Gibt es Games, bei denen ihr geweint habt?

Ging mir manchmal auch so, Arthur Morgans Schicksal - und seine Wandlung (ich habe ihn immer die ehrenhafteren Handlungen in der Story ausführen lassen) - ist mir sehr unter die Haut gekrochen. Ich wollte unbedingt, dass aus ihm ein guter Mensch wird. Fast so, als wollte ich in seiner Figur meine eigene Seele retten. („John made it. He’s the only one. The rest of us … no. But … I tried. In the end … I did.“)

Das Intensivste aber, was ich bei einem Videospiel jemals erlebt habe, war die von mir schon angesprochene Strand-Sequenz am Ende von „The Last of Us 2“. Ich war bereits in einer sehr angegriffen-ergriffenen Stimmung, als Ellie Abby entdeckte und sie sich wortlos ansahen. Die Umstände ihres Aufeinandertreffens waren schon besonders alptraumhaft. Abbys äußere Erscheinung und ihr Verhalten in der Sequenz hat mich dann schon innerlich total erweicht - und als Ellie sich dann am Ufer plötzlich zu ihr umdrehte und „I can’t let you leave.“ sagte, da war in mir alles in Aufruhr. Abbys Antwort - „I`m not doing this.“ - hat dann meine ersten Tränen fließen lassen … und in den folgenden, extrem qualvollen Minuten habe ich dann immer wieder - dammbruchartig flennend - „Nein! … Nein! … Nein!“ gestammelt (es wurde mir endgültig klar, dass Abby genauso wie Ellie und Joel in meinem Herzen angekommen war) … und als die Strand-Sequenz ihr Ende fand, habe ich wirklich zitternd das Gamepad weggelegt und einen Heulkrampf bekommen. Ich glaube wirklich, dass mich diese Ereignisse am Strand nie richtig loslassen werden. Es ist wahrhaft genial, was die Entwickler da geschaffen haben. Dieses Ende gibt auf eine sehr schlüssige Weise sehr viel zu denken. Es ist grausame Poesie.

EDIT: Am Ende war Abby für mich sogar eine Art Symbol der Hoffnung, dass ein Mensch, schwer traumatisiert, voller Schuld und in einem tiefen Konflikt mit sich selbst, sich ändern kann, vom Pfad des Hasses auf den Weg der Liebe zurückfinden kann - und die Gnade erfahren kann, die er selbst früher nicht in sich hatte. Am Ende habe ich in ihr durch ihre Liebe zu Lev auch Joel wiedererkannt, den Mann, den sie aus Hass getötet hat … und diese Erkenntnis war mit Worten nicht zu beschreiben.

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