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Gendern in Schrift und Wort

Wie gesagt, wenn sie die Geschlechter der Gruppe ansprechen wollen können sie das ja gerne tun. Die Möglichkeit gab es ja schon immer, auch vor dem Binnen-I, indem man sie eben gesondert anspricht.
Ist zwar auch nicht so elegant wie das generische Maskulin aber imo schöner zu hören als das Binnen-I.
Wenn sich jemand besser inkludiert fühlt wenn man ihn seines Geschlechts entsprechend anspricht ist das voll OK. Gesprochen für gemischte Gruppen dann aber gerne die längere Form.

Für mich war es eine neue Entwicklung, dass eben auch gesprochen gegendert wird.
Wie gesagt ich habe oberflächlich nach Gendern gesucht und keine threads gefunden. Verlinkt gerne mal ältere Threads.

Ich komme mit dem ganzen Thema mittlerweile auch relativ gut klar, nachdem ich unterbewusst im Hirn verstanden hab, statt / ein * zu setzen, schriftlich und das nochmal anders in Sprache betont wird.

Allerdings denke ich auch, dass die deutsche Sprache - so gern ich sie spreche und lese - nicht wirklich fürs gendern gemacht ist.
Zumindest aktuell nicht.

Die englische Sprache ist da viel neutraler, bei andern hab ich keine Ahnung.

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Ich weiß nicht was du mit „Auswirkung auf das Geschlecht einer Person“ meinst, aber es hat durchaus Auswirkungen auf die angesprochenen Personen.
Beispielsweise wirken geschlechterneutrale umschriebene Berufe als eher erreichbar auf Mädchen bereits im Kindesalter als welche, die im generischen Maskulinum geschrieben wurden:

https://doi.org/10.1016/j.jvb.2013.01.008

Der Variante mit Binnen-I soll afaik auch nicht-binäre Geschlechter ansprechen (bitte korrigiert mich, falls ich falsch liege). Das kann man imo gut finden oder nicht, aber wenn RBTV das so halten möchte, dann sollte man es denke ich respektieren.

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Ich meine das nur grammatikalisch und nicht auf das Geschlecht der Person. Also, dass es da eben einen Unterschied gibt. Der Arzt, grammatikalisch männlich kann biologisch weiblich sein. In anderen Sprachen geht das manchmal nicht, da kann es keine generischen Wortebgeben, da muss das grammatikalische Geschlecht auch das der Person sein.

Das mit der gender fair language kenne ich auch. Ich glaube auch, dass da etwas dran ist, aber dass es andere Wege gibt als es nur über die Sprache regeln zu wollen. Und wenn man es sprachlich machen möchte, dann eben gerne Ärztinnen und Ärzte sagen.
Bei meiner Nichte und meinem Neffen, beide im Grundschulalter, handhabe ich es so, dass wenn einer sagt, das sind ja Mädchen oder Jungs Farben/Spielzeug etc., dass ich sage, sowas wie reine Jungs/Mädchen Sachen gibt es nicht, jeder kann die Farben oder das Spielzeug haben, dass er mag. Das finde ich wichtiger als nur auf korrekte Sprache zu setzen. Man kann nämlich korrekt gegendert werden und dennoch diskriminiert werden oder unterrepräsentiert sein. Wenn sich an der Einstellung nichts ändert, bringt die Sprache auch nur bedingt etwas.

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Wie Nesis90 geschrieben hat, inkludiert die Aussprache auch Nicht-Binäre Menschen (statt des „Spielerinnen und Spieler“).
Ein sehr plastisches Beispiel, wie absurd das generische Maskulinum ist:

Rätsel: Ein Vater und sein Sohn haben einen Auto­unfall. Der Vater wird dabei getötet, das Kind schwer verletzt. Als das Kind in den OP-saal gebracht wird, sagt einer der Chirurgen: „Ich kann diese Operation nicht durchführen, dieser Junge ist mein Sohn.“ Wie ist das möglich?

Threads konkret über dieses Thema kenne ich gerade auch keine. In folgenden Threads wurde aber auf jeden Fall schon mal diskutiert:



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Das Konzept des grammatikalischen Maskulinum ist mir bewusst, aber anscheinend gibt es ja doch einen Unterschied zwischen Gemeintem und Interpretierten.

Ich gebe dir natürlich recht. Dass sich überhaupt jemand diskriminiert fühlt dem liegen gesellschaftliche Strukturen zugrunde. Aber ob ich den zitierten Satz so sagen würde weiß ich nich. Was, wenn eine sensiblere Sprache schon etwas an der Einstellung ändert? Die Frage ist rhetorisch und ich kann sie dir auch nicht beantworten. Ich würde das ganze Konzept persönlich aber nicht pauschal ablehnen.

Ich habe ja auch gesagt, dass ich das Konzept der gender fairen Sprache verstehe und auch kein Problem damit habe, mir geht es ja eben nur wie es sprachlich umgesetzt wird.
Ich weiß jetzt auch nicht wie man nicht binäre Geschlechter anspricht, außer eben mit dem generischen Maskulin. Bei Ärzt|innen ist ja im Wort auch kein nicht binäres Geschlecht ersichtlich (ist ja eine Verbindung von Arzt und Ärztin) , sondern wenn dann nur über die Definition und dann könnte man ja auch wieder das generische Maskulin nehmen, da das ja eben auch per Definition generisch ist und Alles abdeckt.

https://gb.uni-koeln.de/e2106/e2113/e16894/2019_Leitfaden_GendergerechteSprache_19022020_32_Poster_Webausgabe_ger.pdf

Punkt 2.2 oder wenn es sich anbietet auch so wie unter Punkt 3

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Sprich einfach jeden und jede so an wie er oder sie es dich wünscht. Habe ich gelernt dass ein guter Weg ist. (Und nein ich habe leider noch nicht gelernt wie ich im oberen Satz auch binäre Geschlechter mitanspreche :frowning: )

Also könnte man, wenn man weiß die Gruppe identifiziert sich rein männlich und weiblich, die Spielerinnen und Spieler sagen, ansonsten z.B. die Spielenden. Fände ich auch eleganter als Spieler|innen.

Ich denke ja, aber ich denke ich auch bin der falsche Ansprechpartner für sowas. Wenn du dich weiter dazu informieren willst schau vielleicht mal in den von Braunbaer erwähnten Thread schauen und da nachfragen. Da wird dir wahrscheinlich eher geholfen und vielleicht sogar von Leuten, die das direkt betrifft.

Wenn ich mit Leuten in Kontakt komme, die es betrifft kann man ja direkt mit ihnen reden und fragen wie sie angesprochen werden möchten.
Mir ging es ursprünglich ja darum über die Sprache on air zu reden und was sich mMn besser anhört als Spieler|innen und warum man diese Variante in der Sprache nutzt. Also ich hab jetzt zumindest schonmal erfahren, dass Spieler|innen per Definition auch non Binäre einschließt (wobei wenn man die Lücke nicht mitspricht man auch wieder nur Frauen anspricht) und man es deswegen verwendet.
Ich mache hier aber nochmal Werbung für die Spielenden.

Finde ich auch am besten.
Ich nutze auch immer solche Begriffe, wenn sie mir einfallen. Spielende, Studierende, usw.
Leider gibt es diese Option nicht immer. Dann versuche ich die Lücke mitzusprechen.

Ich find Gendern super, es tut niemandem weh, macht Sätze im Zweifel nur kürzer, z.B. „Liebe:r Kund:innen“ statt „Liebe Kundinnen und Liebe Kunden“ und inkludiert auch nicht-binäre Geschlechter.

Die ganze Diskussion um die Zerstörung der deutschen Sprache ist ein unsäglich unnötiger Nebenkriegsschauplatz. Und klar ist es eine Umgewöhnung, die aber mit der Zeit immer Leichter fällt. Jobtechnisch nutze ich es mittlerweile auch und bin auch sukzessive dabei unsere firmeninternen Papiere durchzugendern. Und auch im Privaten wie z.b. hier Rusty Beans - Der Rust Community Server ziehe ich das durch. Denn so geht’s in den Kopf und bleibt auch da :slight_smile:

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So unnötig finde ich die Diskussion um die Sprache nicht. Es gibt ja wie gesehen auch andere Möglichkeiten sprachlich zu inkludieren ohne das Binnen-I.
Schriftlich hab ich wie gesagt auch kein Problem mit dem Binnen-I um Sätze abzukürzen. Im Gespräch nehme ich mir dann die Zeit Liebe Kundinnen und Kunden oder liebe Einkaufende zu sagen.

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Liebe Einkaufende ist ja ebenso unkompliziert wie Studierende. Es gibt aber leider einfach Wörter bei denen es nicht klappt und damit, was ja sonst mit dem :Innen nicht passiert, nicht-binäre Personen diskriminiert werden.
Klar ist das nur ein kleiner Anteil der Menschen. Aber gerade diese Vielfalt macht uns im Gesamten ja aus.

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Ist am Ende einfach nur Gewohnheit. Ich benutzte das Binnen-I inzwischen einfach automatisch. Mache mir da keine Gedanken mehr drüber. Allerdings passiert dafür das Gegenteil. Wenn jemand „Spieler“ sagt, bin ich irritiert und frage mich ob nur die Männer gemeint sind.

Ich finde es gerade als Mann immer schwer sich hinzustellen und zu behaupten das wäre doch gar nicht so schlimm. Ich glaube wenn man von einer Diskriminierung nicht betroffen ist, ist es immer leicht das abzutun und anderen ihre Diskriminierung abzusprechen. Am Ende ist doch eigentlich kein Problem sich ein bisschen umzustellen, wenn andere dafür ein besseres Gefühl haben bzw. sich eingeschlossen fühlen.

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Da könnte man ja wieder das Fass aufmachen, dass das generische Maskulin ja auch Alle Identifikationen abbilden kann und somit am einfachsten wäre…
Aber ich hab ja schon gesagt, dass ich bei gegenderter Sprache mit an Bord bin und welche Varianten ich bevorzuge.

So mache ich es und geht es mir auch.

Und perfekt zusammengefasst! :slight_smile: Es ist einfach eine Hör-Gewöhnung, so wie es jahrelang üblich und gewohnt war, das „generische Maskulinum“ zu verwenden, werden wir uns in ein paar Jahren über ein Spieler*innen mit gesprochener Pause auch nicht mehr wundern.

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