Neben den drei Musicals habe ich auch zwei Theaterstücke mit Prominenz gesehen. Daher waren die Vorstellungen auch fast ausverkauft. Für die erste Vorstellung hatte ich aber vorab noch ein Standing Area Ticket (15 Pfund) bekommen und für die zweite Vorstellung (25 Pfund) wurde am Samstag noch im Online-Portal ein Standing Area Ticket frei. Preislich in Ordnung und ich hatte für die Erfahrung auch kein Problem mit dem Stehen. Blick war gut, auch wenn man natürlich nicht nah dran ist, aber auch die Sitzplätze vor mir waren weiter weg.
All My Sons (Wyndham’s Theatre)
Ein Stück von Arthur Miller von 1947 und aktuell vom belgischen Theaterregisseur Ivo Van Hove neu inszeniert. Es handelt von Joe Keller, ein Fabrikbesitzer, der während des Zweiten Weltkriegs wissentlich fehlerhafte Flugzeugteile ausliefern ließ, wodurch 21 Piloten starben. Er hat auch zwei Söhne und ein Sohn (Larry) ist auch noch vermisst, die Mutter hofft, dass er nochmal zurückkommt. Der andere Sohn hingegen möchte nach den Jahren, die damalige Freundin von seinem Bruder einen Antrag machen. Diese Freundin, ist auch die Tochter des Geschäftspartner von Joe, der für den obigen Fehler ins Gefängnis musste. Familiendrama, das Bühnenbild war reduziert und nur ein durch einen Sturm umgefallener Baum (der wurde zur Geburt von Larry gepflanzt). Gefiel mir ganz gut. Aber man merkte die über zwei Stunden doch sehr. Das nicht nur, weil ich stand.
Joe Keller wurde Bryan Cranston gespielt. Er als Vater und Geschäftsmann, da hatte ich bei zwei Szenen ein wenig Walter White-Vibes a la „Er tut es nur für die Famlilie“.
Mit Marianne Jean-Baptiste, Paapa Essiedu, Tom Glynn-Carney und Hayley Squires generell ein namenhafter Cast. Paapa Essiedu war auch sehr gut.
The Weir (Harold Pinter Theatre)
Der Stehplatz hatte mir noch besser gefallen als im anderen Theater. Hier konnte man sich viel besser an einer Barriere vorne abstützen und die Arme richtig ablegen. Das hier ein Theaterstück von Conor McPherson aus dem Jahr 1997. Das spielte komplett in einer kleinem kleinen Pub im ländlichen Irland. Der Pub-Besitzer, drei aus dem Ort und eine neu aus der Stadt hergezogene Frau erzählen sich hier (Spuk-)Geschichten bzw. öffnen sich auch persönlich (z.B. Frau). Es handelt von Einsamkeit, Verluste und Schuldgefühle. Bleibt aufgrund einiger Charaktere hin und wieder humorvoll. In dem Stück trat Brendan Gleeson als Darsteller auf. Auch nich unspannend, muss man aber mögen.
Bisher hatte ich vor Jahren nur mal in London im Bridge Theatre eine mondern Fassung von Ceasar gesehen, in dem ich auch stand. Aber direkt an der Bühne, die sich stetig geändert hatte und man mit sich bewegen musste. Aber man war so Teil des römischen Volkes.
Die beiden Stücke waren mal eine andere Erfahrung.