Film-Themen-Challenge

Film: Rashomon
Thema: Japanischer Samurai Film
Erscheinungsjahr: 1950
Laufzeit: 88 Minuten
Quelle: BFI Player

Ein Mesiterwerk in Sachen Erzählstruktur und -perspektive. Kurosawa beweist mal wieder, dass er nicht umsonst einer der großen Meister des Medium Film ist.

Kuroswa bringt die Geschichte des Lustwäldchens in dem es zum Mord eines Mannes und der Vergewaltigung seiner Frau kam in vier packenden Versionen auf die Leinwand. Dabei werden nicht nur Themen wie Gerechtigkeit und Moral behandelt, sondern auch menschliche Abgründe, sowie das Gute und Böse im Menschen näher betrachtet. All das mit einer Geschichte, die letztlich aus vier verschiedenen Perspektiven gezeigt wird. Dabei bleibt die Kamera stets interessiert am Handlungsgeschehen und man verliert als Zuschauer nie das Interesse an der Geschichte, aber vor allem auch nicht an den spannenden Charakteren, allen voran Toshirō Mifune.

4/5

Die zweite Review zum 80s Japanrealfilm folgt :blush: es dauert nur etwas das ganze auf dem Handy zu tippen.

6 „Gefällt mir“

Okay, habe soeben Fireball geschaut… Schon ziemlicher quatsch, war aber auch nicht langweilig. Morgen gibt’s dann eine Rezension.^^

Können wir wieder einführen, dass man Prime oder Netflix dazu schreibt :smiley: Da ich eh immer erst Sonntags schaue, sehe ich so schnell welche Filme ohne Aufwand schaubar sind.

2 „Gefällt mir“

Film: Violent Cop
Thema: 80s Realverfilmung aus Japan
Regie: Takeshi Kitano
Erscheinungsjahr: 1989
Laufzeit: 103 Minuten
Quelle: Filmmit

Ganz durch Zufall bin ich über Violent Cop und somit, nach Zatoichi, meinem zweiten Kitano gestolpert.

Der Titel spricht Bände. Violent Cop. Dem titelgebenden Cop Azuma ist jedes Mittel recht um seine Fälle zu lösen, dabei steht Gewalt an der Tagesordnung und Teenager werden durch Schläge und Drohungen zum Gestehen gebracht. Angeblich soll Violent Cop sich sehr an seiner Vorlage Dirty Harry orientieren bzw. bedienen, dazu kann ich leider nichts sagen, da ich ihn noch auf meiner Watchlist schlafen lasse. Dennoch sollte erwähnt werden, dass mehrere Reviews, die ich gelesen habe darauf hinweisen, dass Kitano mit seiner Darstellung doch einen tiefer gehenden Einblick in seinen Charakter bietet und dessen grundlegendes Motiv ein anderes ist.

Langsames Pacing bis hin zum Zeitlupen Kampf schaden Violent Cop leider in den meisten Fällen, bietet so jedoch auch Raum für Emotionen und Stille. Letztlich noch Kitano, der den Film nicht nur trägt, sondern ihm auch durch Farbgebung und Schattenspiel einen klar erkennbaren stilistischen Touch verleiht.

3,5/5 ich würde ihn mir gerne, nach ein paar weiteren Kitanos, nochmal ansehen :smiley:

7 „Gefällt mir“

Hana-bi und Kikujiros Sommer kann ich sehr empfehlen, auch wenn letzterer in eine ganz andere Richtung geht.


Film: Ran
Thema: Japanischer Samuraifilm
Regie: Akira Kurosawa
Erscheinungsjahr: 1985
Laufzeit: 162 Minuten

Wie Game of Thrones - nur in Gut :wink: (Hatepost bitte ber PN) - kommt Ran als japanisches Samurai-Epos mit stolzer Länge um die Ecke. Ein alternder Warlord vermacht seinen drei Söhnen sein Reich, wobei der Älteste neuer Clanführer werden soll. Der Jüngste jedoch warnt vor den Gefahren dieser Entscheidung, kritisiert seinen Vater und wird daraufhin verbannt. Die grenzenlose Hybris des ehemaligen Oberhaupts bleibt jedoch nicht lange ohne Konsequenzen und so beginnt ein episches Intrigenspiel zwischen den einzelnen Parteien im feudalen Japan.

Die Inszenierung Kurosawas ist bombastisch. Kompositionell ist jeder einzelne Frame eine stilsichere Augenweide, alleine die unterschiedlichen Machtverhältnisse werden durch die Positionierung im Raum jeweils schön visuell aufgelöst, dass es eigentlich keiner weiteren Erläuterung bedarf. Zudem der erste farbige Kurosawa, den ich gucken durfte. Da hoffe ich doch mal, dass die anderen Farbfilme auch so fantastisch Farben beinhalten.

In der heutigen Zeit, in der der Orange/Türkis bzw. Rot/Blau-Kontrast bis zum Erbrechen durchexerziert wird - meist auch noch unter einem gräulichen „Coolnessschleier“ versteckt -, tut es gut, so einen schönen bunten Film zu sehen, der aber nie überladen wird. Teils auch durch seine wunderbaren Totalen und langen Einstellungen, die dem Zuschauer genügend Zeit geben, sich auf das Visuelle auch einzulassen. Insbesondere der Schluss war ganz großes Kino.
Ich habe heute noch zum ersten Mal Avengers: Age of Ultron geguckt und der ist in dieser Hinsicht das genaue Gegenteil und macht visuell für meinen Geschmack alles falsch, was man falsch machen kann. (Hatepost auch hier bitte per PN)

Auch de zugrundeliegenden Nihilismus, der über die Filmlänge und vor allem in der Auflösung präsent wird, trifft meinen Geschmack. Mein sadistisches Herz mag es, wenn es am Ende für jede einzelne Figur beschissen wird :smiley:
Warum dieser Film dennoch keine 5 Sterne von mir erhält ist zum einen die Lauflänge, insbesondere der mittlere der drei Akte, hätte durchaus gestrafft werden können und fühlte sich dann gegen Ende redundant an, da mir schon klar war, worauf sie hinaus wollen. Aber gut, denke das sollte die Negativspirale des Charakters als Prozess aufzeigen. Hätte man aber stringenter lösen können.
Ein weiterer Punkt, der mir bisher bei allen Kurosawas missfallen hat, sind die Frauenfiguren. Ja klar, feudales Japan, ich erwarte mir da jetzt keine groß ausgearbeiteten Samurai-Frauen, da würde ja dann auch der historische Anspruch komplett wegfallen. Aber die zwei Frauenfiguren (!), die drin sind, sind für mich echt Müll. Insbesondere Kaede, die Frau des ältesten Sohnes, ging mir hart auf den Sack. Um wieder auf Game of Thrones zu kommen: Cersei ist auch eine intrigante Schlange, aber Kaede war in diesem Film der Satan in Person und auch wenn ihr ein Motiv zugrunde liegt, reicht mir das als Vermenschlichung nicht aus. Dafür reißt sie dann zu viele Unschuldige mit in den Tod bzw. verlangt sogar die direkte Ermordung dieser.
Das genaue Gegenstück ist dann Sué, die Frau des mittleren Sohnes, die von ihrem Gemüt eine weibliche Reinkarnation Bhuddas ist und alles über sich ergehen lässt. Hier habe ich der Figur ihre religiösen Beweggründe aber immerhin abgekauft, auch wenn ich sie vielleicht als gottloser Heide nicht immer nachvollziehen kann. Immerhin ein schöner Kontrast zwischen den Frauenfiguren, aber in der Form hätte man beide weglassen können.

Insgesamt 4/5, wobei ich mir sicher bin, dass beim zweiten Mal Gucken noch ein halber Stern dazu kommt.

6 „Gefällt mir“

Ran

Thema: japanische Samuraifilme
Regisseur: Akira Kurosawa
Erscheinungsjahr: 1985
Laufzeit: 162 Minuten
Genre: Historienfilm
Wo geschaut: Prime

Ich mach es kurz, kann den Hype nicht verstehen, überbewertet

2/5

Thema: Jap. Samuraifilm
Titel: Sword of a Stranger
Wo gefunden: Prime

Hatte ihn vor Jahren schon mal gesehen, aber hatte einfach am meisten Lust auf ihn.
Nachdem ich letzte Woche einen Film aus China gesehen habe über böse Japaner, die nach China kommen und böse Sachen machen, folgt diese Woche ein Film aus Japan über böse Chinesen, die nach Japan kommen und böse Sachen machen. Diese beiden Staaten müssen sich einfach gerne haben.
Naja im Endeffekt geht es um einen kleinen Jungen, der gesucht wird und sich einen Ronin als Beschützer anheuert. Damit ist eigentlich auch alles gesagt. Was den Film eher ausmacht, sind die doch sehr sympathischen und/oder nachvollziehbaren Charaktere (Graustufen) und die guten Animationen. Auch erscheinen die Antagonisten und Protagonisten nicht komplett übermächtig wie es typisch in Shonen ist. Ja, sie können die 0815 Soldaten leicht töten, aber auch nur eine gewisse Anzahl, bevor sie selber tödlich verletzt werden. Das ist irgendwie erfrischend.
Ich wünschte mir mehr solcher Anime-Filme und weniger Serien mit geringeren Animationsbudget und langgezogener Handlung.
3.5 von 5
Für die 4 hätte die Story etwas ausgefallener sein müssen.

6 „Gefällt mir“

Thema: Japanischer Samuraifilm

Sword of the Stranger

Auch ich habe mir diesen Animefilm angesehen. Hat mir durchaus sehr gut gefallen. Klar die Handlung ist relativ simpel, aber die Charaktere waren interessant genug. Highlight ist aber ganz klar die Optik, welche in den coolen Schwertkämpfen wirklich viel Spaß macht. Animefans sollten hier definitiv mal einen Blick drauf werfen.

4 „Gefällt mir“

Thema: Japanischer Samuraifilm
Film: Rashomon
Erscheinungsjahr: 1950
Laufzeit: 88 Minuten

Zweite Woche, zweiter Kurosawa. Diesmal über eine Stunde kürzer - aber nicht weniger bedeutungsvoll.

Wie @Yerunis in seiner Review zu Ran erwähnt, zieht sich ein gewisser Nihilismus durch die Filme von Kurosawa. Ich meine auch, mich erinnern zu können, dass im Laufe der letzten Woche jemand zu Ran schrieb, dass der Regisseur zum Zeitpunkt dieses Films das Vertrauen in die Menschheit längst verloren hatte.

Wo möchte ich damit in Bezug auf Rashomon hin?

Man merkt dem Film (vor allem am Ende) an, dass der grundsätzliche Glaube an das Gute im Menschen noch vorhanden war. Was ihn aber selbstverständlich nicht daran gehindert hat, seine Charakteren in den vorangegangen 80 Minuten die tiefsten menschlichen Abgründe hervorbringen zu lassen. Ich mochte die Darsteller (hier die obligatorische Erwähnung von Toshirô Mifune), die Dialoge und wie die Kamera die ständigen Auf und Abs ähnlich einer getänzelten Choreographie einfängt.

Auch dieses Spiel mit mehreren Erzählebenen und unterschiedlichen Perspektiven auf ein- und dieselbe Geschichte bekommt mich immer und ist in diesem Fall natürlich exzellent aufgebaut und ausgeführt.

8/10

P.S.: Ich freue mich schon sehr auf den Basketball-Film von Kurosawa, um die Streak am Laufen zu halten. :slight_smile: SWISH :gunnar:

8 „Gefällt mir“

Vielleicht dann Red Beard - James Harden and the Houston Rockets :stuck_out_tongue_winking_eye:

Ich hab keinerlei Bezug zum Sport und kann mit deiner Antwort nichts anfangen, aber ich nehme mal an es ist sehr lustig, wenn man nicht so unwissend ist wie ich. :smiley:

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Haha, ja es ist wirklich urkomisch :wink:

Red Beard: tatsächlicher Kurosawa Film
James Harden: Spieler mit dem Spitznamen „The Beard“

https://clutchpoints.com/wp-content/uploads/2017/11/wcwebsite.jpg

…der beiden den Houston Rockets spielt, Trikotfarbe Rot

Wie gesagt ein echter Brüller :grin:

3 „Gefällt mir“

Daaaamn, da hast du echt gut abgeliefert. :smiley:
Ich hab nur nach einer lustigen Schlussbemerkung gesucht und du hast es tatsächlich geschafft, die beiden Themen logisch miteinander zu verbinden. :supa:

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Muss sich der Film hauptsächlich um Basketball drehen oder kann es auch eher ein Randthema sein?

Du hast bei „japanischer Realfilm“ geschummelt? :face_with_monocle:

Moin. Basketball sollte schon ein zentrales Thema sein.

Hier nochmal das Thema für diese Woche ge-copy-pasted!

Deswegen habe ich dich ja gefragt, ob du Verflixxte Klixx schaust und somit Rassist bist und alle Asiaten für dich gleich aussehen.
Hatte es zu spät bemerkt, aber bin im Endeffekt eh dabei eingepennt und konnte es nicht werten lassen.

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Vorab schonmal ein riesen Sorry, denn jetzt folgt ein Tapetentext, denn ich habe nicht nur einen Film geschaut, sondern gleich 3, die komplett unterschiedlich das Thema Basketball beleuchten. 2 davon hatte ich zu meiner Schande vorher noch nie gesehen, einen davon dafür bestimmt 20 Mal und mehr (in meiner aktiven Zeit).

Thema: Basketball
Film #1: Hoosiers (dt. Freiwurf)
Erscheinungsjahr: 1986
Laufzeit: 114 Minuten
Wo geschaut: Amazon (Leihe)

Hoosiers handelt von einem Trainer (Gene Hackman in einer Paraderolle) welcher (nachdem er von den Top-Ligen suspendiert wurde) an einer High-School der 50er im ländlichen Bereich der USA einen Neuanfang wagt. Mit seinen knochigen Methoden eckt er schnell bei Spielern und Eltern an und trifft so immer wieder auf Hürden, bleibt aber seiner Einstellung stets treu nach dem Motto: „Either you’ll do as I say or leave“.

Der Film beruht auf einer wahren Geschichte und ist das typische Basketballmärchen und eine Blaupause für so viele Filme, die folgen sollten.

Dennis Hopper spielt einen Säufer, der ehemaliger Spieler ist und seine Leidenschaft für Basketball immer noch in sich trägt. Basketball und die Beziehung zu seinem Sohn (der auch im Team von Hackman spielt) soll seine Medizin sein. Selten habe ich einen Dennis Hopper verletzlicher gesehen. Großartige Performance in dieser Nebenrolle.

Zudem hat mich der Soundtrack von Jerry Goldsmith komplett gecatcht, welcher die Spielszenen (zumeist in Zeitlupe als typische Montages der 80er) gekonnt untermalt.

Hoosiers zeigt, was Basketball und die Leidenschaft zu diesem Sport erreichen kann, was Wille und Zusammenhalt ausmacht, was Teamgeist ist. Einer der ersten Basketballfilme und aus meiner Sicht einer der Besten.

Da er hier und da etwas zu cheesy rüberkommt gibt es „nur“ eine 4/5, aber eine absolute Guckempfehlung von mir.

Alle Filme dieser Art, die danach folgten (sei es ein Coach Carter, ein Blue Chips o.ä.) können Hoosiers meiner Meinung nach nicht im Ansatz das Wasser reichen.

Film #2: White Men can’t jump
Erscheinungsjahr: 1992
Laufzeit: 115 Minuten
Wo geschaut: DVD (eine der ersten meiner Sammlung und schon sehr zerschaut)

„You can’t hear Jimmy“

Einer dieser Sätze die mir heute direkt in den Kopf schiessen, wenn ich mit White Men can’t jump (oder zu deutsch „Weisse Jungs bringen’s nicht“) konfrontiert werde.

Der Film spielt Anfang der 90er in Venice Beach, besser gesagt auf den Streetballcourts von Venice Beach. Die andere Seite des Basketballs: Pick Up Games, Wetten, Yo Mama-Jokes, „Coole Klamotten“, Hip Hop, Hoops, Fun!

Und letzteres habe ich schon soooo of mit diesem Film gehabt: Fun! Dieser Film macht einfach Spaß.
Gut er ist objektiv jetzt nicht der beste Film aller Zeiten, aber das ist mir sowas von egal, weil ich Bock habe auf Sidney Deane (Wesley Snipes) und Billy Hoyle (Woody Harrelson), die als ungleiches Paar aufeinandertreffen und zu Buddies werden - die sich über die Courts von Venice schlawinern, Aufs und Abs erleben und über Jimmy Hendrix philosophieren.
Die wichtigste Frage (mit einem Augenzwinkern) des Films ist jedoch im Titel verankert: Können weisse Männer denn nun springen oder nicht? Gelingt es Billy, einen Dunk zu performen und es Sidney zu beweisen, dass es weisse Jungs bringen?

Naja, seht selbst, denn von mir gibt es hier ne klare Guckempfehlung und mit Nostalgiebrille ne 4/5 (objektiv eher ne 3,5).

Film #3: Hoop Dreams
Erscheinungsjahr: 1994
Laufzeit: 170 Minuten
Wo geschaut: Youtube

Hoop Dreams ist eine fast dreistündige Dokumentation, welche 2 dunkelhäutige Jugendliche Talente aus Chicago von der High School bis zum College begleitet hat. Beide jagen wie so viele talentierte Farbige in den USA dem großen Traum nach, Profisportler in der NBA oder Europa zu werden. Nur wenige schaffen dies. Hoop Dreams zeigt eindrucksvoll, wie teilweise Erfolg und Misserfolg von Kleinigkeiten abhängen und wie auch der Glücksfaktor z.T. ein komplettes Leben auf den Kopf stellen kann. In alle erdenklichen Richtungen.

Der Film ist eine starke Milieustudie über das amerikanische Schulwesen, die Struggles der afro-amerikanischen Familien in amerikanischen Großstädten und natürlich die Basketball-Meisterschaften sowohl im High-School als auch im College-Umfeld.

Die 3 Stunden verflogen im Nu, da man hier eine gute Mischung aus Spielszenen, Interviews und Privatszenen der beiden aufbaut.

Für Basketballfans auf jeden Fall empfehlenswert. 4/5

9 „Gefällt mir“

:beansad: also kein The Basketball Diaries

gut kann ich mir heute den weg sparen, mir den Film zu besorgen