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Bohnen im Transit - der Platz für alle Bohnen, die entsprechende Erfahrungen gesammelt haben

Verdammt, ich will keine Drama-Queen sein, aber:

Ich mag euch, Ich mag was die Raketenjungs und ihr tagtäglich veranstalten und …

Eine der Antworten, die mir seit Monaten nicht aus dem Kopf gehen ist: Ich dachte Addearheart wäre eine Frau (Lustig, da ich das auch von einem Moderator hier dachte).

Das Problem: Ich bin keine Frau. Ich wäre gerne eine? Bzw.: Ich hasse das zwischen meinen Beinen. Ich werde nie eine Frau sein können. Gott was hätte ich gehofft, dass ich irgendwie das anders sei und meine Eltern haben sich entschieden, mich als Mann groß zu ziehen.

Hintergrund: Vater hatte sein Coming-Out als ich geboren wurde (wortwörtlich) und einerseits er ist der einzige, dem ich das bisher anvertrauen konnte, andererseits … es ist alles so fucking komisch.

Würde mich gerne an wen wenden, aber entweder sind die naja, fühle mich von denen nicht angesprochen oder sie wollen gleich all out gehen.

Großes Problem ist auch: Es geht beruflich aufwärts. Aber ich bekomme jeden Tag mehr Verantwortung, darf man dann das. Das klingt pathetisch, ich weiß. aber jeden fühle ich mehr, dass ich mich verkaufe. Und nicht ich sein kann.

Habe die Sache meinem besten Freund anvertraut - seine Antwort: ich solle mal eben eine gut ficken. Wie soll ich das?

Naja - wollte dass nur mal loswerden, bevor wieder Missverständnis herrscht:

Ich bin Addearheart.

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Das hat absolut nichts mit Drama Queen zu tun. Ich kann mir nicht in geringsten vorstellen wie das sein muss und wie kompliziert das Thema ist.
Auch das mit dem Beruf klingt mega kompliziert. Gibt es dafür nicht irgendwelche professionelle anlaufstellen die einem da unterstützen?

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Soll doch jeder machen was er will, solange er niemand anderen damit schadet.

Das Problem ist, dass viele Menschen einfach dumm sind und aus Sachen, die sie überhaupt nichts angehen, ein riesen Drama machen. Oder schlichtweg Meinungen zu Dingen haben, von denen sie keinen Plan haben und sind dann auch noch stolz drauf, diese öffentlich zu verbreiten.

Auch hier im Forum gibt es solche Leute, aber die sind eine Minderheit. Die meisten werden Verständnis oder zumindest Toleranz für dich haben, aber die wissen oft nicht was sie sagen sollen und geben dir halt ein Like um dir zu zeigen dass sie auf deiner Seite sind.

Also lass dich nicht runterbuttern von den 5-10 Leuten die versuchen werden dich schlecht zu reden, zu haten, oder einfach nur doof kommen. Der Kluge denkt, der Dumme brüllt, so ist das nunmal.

Ich habe auch Meinungen dazu, aber weil ich selbst nicht in der Lage bin mich in die Situation rein zu versetzen, weil ich einfach nicht betroffen bin, äußere ich mich dazu nicht (ich hab halt keine Ahnung davon wie es ist, selbst Trans zu sein). Manche meiner Freunde sind Trans, Queer, Pan, whatever. Wenn die damit glücklich sind, warum nicht? Ich muss nichts schlechtreden was ich selbst nicht empfinde.

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Uff, uff. Ich verstehe, was du durchmachst. Da war ich vor ein paar Jahren auch.

Vor allem ist es scheiße, wenn man nicht weiß, wohin und mit wem man darüber sprechen soll und beruflich ist es in der Regel sowieso ein Albtraum herauszufinden, wie man es am Besten anpackt. Mir hat es geholfen Mini-Steps zu machen, die mein Leben nicht zu krass beeinflussen. Also im Freundeskreis es mal angesprochen und da dann angefangen Namen und Pronomen zu wechseln, damit ich versuchen konnte, ob es wirklich das ist, was ich fühle.
Ist natürlich super bescheiden, dass das mit deinem besten Freund nur nen Spruch bringt :confused: Hast du da vllt noch eine andere Anlaufstelle, an der du dich sicher fühlst?

Vielleicht hast du bei dir in der Nähe eine lokale LGBT-Gruppe oder einen Treffpunkt? Da bin ich auch ein paar Mal hin. War zwar nichts für mich langfristig, aber in dem Moment hat es geholfen, zumindest mal darüber ins Gespräch zu kommen, wenn es sonst nicht woanders ging.
Ich weiß, die Hemmungen sind da oft ziemlich groß, aber grundsätzlich könnte sonst vllt auch ein Therapeut helfen? Wobei die nicht immer soooo die Ahnung haben und teilweise Zeug vom Stapel lassen, dafür würde ich mir heute noch vor die Stirn klatschen :sweat_smile:

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Ich weiß jetzt nicht, was du bei welcher Firma arbeitest, kann mir aber vorstellen, dass du dich wegen der neuen Verantwortung unrund und unsicher fühlst. Andererseits könnte es aber auch sehr positiv aufgenommen werden (ist wirklich nur ne Vermutung). Klingt jetzt vielleicht komisch, aber eine Trans-Person in einer Führungsposition ließe sich eigentlich ziemlich gut vermarkten (entschuldige dass ichs so ökonomisch sehe) sofern du das möchtest. Ich kenn halt leider deine Situation nicht und weiß nicht, wie die Chefetage darauf reagieren würde. Ich will nur sagen, dass sie per se nicht zwingend negativ eingestellt sein muss.

Ich finds abgesehen davon aber gut, dass du dir deine Situation eingestehst und es nicht unterdrücken willst und nach Lösungen suchst. Die anderen hier haben schon gute Vorschläge dazu gemacht, dem hätte ich jetzt nichts hinzuzufügen außer einem wahrscheinlich banal klingenden Satz: Sei du selbst! Wer dich mag, so wie du bist, hat es verdient mit dir befreundet zu sein!

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Hi, erstmal cool, dass du das hier so raus haust. Das ist ja schonmal ein Schritt in die richtige Richtung denke ich.
Ich kenne jetzt einige Menschen die sowas durchgemacht haben und kann mir vorstellen, dass das keine einfache Sache ist. Aber wie hier schon von anderen gesagt wurde: Am besten holst du dir Hilfe, vielleicht findest du ja eine Gruppe Gleichgesinnter hier im Forum oder am besten bei dir in der Nähe.

Zu der Sache:

Ich glaube, dass das im Internet immer nicht so einfach ist. Ich bin in einem anderen Forum aktiv und dort gab es 2 neue User: Bei dem Mann dachten alle es wäre eine Frau und bei der Frau genau andersherum. Dadurch dass beide, wie ich, im Moderatoren-Team sind haben wir bei einem Meeting auf einmal festgellt, dass es eben genau andersherum ist. Und beide haben es eher mit Humor genommen, als betroffen zu reagieren.
Ich kann mir vorstellen, dass diese Einteilung für dich schlimmer/schwieriger ist, als für andere aber damit muss man eben im Internet leben, außer man gibt es öffentlich für alle sichtbar immer an. Ich glaube kaumm, dass diese Aussage als Angriff gemeint ist. (Klar da wird es auch wieder Leute geben die sowas nutzen um dich zu verunsichern, aber das ist nicht die Mehrheit)

Ich hoffe du findest den richtigen Weg für dich um zu sein wer du bist. Die Angst beim Job kann ich nachvollziehen aber deine Leistung hängt ja nun nicht von deinem Geschlecht ab denke ich.

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Fühlen dich erst mal ganz fest gerückt.

Schön da du dich geöffnet hast, du wirst mehr Mut finden, es ist okay wenn es langsam passiert ist.

Und such weiter nach Leuten die dich unterstützen, bei vielen dauert es etwas bis man die Personen findet bei denen man sich wohlfühlt.

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Erstmal alles gute für dich! Sei ganz fest gedrückt.
Du bist mit Sicherheit keine Dramaqueen - ich mag mir gar nicht vorstellen, wie ich mich fühlen würde, wenn ich in dieserLage von einem besten Freund nur einen blöden Spruch reingedrückt bekommen würde.

Dich hier online zu öffnen, ist doch schon mal ein guter Schritt! Ich hoffe, du findest auch in deinem Bekanntenkreis noch weitere Unterstützung. Ich kenne Transmänner, und (leider) hatten alle diverse Probleme - sind jetzt aber auch glücklicher, als vorher (sorry, wenn das jetzt sehr floskelhaft klingt).

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Ich weiß von ein paar Bekannten, dass es ihnen sehr geholfen hat sich mit der örtlichen LGBT Community zu treffen bzw. dort mit Menschen zu sprechen die in ähnlichen Lebenssituationen waren/sind.

Bei uns werden da auch Seminar und Treffen angeboten die sich mit allem möglichen zum Thema Trans sein beschäftigen.

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Zum Thema “Transgender” kann ich persönlich wenig sagen. Allerdings bin ich bisexuell und weiß was es bedeutet im Bereich der Sexualität nicht der “Norm” zu entsprechen.

Ich habe auch lange gebraucht mir das selbst einzugestehen. Da man immer mit dem Mindset rumläuft, dass “hetero” normal ist und alles andere unnormal und damit auch nicht Thema. Und da man als bisexueller Mann auch auf Frauen steht, scheint das erstmal kein Thema zu sein. Bis du merkst, dass du so 50% deiner Sexualität nie ausgelebt hast.

Am meisten nerven mich einfach die Sprüche. Auch wenn ich weiß, dass sie nicht ernst gemeint sind. Aber während hetero Männer bei Treffen mit Frauen immer im Verdacht stehen, dass da mehr dahinter steckt ist es bei bisexuellen Menschen bei jedem Treffen so. Egal welches Geschlecht.

Ich kann von Glück reden, dass ich sehr liberale Eltern habe. Ich weiß, dass es völlig in Ordnung ist wenn ich mal einen Mann “nach Hause” bringe. Leider habe ich z.B. auch einen sehr guten Freund der schwul ist. Dessen Eltern wollen das nicht und schweigen das Thema einfach tot. Mir tut das echt leid und ich kann einfach nicht verstehen wie man als Eltern so verbohrt sein kann. Da werde ich fast sauer…

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Ich habe gestern angefangen diesen Thread zu lesen und muss sagen, dass ich total gerührt bin und ich niemals damit gerechnet hätte so viel Positives hier zu lesen.

Danke für diese Community!!!:kissing_heart:

@Addearheart, zuerst möchte ich dir danken, dass du hier den Mut gefunden hast diesen Stein los zu treten! Aus persönlichen Erfahrungen mit Bekannten, kann ich dir nur sagen, dass es der Seele gut tut die Person zu sein die man im inneren ist! Ich hatte selbst schon öfters mit Transgendern zu tun und jede Geschichte dahinter war anders aber das Ergebnis war immer das gleiche. Sei wer du sein willst! Dann geht es dir auch gut! In deiner speziellen Situation kann ich mich nur vorher geschriebenem anschließen. Versuche kleine steps und gehe immer einen kleinen Schritt nach dem anderen. Auch wenn die Veränderungen nur langsam wahrgenommen werden, werden sie irgendwann deutlicher. Distanziere dich von Menschen die dir nicht gut tun… auch wenn deises schwer fällt aber DEIN Wohlergehen ist hier wichtig!

Ich hoffe ich konnte dir da zumindest ein wenig helfen. :blush:

Zu guter letzt will ich die Gelegenheit nutzen, um das erste mal in der Öffentlichkeit zu sagen das ich Bi bin. Eure Geschichten haben auch mir Mut gegeben mehr zu mir selbst zu stehen und es nicht mehr nur Geheim zu halten… Bisher konnte ich das nur 4 Menschen erzählen und geschähmt habe ich mich jedesmal dafür. Warum weiß ich bis heute nicht…

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Wollte mich nur mal an allen hier bedanken.

Danke
Danke
Danke

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Jetzt erst gesehen. Für mich bist und bleibst du Addearheart unabhängig davon was du biologisch bist oder wie du dich fühlst (hoffe das kommt richtig rüber, ist auf jedenfall positiv gemeint im Sinne von du bist du). Ich hoffe sehr dass du auch im RL eine Person hast oder findest bei der du du selbst sein kannst.

Zum Beruflichen, ich vermute das ist in Tirol nicht so einfach, aber ich hoffe dass sich das auch entweder legt oder du etwas anderes findest bei dem du dich auch persönlich entfalten kannst.

Fühl dich gedrückt :slight_smile:

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So. Hab mich heute meiner Familie & Friends gesagt. was Sache ist.

Und - wie hier im Forum - meine Familie & Freunde machten sich schon lange Sorgen um mich, und dass es nun herrausen ist: Willkommen in meinem neuen Leben?

Gute Freundin ist dann gleich mit einem besseren Namen gekommen, weil Adde ist zu blöd und Adora zu sperrig. Dora it is. Hab mich sofort in den Namen verliebt. Und er passt einfach.

Danke nochmals an alle hier im Chat, dass ihr mir die Angst genommen habt, zu mir zu stehen. Dass ihr mir die Kraft gegeben habt, ich zu sein. Hab euch alle lieb.

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Viel Glück, Freude und Erfolg im neuen Leben, Dora!

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:hugs:

wow.
ich hab großen respekt vor dir und deinem mut!
du bist echt super!

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Wollte euch nur auf den laufenden halten:

Family: Ma war anfangs geschockt, zum Glück war meine Schwester dabei (die selber Transpersonen kennt) und es wird dauern, aber sie wird es verstehen. Rest der Familie: Ja - und?

Arbeit: Ja - und? (Okay, dachte nie groß dass die damit ein Problem haben werden)

Freunde: Ja - und? (Musste ihnen nur das Okay geben, dass sie das gerne weiterleiten dürfen und ich kein Geheimnis mehr daraus machen will). Übrigens, dass sind gute Kollegen, die das auch durchmachten, falls Probleme sind gerne da.

Wieso hab ich das fast 25 Jahre verheimlicht?

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Btw

Warum ist das für dich nicht möglich? Also Hormone und vl irgendwann die OP?

Wenn du eine Mutter hast, die dich teilweise wöchentlich ausfragte, wann du endlich Kinder bekommst … War in der Richtung gemeint.

Vieles ist möglich, leider nicht alles (Und ja, das hat mich großes Kopfzerbrechen gemacht). Okay, ich könnte vor einer OP mein Sperma spenden … :neutral_face:. Zumindest haben sie nun Adoptionen (danke VfGH) geöffnet, vielleicht …

Aber Schritt nach Schritt. (Hab noch nicht mal einen Partner).

PS: Und wie gesagt: mein Vater hat sich homosexuell geoutet am Tag meiner Geburt. Sein Outing war allgemein weird. Und dieses Trauma will/wollte ich niemanden (besonders meiner eigener Kinder) nie antun.

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Bei dir wäre es ja kein Outing mehr. Aber Schritt für Schritt klingt gut :smiley: