Rocket Beans Community

Feedback zum neuen Podcast mit Budi (WaSozial)


#84

Ich finde die Einschränkung, dass nur das Sozial ist, was man 100% uneigennützig macht schwierig. Das würde ja bedeuten, dass jeder der für Hilfsorganisationen arbeitet, sich nicht sozial engagieren. Ich kenne Menschen die sind z.B. bei der AWO angestellt. Sehr soziale Menschen. Die aber trotzdem Miete zahlen und Essen kaufen müssen. Ohne die würde es Organisationen wie die AWO (die z.B. auch viele Tafeln betreibt) nicht geben. So einfach ist das also nicht.

Ich habe Kontakte zu lokalen freiwilligen Feuerwehr und die machen das auch nicht nur ausschließlich weil es “uneigennützig” ist, sondern weil sie da eine Gruppe gefunden haben derer sie sich zugehörig fühlen. Es werden Ausflüge gemacht. Es wird zusammen gefeiert. Und sie helfen gemeinsam Menschen.

Ebenso bekommen Menschen die für die Tafel arbeiten manchmal auch Geld. Ich kenne die Leiterin der lokalen Tafel. Die ist bei der AWO angestellt. Trotzdem eine sehr soziale Person, die ihr Arbeitszeit dafür einsetzt denen zu helfen die fast nichts haben.

Auch die Deutsche Fernsehlotterie ist sozial (nicht mit LOTTO verwechseln!). Die spenden jedes Jahr viel Geld an Soziale Einrichtungen. Geld auf das die Einrichtungen oft angewiesen sind und ohne dieses sie ihre Soziale Arbeit nicht machen könnten.

Also das ganzen ist meiner Meinung nach doch etwas komplexer.


#85

@Caqor ja das kann ich gerne tun. Die Deutsche Fernsehlotterie gibt einen Bruchteil der Einnahmen an das Deutsche Hilfswerk, gesondert fördert es ausgewählt und Zeitlich begrenzte Projekte die nicht auch schon von anderen gefördert werden.
Dahinter steht die Firmen Politik, die Angst eine Stiftung zu fördern die sich als Politisch inkorrekt heraus stellt.
Im Grunde ist die Fernsehlotterie ein Konzern der nach den gleichen Ökonomischen Grundsätzen handelt wie jede andere Firma. Und ja auch andere Konzerne Spenden . Meistens an die selben Stiftungen. Das meiste Geld, wie du dir denken kannst fließt in die Verwaltung. Und ein kleiner Teil kommt zb. Kinderkrankenhaus - krebsstation an . Womit dann das Gebäude renoviert wird.
Und die Immobilie im Wert steigt.
Es könnte wesentlich mehr sein was die Fernsehlotterie Spenden könnte. Aber Sie tut es nicht. Die öffentlich Rechtlichen haben einen sehr großen Eigenbedarf. Die Pensionskassen stehen im 2 stelligen Milliardenbereich. Intendanten, die Stars und Sternchen bis runter zum Pförtner. Allen steht vertraglich gesichert eine stattliche Summe zu. Finanziert durch GEZ und allen Werbetreibenden.
Und sämtlichen anderen Einnahmequellen. Wozu auch die Lose der Deutschen Fernsehlotterie zählen. Und das nennt man scheinheilig, Unter dem Vorwand etwas Gutes zu tun sich selber zu bereichern. Es gibt für den Konsumenten kein Recht darauf die Wahrheit zu erfahren von den öffentlich Rechtlichen. Ich hoffe die Antwort war verständlich, aber wenn dich das Thema wirklich Interessiert, würde ich dir empfehlen selber Nachforschungen anzustellen. So das du dir eine eigene Meinung darüber bilden kannst. Denn in Wahrheit führt all das hier zu weit mehr Themen. Über die man hier nicht schreiben kann. Und ich möchte dich nicht von irgendwas überzeugen. Ich glaube das, das nur die eigene Erfahrung kann. Alles gute dir.


#86

@hfb11 zunächst möchte ich deine Meinung, die offensichtlich empirischer Natur ist nicht runter machen. Ich werde auf jeden Punkt eingehen den du erwähnt hast. Erstmal möchte ich aber auf das eigentliche Problem eingehen was hier im Wasozial der Ursprung jeder Diskusion ist.

Die Bedeutung des Wortes Sozial wird hier absolut verwässert, verzerrt und ins absurdes geführt. Sozial ist uneigennützig im Sinne sich Finanziell davon zu bereichern.
Woher stammt es ? Das Wort stammt von der Eigenschaft ab. Von den kleinsten Menschlichen Gruppen aus grauer Vorzeit. Ich gebe ein Beispiel. Du wirst feststellen das der Zeitliche Kontext dabei keine Rolle spielt. Irgendwann wird in einer Familie der Jugendliche bemerken das sein Großvater nicht mehr so agieren kann wie früher. Es kommt Ihm nun der Entscheidene Gedanke. Wenn Ich einmal so Alt bin wie Opa, wäre es Gut wenn mir jemand hilft. Darauf hin erwächst die Erkenntnis in dem Jugendlichen das wenn er dem Großvater hilft und mit gutem Beispiel voran geht seine Enkel ihm auch helfen werden, wenn es bei Ihm soweit ist.
Anderes Beispiel. Wenn meines Nachbarn Haus brennt, und ich helfe nicht mit diesen Brand zu löschen. Brauche ich mich nicht Wundern das Niemand hilft falls mein Haus einmal brennen sollte.
Das ist der Soziale Grundgedanke. Der Zweck jeder Form von Gesellschafft. Darum sind Dörfer entstanden. In der Gruppe sind wir stark.
Warum ist es schwierig Soziale Berufe von dem Wort Sozial zu trennen? Wo ist der Zwiespalt? Unsere Form der Gesellschaft macht die ursprüngliche Bedeutung der Eigenschaft des Sozial seins größtenteils überflüssig. Weil du dir alle Sozialen Dienste durch käuflichen Erwerb sichern kannst. Du brauchst nicht Sozial zu handeln … solange du genug Geld hast.

Vielleicht macht das dir meine Sichtweise etwas klarer. Versteh mich bitte nicht falsch. Ich habe nichts gegen Soziale Berufe. Ich habe nur etwas dagegen das Sie mit der Eigenschaft an sich gleichgesetzt wird.

Ich selber kenne Mitarbeiter bei der AWO. Und ja einige sind Sozial, du darfst nicht vergessen es sind gute jobs in der Verwaltung zb. Von den Tafeln. Aber die gehen auch nicht mit 1.4. Nach Hause und Arbeiten meist nur Teilzeit. Im Grunde haben die einen Beamten Status so wie die Arbeiten. Und meine Erfahrung ist das die meisten gerne zur Stadt wechseln würden. Aber die würden es nicht umsonst machen. Die Ehrenamtlichen schon. Wobei alle wahrscheinlich insgeheim auf eine Anstellung hoffen. Heute gibt es auch die Wehrpflicht und den Sozialdienst nicht mehr. Es gibt ein freiwilliges Soziales Jahr, der Unterschied dürfte klar sein.

Die Lotterie, finanziert von ihren Einnahmen zum größten Teil kulturelles. Das finde ich sehr lustig ,denn jedes mal wenn ich in der Stadt an einer Sparkasse vorbei laufe und dort ein Bulle ein Mahnmal, Skulpturen gigantischen Ausmaßes steht. Wird mir bewusst wer alles dafür bezahlt hat. Ja Lotto oder auch Idiotensteuer genannt. Kultur ist auch ein sehr allumfassender Begriff.

Begreiffen

Ich brauch glaube nicht nochmal schreiben warum die Fernsehlotterie eben nicht Sozial ist. Stattdessen möchte ich anhand eines weiteren Beispiels noch einmal verdeutlich wie die Bedeutung eines einfachen Wortes hier verdreht wird nur weil die Fernsehlotterie so gesehen werden möchte.
Wenn ich in Zukunft jemanden sagen höre es schneit. Dann lügt er.
Es ist in Wahrheit nur sehr kalter Regen. Schnee existiert nur in eurer Vorstellung. Und darum kann man keinen Schneemann bauen nur einen sehr kalten Regenmann. Eine sehr kalte Regen Schlacht… hört sich gefährlich an und Schlitten fahren wird auch nicht besser. Schlittschuh fahr ich am liebsten auf dem …

Ich möchte Niemanden beleidigen. Im übertragenen Sinne nehme ich so Wasozial wahr. Es ist ein Spiel mit der Verunsicherung. Es soll die Konsumenten dazu bringen den Begriff anders zu sehen als er nun einmal ist.
Gewünscht wird das Sozial auch etwas sein kann mit dem Mann Kapital erwirtschaften kann. In dem man ein Produkt verkäuft was den Menschen hilft. Zahnbürsten Hersteller sind Sozial, Babysitz Hersteller, Prothesen Hersteller und ich habe Windkrafträder gebaut. Bill Gates hat Million gespendet. Und bleibt trotzdem über Generationen einer der Reichsten der Welt. Sie Spenden alle Millionen und aber Millionen Beträge. Die leidenden dieser Welt müssten vor Glück ausflippen.

Warum tun die Armen es nicht? VIELLEICHT WEIL SIE ARM SIND? Erinnert euch an den zunami 2004 Malaysia… .

Beschäftigt euch damit und seht euch mehrere Blickwinkel an. Ich kann nur dazu raten.
Es gibt ein Video auf YouTube mit dem Titel: Die Verlogenheit der guten Menschen

Damit könnte man beginnen.

Alles Gute euch.


#87

Möchte ganz ehrlich sein: Ich musste einige Male deine Texte lesen um zu verstehen, was genau du meinst und was deine Meinung ist. Hab sie vielleicht immer noch nicht verstanden.

Was ich finde:
Sozial ist, wenn man jemandem hilft.
Ein sozialer Beruf ist einer durch den jemandem geholfen wird.
Natürlich kann man die Begriffe jetzt trennen, aber scheint mir nicht wirklich wichtig/nötig zu sein. Gleichsetzen muss man’s aber natürlich auch nicht, da hast du Recht.

“Du brauchst nicht Sozial zu handeln …solange du genug Geld hast.”
Aber man braucht Geld um sozial zu handeln. Um Zeit zu vergüten, um Materialien zu kaufen, für Immobilien, etc.
Deswegen sollte man spenden (oder ein Fernsehlotterie-Ticket kaufen) damit andere sozial sein können, oder natürlich selbst sozial handeln.

Im Podcast sagt Budi sogar, dass man anstatt eines Tickets was anderes machen kann (er meinte “direkt spenden”, glaube ich). Die Lieben von der Lotterie sind auch so transparent und sagen, dass einige Prozente von den Ticket-Geldern für (anscheinend) nicht-soziale Zwecke genutzt werden (Verwaltung, Preisausschenkung).

Das finde ich gerade gut am Podcast: Auch diese Zusammenarbeit mit Externen gibt rbtv viele Freiheiten, zB ohne (offensichtliche) Regularien die sagen, dass Budi 5-mal “Kauft jetzt ein Lotterieticket” pro Folge sagen muss. Sondern, hier geht’s darum einfach frei über “sozial” zu reden und jedem selbst entscheiden lassen, was man als sozial sieht und was man machen will um sozial zu sein. Gibt also schon viele Blickwinkel die im Podcast angesprochen werden.


#88

@Grinzpilz, da hast du etwas sehr wichtiges erkannt. Spenden um zeit, räumlichkeiten, und alles andere zu erwirtschaften was man zum Sozial sein braucht.

Ja jetzt Frage ich dich warum Zeit mit Geld ersetzen . Weil die Leute 10 bis 12 Stunden arbeiten müssen? Ja . Viele Langzeit Arbeitslose machen das und beteiligen sich. Bekommen nichts dafür. Und wäre es nicht möglich. Stiftungen für Missbrauchte Kinder staatlich voll zu finanzieren.
Und ich weiß nicht wo da der Bonus der Fernsehlotterie liegen soll wenn sie sagt wie viel ihrer Einnahmen nicht an Soziale Zwecke fließen. Soll man Sie jetzt dafür loben das Sie nicht vollkommen gelogen haben? Du magst den Podcast. Okay
Ich finde ihn manipulativ. In der Form, die ich hier so verständlich es mir möglich war, versucht habe klar zustellen.

Dierekte Spenden , okay an wen ? Welcher wohltätigen Organisation kann man heute noch Geld Spenden und kann sicher sein das Sie da ankommt wofür es gedacht war.

Vergiss bitte nicht die großen Konzerne spenden auch schon und gewisse Milliardäre.
Du bezahlst mit deinen Sozialabgaben auch immer noch den Soli. Die Diäten unserer Politiker steigen ständig.
Ein Mann hat ein Projekt ins Leben gerufen mit den Namen Little Home. Mit Spenden Geldern baut der kleine Wohncontainer für Obdachlose. Staatlich nicht gefördert, Fernsehlotterie nicht gefördert. Gibt es auch eine Doku von auf YouTube, sehr empfehlenswert.
Ich möchte dich nur bitten das alles mal zu relativieren.
Wenn du dann aus voller Überzeugung immer noch meinst das die Fernsehlotterie Sozial ist. Dann wünsche ich dir alles Glück und Gute damit.
Es nicht böse gemeint. Ich respektiere jede Meinung. Allerdings nicht wenn hier offensichtlich etwas Grundfestes wie Sozial sein wiedermal unter dem Deckmantel des guten die Leute abgezogen werden sollen.
Und die Fernsehlotterie ist da sicher noch nicht die schlimmste Organisation. Aber mir reicht das schon, um Partei dagegen zu ergreifen.
In den 80er hieß die Aktion Mensch noch Aktion Sorgenkind. Der Name wurde angeblich geändert weil Sorgenkind ein zu negativbelasteter Ausdruck war. S.O.S. Kinderdorf gab’s auch noch. Ganz abgesehen von den Tierschutz Organisationen. Kennt jemand noch den Panda WWF.
Ich sage weiter nix dazu. Ich denke nur Laut, könnte dies vielleicht einfach auch nur eine sehr profitable Branche sein, für skrupellose Hintermänner. Was wenn sich heraus stellen würde das all diese Organisationen unter einer Schirmherrschaft agieren ? Ach stimmt … nix.

Ich möchte nicht provozieren. Aber vielleicht könnte der eine oder andere sich beim nähern befassen , am Ende zu einer anderen Sichtweise kommen.
Und ich habe nix gegen Budi und auch nichts gegen dich Grinzpilz. Und ich rege mich hier auch nicht auf.
Aber Sozial ist kein subjektiver Begriff wie etwa die Farbe Blau oder der Geruch von Pfannkuchen. Ich frag ja auch nicht was ist Stark? Was ist blind sein? Und komm dann mit irgendwelchen Bergkristalen und Quarzen und behaupte das es sich für Blinde, bei Hautkontakt, Bunt anfühle.

Ich hab jetzt mehr, viel mehr, viel, viel zu viel geschrieben, als ich jemals wollte.

Und darum ich lese noch was ihr so schreibt. Aber ich für meinen Teil habe meinen Standtpunkt so gut vertreten wie ich nur konnte. Und nur auf Wunsch Dritter.
Aber damit reicht es auch von meiner Seite.

Alles Gute wünsch ich euch.:wink:


#89

Hallo lieber Budi und alle die an dem neuen Podcast Projekt mitwirken. Ich bin durch die Moin Moin Sendung vom Dienstag darauf aufmerksam geworden und habe mir vorhin den ersten Teil angehört. Die Idee und der kreative Ansatz sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen gefällt mir sehr gut. Nur schon die Frage in den Raum zu stellen “Was ist eigentlich sozial” und dann zu sehen in welche Richtung sich das Gespräch entwickelt… So simpel wie genial. Sehr schnell wurde deutlich wie facettenreich und komplex eine so vermeintlich einfache Frage sein kann. Wie so vieles im Leben. Und dann gemeinsam auf die Suche nach einer Antwort gehen… voll sozial von euch. :slight_smile: In Zeiten wo viele Menschen ihre Meinung laut kund tun, aber sich selbst scheinbar immer weniger hinterfragen, tun solche Gespräche unglaublich gut. Die Zeit verging wie im Flug und ich werde mit Freude weiterhin zuhören. Danke


#90

@anon76345946 Also halte ich mal fest. Die Fernsehlotterie ist nicht sozial, weil nicht 100% ihrer Einnahmen “sozialen” Zwecken zu Gute kommen. Ich hab mal bei Google verschiedene Begriffe in Verbindung mit der Fernsehlotterie eingegeben und bis auf den Vorfall mit Monica Lierhaus vor ein paar Jahren ist mir nichts Negatives aufgefallen. Man kann sich darüber streiten, ob der Weg sich Spendengelder über Lose zu erwirtschaften, der Beste ist.

Laut Wikipedia gehen ca. 30 bis 40% der Einnahmen als Reinerlös an das Deutsche Hilfswerk um soziale Maßnahmen zu fördern. Ungefähr der gleiche Betrag sind Gewinnausschüttungen und der Rest Lotteriesteuer und Verwaltungskosten. Online ist ein Jahresbericht für das Jahr 2017 zu finden. In dem wird angegeben 73,2 Mio Euro für soziale Projekte und 61 Mio. Euro Gewinnausschüttungen. Also kann deine Aussage “Das meiste Geld, wie du dir denken kannst fließt in die Verwaltung” nicht stimmen, ebenso ist es falsch das nur ein Bruchteil der Einnahmen an das deutsche Hilfswerk geht.

Jeder scheint den Begriff sozial auch anders zu definieren. Deshalb ist die Frage im Podcast auch so spannend. Verschiedene Blickwinkel beantworten eine einfache Frage völlig unterschiedlich. Für dich ist die Fernsehlotterie anscheinend nicht sozial, für mich wiederrum schon.