Ich wollte mal Buchtipps abgeben die Abseits von den Ganzen Sci Fi/ Fantasy - Schmökern stattfinden.
Aktuell im März rausgekommen und sicher lesens und vorstellungswert sind denke ich:
Heinz Strunk - Der goldene Handschuh
Es geht um den Frauenmörder Fritz Honka, der seine Opfer aus der Hamburger Kaschemme “Zum goldenen Handschuh” mitnahm. Die Nachtwelt von Kietz, Kneipe und deren Bewohnern ist hier Thema.
Strunk geht eigentlich eh immer.
Hamburgbezug ist auch da, also wieso nicht in der Sendung vorstellen.
Schorsch Kamerun - Die Jugend ist die schönste Zeit des Lebens
Noch nicht gelesen aber geht bestimmt auch gut runter.
Das der Kamerun mit Sprache kann weiß man nicht nur von den Goldenen Zitronen.
Ronja von Rönne - Wir kommen
Manche Ihrer Texte find ich ganz gut, andere wieder einfach doof.
Mal sehen was sie in ein Buch schreiben kann. Also auch noch nicht gelsen.
Es geht wohl (in lakonisch beiläufiger Sprache) um Mittzwanziger, die eine alternative Art zu Leben, Lieben und Ficken für sich beschreiben wollen nur um nicht zu merken, dass das eh alle Mittzwanziger irgendwann mal machen. Keine Ahnung aber eben aktuell.
Weil der Film von Fatih Akin im September in die Kinos kommt.
Auch wenn mich der Trailer irgenwie so garnicht anmacht.
Aber ich halte es durchaus für unterhaltsam, mal der Literatur von Wolfgang Herrndorf eine Sendung zu widmen.
Da gibt es die Essaysammlung Diesseits des Van-Allen-Gürtels. Sechs Kurzgeschichten die nicht oder wenn, dann nur lose miteinander verwoben sind. Ich liebe seinen Umgang mit Sprache einfach. Niemand schreibt so natürlich klingende Dialoge.
Da ist In Plüschgewittern. Der Berlinroman. Eine Alltagscollage.
Da ist Tschick. Huckleberry Finn im Lada. Das ist eben verfilmt worden.
Sand. Der Wüstenroman. Der Rätselroman. Nihilismus, Gewalt, Tod, Verderben. Aber alles sehr gekonnt und clever verwoben.
Im posthum veröffentlichten Blog Arbeit und Struktur wird sein Umgang mit der schweren Krankheit behandelt.
Auch nach seinem Tod veröffentlicht: Bilder deiner Großen Liebe. Der unfertige Roman. Roh. Weil bewusst Lücken gelassen. Ich mags. Aber ich mag auch Isa.
Zum Schluss wollt ich noch einwerfen, ob man nicht auch mal soetwas wie Theorie vorstellen kann.
Ein ganz leicht zu lesender und auch recht gewitzter Text ist beispielsweise Schanzhai von dem Philosophen Bjung Chul Han. Da geht es um die Unterschiede des Kopiebegriffs bzw der Kopiekultur des fernen Ostens und des Westens. Was ist Fälschung und was Kopie? Was macht der Restaurierungs- und Bewahrungsgedanke der westlichen Kultur mit den Dingen?
Gibt es eine Hermetisch abgeschlossene Arbeit überhaupt?
Auch zu flott zu lesen ist die Essaysammlung von Giorgio Agamben mit dem Titel Profanierungen.
Der Beitrag ist nur mal als Denkanstoß gedacht, vielleicht mal von den in der Regel im Buchclub vorgestellten Büchern wegzulinsen und was anderes zu sehen.
Lieben Gruß