Welches Theaterstück habt ihr zuletzt gesehen?

Faust 1&2 am Schauspiel Frankfurt
Holy shit war das Unterhaltsam. 4,5h mit 2 Pausen, und ich hätte es mir nochmal so lange gegeben.
Faust I wurde in knappen 30 Minuten behandelt, Faust II in der restlichen Zeit.
Der Abend war sehr kurzweilig gestaltet, immer wieder wurde die vierte Wand gebrochen, immer wieder hat sich der Regisseur neue Sachen ausgedacht um abwechslungsreich zu bleiben. So gab es mal Filmsequenzen die Live vor dem Schauspielhaus spielten, mal Große Konzert Einlagen, und dann wieder einfach sehr gute Schauspielerische Monologische Leistungen. Wenn man mit dem Faust Stoff gut vertraut ist, finde ich, ist diese Inszenierung ein must see.

Das Bühnenbild war einfach eine fette funktionierende Jahrmarktsgeisterbahn.
Hier der Trailer dazu:

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Witzig, unlängst kam das Schauspiel Frankfurt bei uns in nem Gespräch auf. Keine Ahnung mehr in welchem Zusammenhang.

Klingt jedenfalls ganz gut

So, heute statt Weihnachtsfeier im Betrieb lieber Falstaff von Verdi mit meinem Stiefvater väterlichseits gegangen (typische Terminkollission, aber ist extra nach Innsbruck gekommen, um das mit mir anzugucken).

Tolle Produktion. Paar echt böse Scherze (ja, gab Incels wohl schon damals). Und die Musik.

:beancomfy:

Keine Ahnung, wer hier auch schon mal im Kino die National Theatre Live-Reihe oder andere Theaterstücke besucht hatte. Ich hab heute Prima Facie von Suzie Miller mit Jodie Comer geschaut (Aufnahme 2022), für die das Play (Laurence Olivier Award) als auch sie als Darstellerin (Laurence Olivier, Tony Award) bekommen hat. Es hat mich regelrecht umgehauen. Einerseits von der Story als auch von ihrer Performance. Ich saß in der zweiten Reihe und ja es war nur im Kino, im Theater müsste man die Emotionen wohl nochmal 100% mehr gespürt haben.

Jodie Comer ist die einzige Darstellerin und spielt Tess eine Anwältin, die sich auf die Verteidigung von Männern spezialisiert hatte, denen Sexual Assault vorgeworfen wird. So beginnt das Stück, in dem sie über ihren Job vor Gericht erzählt. Als sie dann selbst Opfer wird durch einen Kollegen, ändert sich die Sicht auf das Rechtssystem. Dann wird aus ihrer Sicht erzählt, wie sie es erlebt, wie sie bei der Polizei war, wie zwei Jahre vergehen, wie sie vor Gericht aussagt etc. Beeindruckende emotionale Darstellung von Jodie Comer in ihrem West End-Debüt. Wenn das live gesehen hat und zum Schluss sie auch die Worte ans Publikum richtet, da will ich gar nicht wissen, wie man sich da gefühlt hat.

Ich hätte auch gerne mal Sarah Snook live in The Picture of Dorian Gray gesehen. Das erhielt in West End auch große Lobeshymnen und spielt nun am Broadway. Leider doch ein paar Flugmeilen weiter weg und die Preise sind auch recht happig.

(https://www.youtube.com/watch?v=1Z456zhLBdU)

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Ich sah zuletzt das Theaterstück des großen Merzens. Es hat eine atemberaubende Wendung in der Mitte, wo alles, was vorher gesagt wurde, ins Gegenteil gewendet wird. Genial!

(Sorry)

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Gestern mit zwei Freunden Sibylle Berg „Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen“.
Ein Einpersonenstück.
Es spricht (nicht) für die Umsetzung, wenn das erste, was ich dazu zu sagen hatte war:“Ich hab mir die ganze Zeit gedacht, ich würd den Text lieber lesen!“ und mir beide mit offenen Augen zustimmen.
Schade. Ein bissl weniger verspielt, ein bissl weniger alberne (und hässliche) Medienspielerein, ein bissl straighter und strenger und das hätte durchaus recht stark sein können.
Muss schauen, ob man den Text irgendwo herbekommt.

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Dracula

Gestern Abend in Oberhausen. Nachdem wir es an den gröhlenden Fußballfans, die direkt gegenüber zu bester Ballermannblödsinnsmusik ihr Bier auf der Straße verschütteten, vorbei geschafft hatten, durfen wir in eine düstere, dramatische Welt abtauchen.

Für eine Laientheatertruppe war das Stück wirklich schön interpretiert und beeindruckend inszeniert. Natürlich strahlte nicht jede Persönlichkeit auf dem Parkett, aber ich war gut unterhalten, bis verzaubert.

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Gestern habe ich „Eingeschlossene Gesellschaft“ auf einer kleinen Bühne gesehen. Ein lustiges Stück :smiling_face:

Neben den drei Musicals habe ich auch zwei Theaterstücke mit Prominenz gesehen. Daher waren die Vorstellungen auch fast ausverkauft. Für die erste Vorstellung hatte ich aber vorab noch ein Standing Area Ticket (15 Pfund) bekommen und für die zweite Vorstellung (25 Pfund) wurde am Samstag noch im Online-Portal ein Standing Area Ticket frei. Preislich in Ordnung und ich hatte für die Erfahrung auch kein Problem mit dem Stehen. Blick war gut, auch wenn man natürlich nicht nah dran ist, aber auch die Sitzplätze vor mir waren weiter weg.

All My Sons (Wyndham’s Theatre)

Ein Stück von Arthur Miller von 1947 und aktuell vom belgischen Theaterregisseur Ivo Van Hove neu inszeniert. Es handelt von Joe Keller, ein Fabrikbesitzer, der während des Zweiten Weltkriegs wissentlich fehlerhafte Flugzeugteile ausliefern ließ, wodurch 21 Piloten starben. Er hat auch zwei Söhne und ein Sohn (Larry) ist auch noch vermisst, die Mutter hofft, dass er nochmal zurückkommt. Der andere Sohn hingegen möchte nach den Jahren, die damalige Freundin von seinem Bruder einen Antrag machen. Diese Freundin, ist auch die Tochter des Geschäftspartner von Joe, der für den obigen Fehler ins Gefängnis musste. Familiendrama, das Bühnenbild war reduziert und nur ein durch einen Sturm umgefallener Baum (der wurde zur Geburt von Larry gepflanzt). Gefiel mir ganz gut. Aber man merkte die über zwei Stunden doch sehr. Das nicht nur, weil ich stand.

Joe Keller wurde Bryan Cranston gespielt. Er als Vater und Geschäftsmann, da hatte ich bei zwei Szenen ein wenig Walter White-Vibes a la „Er tut es nur für die Famlilie“. :smiley: Mit Marianne Jean-Baptiste, Paapa Essiedu, Tom Glynn-Carney und Hayley Squires generell ein namenhafter Cast. Paapa Essiedu war auch sehr gut.

The Weir (Harold Pinter Theatre)

Der Stehplatz hatte mir noch besser gefallen als im anderen Theater. Hier konnte man sich viel besser an einer Barriere vorne abstützen und die Arme richtig ablegen. Das hier ein Theaterstück von Conor McPherson aus dem Jahr 1997. Das spielte komplett in einer kleinem kleinen Pub im ländlichen Irland. Der Pub-Besitzer, drei aus dem Ort und eine neu aus der Stadt hergezogene Frau erzählen sich hier (Spuk-)Geschichten bzw. öffnen sich auch persönlich (z.B. Frau). Es handelt von Einsamkeit, Verluste und Schuldgefühle. Bleibt aufgrund einiger Charaktere hin und wieder humorvoll. In dem Stück trat Brendan Gleeson als Darsteller auf. Auch nich unspannend, muss man aber mögen.

Bisher hatte ich vor Jahren nur mal in London im Bridge Theatre eine mondern Fassung von Ceasar gesehen, in dem ich auch stand. Aber direkt an der Bühne, die sich stetig geändert hatte und man mit sich bewegen musste. Aber man war so Teil des römischen Volkes. :smiley: Die beiden Stücke waren mal eine andere Erfahrung.

HERZFADEN

Ich war gestern bei „Herzfaden“, dem Theaterstück zum gleichnamigen Buch, in dem es um die Entstehungsgeschichte der Augsburger Puppenkiste geht.

Vorab - Dieses Stück ist absolut nicht für Kinder geeignet, sondern ab 14-16!!! Es ist sehr düster und ernst, da es zur Zeit des zweiten Weltkriegs spielt!

Wenn man das Buch kennt, wird einem eine große Änderung bereits ganz zu Anfang auffallen…! Bei dieser bin ich noch etwas zwiegespalten, was ich von ihr halten soll…!

Es gibt zwei…Charaktere…über die ich mich wahnsinnig gefreut habe und die das Stück etwas auflockern (was ihm sehr gut tut).

Generell merkt man allen Beteiligten die Spielfreude total an und das Stück wirkt auf jeden Fall noch nach.

Ich kann es allen empfehlen, die mit der Augsburger Puppenkiste aufgewachsen sind und nun gerne ein wenig „hinter den Vorhang schauen“ möchten.

Das Stück läuft noch heute und morgen am Stadttheater Bielefeld :slightly_smiling_face:

Ohhh, ich hab das bach gelesen und geliebt. Bin eh ein puppenkisten nerd.

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Wenn du das Buch mochtest, wirst du das Theaterstück lieben :upside_down_face::slightly_smiling_face:

@oimeleng

Hier mal ein kleiner Trailer, der allerdings auch schon gehörig viel spoilert :innocent::point_down: