Sorry, das wird jetzt eine Textwand 
Jau, vor 10 Jahren war es schon besser, als vor 20 Jahren, als ich angefangen habe, doch auch damals hatte Linux noch mehr als genug Baustellen.
Ich vermag zu behaupten, weil ich in meiner Depression wĂ€hrend der frĂŒhen PubertĂ€t unbedingt etwas machen wollte, was hervorsticht (kann ich mir auch bei anderen Nutzer*Innen in Variationen vorstellen, unabhĂ€ngig des Alters) und mich gut dabei fĂŒhlen kann, gestĂ€rkt durch mein ohnehin vorhandenes Interesse an Computern und verschiedenen Betriebssystemen, dass ich mir durch meine Linux-Only-Phase zur Windows 7, 8.0 und 8.1 Zeit, auch vieles spieletechnisch verkorkst habe, am PC.
Die alten ATi-Treiber, bevor AMD den Laden aufgekauft und die Treiber (auch fĂŒr Windows) neu geschrieben hat, waren unter Linux eine mittlere Katastrophe, damals gehörte es bei Spielern auch unter Linux zum guten Ton, sich eine GeForce zu kaufen.
Mit den Macken habe ich den UmstÀnden bedingt gelernt, umzugehen, welche der geschlossene Treiber mitgebracht hat, ein Linux Mint gab es damals noch nicht, Ubuntu konnte die Treiber auch noch nicht so sauber von sich aus installieren, wie dem heutzutage der Fall ist.
Windows-Spiele liefen auch damals schon, auch Steam ging bevor Valve ĂŒberhaupt die Steam Machines gebracht hat (ein Konzept, welches hoffentlich wieder aufgegriffen wird), aber verdammt, der KDE4 Desktop war so fehleranfĂ€llig, dass man sich lieber anderswo umgesehen hat.
Damals war teils ja auch noch Adobe Flash im Netz notwendig, beispielsweise fĂŒr Newgrounds oder YouTube. Das installieren, war gefrickel.
Der âAudioserverâ, also die Komponenten, welche zur Wiedergabe und Aufnahme von Ton zustĂ€ndig sind, waren damals im Umbau.
ALSA ist das GrundgerĂŒst, worauf auch das dann recht neue PulseAudio und in gewissem MaĂe PipeWire heutzutage aufsetzen.
Damals ist mir der Ton mehr als einmal abgeschmiert, Neustarten oder Konfigurationen anpassen war je nach System und Distro notwendig.
Der Zugriff auf NTFS-Dateisysteme lief ewig grottig, das hat sich meines Erachtens nach erst in den letzten Jahren wirklich so zum positiven gewandelt, dass ich sagen kann, jau, dann liegen Deine Daten erstmal halt auf der Windows-Seite, die kannste spĂ€ter noch rĂŒberschieben.
Habe ich Wine (die Grundlage von Proton, was im SteamDeck und im Linux-Client alles möglich macht) bereits erwÀhnt?
FĂŒr die Mehrheit der Sachen musste man hĂ€ndisch lange das Teil konfigurieren.
Ging damals wie heute zwar auch schon damals komfortabel ĂŒber winecfg, trotzdem musste man genau wissen, welche DLL-Dateien wie eingestellt sind.
Die AppDB von WineHQ und einzelene Blogs, die man durchs suchen im Netz gefunden hat, waren da die einzige Anlaufstelle, welche man teils hatte.
Irgendwann hat Humble Bundle gestartet, das war etwas vor Steam, was schön war, weil die anfangs wirklich noch Wert darauf legten, kleine Studios zu unterstĂŒtzen und sogar den OST und Quelltext der Spiele mitgeliefert haben, wenn man dort gekauft hat.
Manches startete trotzdem nicht.
Von der sogenannten AbhÀngigkeitshölle will ich gar nicht anfangen.
Die existiert fĂŒr an sich auch heute noch, da Bibliotheken auf die einzelnen Programmversionen, welche je nach Linux-Distribution verschieden sein können, nur sehr eingeschrĂ€nkt auf anderen Distris auch funktionieren.
Allerdings gibt es seit ein paar Jahren jetzt AppImages und viel wichtiger Flatpaks.
Die sind beide nicht perfekt in der Integration, haben aber den Vorteil, dass zumindest Flatpaks (abseits von Internetbrowsern) die Systemsicherheit erhöhen, aufgrund von isolierten und angepassten Berechtigungen, vergleichbar mit Android und iOS und viel wichtiger, unabhĂ€ngig von der benutzten Distribution fĂŒr alle funktionieren.
Rolling Release Distributionen wie openSUSE Tumbleweed und Arch, wo Software n den Paketquellen fortlaufend aktualisiert wird, haben hier weniger Schwierigkeiten, wenn Du jetzt jedoch sagst, Du willst es doch mal mit Mint oder Ubuntu auf dem Laptop versuchen, oder wenigstens mit SteamOS auf dem Deck oder Ally, an einem bestimmten Programm interessiert bist, ist die Wahrscheinlichkeit dank Flatpaks enorm groĂ, dass Du und ich auf dem selben Stand sind, da Flatpaks unabhĂ€ngig von der Distribution aktualisiert werden.
Das klingt sehr komplex, ist es aus Windows-Sicht auch, stelle es Dir jedoch am besten so vor, wie die Portable Apps, oder wie wenn wir Software vom F-Droid oder PlayStore beziehen und immer aktuell halten.
Und damals war das Terminal leider noch immer guter Ton.
Wie gesagt, fĂŒr viele eingesessene und Arch-Nutzer ist es dies noch immer.
In meiner Jugend habe ich dies aus Freude an der Sache auch mitgemacht, aber ganz ehrlich, wir sind mittlerweile viel weiter und nachdem meine Mama kurz vor der Pandemie verstorben ist, ist mir soviel Kraft und Motivation verloren gegangen, ich hab meine PrioritĂ€ten umgelegt, hab fĂŒr mich gemerkt, dass so etwas oft unnötig ist und viel zu viel Lebenszeit abverlangt, da will ich mittlerweile abseits von meinem NAS oder der Fernwartung von GerĂ€ten und zur Fehlersuche, auch nichts mehr damit zutun haben.
Mein Tipp fĂŒr jeden ist, nimmt Mint und falls es Euch gefĂ€llt, super.
Falls man mit Windows zufrieden ist, oder irgendwie damit klar kommt, auch toll, aber bitte hört auf, Linux und alles schlechtzureden, nur weil es im Jahr 2005 fĂŒr Euch nicht geklappt hat.
Umkehrt sage ich zu Linuxern halt auch, das Terminal soll mich in Ruhe lassen und wenn Leute mit Windows gut sind, ist das legitim, da GeschmÀcker verschieden sind.
Probleme, welche es definitiv noch gibt, sind VRR, spezielle Hardware (Highend VR-Headsets haben oft noch spezielle Software, auch wenn das meiste auf SteamVR aufsetzt) und auch die A/V-Produktion ist alles andere als ideal.
Soviel weiĂ ich.
Pauschal kann ich aber gar kein Urteil fÀllen, nur jedem, auch Dir raten, wenn Du es mal testen magst, geht das auch in einer Live-Umgebung vom USB-Stick.
Das funktioniert genauso, als wĂŒrdest Du die Windows-Installation vom Stick starten wollen, allerdings kannst Du fĂŒr an sich das System schon verwenden, ohne dass Deine SSDs und Platten wirklich angefasst werden.
Da viele Anwendungen heutzutage einfach WebApps sind und Spiele-Engines sowohl auch alles unterstĂŒtzen, verschwimmen die Grenzen auch immer mehr, was fĂŒr alle von Vorteil ist.
Oh und Linux Communities sind zu 95% noch immer krebsig 