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Gendern in Schrift und Wort

Mir ist heute das erste Mal aufgefallen, dass in einem Video (Codenames) im Gesprochenen Wort gegendert wurde.
Ich finde das Thema interessant und würde gerne eure Meinung dazu wissen.
Ich habe kein Problem mit dem generischen Maskulin und verstehe nicht, warum man denkt, dass das grammatikalisch Geschlecht eine Auswirkung auf das Geschlecht einer Person hat.
Bei Codenames wurde beispielsweise Spieler:innen gesagt. Ich bin weiterhin der Meinung man könnte hier auch einfach Spieler sagen.
Wenn man es aber den Geschlechtern der Teilnehmer gerecht sagen möchte, sollte man meiner Meinung nach Spieler und Spielerinnen bzw. Spielerinnen und Spieler sagen.
Spieler:innen finde ich im gesprochenen doch sehr unangenehm.
I m geschriebenen finde ich es OK, würde persönlich aber auch eher Spieler bzw. Spieler und Spielerinnen/Spielerinnen und Spieler bevorzugen.
Wie seht ihr das?
Ich fände es auch interessant von offizieller Seite zu hören warum man sich im gesprochenen Wort für das Spieler:innen und nicht das Spielerinnen und Spieler entschieden hat.

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Ich glaub Fabian macht das schon seit Ewigkeiten und es wurde hier auch schon mehrmals diskutiert. Trotzdem danke für deine Meinung.

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Ich habe vor erstellen des Threads in der Forensuche nach Gendern gesucht und nichts gefunden.
Ich schaue nicht viele Sendungen mit Fabian deswegen ist es mir wohl erst jetzt aufgefallen. Wobei ich es gar nicht bei Fabian gehört habe sondern bei einer Off Sprecherin.

im Du Bist Thread wurde es auf jeden Fall schon mal vor einiger Zeit angesprochen.

Mir geht es ähnlich wie dir. Mich irritiert die Unterbrechung beim gesprochenen Binnen-I irgendwie jedes Mal wieder. Musste mir die Erklärung gestern zweimal anschauen, weil ich da zwischendurch einfach gedanklich raus war.

Aber es wird nachher bestimmt jemand hier vorbeikommen, der dir genau erklärt warum das korrekte Gendern unbedingt sein muss…

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Nein, bei solchen dümmlichen Sätzen verzichte ich da lieber drauf. :upside_down_face:

Außerdem wurde dazu schon mehrmals alles geschrieben hier im Forum. Die Diskussion muss nun wirklich nicht erneut aufgemacht werden.

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Wie gesagt, wenn sie die Geschlechter der Gruppe ansprechen wollen können sie das ja gerne tun. Die Möglichkeit gab es ja schon immer, auch vor dem Binnen-I, indem man sie eben gesondert anspricht.
Ist zwar auch nicht so elegant wie das generische Maskulin aber imo schöner zu hören als das Binnen-I.
Wenn sich jemand besser inkludiert fühlt wenn man ihn seines Geschlechts entsprechend anspricht ist das voll OK. Gesprochen für gemischte Gruppen dann aber gerne die längere Form.

Für mich war es eine neue Entwicklung, dass eben auch gesprochen gegendert wird.
Wie gesagt ich habe oberflächlich nach Gendern gesucht und keine threads gefunden. Verlinkt gerne mal ältere Threads.

Ich komme mit dem ganzen Thema mittlerweile auch relativ gut klar, nachdem ich unterbewusst im Hirn verstanden hab, statt / ein * zu setzen, schriftlich und das nochmal anders in Sprache betont wird.

Allerdings denke ich auch, dass die deutsche Sprache - so gern ich sie spreche und lese - nicht wirklich fürs gendern gemacht ist.
Zumindest aktuell nicht.

Die englische Sprache ist da viel neutraler, bei andern hab ich keine Ahnung.

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Ich weiß nicht was du mit „Auswirkung auf das Geschlecht einer Person“ meinst, aber es hat durchaus Auswirkungen auf die angesprochenen Personen.
Beispielsweise wirken geschlechterneutrale umschriebene Berufe als eher erreichbar auf Mädchen bereits im Kindesalter als welche, die im generischen Maskulinum geschrieben wurden:

https://doi.org/10.1016/j.jvb.2013.01.008

Der Variante mit Binnen-I soll afaik auch nicht-binäre Geschlechter ansprechen (bitte korrigiert mich, falls ich falsch liege). Das kann man imo gut finden oder nicht, aber wenn RBTV das so halten möchte, dann sollte man es denke ich respektieren.

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Ich meine das nur grammatikalisch und nicht auf das Geschlecht der Person. Also, dass es da eben einen Unterschied gibt. Der Arzt, grammatikalisch männlich kann biologisch weiblich sein. In anderen Sprachen geht das manchmal nicht, da kann es keine generischen Wortebgeben, da muss das grammatikalische Geschlecht auch das der Person sein.

Das mit der gender fair language kenne ich auch. Ich glaube auch, dass da etwas dran ist, aber dass es andere Wege gibt als es nur über die Sprache regeln zu wollen. Und wenn man es sprachlich machen möchte, dann eben gerne Ärztinnen und Ärzte sagen.
Bei meiner Nichte und meinem Neffen, beide im Grundschulalter, handhabe ich es so, dass wenn einer sagt, das sind ja Mädchen oder Jungs Farben/Spielzeug etc., dass ich sage, sowas wie reine Jungs/Mädchen Sachen gibt es nicht, jeder kann die Farben oder das Spielzeug haben, dass er mag. Das finde ich wichtiger als nur auf korrekte Sprache zu setzen. Man kann nämlich korrekt gegendert werden und dennoch diskriminiert werden oder unterrepräsentiert sein. Wenn sich an der Einstellung nichts ändert, bringt die Sprache auch nur bedingt etwas.

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Wie Nesis90 geschrieben hat, inkludiert die Aussprache auch Nicht-Binäre Menschen (statt des „Spielerinnen und Spieler“).
Ein sehr plastisches Beispiel, wie absurd das generische Maskulinum ist:

Rätsel: Ein Vater und sein Sohn haben einen Auto­unfall. Der Vater wird dabei getötet, das Kind schwer verletzt. Als das Kind in den OP-saal gebracht wird, sagt einer der Chirurgen: „Ich kann diese Operation nicht durchführen, dieser Junge ist mein Sohn.“ Wie ist das möglich?

Threads konkret über dieses Thema kenne ich gerade auch keine. In folgenden Threads wurde aber auf jeden Fall schon mal diskutiert:



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Das Konzept des grammatikalischen Maskulinum ist mir bewusst, aber anscheinend gibt es ja doch einen Unterschied zwischen Gemeintem und Interpretierten.

Ich gebe dir natürlich recht. Dass sich überhaupt jemand diskriminiert fühlt dem liegen gesellschaftliche Strukturen zugrunde. Aber ob ich den zitierten Satz so sagen würde weiß ich nich. Was, wenn eine sensiblere Sprache schon etwas an der Einstellung ändert? Die Frage ist rhetorisch und ich kann sie dir auch nicht beantworten. Ich würde das ganze Konzept persönlich aber nicht pauschal ablehnen.

Ich habe ja auch gesagt, dass ich das Konzept der gender fairen Sprache verstehe und auch kein Problem damit habe, mir geht es ja eben nur wie es sprachlich umgesetzt wird.
Ich weiß jetzt auch nicht wie man nicht binäre Geschlechter anspricht, außer eben mit dem generischen Maskulin. Bei Ärzt|innen ist ja im Wort auch kein nicht binäres Geschlecht ersichtlich (ist ja eine Verbindung von Arzt und Ärztin) , sondern wenn dann nur über die Definition und dann könnte man ja auch wieder das generische Maskulin nehmen, da das ja eben auch per Definition generisch ist und Alles abdeckt.

https://gb.uni-koeln.de/e2106/e2113/e16894/2019_Leitfaden_GendergerechteSprache_19022020_32_Poster_Webausgabe_ger.pdf

Punkt 2.2 oder wenn es sich anbietet auch so wie unter Punkt 3

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Sprich einfach jeden und jede so an wie er oder sie es dich wünscht. Habe ich gelernt dass ein guter Weg ist. (Und nein ich habe leider noch nicht gelernt wie ich im oberen Satz auch binäre Geschlechter mitanspreche :frowning: )

Also könnte man, wenn man weiß die Gruppe identifiziert sich rein männlich und weiblich, die Spielerinnen und Spieler sagen, ansonsten z.B. die Spielenden. Fände ich auch eleganter als Spieler|innen.

Ich denke ja, aber ich denke ich auch bin der falsche Ansprechpartner für sowas. Wenn du dich weiter dazu informieren willst schau vielleicht mal in den von Braunbaer erwähnten Thread schauen und da nachfragen. Da wird dir wahrscheinlich eher geholfen und vielleicht sogar von Leuten, die das direkt betrifft.

Wenn ich mit Leuten in Kontakt komme, die es betrifft kann man ja direkt mit ihnen reden und fragen wie sie angesprochen werden möchten.
Mir ging es ursprünglich ja darum über die Sprache on air zu reden und was sich mMn besser anhört als Spieler|innen und warum man diese Variante in der Sprache nutzt. Also ich hab jetzt zumindest schonmal erfahren, dass Spieler|innen per Definition auch non Binäre einschließt (wobei wenn man die Lücke nicht mitspricht man auch wieder nur Frauen anspricht) und man es deswegen verwendet.
Ich mache hier aber nochmal Werbung für die Spielenden.

Finde ich auch am besten.
Ich nutze auch immer solche Begriffe, wenn sie mir einfallen. Spielende, Studierende, usw.
Leider gibt es diese Option nicht immer. Dann versuche ich die Lücke mitzusprechen.

Ich find Gendern super, es tut niemandem weh, macht Sätze im Zweifel nur kürzer, z.B. „Liebe:r Kund:innen“ statt „Liebe Kundinnen und Liebe Kunden“ und inkludiert auch nicht-binäre Geschlechter.

Die ganze Diskussion um die Zerstörung der deutschen Sprache ist ein unsäglich unnötiger Nebenkriegsschauplatz. Und klar ist es eine Umgewöhnung, die aber mit der Zeit immer Leichter fällt. Jobtechnisch nutze ich es mittlerweile auch und bin auch sukzessive dabei unsere firmeninternen Papiere durchzugendern. Und auch im Privaten wie z.b. hier Rusty Beans - Der Rust Community Server ziehe ich das durch. Denn so geht’s in den Kopf und bleibt auch da :slight_smile:

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