Ohren, ein Stück aus dem Original Roy Budd Soundtrack von 1971.

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King Kong und die weiße Frau
( 1933 )

Spektakuläre Effekte, toll in Szene gesetzt…und auch nach über 80 Jahren vermag der Film einen mitzureißen, ein Meilenstein.

King Kong (1976)
von John Guillermin (1976)
Mit Jeff Bridges, Jessica Lange, Charles Grodin

Als Kind der klare Favorit, der Film lebt von seinen tollen Darstellern und für die damalige Zeit guten Effekten, bewegend, herzzerreißend,groß und fantastisch fotografiert.

King Kong (2005)
von Peter Jackson
Mit Naomi Watts, Jack Black, Adrien Brody
Thomas Kretschmann, Colin Hanks

Zwar hier und da etwas überladen, cgi overkill, aber besonders in den ruhigen Momenten kann der Film überzeugen…
Hier wäre definitiv etwas weniger mehr gewesen .

Mag alle drei Filme auf eine gewisse Art …auch wenn ich die zwei ersten klar bevorzuge :slight_smile:

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Ben Hur (1959)
Regie: William Wyler
Charlton Heston, Stephen Boyd, Haya Harareet, Jack Hawkins, Martha Scott, Cathy O’Donnell, Hugh Griffith, Sam Jaffe, Frank Thring

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Lew Wallace aus dem Jahr 1880.
Diese Geschichte wurde schon mehrmals verfilmt. 1907 entstand eine 12-minütige Verfilmung des Stoffes unter der Regie von Sidney Olcott und 1925 ein Stummfilmklassiker unter der Regie von Fred Niblo. Im Jahr 2003 entstand eine Zeichentrickversion des Stoffes, 2010 wurde eine 240-minütige Mini-Serie daraus gemacht.
Hier ein kleiner Ausschnitt aus einer Doku “Hollywood” von 1980 gesprochen von James Mason über das berühmte Wagenrennen aus dem Jahr 1925.

Zur Story:
Erzählt werden die Qualen des Judah Ben Hur, dessen bester Freund Messala dem römischen Imperium dient und so zu seinem erbittersten Feind wird.
Anlässlich eines Besuches von Messala in Hurs Haus eskaliert die Situation. Ein politischer Streit macht aus den beiden Freunden Feinde. Als wenig später während der Willkommensparade für den neuen römischen Statthalter ein herabfallender Stein von Hurs Haus diesen knapp verfehlt, schickt Messala Ben Hur zu den Galeeren und lässt seine Mutter und Schwester ins Gefängnis werfen. Doch Ben Hurs Racheschwur hält ihn all die Jahre als Galeerensklave am Leben, bis Freibeuter mit einer römischen Flotte, für die er rudert, in eine Seeschlacht geraten…

Wenn man an Monumentalschinken denkt oder an das alte Hollywood sich erinneren möchte, gehört dieser Film einfach dazu. Das für seine Zeit astronomisch hohe Budget von 16,2 Millionen Dollar umfasst unter anderem über eine Million Requisiten, 50.000 Komparsen und ganze 365 Sprechrollen.
Man könnte viel an Ben Hur kritisieren und seinen Status als Klassiker nach modernen Maßstäben allzu leicht ankratzen. Er verfügt über ein obligaten Hollywood’schen Kitschgehalt und entsprechendes Pathos. Der bombastische Soundtrack von Miklós Rózsa drängt sich mehr als einmal zu aggressiv in den Vordergrund und “Ben Hur” ist christlich.
Anderseits gibt sich die Hochglanzproduktion aber vor allem in technischer Hinsicht erstaunlich fortschrittlich, liefert eine trotz Schwächen überwiegend intelligente, vielschichtige Drehbuchvorlage und kann ihrem Ruf formal gerecht werden. Auch wenn historisch vielleicht nicht ganz korrekt und oftmals stark pathetisch, unterhält das emotionale, eindrückliche Actiondrama auch heute noch tadellos.
Ich mag Klassiker, ich mag den Film und spätestens zu irgendeinem Feiertag landet der Film im Player.

Ben Hur wurde unter anderem mit elf Oscars ausgezeichnet.

Der große Miklós Rózsa auf der Höhe seines Schaffens mit dem wunderschönen Love Theme.

Filmfakten Nr. 1: Sergio Leone war während der Dreharbeiten erster Assistent von William Wyler und hatte unter dem Pseudonym Bob Robertson die Führung des zweiten Kamerateams inne.

Filmfakten Nr. 2: Einer Anregung von Drehbuchautor Gore Vidal folgend versuchte William Wyler, zwischen Messala und Ben Hur eine homosexuelle Komponente einzubauen, und verabredete sich mit Messala-Darsteller Stephen Boyd in diesem Sinne. Ben-Hur-Darsteller Charlton Heston wurde darin nicht eingeweiht, weil befürchtet werden musste, dass der schon damals als sehr konservativ geltende Heston damit nicht einverstanden sein könnte. Die Wiedersehensszene gilt heute als ein darstellerischer Höhepunkt für Stephen Boyd/Messala. Als Heston davon später erfuhr, legte er wütenden Protest ein. Der Hass Messalas im Film ist also auch als Reaktion eines verschmähten Liebhabers zu lesen.

Ben Hur (2016)
Regie: Timur Bekmambetow
Jack Huston, Toby Kebbell, Rodrigo Santoro, Nazanin Boniadi, Ayelet Zurer, Pilou Asbæk, Sofia Black-D’Elia, Morgan Freeman

Viel Tamtam, wenig Gefühl. Alles ähnelt einer hölzernen, überteuerten Fernsehproduktion.

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Goldenes Gift - Out of the Past (1947)
Regie: Jacques Tourneur
Robert Mitchum, Jane Greer, Kirk Douglas, Virginia Huston, Paul Valentine, Rhonda Fleming, Richard Webb

Zur Story:
Eigentlich will Jeff Bailey (Robert Mitchum) mit seiner Freundin Ann ein neues Leben beginnen. Aber Jeffs Vergangenheit holt den Privatdetektiv ein. Einst sollte er für den Gangster Whit Sterling dessen durchgebrannte Freundin Kathie suchen. Er machte sie ausfindig und verfiel ihr. Jetzt soll Jeff für Sterling einen letzten Auftrag ausführen, und er weiß, dass er Kathie wieder treffen wird.

Letztendlich ist Goldenes Gift komplexer als die oben angegebene Inhaltsangabe, denn der Film teilt sich in zwei Abschnitte. Der erste Teil dieser umfassenden, ausgeklügelten Geschichte ist die Schilderung der Liebesgeschichte zwischen Kathie und Jeff mit anschließendem Mord an Baileys ehemaligen Partner. Diese Romanze stellt nicht nur einen Kontrapunkt zur folgenden, kalten Brutalität der Realität dar, sondern ist zudem filmisch souverän ausgestattet mit schwärmerischen Kameraeinstellungen, die diese ohnehin interessante Entwicklung zu einer ausgesprochen poetischen und zarten Liebesgeschichte werden lassen.
Noch ein großes Plus ist Jane Greer die als Kathie Moffat zweifellos eine der interessantesten weiblichen Gestalten in der Filmgeschichte darstellt, denn sie ist nicht nur eine für den Film Noir typische Femme Fatale, sondern ein ausgesprochenes Biest, das alle Männer ins Verderben stürzt und nur um ihr eigenes Überleben besorgt ist.
Der Film, der 1991 in das National Film Registry der USA aufgenommen wurde, besticht durch eindringliche, oftmals bedrohlich anmutende Schwarzweißbilder, deren Spiel mit Licht und Schatten schwelende Ambivalenzen und unheilvolle Tendenzen transportiert, die die Unentrinnbarkeit eines ungünstigen Schicksals ankündigen. Das ist große Filmkunst mit kleinen Details und ganz hervorragend agierenden Schauspielern, die ihre Charaktere in bitter-bösem Scheitern untergehen lassen.

Gegen jede Chance - Against All Odds (1984)
Regie: Taylor Hackford
Rachel Ward, Jeff Bridges, James Woods, Alex Karras, Jane Greer, Richard Widmark, Swoosie Kurtz, Saul Rubinek

Zur Story:
Barbesitzer Jake (James Woods) will seine Freundin (Rachel Ward) wiederhaben. Vor allem die 50.000 Dollar, die die Schöne mitgehen ließ. Sein Kumpel Terry (Jeff Bridges) stöbert die Braut in Mexiko auf und verliebt sich in sie. Jake ahnt was und schickt einen Killer hinterher…

Gegen jede Chance ist freilich kein echtes Remake, übernommen wurde nur die zynische Dreiecksbeziehung des Originals. Hackford war tatsächlich inspiriert, eine solch faszinierende und komplexe Liebesgeschichte wieder zu erzählen.
Am besten finde ich die Sequenzen mit Leidenschaft, denn Bridges und Ward erzeugen eine schön prickelnde sexuelle Spannung. Das Original ist der bessere Film, das Pseudo Remake aus 1984 hat den gewissen 80er Jahre Flair (den ich liebe) und einen der schönsten Filmsong der Kinogeschichte, geschrieben von Phil Collins ( Against All Odds ).
Für mich auch sehr schön ist die Schlussszene, wo der Song von Collins erklingt und die weinende, traurige, nachdenkliche und wunderhübsche Rachel Ward einfach nur in die Kamera schaut.

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Charlie staubt Millionen ab ( The Italian Job )
von Peter Collinson (1969)
Mit Michael Caine, Noël Coward, Raf Vallone, Benny Hill

Ja das original ist charmant, spannend, und toll in Szene Gesetzt, ein Heist movie der besonderen Art und ganz klar mitverantwortlich, den Mini zum Kult-Auto avancieren zulassen.

The Italian Job – Jagd auf Millionen
von F. Gary Gray (2003)
Mit Mark Wahlberg, Edward Norton
Jason Statham, Charlize Theron, Seth Green, Mos Def, Donald Sutherland

Auch hier obwohl ein Remake das einige Grundelemente verändert hat zb Ort …
ist er sehr kurzweilig und macht Spass, zwar etwas her das ich ihn gesehen hab aber wurde unter positiv abgespeichert, schöner Cast, toll choreographierte Verfollgungsjagden.

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Poltergeist (1982)
Regie: Tobe Hooper
JoBeth Williams, Craig T. Nelson, Beatrice Straight, Dominique Dunne, Oliver Robins, Heather O’Rourke, Zelda Rubinstein

Die amerikanische Musterfamilie Freeling lebt in der kalifornischen Fertigbausiedlung Cuesta Verde, wo ihr Alltag ebenso normal, wie unspektakulär verläuft. Bis auf die fünfjährige Carol-Anne, die nach Sendeschluss mit dem flimmernden Fernsehbild kommuniziert. Was harmlos beginnt, führt bald zu ungewöhnlichen Vorfällen und schließlich zu einem paranormalen Spektakel.

Regie führte offiziell Tobe Hooper, aber es wird gemunkelt, dass Steven Spielberg, der das Drehbuch schrieb und als Produzent im Hintergrund wirkte, den Film maßgeblich und entscheidend beeinflusst haben soll.Ich halte das für glaubwürdig, denn die gesamte Inszenierung trägt sehr deutlich die Handschrift von Spielberg.
Der Film ist ein Kind der 80er, mit toller Atmosphäre, unverbrauchten und glaubwürdigen Schauspielern, einen wunderbaren Soundtrack von Jerry Goldsmith und Special Effects die heute vielleicht altmodisch wirken, mich aber noch immer entzücken können.
So dauert es auch eine ganze Weile, ehe die Bedrohung gegen die Freelings greifbar wird. Poltergeist nimmt sich viel Zeit für die Figuren, ohne ihr Schicksal dabei deprimierend oder erzwungen komödiantisch zu zeigen. Vielmehr besitzt der Film eine gesunde Portion Humor, ohne dies allerdings zu übertreiben. Die Horrorstory bleibt übersinnlich und packend, der Film versucht nicht, die Hintergründe soweit zu erklären, dass keine Geheimnisse mehr übrig bleiben.
In seinem Genre bildet der Film damit einen Meilenstein und bleibt für mich auch nach Jahrzehnten ein zeitloser Klassiker.

Hier das wunderschöne Theme von Jerry Goldsmith.

Poltergeist (2015)
Regie: Gil Kenan
Sam Rockwell, Rosemarie DeWitt, Jared Harris, Kennedi Clements, Saxon Sharbino, Jane Adams

Wo im Original noch subtil Spannung aufgebaut wurde und sich die Ereignisse immer mehr steigerten, klatscht man hier gleich zu Beginn unheimliche Phänomene in die Fresse des Zuschauers.
Das Remake wirkt von vorne bis hinten durchkonstruiert, Szene für Szene wird lieblos aneinandergereiht und so etwas wie Spannung kommt erst gar nicht auf. Leider überzeugt auch der Cast nicht wirklich ob das Sam Rockwell, Jared Harris oder Rosemarie DeWitt ist. Am Ende hab ich den Film gesehen und wie fast bei allen modernen Horrorfilmen auch wieder fast vergessen.

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Den hab ich viel zu früh gesehen, konnte danach Wochenlang nicht schlafen …hätte lieber Braindead geguckt da hätte ich bestimmt damals weniger Alpträume gehabt, bis heute kann ich mir den nicht alleine angucken :wink:

Den neuen hab ich mal nebenbei laufen gehabt … na ja das sagt es ja schon :slight_smile:

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