Kino+ 2021 (Kino Plus)

Von wem ist es denn ein Biopic?

Green Book basiert auf der Lebensgeschichte von Tony Lip, der in den 1960er Jahren Chauffeur des Pianisten Don Shirley wurde.

Von Tony Vallelonga und Don Shirley

Ach komm, die Namen hast du recherchiert.

Mal abgesehen davon dass ichs weiß, was hat das damit zu tun?

Mir ist schon klar, dass der Film auf den Erlebnissen zweier echter Personen beruht, aber das macht für mich noch kein Biopic aus. Es ist doch völlig egal ob die beiden Figuren echt gelebt haben, oder ob es ein fiktiver Stoff ist. Dass es auf wahren Begebenheiten beruht ist doch nur die kleine Kirsche auf der Torte, damit die Zuschauer_innen im nachhinein noch ein wohliges Gefühl bekommen.
Es gibt doch niemanden der sich den Film anguckt weil er schon immer mal mehr über Tony Vallelonga erfahren wollte.

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Ich versteh schon was du meinst, aber dass es sich um echte Personen und Geschehnisse handelt ist nunmal die eine Sache die ein Biopic ausmacht, sonst ist es eben ein Drama.

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Ah ich würde denke ich schon eher @MaxiMabuse zustimmen, der Begriff Biopic hängt stark mit den Personen selbst und der Strahlkraft (und vielleicht sogar einer Art Mythologisierung?) dieser zusammen.
Es gibt schon auch hier natürlich Ausnahmen, das ist klar, aber nicht jeder Stoff, der auf einer realen Person basiert und diese Geschichte erzählt, ist automatisch ein Biopic.
So, wie auch nicht jeder Film mit einem Geist, automatisch ein Horrorfilm ist - platt gesprochen.

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Mishima von Paul Schrader ist ein sehr gutes Beispiel wie unfassbar gut, wunderschön und kreativ ein Biopic sein kann. Dabei werden mehrere erzählerische Komponenten verworben und am Ende gibt es ja ein Kapitel, was direkt aus dem Leben gegriffen ist. Finde es sollte auch mehr solche geben.


An sich könnte ich das ja jeden bei Kino+ vorwerfen. Die wohl am meisten zur Filmhistorie wissen, waren dann doch eher immer Gäste wie Memo, Tino Hahn, Wolfgang m. Schmitt und mittlerweile vermutlich auch Christian Eichler. Selbst bei Schröck gibt es halt sicher immer noch große Lücken im großen Filmhistorischen Bewegung wie der Nouvelle Vague, italienische Neorealismus, Goldene Zeitalter des Japanischen Kinos, 3rd Cinema, Scandinavian Revival etc. Daher finde ich macht der Vorwurf gegenüber Antje oder sonst jemand sowieso keinen Sinn.


Vorallem ist es Teil der Seuche von Filmen, wo Hollywood so tut als gäbe es keinen Rassismus mehr außer im Süden und in den 50/60er Jahren. Die werden nur produziert, damit sie dann wieder ein gutes Gefühl haben. Die Krönung ist halt, dass Green Book auch noch wie eine Integrationskomödie wirkt.

Das eine schließt aber das andere nicht aus.
Kommt ein Geist vor ist es automatisch ein Geisterfilm ganz egal ob es dann Horror oder Comedy oder Science Fiction ist.
Und wenn darin noch um die Lebensgeschichte eines Ghost Hunters geht, dann ist es eben auch ein Biopic, ganz egal ob der dann großartig bekannt ist oder nicht.

Bei Jacky geht es um Jacky Kennedy
Rocket man - Elton John
Spencer - Diana
usw.

Bei Green Book geht es um die Figurenkonstellation. Ob die jetzt Tony und Don oder Hinz und Kunz heißen ist völlig egal, weil sie niemand vorher kannte und nach dem Film auch kaum jmd. mehr beim Namen nennen dürfte.
Niemand der aus dem Film kommt erzählt „ich hab gestern eine Film über Tony Xy und Don Xy gesehen“ sodern er wird sowas sagen wie „ich hab einen Film gesehen, wo ein schwarzer Musiker von einem Italiener zu Konzerten gefahren hat und dort kam es zu rassistischen Vorfällen und die beiden freunden sich an. Achja und das ganze beruht wohl auf wahren Begebenheiten.“
Die wahren Begebenheiten sind aber die Randnotiz.

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Aber das ändert doch nichts am Genre, oder ? Ein Biopic ist ein Biopic. Egal ob das jemand persönlich so empfindet oder nicht. Und der Film über Dick & Doof (Stan & Ollie) ist auch als Biopic. Und da geht es auch um zwei.

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Der Punkt ist, dass der Film exakt genauso funktioniert hätte, wenn don und Tony fiktive Charaktere gewesen wären. Das ist bei stan und Olli anders

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Naja, wenn man statt Dick & Doof einen Film über Dünn & Schlau gemacht hätte, hätte der Film auch „funktioniert“. Klar, dass die Personen bei Green Book weitaus weniger bekannt sind. Aber eine Filmbiografie macht man doch nicht an der Berühmtheit der Person abhängig. Ich könnte morgen auch eine Filmbiografie über mein Leben veröffentlichen. Würde sich halt keiner angucken, aber es wäre immer noch eine Filmbiografie.

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Nach dem Cilian Murphy schon feststand hat Nolan’s Oppenheimer-Film mit Matt Damon und Robert Downey Jr. zwei neue Namen in den Cast bekommen.

Nur damit ich es richtig verstehe, bzw weil ich es nicht richtig verstehe: Nur, weil ich Lücken habe, bin ich gleich ignorant gegenüber der Filmgeschichte oder bestimmten Teilen der Filmgeschichte? Oder so ignorant wie angeblich oder wahrgenommen Antje?

Weiß nicht ob das an mich gerichtet war, aber nein, mein Kommentar sollte ja dieses „Argument“ entkräften. „Daher finde ich macht der Vorwurf gegenüber Antje oder sonst jemand sowieso keinen Sinn.“ Finde die Wortwahl mit ignorant auch nicht geeignet.

Jep, war an Dich gerichtet und danke, ich wollte es nicht falsch verstehen.

@LeSchroeck

wie man identisch gedacht hat beim cowboy bebop trailer.
mir will oft der digitale look einfach nicht passen.

den film gesehen.
ansich gefiel er mir richtig gut, gerade der soundtrack und cast hat gut gebockt.

wie geil bei der befreiungsszene der bass im hintergrund weiterläuft, klasse.

ABER der film ist mir zu modern: angefangen beim cleanen bild, cgi und dann bei der art der erzählung + agenda.
ich werde tarantino vermissen.

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