Hallo Community, hallo Bohnen,
am 28.06.2019 ging meine erste Zahlung an den RBSC raus. Seit fast sieben Jahren unterstütze ich dieses Projekt monatlich. Heute ziehe ich den Stecker. Es ist kein impulsiver Schritt, sondern das Ergebnis einer langen Beobachtung der Schere zwischen meiner Realität und der Realität derer, die ich hier mitfinanziere.
- Das Jahr 2022: Ein Schlag ins Gesicht
Es ist eine bittere Ironie: Simon Krätschmer hat öffentlich gemacht, dass 2022 sein finanziell erfolgreichstes Jahr war – mit rund 300.000 € brutto.
Zur Erinnerung: 2022 war das Jahr, in dem wir Normalverbraucher die heftigste Krise seit Jahrzehnten erlebt haben. Inflation, Energiepreise, Existenzangst. Während ich in meiner 32m²-Wohnung saß, jeden Euro zweimal umdrehen musste und knietief im Dispo landete, wurde auf der anderen Seite des Bildschirms das große Geld gescheffelt. Dass Simon später (2025) die Community um Hilfe bei seinen Steuern bat, anstatt sein privates Krypto-Vermögen anzutasten, war für mich der endgültige Bruch. Es zeigt eine tiefe Entkoppelung von der Lebensrealität derer, die diese 5 Euro mühsam abzweigen.
- Unternehmerisches Risiko? Fehlanzeige.
In der Krise von RBTV wurde das Risiko nach unten durchgereicht. Mitarbeiter wurden entlassen oder in Kurzarbeit geschickt. Die Gesellschafter, die in den fetten Jahren (wie 2022) massiv profitiert haben, ließen sich nicht in die private Haftung nehmen, sondern aktivierten die „Support-Karte“. Ein echtes Unternehmen würde in der Not privat haften oder eine Hypothek aufnehmen. Hier wurde stattdessen der moralische Druck auf die Fans erhöht.
- Psychologie der Verknappung: rktbns & LTD Editions
Was mich besonders wütend macht, ist die Strategie hinter dem Label rktbns. Ihr nutzt gezielt Mechanismen wie künstliche Verknappung und Ltd. Editions, um FOMO zu erzeugen.
Ständige neue „Drops“, die innerhalb von Minuten ausverkauft sein sollen, befeuern einen Konsumzwang, der für Menschen in meiner finanziellen Lage zynisch ist. Während ich mir nicht mal ein nötiges Audiointerface leisten kann, wird hier eine Fast-Fashion-Maschinerie am Laufen gehalten, die nur dazu dient, der Community mit psychologischen Tricks noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen.
- Ihr seid nicht besser als die großen „Sell-Outs“
Früher stand RBTV für eine Alternative zum Kommerz-TV. Heute sehe ich keinen Unterschied mehr zu den großen Influencern, die ihre Community als reine Cash-Cow betrachten:
Fynn Kliemann: Ihr nutzt dasselbe „Wir sind eine Familie“-Branding, um über geschäftliche Eigeninteressen hinwegzutäuschen.
Hasan Piker: Ihr erinnert mich an die „Champagner-Sozialisten“. Linke Ideale predigen, während man Millionen anhäuft – das wirkt angesichts von Budis Technik-Keller oder Simons Rekord-Gagen einfach nur noch unglaubwürdig.
Nils & Volvic: Dass Nils sein Gesicht für Volvic (Danone) hergibt, setzt dem Ganzen die Krone auf. Wasser zu privatisieren und als Lifestyle-Produkt zu vermarkten, während der Mutterkonzern an Lebensmittel-Spekulationen verdient, ist das Gegenteil von Unabhängigkeit.
Die Authentizität ist einer professionalisierten Gewinnmaximierung gewichen, flankiert von Partnern wie Renault/Peugeot, Jägermeister, Krombacher Dr. Oetker oder Lego.
Mein Fazit: Umverteilung
Ich spende meine 5 € künftig an Sanktionsfrei.org. Ich möchte Menschen unterstützen, die Geld brauchen um ihre Existenz zu sichern, und nicht Unternehmer unterstützen, die Geld wollen, um ihren Lebensstandard abzusichern.
Beim Support ging es mir stets um die Solidarität, etwas mitzufinanzieren wo niemand gezwungen ist für guten Content zu zahlen.
Wen wütend macht, dass ich selber entscheide, was ich mit meinem Geld mache, der darf gerne meine von nun an fehlenden 5 € übernehmen.
Liebe Grüße an die Community und vor allem an die Mitarbeiter – das „Fußvolk“, die teilweise verbrannt werden und hart arbeiten wie Anton oder sich monatelang krankmelden müssen wie Valentin! Ihr seid das Herz des Senders, aber ich kann das System dahinter nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren.

