Also ich hätte keinen Bock, dass irgendwelche Atheisten meine Kinder indoktrinieren. Mein Kind soll sich frei entfalten können und dazu gehört meines Erachtens auch, dass mein Kind seine eigene und andere Religionen kennen lernt und jederzeit die Möglichkeit hat, sich dafür oder dagegen zu entscheiden. Und diese Möglichkeit nehme ich meinem Kind, wenn ich ihm Religion als theoretischen Gegenstand verkaufe.
Kannst du das näher erläutern, warum der Staat in dieser Hinsicht nicht indoktrinierend ist (oder sein muss)? Wenn du die Grundwerte dieses Staates teilst, dürftest du keine Probleme haben, deine Kinder in eine staatliche Kita zu geben. Wenn du sie nicht teilst, vermutlich schon (sieht man ja z. B. an den ganzen Impfgegnern, die sich wegen der Impfpflicht in den Kitas weigern, ihre Kinder dorthin zu geben). Das ist auch eine Form der „Indoktrination“ - die mag man für sinnvoll erachten oder nicht (ich finde sie hochgradig sinnvoll), aber auch bei staatlichen Bildungseinrichtungen wird mit Zwang gearbeitet (niemand fragt dich, ob du zur Schule gehen willst oder nicht, welche Fächer du belegen möchtest, welche Lehrer:innen du haben willst…).
Praktisch alle landeskirchlich-evangelischen Privatschulen in diesem Land arbeiten kompetenzorientiert und reformpädagogisch. Bei den anderen religiösen Bildungseinrichtungen bin ich nicht im Bilde.
Und ich werde nicht müde zu betonen, dass das zu kurz gegriffen ist. Wenn mir jemand sagen würde: „Hey, ich glaube an etwas, das ich nicht beweisen kann“, würde ich wahrscheinlich auch nicht sagen: „Hey, cool, da mach ich mit!“
Deswegen darfst du als Lehrkraft z. B. auch nicht mit deinen Schüler:innen beten, ohne ihnen die Möglichkeit zu geben, sich auszuklinken. Der Fall, den du beschreibst, ist verboten.
Dann lieber Shinchonji oder was? ![]()