Die 20. Legislaturperiode (Teil 3)

Deinen Optimismus hätte ich gern.

Vier Jahre Jammern wird jetzt allerdings auch nichts bewirken. Außer atmosphärischer Verpestung der Gesellschaft. Es stänkern nämlich die unterschiedlichsten Milieus vor sich hin. Die AfD-Klientel ist damit nur am Erfolgreichsten. Diese Wehleidigkeit bringt nichts. Und ja: Bei Licht besehen ist es bei sehr vielen Leuten genau das: Wehleidigkeit. Das ist nur eben kein Kampfgeist. Es kommt trotz des infantilen Geflennes aber nicht die Mama, um das für uns zu richten. Dieses mentale Rockzipfelgehänge hat uns auch da hingebracht, wo wir jetzt stehen.

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Wie jetzt?
Ich dachte „Ausländer raus!“ ist die Lösung aller Probleme.
Das hat man mir doch von fast allen Seiten als einzige Lösung so ins Gesicht geschrieen.

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Bei der Schuldenbremse bin ich auch schon sehr gespannt, wie sie das machen wollen.

Na dann hast du aber nie richtig zugehört.

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„Nur die bösen Ausländer raus!“ muss es natürlich heißen :kappa:

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Ne nur die bösen ohne Aufenthaltsrecht.

Selbst wenn das gemeint ist, ist das nicht die Mutter aller Probleme. Auch nicht, wenn man noch die faulen Bürgergeldempfänger dazu nimmt.

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In der ARD habe ich gehört, dass das Bürgergeld ein Grund ist warum viele Arbeiter nicht mehr die SPD wählen.

Es wäre sinnvoll, den Fokus auf die Entstehung politischer Überzeugungen zu legen, denn als Neo-Faschist wirst du nicht geboren.

Willst du verhindern, dass sich Leute auf diese Weise weltanschaulich festlegen, brauchst du wirksame(!) Mittel, das zu verhindern.

Und jetzt kommt ein dicker Spoiler: Die bisheringen Mittel wirken nicht. Leider haben Linke und Progressive ihr soziales und politisches Momentum überschätzt, als sie am Drücker waren und zu viel zu schnell gewollt.

Und nun eben der Backlash.

Rechte und Konservative (des nicht-extremen Spektrums) - es gibt übrigens auch Linkskonservative - sind aber nun einmal nicht für schnelle Veränderungen zu gewinnen. Das liegt an ihrer mentalen Disposition. Da muss man den „sweet spot“ treffen, sonst kommt von denen die Totalverweigerung und der Drift weiter nach rechts respektive konservativ.

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Rechte sind wie die Börse.
Ein falsches Wort und das fragile Gebilde stürzt in sich zusammen.

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Aha. Das Bürgergeld ist den Arbeitern also zu niedrig für eine würdevolle Existenz, die Teilhabe ermöglicht.
Ja, da hätte die SPD aber wirklich selbst drauf kommen können.

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Naja, das ist eher eine allgemein menschliche Disposition. Je ängstlicher jedoch ein Mensch ist, desto defensiver agiert er in der Welt. Und solche Menschen entscheiden sich dann häufig für konservative Werte und verorten sich dabei oft in rechten Milieus. Sie suchen Schutz vor einer bedrohlich empfundenen Welt. Bleibt alles beim Alten, suggeriert das Sicherheit. Ändert sich etwas, suggeriert das Gefahr.

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Der Großteil der Arbeiter hat die SPD doch schon nicht mehr gewählt als es das Bürgergeld noch gar nicht gab.

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Das Anstacheln der Unteren gegen die Untersten ist der Grund warum sich die Leute mit der Ungleichheit der normalen Leute gegenüber den Reichen, die sich noch mehr nehmen wollen, zufrieden geben.

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Diese monokausalen küchenpsychologisierenden Urteile über große heterogene Menschengruppen halte ich nicht für eine sinnvolle Antwort.

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Ich kann mir schon denken, warum die AfD gegen Pornos ist. Schließlich braucht man noch Kraft im rechten Arm für den Hitlergruß. :kappa:

In diesem Sinne:

… gegen Rechts! Jetzt erst recht! :donnie:

Naja, in anderen Beitägen lese ich auch nicht viel Substanzielleres hier.

Immerhin habe ich zumindest anekdotisch sehr viel Erfahrung mit sehr vielen konservativen Menschen. Ich persönlich habe mich durchaus mühevoll aus einem kleingeistig-konservativen Herkunfstmilieu biografisch herausgeschält und es verlassen.

Bitte entschuldige, dass ich mein Leben nicht ausschließlich mit meiner Nase in Studien verbringe, selbst wenn ich schon mal eine Uni von innen gedehen habe und es sogar - wenn auch mutmaßlich nur mit Ach und Krach - zu einem akademischen Abschluss gebracht habe.

Und: Mehr als Phrasen drischst du oft auch nicht. Nur moderater im Klang als ich vielleicht. Polierter im Ton. Aber so viel steckt da bei dir auch nicht hinter. Der Vorwurf der Küchentischpsychologie ist … eben auch nur eine Phrase - um gar nicht erst auf den Inhalt einzugehen (und du hast in mir anscheinend einen deinerseits erkorenen „Gegner“, was dein Argumentationsmuster in meine Richtung so ausrechenbar und eindimensional macht). Und dass das von mit Vorgebrachte angeblich der einzige Grund ist, habe ich nirgendwo gesagt. Das hast du interpretiert und anschließend hier suggeriert - was mehr über dich aussagt als über mich.

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Dabei bist du doch wirklich für Schuldzuweisungen in sämtliche Richtungen zu haben….

Auch wenn dein Post sich sicherlich auch gegen die CDU-Stimmen richtet: gemessen daran, wie die AfD insgesamt prozentual abgeschnitten hat, finde 19 % gar nicht mal so viel.

Achso, dann mach doch weiter mit deinem Unsubstanziellen.

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