Forum • Rocket Beans TV

RBTV History - Entwicklung, Professionalisierung und Guerilla

Vorab: Verschiebt diesen Thread gerne prominenter bzw “passender”…

Meine ersten Erinnerungen reichen bis GIGA zurück, aber mein erster Kontakt zu RBTV im jetzigen Sinne geht auf die zufällige Entdeckung auf Zatoo zurück.

Seither habe ich viele auch ältere Videos nachgeholt. Im speziellen will ich auf die Emotionen und Meinungen der alten Videos hinaus, bzw der Reproduzierbarkeit der damaligen Stimmungen. Als konkretes Beispiel der Unterschied zwischen Bohn Jour und NDA. Letzteres wirkt ja sehr professionell bzw. redeaktionell von Anfang bis Ende durchgeplant. Ich mag viele Folgen davon sehr sehr gerne, aber mir fehlt da viel von der Spontanität, der “Amateurhaftigkeit” und der Unkonventionalität, die z.B. bei Bohn Jour dazugehörrte oder vllt sogar Teil der Konzepts war. RBTV hat im Jahre 2020 für mich einen hohen Grad der Planung und Koordination erfahren, die im technischgen Sinne absolut begrüßenswert ist (Stichwort Ton!), aber ich vermisse bisweilen die Anarchoelemente, die früher z.T. aus der Not geboren, einfach Teil vieler Formate waren.
Naturgemäß lässt sich dieses Element nicht gewollt erzwingen und die ursprünglichen Bohnen können durch ihre Erfahrung über die Jahre, dieses Gefühl aber nicht bedienen. (Siehe der vergleich zu frühen und neuen ADs, Bohn Jour etc.) Aber wäre es nicht nicht möglich durch Ideen, Formate u.ä. dies mit den jüngeren Bohnen wiederbeleben?

Langer Rede kurzer Sinn: Wie sehen das die Bohnen und was hält die Community davon? Hättet ihr Lust und würdet ihr mehr solche “Rogueformate” gerne wieder produzieren bzw. sehen wollen oder seid ihr mit dieser erhöhten Geschliffenheit uneingeschränkt glücklich?

3 Like

Nahezu jedes MoinMoin ist absolut spontan, die Alomost Dailys sind meist auch nicht durchgeplant und oft kommt man komplett vom ursprünglichen Thema ab. Die LPs sind ja auch spontan.

So wirklich mit Ablaufplan (vom Rahmenplan der Quizshows mal abgesehen) fällt mir da wirklich nur NDA ein. Ein Kino+ oder ein BadaBinge sind natürlich auch in einem Korsett, trotzdem weiß man ja vorher nicht, was in diesem alles passieren kann.

Bei GIGA war ja auch alles getaktet.

Die ADs von vor Sendestart sind natürlich lockerer, auch in der ersten Zeit. Da gab es dieses (die Sendung muss 60 Minuten dauern) einfach noch nicht. Da waren Sendungen mal viel länger, mal kürzer. Häufig fällt am Ende wenn sich gerade etwas interessantes entwickelt etwas weg, aber das ist leider so, wenn die Anschlusssendung zu Uhrzeit XY starten muss.

Bohn Jour war auch nur zu Anfang ganz frei, das hatte auch irgendwann einen Ablaufplan.

Okay, was die MoinMoins angeht muss ich dir zustimmen. Dies sind bis heute sehr sehr frei. Genau deswgen weiß ich die aber auch so zu schätzen. Bohn Jour bin ich gerade am Nachholen und bin noch nicht so weit, dass ich deinen Einwurf bestätigen kann. Was die modernen ADs angeht, ist gar nicht so sehr die Sendezeit ( das ist ein Thema das ich allgemein trotz vieler Zugeständnisse seitens des Ablaufs oft schade finde), sondern die Inhalte. Nicht dass ich diese schlecht finde - ganz im Gegenteil!
Ich will RBTV auch definitiv nicht mit GIGA vergleichen. Ich erwähnte das nur, da ich auf die Vierzig zugehe und mir das Bohniversum nicht völlig ist.
Es liegt mir auch fern, aktuelle Inhalte zu kritisieren, da ich ja auch bis heute Fan bin. Mir fehlt nur manchmal das gewisse Anarchofeeling von damals. Ich kann es nicht rational begründen, es ist nur ein Gefühl… Und ich wollte einfach nur mal in den Raum stellen, wem es ähnlich geht und ob sich dieses abstrakte Gefühl auch heute noch reproduzieren lässt.
LG

Bitte kritisiere, denn nur so geht Entwicklung! Idealerweise in dem Sinne, wie Kritik sein sollte, also mal positiv, mal negativ, aber immer möglichst konstruktiv und angemessen :slight_smile:

Aus diesem Grund wurde das Hängi begründet, um dann festzustellen, dass es gar nicht so einfach ist, auf dem Sender einfach mal on air zu gehen. Technisch, von den Fertigkeiten der Bohnis, und auch von der Lust die mehr oder weniger freie Zeit vor dem PC für den Sender zu verbringen, ohne, dass es der eigene Job ist, und der auch nicht runter leiden darf.

Also ja, du bist da eher nicht alleine, aber die Strukturen geben das in vielerlei Hinsicht nicht so ohne Weiteres her.

Am Anarchistischsten - wenn man das Wort dafür benutzen möchte - sind dann wohl am ehesten Krogi und Simon. Der Eine, da er extreme Community-Nähe auslebt, und daher sein Spielen dafür sehr anpasst, der andere, weil er momentan innerhalb weniger Wochen so viele Spiele spielt, wie sonst in einem ganzen Jahr.

1 Like

War unglücklich formuliert, denn natürlich will auch Kritik üben! Der ursprüngliche Thread beeinhaltet ja genau diese. Ich wollte damit nur sagen, dass die modernen Bohnen ja nicht alles falsch machen.

Ja, sehe ich auch so und es ist schön, dass es das gibt. Ich “unterstelle” den meisten Formaten nur zu viel Perfektion. Es gibt Formate wie Game Two oder Retro Club uvm, wo das wirklich Sinn macht, aber mir fehlt oft das “Frei Schnauze” Ding. Ich kann das leider absolut nicht rational begründen, es einfach für mich ne emotionale Geschichte. Ich mochte dieses rauhe, jeder darf seine Meinung sagen und dafür einstehen. Ich liebe bis heute Sachen wie Buch Klub, Philosofa und so Sachen, die noch nicht so auf den breiten Geschmack aus waren.
Natürlich verstehe ich wirtschaftliche “Zwänge”. Bei sowas wie RBTV erst recht, aber ich finde es einfach schade.

So… langer Text und ich hoffe, dass aus Zeitmangel nicht zu viele Tippfehler drin sind

Ist ja witzig, genau so war es auch bei mir. :slight_smile:

Ansonsten kann ich fast jeder deiner Aussagen zustimmen. Auch ich sehe die wirtschaftlichen und technischen Zwänge; die notwendige Professionalisierung; die Formate, denen ein redaktionelles Korsett gut tut; und so weiter und so fort… die wilden Anfangszeiten, die ich leider nicht live mitbekommen habe, fehlen jedoch ab und zu etwas.

Deswegen bekommst du 99,9% Zustimmung von mir! :smiley:

1 Like

Vielen Dank !:relaxed:
Der Vorteil ist, das Internet vergisst nichts! Soll heißen, du kannst die wilden Anfänge alle nachholen. Durch diese Möglichkeit fiel mir der Unterschied erst richtig auf…
LG

1 Like

Nö bist auf keinen Fall alleine aber ich zB habe in der Richtung mittlerweile meine Hoffnung verloren.
Dieser durchgetacktete Sendeplan machts für mich kaputt.
Bei gewissen Sendungen macht das mit der Start&Endzeit durchaus Sinn, Kino+, Bohndesliga und sowas, aber bei den ganzen LetsPlay oder den Talkformaten macht es einiges kaputt.

Allerdings haben sich jetzt auch viele der Zuschauer an den festen Abläufe gewohnt und RBTV ist mittlerweile viel zu komplex aufgebaut als das viel Spontanität möglich ist.

Ich guck noch meine zweidrei Sendungen aber einfach einschalten weil man das Gefühl hat sonst etwas zu verpassen gibt es nicht mehr.

Einzige Möglichkeit sich nochmal richtig kreativ auszuleben wären die Wochenenden, da diese ja zu 95% ungenutzt sind.

2 Like

Ohh, das klingt aber sehr harsch!?
Ich persönlich würde nicht sagen “es macht was kaputt”! Es ist nur anders… Nicht schlechter nicht besser, nur anders. Das mögen viele (auch ich) vllt schlechter finden, aber es sind immer noch unsere geliebten Bohnen. Man mag Details kritisch sehen, aber wir supporten das Gesamte halt einfach immer noch

Nicht wirklich, da hat man hier schon schlimmeres gelesen.

In dem Fall ist anders gleichbedeutend für mich mit schlechter, da es größtenteils nicht mehr das ist was mich ursprünglich zum Sender hingezogen hat. Gibt bestimmt auch viele Leute die den starren Sendeplan bevorzugen aber ich gehöre nicht dazu.

Es fühlt sich anders an, ohne das man exakt mit dem Finger draufzeigen kann warum.

Die anders=schlecher Analogie teile ich ich jetzt so nicht, aber ich glaube ich verstehe, was du meinst

Ich gucke sehr viel mehr, aber einfach so einschalten, hat auch für mich selten einen Mehrwert. Da nehme ich lieber die VoDs. Da kommt die jetzige Qualität von RBTV eben zum tragen.

1 Like