Tja, und dann wundert sich Deutschland über kränkelnde Wirtschaft weil Führungspositionen mit guten Freunden und deren Kinder besetzt wurden. Wer kennt nicht inkompetente Vorgesetzte.
Ach ja, und Geschäftsführer*in kannst du auch immer werden. Kompetenz nicht nötig.
Achja und Wissenschaft und Forschung darf natürlich nie Selbstzweck sein, Forschung muss zur Wertschöpfung beitragen! GeldGeldGeld! WirtschaftWirtschaftWirtschaft!
Übungsgruppen, extra Veranstaltungen und so sind auch so ein Ding… Also natürlich gut, wenn sowas angeboten wird.
Doch bei mir war es z.B. so, dass ich als einfachen Weg 2 Stunden zur Uni gebraucht habe.
Mit Bafög waren auch damals schon Mieten nicht bezahlbar (und auch jetzt wird es nach zig Jahren wohl entgegen vorheriger Versprechungen doch nicht erhöht, da man lieber günstigen Sprit will ).
Wenn die Termine für einen persönlich so blöd liegen, dass es sich aufgrund der langen Fahrzeit nicht lohnt, ist es schwierig, sowas überhaupt zu nutzen.
Noch dazu der soziale Aspekt, weil man sich kaum spontan zu irgendwas verabreden kann.
Mit mehr Kohle oder Beziehungen hätte ich bestimmt nochmal eine Note besser geschafft
Habe dennoch solche Veranstaltungen besucht und gerne gemacht. Da war ich an so einem Tag gut 16 Std. unterwegs.
Aber falls es dich beruhigt: Bringen tut es einem auch nur minimal was, weil Praktikum bei Person/Institution/Unternehmen immer mehr Wert sein wird. Und an diese Stellen kam man zu 99% via Vit B.
Finde btw. sowieso, dass Pendeln Ernst genommen werden sollte. Gab eine Dozentin, die nicht verstanden hat, warum ein SPONTANES Seminartreffen für mich bspw. schwer planbar war. Bist du 4 Std. für knappe 90 Min. unterwegs. Noch geiler, wenn der Scheiß vor Ort abgesagt wurde (Zettel an Tür).
Hab ich auch eine zeitlang gemacht, später dann nur bei den ganz wichtigen.
Nur wenn man so lang unterwegs ist und merkt, dass man in derselben Zeit auch selbst pauken kann, plus das ganze ja auch geistig und körperlich auslaugend ist, muss man sich irgendwo entscheiden.
Am meisten bringen solche Übungen ja auch nur, wenn man sich vorher bereits mit dem Stoff auseinandergesetzt hat und gezielt Fragen stellen kann. Lernen in der Bahn ging je nach Energie und Fahrgäste mal mehr mal weniger gut
Praktika waren auch so ein Ding, ja… Manche einfach direkt nach BMW, auch wenn sie eigentlich nicht allzu gut sind und ich einfach wild durch die Gegend beworben, zwar zum Glück auch was cooles bekommen, aber z.B. für die Abschlussarbeit aufgrund fehlender Beziehungen auch nicht wirklich was „gutes“ gekriegt.
Klar geht’s auch so irgendwie, aber mit andern Vorraussetzungen ist es halt leichter.
Vor allem wenn man eh schon sozial nicht so anknüpfen kann und schnell erschöpft ist
Genau, wenn was ausgefallen ist und man das erst auf dem Weg oder vor Ort erfahren hat, war das auch immer ein Downer
Wie genau stellst du dir das vor? Du schreibst über ein Studium (je nachdem welches) zig Klausuren, schreibst Hausarbeiten, absolvierst Praktika, arbeitest in Seminaren mit, nimmst an Exkursionen teil und schreibst am Ende eine Abschlussarbeit. Alles Sachen, die für den Abschluss notwendig sind und ggf. in die Endnote mit reinspielen. Das sind zusammengerechnet extrem viele Prüfungsstunden. Wie soll das eine Prüfungsinstanz ersetzen?
Außerdem bekommst du an der Uni nicht nur Wissen vermittelt, sondern bekommst es auch kuratiert. Klar kann man sich mittlerweile eigentlich alles irgendwo selbst beschaffen, aber woher soll man wissen, wo man anfängt und aufhört?
Es bleibt so aber Gatekeeping, da es Zugangsvoraussetzungen gibt. Die braucht es nicht. Es reicht völlig, wenn das Wissen nachgewiesen werden kann.
Wie das Wissen erlangt wird ist irrelevant. Nur hat jemand ohne Schulabschluss oder anderen Eigenschaften, die ein Studium verhindern/maßgeblich erschweren, gar nicht die Möglichkeit zu partizipieren, obwohl das Wissen vorhanden ist.
Wie gesagt, das Bildungssystem dient in erster Linie der Auf-/Abwertung von Menschen. Ein Studium ist heutzutage nur noch ein Werkzeug, es dient nur noch sehr selten dem wissenschaftlichen Gedanken. Der Abschluss ist nur noch Prestige und hat nur noch einen monetären Wert.
Die ließen sich abbauen, relativ problemlos sogar mMn.
So Konzepte wie numerus clausus oder Aufnahmeprüfungen trotz vorhandener/n Matura/Abitur sind auch ein Witz.
Ist mir irgendwie zu fatalistisch. Ja es gibt Ungleichheiten und Beziehungen sind vom Vorteil, aber auch Beziehungen kann man sich erarbeiten und es sind auch 99% der Stellen, die über Vitamin B vergeben werden.
NC-Werte haben doch nur Studiengänge, bei denen es mehr Bewerber gibt als es die Kapazität zulässt. Die Werte ergeben sich ja auch jedes Semester aufs neue und sind einfach die Noten/Wartesemester der zuletzt zugelassenen Person, das sind keine starren „Mindestvoraussetzungen“ und halt auch kein Gatekeeping.
Gibt ja auch Studiengänge ohne Zulassungsbeschränkung, da braucht man halt einfach Abitur (oder halt ne andere Hochschulzugangsberechtigung).
Und auch das kann man nachholen, wenn mans nich hat, ask me how I know
@HerrNie Du hast jetzt auch irgendwie nur wiederholt, was du eh schon geschrieben hast und keine meiner Fragen beantwortet
NCs sind schon Gatekeeping. Für den Studiengang angepasste Zulassungstests wären da sinnvoller. Für einen angehenden Arzt ist es schlicht nicht wichtig, ob er in Geographie und Geschichte gut war.
Ingenieursstudiengänge haben meist keine Zulassungs-Bedingungen (abgesehen vom Abitur) und hier sehe ich Prüfungen als absolut notwendig an.
Wenn die Uni bescheinigt „Diese Person weiß, wie eine Brücke zu konstruieren ist“, dann muss ich das in meinem Bewerbungsgespräch nicht noch einmal so genau abfragen. Das spart einem HR-Department Ewigkeiten, wenn es eine Instanz gibt, die solche Bescheinigungen ausstellt. Und das ist nun einmal eine Universität.
NC führen nur dazu, dass die Leute im Ausland studieren und sind genauso wie andere Zulassungsbeschränkungen für mich schlicht eine Ausrede dafür, dass man nicht mehr in Unis investieren möchte und Kapazitäten schafft. Ich bin der Meinung, wenn wer Matura/Abitur o.ä. hat, darf die Person alles studieren, was sie will, ohne jegliche Form von Testung.
30% werden nach wie vor rein nach Note vergeben. Wenn man das andere Verfahren sowieso schon etabliert hat, kann man das auch direkt für alle ausweiten.
Das halte ich auch für eine sinnvolle Investition, aber ohne das ist das Abschaffen von Zulassungsbeschränkungen halt eher schwierig.
Aber ich würd nich drauf Wetten, dass das bald passiert, nachdem aktuell sogar die Streichung der Erhöhung des BAföG diskutiert wird
Es ist halt die Frage, wie viel Geld man für die Erweiterung der Kapazitäten ausgeben will, um dann nur eine noch höhere Abbruchquote zu haben. Aktuell liegt die Quote bei etwa 30%, in Sprachwissenschaften und Naturwissenschaften sogar bei 50%.
Jetzt ist natürlich die Frage, ob Abiturienten, die schon in der Schule eher mittelprächtig waren, sich in der Uni besser schlagen, als ihre Kommilitonen. Und kurze Recherche sagt mir, dass eine gewisse Korrelation zwischen Studienerfolg und Abiturnote besteht.
Ich würd jetzt Studienabbrüche nicht primär mit der Abiturnote in Verbindung setzen. Im Laufe meines Studiums hab ich einige kennengelernt, die aus ganz unterschiedlichen Gründen das Studium abgebrochen haben. Kein einziger davon hats wegen zu schlechter Noten oder weil die Person es kognitiv nicht gepackt hätte abgebrochen. Heißt nicht, dass das nicht auch passiert. Aber ich halte das nicht zwingend für den Hauptgrund. Viel eher sind es andere Dinge wie das falsch gewählte Studium oder sozioökonomische Gründe.