Genau das wird doch im Artikel beschrieben. Die Ampel war schon 23 Sekunden auf Rot und die Personen mitten auf der Straße.
Mit Gelbphase zusätzlich war das ein ganz schön langer Blackout. Klingt für mich ehrlich gesagt eher nach „Oh shit, es schaltet auf rot, ich geb noch mal Gas und schaff das dann“.
Und dann hat er Gas gegeben und trotzdem 23 Sekunden gebraucht? Da die Ampel so lang rot war, würde ich hier eher von Unachtsamkeit ausgehen.
Klingt für mich eher nach „Oh shit, ich hab ein kleines Kind umgebracht und brauche nun irgendeine dumme Ausrede die mir der Richter und der Staatsanwalt zum Glück geglaubt haben, diese Idioten!“.
15km/h zu schnell in einer Stadt wie Berlin, dazu 23 Sekunden schon rote Ampel, aber ja es war einfach ein gedanklicher Blackout, schon klar.
hmm?
Die Ampel kann ja schon rot gewesen sein, als er noch 1 km weg war? Er ist dann halt erst 20 Sekunden nach dem Umschalten auf rot hingekommen.
Und die Fußgänger müssen ja auch nicht direkt losgelaufen sein, als auf grün geschaltet wurde, sondern erst nach 15-20 Sekunden Grünphase dort angekommen sein.
(oder verstehe ich gerade was falsch?)
schwieriges Thema, vor allem wenn man die Hintergründe und Vergleichsstrafen nicht kennt.
Persönlich kommt es mir aber auch viel zu niedrig vor.
Wenn man fahrlässig ein Leben auslöscht, ist es in meinen Augen immer angemessen das man auch eine gewisse Zeit ins Gefängnis geht. Gerade wenn wie hier, anscheinend die Schuld klar ist.
Ob Auto oder nicht, ob rot gesehen oder nicht.
Habe beim Lesen des Artikels eigentlich nicht den Eindruck, dass die Blackout-Aussage unbedingt im Strafmaß berücksichtigt wurde.
Aber wie @Ajantis schreibt, man kennt halt nicht die Vergleichsstrafen etc.
Was ich halt immer so krass finde, du hast mit dem Auto einen Menschen umgebracht und was sagen Gerichte und der Staat? „Hier, du darfst jetzt ein paar Monate nicht fahren, aber dann, ja dann darfst du wieder mit dem Ding womit du zuvor bewiesen hast das du damit nicht umgehen kannst wieder loslegen, viel Spaß.“
Auf einer geraden Straße sieht man die Ampel doch auch von 1km weg. Gelbphase auf 50er Straßen ist 3s. Sprich, er war ~500m weg, als die Ampel auf gelb wechselte und hatte dann 500m um zu bremsen.
Hmm hatte ich schon Mal beim Rad fahren. Nach ner langen Tour abends heim gekommen und ich könnte schwören die Ampel wäre grün, dabei war das nur die „Signal“-Leuchte, dass wer die Taste an der Fußgängerampel gedrückt hat.
Hier sollte sich mal einige mit fahrlässiger Tötung (speziell im Straßenverkehr) auseinandersetzen:
Und jemand der - aus welchem Grund auch immer - eine rote Ampel überfahren und dadurch ein Kind getötet hat, wird ohne Therapie seines Lebens nicht mehr froh. Viel Spaß nach so einem Erlebnis wieder ein Fahrzeug zu führen.
Ich finde gerade in so einem Fall Gefängnis völlig falsch, verursacht ja nur noch mehr kosten für den Staat.
Führerscheinentzug, neue Prüfung und lange Probezeit wäre in dem Fall richtig und gemeinnützige Arbeit.
Ich sehe eigentlich keinen Grund den Führerschein nochmal zurückzugeben.
Wichtiger ist aber eigentlich den Leuten noch während der Fahrschule klar zu machen, dass Autofahren gefährlich ist und jede Unachtsamkeit tödlich enden kann.
Kann man so sicher nicht verallgemeinern. Nicht jeder Mensch ist psychologisch so aufgebaut. Gibt genug Menschen denen ist das egal weil fehlende Empathie, oder man schützt sich selbst vor solchen Schäden, in dem man verleugnet, ablehnt usw.
Und das sollte, meiner Meinung nach, auch nicht als Begründung für oder gegen eine Strafe dienen, oder meine Betrachtung beeinflussen.
Wird er auch nicht. Der wird entzogen und darf in diesem Fall erst nach 6 Monaten wieder neu beantragt werden. Inklusive aller damit verbunden Kosten, Fahrstunden, Unterricht und Prüfungen.
Schlecht formuliert, ich meinte das Recht einen Führerschein zu besitzen.
für das tote mädchen war es der letzte fehler ihres lebens. passiert halt
.
mMn schwieriger take in dem zusammenhang.
wie auch immer man die bewährungsstrafe für sich bewerten will, aber der fahrer hat mMn nachhaltig unter beweis gestellt, dass er keine fahrerlaubnis besitzen sollte. er war zu schnell unterwegs, ist über rot gefahren und seine rechtfertigung ist, dass er sich der verkehrssituation (rote ampel) über 23 sekunden lang nicht bewusst gewesen ist. d.h. der ist innerorts mehr als 400 meter mit überhöhter geschwindigkeit gefahren, ohne sich der verkehrssituation bewusst gewesen zu sein.
das opfer, das 11jährige mädchen ist tot. die kommt nicht wieder. die leben ihrer angehörigen vermutlich nachhaltig traumatisiert.
der dürfte nie wieder ein fahrzeug führen imo.
Wenn man manche Dashcam-Kanäle verfolgt, in denen Videos gezeigt werden, wo es „gut gegangen ist“, wundert mich das dann gar nicht. Rote Ampeln überfahren, verrückte Überholmanöver…
manche leute glauben halt, sie stehen über dem gesetz.
geschwindigkeitsbegrenzung? ach, für mich heißt das 30% mehr.
überholverbot? gilt für mich nicht.
rote ampel? ist für mich mehr so ne empfehlung.
ich steuer zwar mehr als ne tonne stahl mit tödlichen geschwindigkeiten durch schmale straßen, auf denen außer mir auch weitaus weniger gepanzerte menschen unterwegs sind, aber hey, tel aviv wie der franzose sagt.
komischerweise wird das bei verkehrsdelikten bei weitem nicht so eng gesehen wie bei anderen vergehen, wo schnell hartes durchgreifen und härtere strafen gefordert werden.
bei steuerhinterziehung ist es auch ähnlich.
Genau deshalb sollte man auch kein km/h zu schnell fahren, an Übergängen und Kreuzungen besondere Aufmerksamkeit zeigen und bremsbereit sein.
Lernt man eigentlich alles in der Fahrschule, nur viele checken wohl einfach nicht die Konsequenzen von „ach, die paar km/h drüber macht ja auch nichts“. Doch, macht es eben schon. Und zwar die entscheidenden Meter oder zumindest verminderte Aufprallgeschwindigkeit.
Die neusten Berichte über vermehrte Betrugsversuche bei der Fahrschulprüfung lassen mich auch nur mit dem Kopf schütteln. Solche sollten statt 9 Monate eher lebenslang für den Erwerb eines Führerscheins gesperrt werden, weil sie dann charakterlich einfach nicht dafür geeignet sind und das deutlich mit ihrem Betrugsversuch gezeigt haben.