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Film-Themen-Challenge


#4513

Habe jetzt Lords of Chaos gesehen und er hat meine Hoffnungen ein wenig unterschritten, war aber immer noch sehr unterhaltsam. Es ist sicher kein dokumentarischer, eher ein exploitativer Blick auf die Geschichte, aus meiner Sicht als Black Metal und Gore Fan hat das Ganze aber weitgehend gut funktioniert. Es gab einige schöne Songs zu hören, fand nur ein wenig schade, dass die Ausschnitte für meinen Geschmack zu kurz waren. Dazu gab es mehrere saftige Goreeinlagen.

Die Schauspieler fand ich leider nicht gut besetzt, Emory Cohen sieht Varg Vikernes halt leider gar nicht ähnlich. Auch Culkin und Ochsenknecht wirken irgendwie fehl am Platz. Aber dennoch funktioniert der Coming-of-Age Part des Filmes ziemlich gut. So manche Szenen aus dem Leben einer pubertären Black Metal Clique kamen mir recht bekannt vor.^^ Rumhängen, ein dutzend mal Braindead schauen, Musik machen, ein zwei Leute ziehen irgendeinen kranken Shit durch, von dem die anderen lieber nur reden und dann wird es gefeiert. Nur dass es hier natürlich auf die Spitze getrieben wird. Ich würde jetzt nicht sagen, dass die Verbrechen glorifiziert werden, eine wirkliche Kritik gibt es allerdings auch nicht.

Macht Spaß, hätte aber besser sein können. Und leider gab es bei den zu sehenden Bränden nur traurige Streicher, keinen Black Metal zu hören. :unamused:

3,5/5 :herz:

Höre mir gerade das Demotape an, was Varg wohl an Euronymous geschickt hat. Und das ist schon ganz geil. :smile: Schade, dass er so abgedriftet ist. :ugly:


#4514

Thema: Regiedebüt
Film: Unicorn Store
Regie: Brie Larson
Erscheinungsjahr: 2017
Laufzeit: 91 Minuten
Wo gesehen: Netflix

Kit ist von der Universität geflogen, findet sich wieder bei ihren Eltern zuhause und in einem Motivationsloch, bevor sie sich aufrafft in einer Zeitarbeitsfirma endlich erwachsen zu sein. Währendessen werden ihr immer wieder Karten zugespielt, laut denen sie The Store besuchen soll.

Also technisch kann ich mich nicht beschweren. Die Farben sind schön bunt und satt, passt gut zu dem Film, Kamera, etc ist in Ordnung, die Synchro ist auch in Ordnung. Nicht überragend, aber auch nicht schlecht.
Also die Handlung ist in Ordnung? Man muss einige Dinge einfach so hinnehmen. Fiel mir auch tatsächlich leichter als die Charaktere einfach so hinzunehmen. Kit ist so unglaublich naiv und einfältig, dass ich am liebsten den Kopf gegen die Wand gehämmert hätte, wenn sie in die nächste cringe Szene stolpert. Jajaja, Künstler und in einer anderen Welt, aber puh, sie wirkt wirklich kaum älter als 13 und dann ist es mir doch etwas schwer gefallen sie ernst zu nehmen. Noch schlimmer fand ich eigentlich alle Charaktere um sie herum. Die Eltern sind einfach nur peinlich, Gary ist der furchtbarste Creep, bei dem es ein Wunder ist, dass er noch nicht gefeuert wurde, eigentlich war nur Virgil in Ordnung. Den wollte ich nicht konstant verprügeln. Also ja, charaktertechnisch finde ich den Film echt schwierig.
Auch wenn ich die “Aussprache” zwischen Kit und ihren Eltern dann wiederum gut fand. Also irgendwie bin ich da hin und her gerissen. Manches fand ich gut, einiges hat mir aber auch gar nicht gefallen.

Ich hatte keine Ahnung, was ich mir erwartet habe, das habe ich aber auch definitiv nicht bekommen und für einmal schauen war er auch nicht eine volle Katastrophe.

2/5


#4515

Thema: Regiedebüt
Film: Marty
Regie: Delbert Mann
Erscheinungsjahr: 1955
Laufzeit: 91 Minuten
Wo geschaut: Amazon Leihe

Marty ist ein etwas korpulenter, untersetzter Metzger, der mit Mitte 30 bei seiner Mutter wohnt und mit der Liebe nie Glück gehabt hat. Seine Freunde versuchen ihn an den Wochenenden zum Ausgehen zu animieren, Marty hat aber keine Lust und bleibt lieber zu Hause. Nachdem er sich doch hat breitschlagen lassen trifft er auf einer Tanzveranstaltung auf das “Mauerblümchen” Clara.

Was für ein warmherziger Film, mit dem ich auf so vielen Ebenen relaten konnte. Die social awkwardness (wie man heute so schön sagt) von Marty konnte ich prima auf mich selbst projezieren, denn Ernest Borgnine ist die perfekte Besetzung für diesen Charakter. Viele seiner Worte haben sich direkt in mein Herz gebohrt.

Marty könnte man sicherlich heutzutage in dieser Form nicht mehr drehen und müsste natürlich das Setting anpassen. Aber die Themen (Suizid, Selbstzweifel…) sind 1:1 präsenter denn je.

Als Regiedebüt mit dem Oscar ausgezeichnet kam leider danach nicht mehr ganz so viel erfolgreiches von Delbert Mann. Schade eigentlich.

Borgnine (ebenfalls mit dem Oscar ausgezeichnet) zeigt hier, warum er einer der großartigsten Schauspieler war.

4/5 mit dickem :heart:


#4516

Thema: Bruce Lee, Jet Li oder Jackie Chan
Filme: Mission Adler und Sie nannten ihn Knochenbrecher

Zu Mission Adler:
Jackie Chan begibt sich auf die kurzweilige Suche nach einem in der Wüste verschollenen Nazischatz. Gemeinsam mit der Expertin Ada und Elsa, der Enkelin des deutschen Kommandeurs, bricht er auf. Schnell kommt es zu Turbulenzen: Zwei Araber und eine mysteriöse Karawane sind ebenfalls hinter dem Schatz her. Mit Hilfe der ortskundigen Momoko finden sie das deutsche Lager. Doch auch dort lauern Gefahren um jeder Ecke.

Sehr lustiger Film, hatte aber dann zu wenig mit Martial Arts zu tun, um wirklich zum Thema zu passen :sweat_smile:. Aber war echt nice den mal wieder zu schauen, guter Humor und doch echt sehr Ikonische Stunts (u.a. Der Windkanal im Nazibunker). Aber auch die Chemie zwischen Jackie und seinen drei Begleiterinen ist Klasse.

3.5/5

Zu Sie nannten ihn Knochenbrecher:
Fei Hung hat alles andere im Kopf, nur nicht Kung Fu - sehr zum Missfallen seines Vaters, ein Martial-Arts-Meister. Als ein mächtiger Mann im Dorf durch einen von Fei Hungs Streichen zu Schaden kommt, schickt sein Vater ihn zu seinem sadistischen Onkel, der ihm Disziplin eintrichtern soll. Zunächst wehrt sich Fei Hung gegen dessen Versuche, ihm eine seltene Kung-Fu-Technik beizubringen. Dann aber bekommt er es mit einem Auftragskiller zu tun, der seinen Vater töten soll.

Der passt besser zum Thema, zwar auch seh Humorvoll, aber es gibt hier viel mehr auf die Omme. Viele sehr coole und lustige Choreographien sind dabei, das macht für mich immer einen guten Jackie Chan Film aus. Wobei ich mich bei der Filmauswahl eigentlich vertan habe, denn ich wollte den Drunken Master Film schauen, der im Originalen ja Drunken Master 2 ist. Aber war dann im Endeffekt kein Fehler diesen Film mal wieder zu schauen :smile:.

3.5/5


#4517

Thema: Regiedebüt
Film: Unicorn Store
Regie: Brie Larson
Erscheinungsjahr: 2017
Laufzeit: 91 Minuten
Wo gesehen: Netflix

Ich schließe mich mal an.

Kit ist eine Träumerin, deren Träume an der Kunsthochschule gescheitert sind. Sie wohnt wieder bei den Eltern, und krempelt ihr leben auf “erwachsen” um, und fängt an zu arbeiten. Dann erhält sie Einladungen in “The Store”, ein Laden der verkauft “what you want” and “what you need”.

Puh. Bin da ziemlich bei @Aslitis. Ich mochte die Abstrusität der Charaktere - die nur leider viel zu flach bleiben. Die Eltern sind die meiste Zeit über sehr seltsam, bekommen aber im Lauf der Handlung ein wenig mehr Profil. Was der Sinn des creepy (sexual harassment?) Chefs Gary ist hat sich mir nicht erschlossen.

Am Ende ist der Film, mir fällt kein guter deutscher Ausdruck ein, all over the place. Mal sehr abgedreht, mal sehr brav (am Ende), mal mit simpler Botschaft. Aber Brie Larson und Samuel L. Jackson haben sichtlich Spaß am Spiel.

Ich habe mich aber am Ende gefragt, wie ich ihn aufgenommen hätte, wenn ich mich noch in meiner Selbstfindungsphase befinden würde. Ja, ich bin mit meinem Job nicht zufrieden, und es gibt einiges anderes was mich stört - aber diese Phase zwischen Ende der Kindheit und Erwachsenen sein habe ich zum einen hinter mir gelassen, und mir zum anderen in vielen Punkten das berühmte Kinderherz™ bewahrt.
Zum richtigen Zeitpunk hätte mich der Film wahrscheinlich mehr abgeholt. Der Gedanke hat mich ein wenig versönlicher gestimmt.

Ich bin gespannt, ob Frau Larson noch weitere Filme mit dem Thema Selbstfindung oder auch sich selbst treu bleiben angeht, vielleicht beeinflusst von ihrem jetzt viel größeren Starruhm bedingt durch Captain Marvel und ihrer Aussagen bezüglich Diversität in Hollywood.

3/5


#4518

Thema: Regiedebüt
Film: Eraserhead von David Lynch
Erscheinungsjahr: 1977
Laufzeit: 89 Minuten
Wo geschaut: Mubi

Der schüchterne Drucker Henry Spencer lebt in einem trostlosen Industriegebiet und wird eines Tages von den Eltern seiner Freundin zum Essen eingeladen. Dort erfährt er von ihrem missgebildeten Kind, welches nach einer äußerst kurzen Schwangerschaft zur Welt kam.

Wie auch in späteren Werken arbeitet Lynch in seinem Debütfilm mit vielen surrealen Elementen und dem fließenden Übergang zwischen Traum und Wirklichkeit. Obwohl ich noch nicht alle Filme von ihm gesehen habe, würde ich sagen, dass Eraserhead sein “rohster” Film ist und diese Elemente hier am stärksten vertreten sind. Das macht den Film nicht gerade zugänglich, aber lässt viel Spielraum für Interpretation und liefert mindestens ein besonderes Seherlebnis.

Diese Art Film ist mir meist zu abstrakt und mir fällt das Deuten des Gesehenen etwas schwer, aber durch die besondere Atmosphäre wurde mein Interesse aufrecht erhalten und ich sehe das Potenzial für neue Erkenntnisse bei weiteren Sichtungen.

Die bedrückende, teils verstörende Atmosphäre wird hier wirklich meisterhaft aufgebaut und zeugt schon von dem Talent, dass Lynch in seinen folgenden Filmen bewiesen hat. Essentiell dafür ist neben den sorgsam komponierten Schwarz-Weiß-Bildern und den minimalistischen Kulissen das hervorragende Sounddesign, welches mir bis ins Mark ging.

Alles in allem bin ich aufgrund des einzigartigen Erlebnisses froh endlich mal Eraserhead gesehen zu haben, auch wenn er mich noch nicht vollends überzeugen konnte.

3,5/5


#4519

Thema: Regiedebüt
Film: American History X
Regie: Tony Kaye
Erscheinungsjahr: 1998
Laufzeit: 119 Minuten
Wo geschaut: Blu-ray

Es war natürlich ein starkes Oscarjahr 1999 was die Hauptdarsteller betrifft, ich habe aber alle Filme mit den Nominierten mehrfach gesehen und Edward Norton hätte ihn doch auf jeden Fall bekommen müssen.

Was gibt es zu American History X zu sagen? Der Film ist nach wie vor brandaktuell, obwohl er über 20 Jahre alt ist. Sowohl thematisch als auch technisch ist er heute immer noch jedem zu empfehlen. Es gibt wenige Filme, die einen aus verschiedenen Gründen so sehr an den Bildschirm fesseln wie dieser. Beim Zuschauen hat man unglaublich viele Emotionen. Man wechselt zwischen Wut, Verständnis, Fassungslosigkeit, Staunen, Trauer. Mehr darf man zum Film an sich eigentlich gar nicht sagen. Wer ihn nicht kennt, soll sich den Klappentext durchlesen und dann entscheiden, ob man ihn sehen möchte.

Das Regiedebut von Tony Kaye (Langfilm), der aber nach dem Film von ihm Abstand nehmen wollte, da er vom Studio ohne sein Wissen sehr oft umgeschnitten wurde. Sein Antrag wurde von der DGA aber abgelehnt und so gab es kein weiteres Werk von Alan Smithee.
Mich würde durchaus mal die Originalschnittfassung Kayes interessieren.

5/5 :heart:


#4520

Thema: Regiedebüts

Citizen Kane (1941)
von Orson Welles

Als Zeitungsmagnat Charles Foster Kane stirbt, wird ein Reporter beauftragt, herauszufinden, was dessen letzte Worte "rosebud" zu bedeuten haben…

Hat mir diesmal deutlich besser gefallen als beim ersten Mal (damals ne 6/10), was glaube ich einfach daran liegt, dass ich damals noch deutlich mehr die Erzählung einer Geschichte hauptsächlich über den klassischen Plot gewohnt war, während ich heutzutage auch eine Entwicklung der Story über die Entwicklung eines Charakters zu schätzen weiß. Und letzteres ist Citizen Kane ganz klar: Ein bisschen ähnlich wie in Steve Jobs können wir uns hauptsächlich durch die 3 oder 4 "Hauptstationen", auf die der Fokus liegt und die der Reporter nach und nach abklappert und die verschiedenen einzigartigen Perspektiven der Menschen, mit denen er spricht, ein Bild vom Mysterium Charles Foster Kane machen.

Technisch ist der Film natürlich auch über jeden Zweifel erhaben, wie die späteren Werke von ihm, die ich der Zwischenzeit schon sehen konnte—das war mir aber damals auch schon sehr positiv aufgefallen.

Wenn wir diese Woche über Regiedebüts reden, dann muss man natürlich schon sagen, dass Welles’ Erstlingswerk schon irgendwie der Citizen Kane unter den Regiedebüts ist. Das klingt schon alles ziemlich surreal und ist eigentlich kaum zu glauben: Der Typ hat mit grade einmal 25 Jahren einen Film geschaffen, der zwar an den Kinokassen ein Flop war, dafür aber als Meilenstein & Pionier, was viele zu dieser Zeit noch relativ neuen oder für den Film weiterentwickelten Techniken & Stilmittel angeht (am bekanntesten sicher die sogenannte “deep focus cinematography”), gesehen wird. Einen Film, wo Orson Welles in Personalunion Autor, Regisseur & Hauptdarsteller war, der für 9 Oscars nominiert wurde (Welles war auch die erste Person, die gleichzeitig in 4 verschiedenen Kategorien für den Oscar nominiert wurde) und nicht zuletzt einen Film, der wohl zusammen mit 2001: A Space Odyssey und The Godfather am häufigsten von Kritikern und Regisseuren als “Bester Film aller Zeiten” genannt wird.

Insofern, was will man noch mehr erreichen mit seinem Regiedebüt? … Okay, Erfolg an den Kinokassen hätte Welles’ späteres Filmemacherleben sicher etwas einfacher gemacht. Na ja, trotzdem ganz okay für einen ersten Film.

8/10

Bonus Nostalgie-Trivia-Fact: Man konnte sich damals beim ersten Die Sims durch den Cheat "rosebud" praktisch unendlich viel Geld ergaunern und das Spiel so zu einer Art "Architektur- und Einrichtungssimulator" umbauen, womit ich letztlich wahrscheinlich sogar mehr Zeit verbracht habe, als mit dem eigentlichen Spiel. Hach, gute alte Zeit…


#4521

War auch gerade das allererste, an das ich denken musste :joy:


#4522

:smile: :smile: :smile:


#4523

Was mir bei Citizen Kane u.a. noch imponiert hat ist die Erzählstruktur, die heute sicherlich nichts besonderes mehr ist, damals aber ein deutlicher Vorreiter und zurecht einen Meilenstein gesetzt hat.


#4524

Stimmt


#4525

Zurück zum geregelten Ablauf. @aslitis ist an der Reihe, unser Thema zu nennen. :smile:


#4526

Sims ohne Cheats ist aber auch sehr grindlastig.


#4527

Alles klar, dann drehen wir ein bisschen am Erinnerungskarussell.

Mein Thema ist: Verstorbene Schauspieler

Also schaut einen Film, bei dem der Schauspieler der Hauptfigur (oder zumindest einer story-tragenden Figur) bereits seit mindestens 5 Jahren verstorben ist. Dieses Mal auch keine Animationsfilme, also keine Synchro. Reines Schauspielern.

Hilfreich wäre vllt die Liste, wenn man sich umschauen will:


#4528

… dann könnte ich es ja mit dem nächsten Brue Lee-Film versuchen :ugly:
Oder auch nicht. Mal gucken.


#4529

Also dem Way of the dragon kann man mMn durchaus noch ne chance geben. :smile:

Dachte mir grad “ez game”, nehme ich irgendeinen der 70er filme aus meinem Regal, da wird schon was bei sein: nüx. Alle noch am leben. :nun:

… dabei sind die alle in den 30ern geboren! :colinmcrage:


#4530

Oh, Robin Williams :sob: Wird wohl mal wieder Zeit für Club der toten Dichter oder Good Will Hunting…


#4531

How dare they live a long life :ugly:

Vielleicht guck ich mal wieder Ghostbusters II, das hatte ich seit Monaten vor.


#4532

Und großmeister Christopher Lee geht auch nicht, weil das erst vier Jahre (eigentlich dachte ich "wie bitte? So lang ist das schon wieder her?) her ist. :beanfeels: