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Film-Themen-Challenge


#4734

Thema: Biopic
Film: Sid and Nancy
über Person: Sid Vicious und Nancy Spungen
Regie: Alex Cox
Jahr: 1986
Laufzeit: 97 Minuten
geschaut: DVD

Viele sagen dem Film vielleicht das Biopic ab, da er nur über eine kurze Phase im Leben von Sid Vicious geht, aber autobiographischer kann ein Film nicht sein. Ich habe hier ja bereits einen Spielfilm und eine Doku über die Sex Pistols bei der Challenge eingeschickt, und auch aufgrund dessen kann man erkennen, wie viel Realität in Sid and Nancy steckt. Ich werde ein wenig spoilern, aber es ist halt ein Biopic, wie soll ich sonst über den Film schreiben.

Natürlich wird die Welt um die Band sehr derbe dargestellt und Johnny Rotten und Sid Vicious sind dauerstoned, voll, druff und was weiß ich. Nancy wird hier als Yoko Ono der Pistols gezeigt, die sie ja auch in gewisser Weise war. Sie bringt ihn immer weiter in den Drogensumpf, es interessiert ihn bald außer Sex, Drugs and Rock n Roll nichts mehr.
Irgendwann kann selbst Manager McLaren die anderen Bandmitglieder nicht mehr überzeugen ihn in der Band zu behalten, obwohl er das Aushängeschild ist.
Nancy sorgt dafür, das Sid immer weiter abdriftet und Realität nicht mehr von Schein unterscheiden kann. Alles wird in einem Rückblick erzählt nach einer imposanten Anfangsszene. Der Schluss lässt einen nochmal fassungslos zurück, aber das möchte ich nicht spoilern, obwohl überall nachzulesen.

Was bleibt zu sagen? Indy-Veteran Alex Cox weiß hier eine Geschichte zu erzählen, die trotz aller Drogen, dem Dreck, des Vandalismus usw. in sich schlüssig ist. Mit Chloe Webb hat er die perfekte Besetzung für Nancy gefunden und es hätte keiner besser Sid mimen können als Gary Oldman. Beide sind kaum wiederzuerkennen.

Es ist vielleicht keine Milieustudie, vielleicht kein Musikfilm, vielleicht keine Romeo und Julia-Story in der Neuzeit, es ist aber von Allem etwas. Wer etwas mit den Anfängen des Punk, mit Rockmusik, oder einfach mit guten Schauspielern in guten Filmen am Hut hat, sollte ihn durchaus mal auf die Watchlist setzen.

Ich habe meine Wertung sogar etwas nach oben korrigiert, er bekommt 4/5 Sterne auf letterboxd.

Ich leg noch den Trailer nach:


#4735

Okay, derzeit habe ich absolut Null Ahnung, was ich gucken könnte oder möchte, aber irgendwas wird sich schon finden.


#4736

Halt Stopp. :smiley: oder hatte tatsächlich irgendwer von den pistols seine Finger im Spiel? :smiley:


#4737

Hab das hier schnell abgetippt und dann wird man schon nach 3 Minuten kritisiert :frust:

Es haben sowohl Sids Mutter, als auch McLaren und sogar Cook und Rotten beratend zur Seite gestanden. Das Auto kann man also gerne streichen, da natürlich die verstorbenen Hauptpersonen keine Rolle bei der Entstehung gehabt haben :wink:


#4738

Uh, das macht es noch mal interessanter. :smiley:
Wobei ich vermuten würde, dass es dadurch deutlicher in die negative Richtung gegenüber nancy geht. Und sid ein wenig die Eigenverantwortung abgesprochen wird… hmmm…

Und sorry. :smiley: aber wie du im letzten Satz sagtest… ich war irritiert. ^^


#4739

Ja, das stimmt natürlich schon, sie bekommt den schwarzen Peter schon irgendwie. Aber es gibt ja auch aus der Zeit unglaublich viel Bild- Ton- und Videomaterial, welches viele der gezeigten Szenen bestätigt. Manches existiert sogar fast 1 zu 1 so. Viele der Drogenexzessse wären ohne sie wohl kaum passiert. Bestes Beispiel ist die Szene bei ihren Großeltern. Bei einem Film wird natürlich schon vieles überspitzt dargestellt und auch mit verschiedenen Stilmitteln gearbeitet. Es gibt da aber viel extremere Beispiele.


#4740

Geil, endlich nen Thema für Hentai :joy:


#4741

Thema #20: Biopic
Film: A Prayer before Dawn von Jean-Stéphane Sauvaire
Erscheinungsjahr: 2017
Laufzeit: 122 Minuten
Wo gesehen: Prime Leihe

Billy Moore ist Brite, heroinsüchtig, Boxer, lebt in Thailand und verkauft selbst Drogen. Seine Wohnung wird gestürmt, er wird festgenommen und in einen Knast in Bangkok gesteckt, der als einer der härtesten des Landes gilt. Mörder, Vergewaltiger und volltättowierte Gangmitglieder liegen hier zu dutzenden aneinandergereiht in großen Schlafsälen. Schlägereien, Vergewaltigungen und Selbstmorde sind an der Tagesordnung, die Wachen räumen hauptsächlich die Hinterlassenschaften weg.
Billy steht natürlich unter Entzug, behauptet sich aber ganz gut im Knast und bekommt Zugang zu “Yabba”, boxt sich sprichwörtlich durch und erkämpft sich Achtung.

Der Film hat seine etwas zähen Momente, ich finde aber, dass es das Gefühl des Eingesperrtseins gut auf den Zuschauer portiert. Unterstützt wird das noch dadurch, dass die meisten Insassen die ganze Zeit Thai sprechen, es aber nicht untertitelt wird. Ich würde schätzen, dass man 60% des Textes nicht versteht. :smiley: Aber genau so geht es eben dem Protagonisten auch. Finde ich gut gemacht und hat mich auch nach kurzer Zeit nicht mehr gestört.

Die Musik und die Kamera unterstützen Entzugs- und Rauschmomente sehr schön - zwar nicht auf einem Level wie Gaspar Noé, aber schon gut - und die Kämpfe tun schön weh, teilweise etwas sehr hektische Kamera, in meinen Augen aber immer “der Sache dienlich”. Der Härtegrad hat für mich wunderbar gepasst. @irishrOy ich würde sagen, hier gibts weniger Kampf"kunst", aber realistischen Muay Thai kannst du hier in aller Ausführlichkeit bewundern. :grin: Und Blut is auch mit dabei. :supa:

Ich kann ihn absolut empfehlen. Wirkt authentisch, erschreckt, fesselt und es gibt eben einfach richtig schön aufs Maul. Ganz am Ende taucht der echte Billy Moore übrigens noch im Film auf. Als sein eigener Vater. :smile:

Wer bei dem Trailer richtig Bock kriegt (so wie ich jetzt schon wieder), für den sollte der Film auch was sein. :smiley: Wem der Trailer nix gibt: der sollte es wohl auch lassen. ^^

4/5 :herz:

Edit: gucke den Trailer grad zum fünften Mal. Verdammt, warum ist die Leihperiode schon rum? :sweat_smile:

prayerbefordedawn


#4742

Ah, den trailer hab ich vor jahren schonmal gesehen.
Gut, dass du ihn also schonmal austesten und für gut befinden konnstest! :smiley:

Sounds good, ich bin dabei! :smiley:
(Mag ja auch eher “simpel” inszeniertes Geprügel, hauptsache Auseinandersetzungen :coolgunnar:)


#4743

Thema: Biopic
Film: Rocketman
über: Elton John
Regie: Dexter Fletcher
Jahr: 2019
Laufzeit: 121 Minuten
Wo geschaut: Kino

Rocketman erzählt die Geschichte von Reginald Kenneth Dwight, den man vielleicht mal unter dem Namen Elton John gehört hat. Von seiner Kindheit bis hin zu seiner Zeit als strauchelnder Megastar mit Drogen- und Aggressionsproblemen wird recht viel abgedeckt. Elton John selbst war Executive Producer und hat nicht viel dagegen, dass ein nicht gerade tolles Bild von ihm zu der Zeit gezeichnet wird. Geschönigt wurde hier wohl nicht besonders viel, wenn überhaupt.

Direkt vorweg: Taron Egerton ist großartig in dem Film. Zwar würde ich seine Performance knapp hinter Rami Maleks Freddy Mercury packen, aber Egerton muss sich überhaupt nicht verstecken. Und singen kann er auch noch. Im großen und ganzen sind die Performances aller Personen ganz ordentlich. Auch vom visuellem her kann sich Rocketman mehr als sehen lassen. Wenn auch nicht immer. Besonders die Konzertszenen sehen, naja, billig aus. Das CGI Publikum in den Totalen sah schon etwas schlecht aus. Dafür stimmt das Costume Design umso mehr. Was auch traurig gewesen wäre, wenn man das bei einem Elton John Film verkackt hätte. Dennoch ein Daumen mit Brille hoch in diesem Aspekt.

Die Story an sich ist kein klassisches Biopic. Es ist ein Mix aus Biopic und Musical. Die Song- und Musicaleinlagen sind gut, machen Spaß und wirkten passend platziert. Auch vom musikalischem Punkt aus gibt es nicht viel zu meckern: Die Leute können singen (oder fallen kaum auf, wenn mal was daneben geht). Ich war mit zwei weiteren Leuten unterwegs, eine von ihnen ist ein unfassbar großer Elton John Fan und hat den Film schon viermal gesehen. Sie hat mir erzählt, dass der Film schon ein paar Fakten zeitlich durcheinander bringt, aber nichts, was den Film für sie madig machen würde. Mich haben sie ebenfalls nicht gestört, wohl auch deswegen, weil ich die Ungereimtheiten nicht gemerkt habe beim gucken.

Rocketman ist ein guter Film, mit leichten Problemen. Doch diese Probleme verzeihe ich dem Film gerne, da ich sehr gut unterhalten wurde während den zwei Stunden. Rocketman bekommt auch “nur” eine 3.5, da ich von Bohemian Rhapsody dann doch mehr beeindruckt wurde und ihm habe ich eine 4 von 5 gegeben. Schaut euch Rocketman an. Dafür muss man nicht ins Kino, aber man sollte es auch nicht bereuen. Und wenn schon nicht im Kino, dann spätestens per VOD oder auf Bluray/DVD. Rocketman lohnt sich.

3.5 von 5


#4744

War jetzt jemand berlinthreadmäßig dabei?
Ich hatte es ja verplant, vernünftig zu antworten… :scream:

Aber hatte ja eh kaum Zeit wegen Nachtdienste… :beanfeels:


#4745

@rumpelkindchen und eine Freundin von ihr (Elton John Fan) waren dabei. Wir alle mochten den Film. :slight_smile:


#4746

Thema: Biopic
Film: Mr. Turner

Spieldauer: 150Min
Erscheinung: 2014
Medium der Beguckung: BluRay

Okay. Ich werde mich dieses Mal ganz kurz fassen, denn es geht um Kunst… jo… 150Min für ein paar Jahre eines teils grumpigen, verschlossenen, teils rohen Künstlers, der eine besondere Beziehung zu seinen Gefühlen hatte… und dann auch die Darstellung seiner Motive…

Ich bin mir sicher, dass jeder schon Mal einem Bild von J.W.D. Turner begegnet sein wird im Schulunterricht oder sonstwo…
Er hat den Impressionismus beeinflusst… und ging damals einen sehr eigenen Weg in England… verpönt von den Künstlern des Realismus und unverstanden von den Besuchern der Ausstellungen in Museen… Ja. J.W.D. Turner hatte das Glück, damals schon als Künstler bekannt gewesen zu sein… nicht beliebt, aber mit eigener Handschrift… Ok. genug geschwafelt…

Ich mochte seine Werke schon immer… die Darstellung von Licht, Bewegung, Wärme und Farben waren zu seiner Zeit einmalig…
Der ganze Film ist sehr warm dargestellt… die Kritiker in ihm laut… das Leben umfangreich dargestellt und der Hauptdarsteller macht 'nen guten, glaubwürdigen Job bzgl. des Charakters von Mr. Turner… die Szenen zu der Inspiration für die Bilder sind toll gestaltet… und man erkennt sofort, um welches Bild es geht, wenn da ein Schiff auf der Themse gezogen wird…

Mr.Turner stellt den Künstler ehrlich ins Licht… auf die Leinwand spucken, rumwischen, Impulsivität, das Auge für Landschaftsmalerei in Verbindung mit Motiven von Technik und Fortschritt…
Emotionale Momente… zwar wenig Gefühlsausbrüche… aber diese machen den distanzierten Künstler nahbarer… humaner…

Gegen Ende naht der Tod… und es ist auch mit drin, dass er all seine Werke umsonst spendete und gut erkennbar, welche Beweggründe er hatte.

Das Biopic wartet keine Epic oder sehr viel an Unterhaltungsmomenten auf… es ist ein ehrliches Biopic, kein Spektakel… eines Künstlers mit teils verrohten, manchmal sozial schwerverträglichen Charakters, der dennoch viele Eindrücke wundrbar in Bildern festhalten konnte… und leider teils sehr verkannt wurde, da seine Kunst Realismus unrealistisch auf die Leinwand brachte… was nicht stimmt, da es eben einfach keine Stillleben und Portraits waren… sondern bewegende, bewegte Bilder. :slight_smile: … mit viel Sonne und Licht. :blush:

funfact:
Ich hab in der 11.Klasse oder 12. nen Vortrag über 50-60Min zu ihm im Kunstunterricht allein gehalten … hab das wiedergegeben, was in den Büchern zu ihn stand und meine Kunstlehrerin bekannte sich kurz vorm Vortrag als riesiger Fan von Turner… :nun: … Ich bekam ne 5!!! … das löste einiges an Protest aus in der Klasse. :smile:
Vorwurf war es, dass ich nur das Material nutzte, welches mir die Kunstlehrerin zur Verfügung stellte und weil ich nicht komplett bei der Sache war, bzw. es nicht fließend und leidenschaftlich rüberbrachte… :wtf: als hätte ich Bock drauf gehabt, da im Hochsommer nen riesigen Vortrag zu halten… im Kunstunterricht… da pennt doch eh 80% der Klasse weg, weil Kunst am Arsch vorbeiging und ich hätte die sonst mit “Polylux” wachblenden müssen… 50Min Inhalt aus Büchern zu ihm dargestellt…
\ :beanwat:/ … Vorwurf: Ich hatte mehr und neues erwartet!
Ich kam vom Dorf und hatte kein Internet!!! :sweat_smile: … bzw. war mir die Familien-AOL-Internetbenutzungskasse zu teuer für mein mickriges Taschengeld und ich hatte doch 2 komplette Bücher zu dem Typen!!! :beanwat:/


#4747

Thema: Biopic
Film: Lincoln (2012)
Regie: Spielberg

Ich hatte mal wieder Lust auf einen Film aus meinem Dvd-Regal und da ich nicht sonderlich viele Biopics besitze, ist es nun Lincoln geworden.
Es geht um die letzten Monate im Leben Abraham Lincolns, in denen er versucht, gleichzeitig den Bürgerkrieg der Süd- gegen die Nordstaaten zu beenden und die Sklaverei abzuschaffen.

Ich war zum Glück in der richtigen Stimmung für den Film, denn die braucht man meiner Meinung nach - es wird einfach ununterbrochen geredet und diskutiert, nur ganz selten werden zB Szenen des Krieges gezeigt. Ich mag den Film trotzdem oder gerade deswegen sehr gerne, vor allem natürlich, weil Daniel Day-Lewis einen hervorragenden Lincoln abgibt und zurecht einen Oscar für die Rolle bekommen hat.


#4748

Thema: Biopic
Film: Kaspar Hauser - Jeder für sich und Gott gegen alle
Erscheinungsjahr: 1974
Laufzeit: 110 Minuten

Endlich hab’ ich’s mal wieder geschafft, einen etwas abwegigeren Film für die Challenge zu wählen. Versuch mich schon länger mal durch Werner Herzogs Filmographie zu arbeiten, aber weiter als Nosferatu (auch hier im Thread) und Woyzeck bin ich noch nicht gekommen.

Meinung: Dieser Film kommt leider genau so wirr daher wie sein namensgebender Protagonist.

Die Grundgeschichte um Kaspar Hauser ist unfassbar spannend und bietet riesigen Raum für Interpretation. Herzog hat sich für eine sehr bodenständige Variante entschieden. Die Geschichte wird (soweit ich das einschätzen kann) relativ geradlinig erzählt, ohne dass großartig überdramatisiert wird, um dem klassischen Film-Spannungsbogen zu entsprechen.

Dem Film gelingen hier und da mal einige geniale Momente, die mich sehr nachdenklich gestimmt haben. Wie Kaspar, als Person die kaum Bezugspunkte zur “normalen” Welt hat, auf - für uns selbstverständliche - Dinge reagiert, wird in einigen Dialogen perfekt auf den Punkt gebracht. Sei es Religion, “Logik” oder die Rolle der Frau in der damaligen (nur in der damaligen? :thinking:) Gesellschaft - durch die ehrliche, unvoreingenommene Perspektive eines Kaspar Hauser entlarvt Werner Herzog einige sehr engstirnige Sichtweisen des Menschen.

Vor allem das Ende hinterlässt einen sehr bitteren Nachgeschmack. (Was den Film für mich nochmal sehr aufgewertet hat.)

Meine Interpretation

Der Protokollant läuft nach der Obduktion von Kaspars Gehirn freudig erregt durch die Straßen und jubelt “Endlich haben wir eine Erklärung für sein Handeln gefunden!” Ich interpretiere das als bitterböse Kritik am “rationalen Zwang” des Menschen. Für jeden Außenseiter und Andersdenkenden muss es eine rationale Erklärung geben, warum dieser so “komisch” ist. Und anstatt, dass sie Kaspar zu Lebzeiten zu verstehen versuchen, freuen sie sich nach seinem Tod endlich über die Erklärung, warum er so war, wie er eben war. Nicht wegen seiner furchtbaren Vorgeschichte und traumatischen Erlebnissen, sondern einer biologisch erklärbaren Anomalie des Hirns.

Kritikpunkte:
Dazwischen wird es leider doch ziemlich zäh und phasenweise etwas langweilig. Und das, obwohl ich mir wirklich Mühe gegeben hab, mich auf Herzogs sehr getragene Erzählweise einzulassen.

Auch werden die einzelnen Stationen in Kaspar Hausers Leben nicht wirklich stimmig zusammengesetzt. Einfaches Beispiel: Wir sehen den feinen Herren, der Kaspar bei sich aufnimmt zuerst in maximal 1-2 Szenen, kurz darauf wird wortwörtlich gesagt: “So, jetzt lebst du ja schon fast zwei Jahre hier bei uns, Kaspar.” So gibt es immer wieder Zeitsprünge und Übergänge, die sich nicht wirklich rund anfühlen.

Zudem kann ich Werner Herzogs Tonalität noch nicht so ganz einschätzen. Was im Film soll lustig wirken, was ist bierernst gemeint? Einige Charaktere sind so “on the nose”, sie müssen eigentlich als Comic Relief angelegt sein.

Fazit: Die Geschichte Kaspar Hausers ist spannend genug, um dem Film zu tragen. Schauspielerisch und was altertümliche Ausstattung, sowie musikalische Untermalung angeht wurde hier tolle Arbeit geleistet.
Leider wirkt der Film aber so zerfasert, dass ich ihn insgesamt nur okay fand.

6/10


#4749

Thema: Biopic

A Prayer before Dawn

Kurz, worum geht es grob. Es geht um den englischen Boxer Billy Moore, welcher sich Dank Drogen und Aggressionsproblemen im Thailändischen Knast wiederfindet.

A Prayer before Dawn hat sicherlich seine Ecken und Kanten und ist auch etwas anstrengend beim Zuschauen, jedoch ist er dafür auch sicherlich irgendwo eine Filmerfahrung, die man nicht so häufig hat. Zunächst einmal ist er alleine schon deswegen anstrengend, weil 90% auf Thailändisch ist und davon gerade mal 5% Untertitel wurde. Das mag zunächst einmal seltsam anmuten und da der Film im Knast spielt, wird man auch kaum die philosophischen Gespräche versäumen. Allerdings macht es im Kontext der Handlung durchaus Sinn, denn Billy Moore versteht auch so gut wie kein Thailändisch und somit soll man sich als Zuschauer ähnlich wie er, einfach von dieser Sprachbarire schon erschlagen fühlen. Zumal der Knast ohnehin kein angenehmer Ort ist und der Thailändische gleich noch weniger.

Auch so hat der Film keine klassische Dramaturgie, wie man es von anderen Filmen kennt und er versucht auch nicht seinen Hauptcharakter übertrieben sympathisch darzustellen, sodass man die ganze zeit Mitleid mit dem hat. Der Inszeniert auch seine Boxszenen nicht übertrieben stylisch. Da ist keine künstliche Schönheit in dem Kampf. Der hat aber wie gesagt auch Schwächen. Der dauert gut 10 Minuten zu lange, was man auch wegen der eigenwilligen Dramaturgie noch einmal etwas deutlicher merkt. Und wie gesagt, der ist sicherlich auch anstrengend, aber das will er auch sein. Trotzdem entwickelt der irgendwo doch einen Sog, insbesondere weil er auf einer wahren Geschichte basiert.
7-8/10


#4750

Film: Moneyball – Die Kunst zu gewinnen
Thema: Biopic
Jahr: 2011
Länge: 133 min

Handlung: Nach einer guten Saison aber schnellen Playoff aus, stehen die Oakland Athletics vor einem Ausverkauf Ihrer Starspieler. Das große Problem an der Sache ist, dass sie kein Geld haben um die Verluste zu Kompensieren. Daraufhin beschließt Billy Beane( GM der Oakland Athletics) einen vollkommen neuen Weg einzuschlagen und zwar via der Sabermetrics( Statistiken von Spieler). Dabei wird vom Yale Absolventen Peter Brand unterstützt…

Ein Film der vllt nicht für jedermann ist, zumindest sollte man sich ein wenig für die Materie Sport/Baseball interessieren. Die Story dreht sich um den General Manager Billy Bean, der 2002 eine recht drastische Umstrukturierung wagte und gar als ein Experiment bezeichnen konnte. Er wagte sich nämlich an die sogenannten Sabermetrics ran. Dieser orientiert sich nämlich nicht einfach auf beurteilunge von Scouts oder sonstigen, sondern auf Statistiken von Spieler, die teilweise unter dem Radar fliegen aber laut Statistik das zeug zum Starspieler haben.

Rating: 3,5/5


#4751

Thema #20: Biopic
Film: The Imitation Game
Regisseur: Morten Tyldum
Erscheinungsjahr: 2014
Laufzeit: 113 Minuten
Wo gesehen: Leih-Blu-ray

The Imitation Game erzählt die Geschichte von Alan Turing, der maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass ich das hier jetzt auf meinem Laptop abtippen kann.
Im Zweiten Weltkrieg arbeitet Turing als Mathematiker für das Militär und ist damit beauftragt, den Enigma-Code der Nazis zu knacken. Er ist ein wenig autistisch veranlagt (zumindest wird er im Film ansatzweise so dargestellt) und sehr von sich selbst überzeugt, um nicht zu sagen arrogant, weshalb er zunächst für sich alleine arbeitet und seine Kollegen ignoriert oder ihre Arbeit kleinredet. Er ist davon überzeugt, dass der Code nur mithilfe einer Maschine geknackt werden kann, und er glaubt, dass er diese Maschine bauen kann.
Schon bald zählt für ihn nur noch, die Maschine fertigzustellen.
Nebenbei wird noch eine weitere Geschichte erzählt, die etwas entkoppelt vom Rest scheint und sich auf einen anderen Aspekt fokussiert, nämlich Turings Homosexualität, die zu dieser Zeit unter Strafe stand und erhebliche Auswirkungen auf Turings weiteres Leben hatte.

Puh, Biopics gehören nicht zu meinen Lieblingsgenres. Meistens sind die mir zu nett, zu zahm, oftmals zu linear und, ja, ein wenig langweilig. The Imitation Game ist ein wunderbares Beispiel dafür. Ich fand ihn gut, Turing war ne interessante und überaus wichtige Person, aber… ich hab durch den Film nicht wirklich was Neues oder besonders Interessantes erfahren.
Wirklich gelangweilt war ich nicht, dafür ist das Thema an sich zu spannend, aber wirklich am Bildschirm geklebt hab ich auch nicht. Ich hab keinen emotionalen Zugang zu den Figuren gefunden, höchstens ganz gegen Ende mal, aber da war es dann leider schon zu spät, um etwas an der Bindung zu den Figuren zu ändern.
Noch dazu ist der Film der wahren Person Turing wohl nicht ganz treu, gerade was so die im Film dargestellten autistischen Züge angeht.

Ansonsten kann man dem Film nicht viel vorwerfen. Es ist gut geschauspielert und inszeniert, die Musik ist passend - wenn auch manchmal zu präsent für meinen Geschmack.
Also: Guter Film, mir aber zu generisch und Biopic-haft.

3/5


#4752

The Dirt

Thema: Biopic
Regie: Jeff Tremaine
Erscheinungsjahr: 2019
Genre: Biopic
Wo geschaut: Netflix

Die Geschichte der Band Mötley Crüe.
Ich fand denn Film ganz Unterhaltsam, solide Geschichte die weder zu lustig ist, noch zu tragisch wird, auch wenn es die Momente gibt. Die Schauspieler hat Spaß und man merkt das die Original Mötley Crüe Mitglieder eng mit gewirkt haben und sorgen dafür, das sich der Film sehr echt anfühlt.
Kann man sich echt mal anschauen, ein typischer Sonntagsfilm.

3,5/5


#4753

Oh, den hab ich auch geschaut, war ja echt gut mit den 99er an dem We. Kann da eig. echt nichts hinzufügen, guter Film und interessante Geschichte.