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Film-Themen-Challenge


#4052

Thema : Antikfilm
Film : Hercules
Erscheinungsjahr : 1997
Laufzeit : 99 Minuten

Ich wollte ja ursprünglich Conan schauen, der war mir dann mit 12.000 vor Christus doch etwas zu weit von der Antike entfernt. Da ich mich aber einfach nicht dazu überwinden konnte nen echten Historienfilm wie „Ben Hur“ oder so zu schauen bin ich dann durch alle hier die Asterix gesehen haben bei Disneys Hercules gelandet.

Hercules viel in die Zeit als ich genau in dem Alter war in dem es uncool war solche „Kinderfilme“ zu schauen, dementsprechend hab ich ihn heute auch das erste mal gesehen. Der Film handelt von Herkules, Sohn des Zeus, der als Baby von Hades’ Gehilfen Pech und Schwefel getötet werden sollte damit er Hades später nicht in die Quere kommen kann. Die beiden bringen ihn allerdings nur zur Erde wo er als sterblicher Mensch aufgezogen wird der sich nie richtig zu Hause fühlte. Eines Tages erfährt er dass er der Sohn von Zeus ist und um wieder im Olymp aufgenommen zu werden und bei seinen leiblichen Eltern zu sein muss er zum Helden werden.

Ich fand den Film super animiert, alles erinnert immer ein bisschen an diese Zeichnungen die man von antiken griechischen Töpfen kennt. Nur diese Hydra gegen die Herkules relativ am Anfang kämpft sieht seltsam Computeranimiert aus. Das wirkte irgendwie deplatziert. Außerdem hat der Film für mich das gleiche Problem wie quasi jeder Film von Disney: Es wird gesungen. Und zwar Musicalartig. Ich kann das absolut nicht leiden, es hielt sich zum Glück aber einigermaßen in Grenzen. Ein weiterer Punkt von dem ich erst dachte es würde mich stören war, dass Herkules von Till Schweiger synchronisiert wurde. Wenn ich heute an Schweiger denke, dann an den nuschelnden und nasalen Schweiger aus seinen unzähligen Romcoms der letzten Jahre. „Hercules“ ist aber nunmal auch schon wieder 20 Jahre alt und damals war er wohl noch in der Lage deutlich zu sprechen. Hätte ich es vorher nicht gelesen hätte ich ihn nichtmal erkannt. Ansonsten ist die Synchro aber sehr gut gelungen. Allen voran Arne Elsholtz als Hades den man vor allem als deutsche Stimme von Tom Hanks und Bill Murray kennt. Hier erinnerte er eher an Murray was perfekt zu Hades passte, vielleicht auch gerade deshalb mein Lieblingscharakter im Film.

Zur Story gibt’s nicht so viel zu sagen, typische Disney-Story eben mit einem Helden der über sich hinauswachsen muss, einer zunächst unglücklichen Romanze und am Ende natürlich ein Happy End (das mir zum Schluss irgendwie zu plötzlich kam). Hier und da ein paar lustige Dialoge und etwas Slapstick.

Nicht unbedingt mein Lieblingsfilm von Disney, das wird für immer „Die Hexe und der Zauberer“ bleiben, aber von denen die ich gesehen habe gehört er für mich auf jeden Fall ins obere Drittel.

7/10


#4053

Wann wurde eigentlich das Thema nochmal geändert?
Es hieß doch ein Live-Action-Antikfilm. Kein Fantasy, kein Zeichentrick, kein Mittelalter usw.

Wenn das geändert wird, sollte man das vielleicht nochmal neu posten.


#4054

Wo stand das? Der Themengeber hat sogar selbst gesagt:

Von nur Live-Action war nie die Rede. :smile:

Fantasy sei auch okay, wenn das Setting der Antike ähnelt.


#4055

Also im ursprünglichen Post steht nichts davon dass es Live Action sein muss.

Verwechselst du das vielleicht mit der Woche davor?


#4056

Ich war mir sicher das es da stand, aber dann verwechsle ich es wohl wirklich. Dann wäre die Auswahl viel größer gewesen.
Aber Mittelalter und Fantasy wurde doch in den Folgefragen ausgeschlossen.

Excalibur hätte ich nämlich ansonsten genommen.


#4057

Ja, Mittelalter hatte ich nur als Ausnahme gestattet, sollte schon Antike sein, aber in dem Antiksetting war auch Fantasy, Zeichentrick etc. erlaubt. Tut mir leid, falls das aus meinen Antworten zu den Nachfragen nicht klar hervorging.


#4058

Kein Problem, ich weiß ja selbst wie schwer es ist, ein Thema so zu bestimmen, dass auch jedem völlig klar ist welches Thema man genau haben möchte. War mir nur nach den letzten Posts unsicher, ob ich etwas komplett falsch verstanden hatte.


#4059

Thema: Kino Kontrovers
Film: Funny Games von Michael Haneke
Erscheinungsjahr: 1997
Laufzeit: 104 Minuten
Wo geschaut: BluRay

Neue Woche, neues Thema und wieder einmal macht der Streber den ersten Eintrag. Ich hatte mir nach Nennung des Themas sofort “Irreversibel” bestellt, weil ich den endlich mal von meiner Watchlist streichen wollte. Leider kommt die Sendung erst nächste Woche an, so dass ich das nochmal verschieben muss. So hab ich zur Sicherheit dann Funny Games mal wieder aus dem Regal gefischt, da ich diesen ohnehin mal wieder schaun wollte.

Eine Familie fährt samt Boot in den Urlaub in ein, an einem See gelegenen, Ferienhaus (sehr schöne und klassische Verneigung an die Anfangsszene aus Kubrick’s The Shining).
Georg, Anna und Schorschi erwartet dort der blanke Horror in Form zweier junger, zunächst freundlicher Herren…

Funny Games ist ein Home-Invasion-Thriller von allererster Güte. Ein Film, der mit Sicherheit polarisiert, da er hart an Grenzen geht und diese z.T. auch überschreitet. Die Art und Weise, wie Haneke das inszeniert ist so fantastisch, da er viele der brutalen Aktionen nicht direkt zeigt sondern diese sich nur im Hintergrund abspielen, während die Kamera auf einer Person in der direkten Nähe verharrt.
Der Horror intensiviert sich durch das exzellente Schauspiel der beiden Eltern (gespielt von den leider viel zu früh verstorbenen Ulrich Mühe und Susanne Lothar).
Ein weiteres Element, welches Haneke einsetzt ist das Durchbrechen der 4. Wand. Dies dosiert er jedoch so geschickt, dass es nicht störend wirkt.

Funny Games habe ich ein Jahr nach Erscheinen zum ersten Mal gesehen, wusste nicht was mich erwartet und war komplett konsterniert und gleichzeitig beeindruckt. Der Film schlug voll aufs Mark.

Für jeden Horrorfan ein Must-See aber auch für Nicht-Horrorfans empfehlenswert.
Selbst das Remake (Funny Games U.S.), von Haneke selbst inszeniert, ist stark, kann aber seinem Original nicht ganz das Wasser reichen.

4,5/5 - einen halben Stern abzug gibt es, weil ein Hund getötet wird (<- das kann ich leider überhaupt nicht ab)


#4060

Menschen können ruhig alle elendig verrecken, aber bei Hunden hört es dann wirklich auf :smiley:


#4061

Keine Ahnung, wieso das bei mir so ist. Wenn man drüber nachdenkt ist es mega krank aber vielleicht hängt das damit zusammen, dass Menschen sich irgendwie bewusst wehren könnten und Hunde nur instinktiv handeln. Das müsste man vielleicht mal psychologisch ergründen. Es trifft mich leider immer irgendwie mehr, wenn in Filmen Hunde getötet werden als Menschen.


#4062

Thema: “Kino Kontrovers”-Kollektion

Salò, or the 120 Days of Sodom (1975)
von Pier Paolo Pasolini

1944/45 in Salò, der Hautstadt der neugegründeten Italienischen Sozialrepublik (ein unter Führung Mussolinis und deutschem militärischen Schutz stehender faschistischer Satellitenstaat auf dem Gebiet Norditaliens): Eine Gruppe faschistischer "Freidenker" entführt eine Gruppe Jugendlicher, um sie in einem riesigen Anwesen 120 Tage lang sexuell, psychisch und körperlich zu quälen…

Salò, or the 120 Days of Sodom ist laut Pasolini der Versuch, den Inhalt von Die 120 Tage von Sodom vom Marquis de Sade ins faschistische Italien zu verlegen und mit der Struktur von Dantes Göttlicher Komödie zu versehen. Sein Ziel, zu zeigen "what power does to the human body" (Pasolini), wird auch recht schnell deutlich, ebenso wie die politischen Ursprünge des Films und auch die Kirche kriegt noch schön einen mit. Mich hat da vielleicht ein bisschen die dauernde Wiederholung des Ganzen gestört.

Das ist nämlich alles schon recht anstrengend und abstoßend über die zwei Stunden und alles sehr widerlich & verstörend—auch wenn das natürlich der von Pasolini gewünschte Effekt ist. Kurze Atempausen, wenn auch immer noch widerlich, gibt es höchstens mal, wenn auch die faschistischen Täter mal von klassischer Musik untermalt Scheiße fressen (nicht metaphorisch gemeint)—da scheint der düstere Ton mal kurz ins parodistische umzuschlagen.

Eine weitere fiese Eigenheit des Filmes, die ihn von anderen Filmen unterscheidet, die ebenfalls das Grauen porträtieren (wie z.B. Schindler’s List oder Martyrs), ist die räumliche Distanz in der Inszenierung zu den Opfern, die uns als Zuschauer zumindest die gefühlte Nähe zu den Opfern erschwert und uns stattdessen in die Nähe der Täter zwingen will und so nochmal ein ganz anderes Gefühl von Unwohlsein erzeugt.

p.s. Da es einer dieser Filme ist, die stark vom Wissen um den Kontext in dem sie entstanden sind profitieren, noch eine Theorie vom interessanten BluRay-Feature "Fade to Black" zu der Frage, warum Pasolinis Film (durch die Handlungen der Faschistenfiguren) so extrem ausgefallen sein könnte:

Der Film entstand in einer Reaktion auf eine Reihe von Filmen von italienischen Filmemachern in den Jahren zuvor, die (positiv ausgedrückt) eher versuchten die Handlungen von Faschisten nachzuvollziehen, um mehr über die Beweggründe für ihre Entscheidungen zu erfahren (bzw. negativ ausgedrückt: mit ihnen sympathisierten; da ich noch keinen dieser Filme geguckt habe, kann ich mir da selbst kein Urteil erlauben), weshalb Pasolini sie möglichst unmenschlich und monströs zeigen wollte.

5/10


#4063

:beanomg:

:f: !!!


#4064

Thema: Kino Kontrovers
Film: Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt (Rosa von Praunheim)
Erscheinungsjahr: 1971
Laufzeit: 67 Minuten
Wo geschaut: DVD (Leihe)

So ein langer Titel - der Film hat mich damit direkt angesprochen, und ich hab ihn mir dann aus der Videothek geholt.

Ja nun. 1971 mag der Film vielleicht etwas für die Homosexuellenbewegung getan haben, aber ich denke, heutzutage sind wir dann doch viel weiter gekommen. Und ich gucke den Film jetzt eben nach heutigen Maßstäben an.

Kein tolles Schauspiel, eigentlich nur voice over und eine Szene komplett ohne Ton, sehr viel Doku Charakter mit mehr oder weniger fragwürdigen oder provozierenden Beschreibungen von gutbürgerlicher Ehe, Tunten, Lederschwulen, und was weiß ich was allem… und am Ende die Aufforderung, aktiv zu werden und sich als betroffene Minderheit politisch einzusetzen und auf die Straßen zu gehen.

Die Geschichte um Daniel, der neu nach Berlin kommt und von fester Beziehung über reichen älteren Gönner über Sex auf dem Pissoir bis zum Ende und politisch motivierter Diskussion in einer Schwulen-WG ist Beiwerk, um die Botschaft zu übermitteln. Ich habe mich ziemlich gelangweilt.

2/5 unter Berücksichtigung dessen, dass das Budget klein und die Wirkung des Films 1971 groß war.

Da mir der Film nun aber zu öde war, dachte ich, guckst dir doch noch Funny Games an. Der ist schon lange auf der Watchlist, und ich hatte einige Erwartungen an den Film. Also:

Film: Funny Games (Michael Haneke)
Erscheinungsjahr: 1997
Laufzeit: 108 Minuten
Wo geschaut: Prime Video

Puuh. Selten so einen langweiligen Thriller gesehen. Es kam einfach nie Spannung auf. Zwischendurch war mir so langweilig, dass ich auf Pause gedrückt hab, um zu gucken, wie viel länger das denn noch gehen kann.

Und eigentlich mag ich Filme, die (in den nächsten Absetzen steht ein Text zur im Film eingesetzten Technik - bis zum Ende des Films) die vierte Wand durchbrechen - aber hier wirkte das so bemüht, und schlecht gespielt vom Täter… das hätte man sich auch sparen können.
Ich hab wirklich immer wenn die Möglichkeit vorhanden war, gehofft, dass die jetzt endlich alle sterben, damit der Film endet.

Dementsprechend verhöhnt vom Film kam ich mir vor, als Täter A an den Zuschauer meinte “Wir sind noch unter Spielfilmlänge. Ist das schon genug? Sie wollen doch sicher ein richtiges Ende und bla bla bla” und ich nur dachte: “Ja, verdammt, es ist genug. Bitte Ende.” Hat mich zusätzlich wütend gemacht.

Danach wird der Bruch der 4. Wand noch abstruser, und der Film damit noch langweiliger, weil wirklich jede Spannung raus ist. Die letzte ach so verschmitzte Einstellung des Täters (wenn der nur besser gespielt hätte, wäre vielleicht alles nicht so schlimm gewesen) setzt dem Fass echt noch die Krone auf.

Da das Ehepaar aber ganz gut spielt (leider nicht gut genug, um mich über die Langeweile hinwegzutrösten), ist der Film knapp vor dem Totalausfall.

1,5/5

Gesamtfazit für diesen Abend: Man gebe mir meine verlorene Lebenszeit wieder :simonhahaa:


#4065

Aua.
Da wird aber ausgeteilt. :grin:

Aber danke… jetzt muss ich nicht mehr drübernachdenken, warum ich den vorhin nicht gekauft hab… hatte den auch in der Hand, ihn dann aber liegen lassen… teils auch wegen dem Jahr… (Sowas ist halt stets aus der Perspektive der Zeit/Begebenheiten zu betrachten… was halt schwer fällt.)

Gut.
Somit brauch ich ihn eh nicht für die Sammlung

Und funnygames… naja die Art, muss man mögen… oder eben nicht…


#4066


Den ersten Film hab ich selbst noch nicht gesehen, aber funny games fand ich super. :smiley:
Wieder mal witzig zu sehen, wie die Meinung bei manchen filmen wirklich komplett gegenteilig sein kann.^^ bei fast jedem deiner Punkte dachte ich mir “ja, aber das war doch geil”. :smiley:


#4067

Ich bin da voll bei dir. Ich habe aber auch volles Verständnis dafür, wenn man Funny Games nichts abverlangen kann, da er schon sehr speziell ist und auch damals bei den Festivals Menschen das Kino verlassen haben. Zum Polarisieren gehören halt auch zwei Pole.


#4068

Ganz ehrlich, so mit Abstand, vielleicht hätte mir Funny Games besser gefallen, wenn ich das (ich nenne es mal liebevoll) Schauspiel von diesem Täter nicht so hölzern empfunden hätte.
Sollte mir mal das Remake angucken.


#4069

Einer meiner Hassfilme. Ich weiß aber bis heute nicht, ob der Film gerade dadurch sein Ziel erreicht hat.
Eine zweite Sichtung, um das möglicherweise rauszufinden, ist aber auf jeden Fall ausgeschlossen.


#4070

Kann ich gut verstehen. Meiner Meinung nach ist das auch zumindest zu weiten Teilen eine Wirkung, die er erreichen will. Ist auf jeden Fall einer dieser Filme, wo meine “objektive” Wertung, wenn ich eine geben würde, wohl höher wäre als meine subjektive 5/10.


#4071

@MoeMorrison falls du noch keinen für diese Woche hast, könnte ich dir einen mitbringen:

God bless america und Sodom hab ich auch noch…

Edit:

  • irreversibel