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Historische Akkuratesse in Videospielen

Heyaho, da ich in einem anderen Thread mitbekommen habe, dass das Thema “historische Genauigkeit” mehrfach angesprochen wurde und ich die verschiedenen Meinungen dazu interessant finde: Ein eigener Thread. :slight_smile:

Zum Einstieg ein paar Artikel, wie sich bisher journalistisch damit auseinandergesetzt wurde:


Natürlich kann aber auch drauf los diskutiert werden, mit völlig anderen Themenbezug und anderen Beispielen. Es ist eher als allgemeiner Thread gedacht.

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Bei Battlefield V bin ich für Sexismus- und Rassimuskacke. Brauche da nicht Schwarze die auf der Seite der Deutschen kämpfen, oder eine Armee voller Frauen, das passt einfach nicht.

Bei The Last of Us 2 bin ich gegen Sexismuskacke, da es nicht ein historisches Setting abbildet, und auch im echten Leben sich nicht jede Frau mit Schminke zukleistert, da passt es einfach.

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https://mobil.derstandard.at/2000081507847/Aufregung-um-Frauen-in-Battlefield-5-EA-raet-Hatern-das

Dann beherzige EA’s Rat.

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Gute Meinung von EA. Aber kaufen werde ich trotzdem net.

Mache ich auch, aber da ich mir noch nie ein Battlefield gekauft habe fällt mir das auch nicht sehr schwer.^^

Wenn man eine Zeit darstellt in der Sexisumus und Rassismus zu der Tagesordnung gehört, kann man das meiner Meinung nach auch so darstellen. Man kann es so auch als Verhamlosung des Nazi Regiems sehen, also Geschichtsverfälschung.

Und wenn ich das nicht wirklich toll mit der Abbildung des Zweiten Weltkriegs finde, bin ich doch noch lange kein Hater oder Sexist. Aber es gibt ja leider nur noch die Extreme. Entweder du bist für uns oder gegen uns.

Es ist interessant zu sehen, wie der Diskurs sich gewandelt hat. Als weiße Männer die Protagonisten in nahezu allen Videospielen (mit menschlichen Protagonisten) darstellten, hieß es von Gamer-Seite aus “ist doch egal, wie der Protagonist aussieht und ob er männlich/weiblich ist, hab dich nicht so!”. 10-15 Jahre später scheint der mutmaßlich selbe Schlag an Leuten doch eine überraschend starke Meinung dazu zu haben, wie Protagonisten in Videospielen auszusehen haben. “Historisch nicht akkurat”. Ich bin kein begeisterter Shooter-Spieler, würde mich wundern, wenn ein/e Historiker/in das Geschehen in einem Battlefield oder einem CoD als historisch akkurat betrachten würde. Uns stört es wenig, wenn über den Gegnern Zahlen aufploppen oder wir uns nach Beschuss ins Gras legen können, bis unsere Schusswunde geheilt ist oder, oder, oder - Sachen, die wir als Kompromiss für erhöhten Spielspaß in Kauf nehmen, sind vom Standard der historischen Richtigkeit inkonsequenterweise wohl befreit.

Wenn historische Korrektheit ein Kriterium für die aktuellen BFV-Kritiker wäre, dann fielen die meisten WW2-Spiele höchstwahrscheinlich durch. In aller Ehrlichkeit ist es nicht sehr schwer zwischen den Zeilen zu lesen, was den Kritiker tatsächlich auf der Zunge liegt. Historische Korrektheit ist es, wie ich demonstriert habe, mit absoluter Sicherheit nicht, sonst würden sie sich an all den anderen hunderten unrealistischen Elementen stören, die historische Videospiele so an sich haben. Historische Unkorrektheit also nur soweit, wie die Hauptfigur eine Person ist, die in den Kontext passt, ist ein völlig willkürliches Maß an “historischer Richtigkeit”.

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Also ich hatte nie ein Problem damit als Samus, Lara, Jade, Ellie, Madeline,… als Charakter zu spielen, ganz im Gegentgeil. ^^

Ist der “Respawn” allein nicht schon kompletter Gegensatz zur historischen Korrektheit?

Das ist eine notwendige Spielemechanik und hat mit dem Thema an sich nichts zu tun :facepalm:

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Man will doch gar nicht mehr vernünftig darüber diskutieren, wie dein Kommentar zeigt.

Warum nicht? Wer was über die Geschichte lernen will und sie respektieren will soll ein Buch lesen und kein “Spiel” spielen und “Fun” damit haben.

Ja Spiele sollten wirklich nur lustige Themen behandeln dürfen und das einzige akkurate Medium zur Vermittlung von Geschichte ist das gute alte Buch.

Mach dich nicht lächerlich.

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Es kommt auf den Anspruch an den das Spiel hat. Aber ehrlich wenn ich Battle Royal spiele oder nur rumrenne und leute abballer erwarte ich sicher keine Geschichtsstunde… wer das tut, tut mir leid

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Und dennoch vermag das Medium Spiel, sofern richtig eingesetzt, in mancher Hinsicht mehr zu vermitteln als ein Buch zu dem Thema. Dabei spreche ich natürlich vor allem Singleplayer Spiele an und nicht deren Multiplayer Pendant.

Kurzer Disclaimer: Ich bin grundsätzlich nicht auf der Seite jener welche argumentiert haben, dass Frauen und bestimmte Ethnien nichts in BFV zu suchen haben, da es nicht historisch Korrekt sei. Dennoch bin ich der Meinung, dass Spiele solche Themen wie Krieg etc. in einem gewissen historischen Rahmen sehr wohl vernünftig abbilden können.

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Da bin ich auf deiner Seite. Aber BFV gehört meiner Meinung nach nicht dazu. Es gibt unmengen an Strategiespielen wo man viel lernen kann. Man sollte differenzieren was das Spiel will… und bei BF ist es Multiplayer geballer.

In einem Remember Me, Oni, Mirrors Edge ist der weibliche Char ja auch kein Problem, genauso Tomb Raider, Uncharted etc., oder auch eine Soldatin im heutigen Irak/Afganistan etc. (dann aber eben nicht Navy Seals und co)

wenn ich aber in “WK2 Shooter X” Omaha Beach erstürme, als Kreuzritter die Schlacht von Hattin erlebe oder als Soldat der Union gegen die Südstaaten kämpfe, dann sollte es eben ein Mann sein.

Ausser man hat eine wirklich geile Story rund um die Handvoll Frauen die sich als Mann verkleidet zb durch den Us Bürgerkrieg geschlagen haben.
diese Frauen sahen aber männlich aus, verhielten sich männlich und taten alles um als Mann wahrgenommen zu werden.

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Will ja dein Weltbild nicht zerstören, aber:

Zu den Frauen in der Wehrmacht

Zu den Rotgardistinnen
https://www.emma.de/artikel/8-mai-die-vergessenen-flintenweiber-330075

Zu Frauen im Schützengraben des 1. Weltkrieges

Zu Frauen an der Front allgemein

Was alle Berichte gleich haben? Spätestens nach dem Krieg wurde die Rolle der Frau im Krieg kleingeschrieben und wurde die Frau allgemein als “Opfer” des Krieges angesehen und ihre Soldatinnen verschwiegen, denunziert und verheimlicht. Schließlich musste es einen Grund geben, dass nach dem Krieg die Frauen wieder zurück an den Herd gehen und das schöne Familienbild des “Alleinverdiener-Hausfrau-Kinder” nicht gestört wird.

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Über Kreuzritter und Südstaaten kann ich spontan nichts sagen, aber im WW2 haben auch Frauen gekämpft. Von daher müssen weibliche Soldaten im Spiel möglich sein wenn man „historisch korrekt“ sein will.

Abgesehen davon finde ich die Diskussion albern. An den meisten spielen ist so gut wie nichts historisch akkurat, aber über Frauen wird sich plötzlich beschwert. Das ist Misogynie und nichts anderes. Genauso bescheuert wie sich gerade Gam0rz darüber aufregen dass es in AC Odyssey homosexualität gibt. Dass sei historisch mich korrekt. Homosexualität? Im antiken Griechenland nicht korrekt? :smile:

An solchen Beispielen merkt man wunderbar dass es diesen Idioten nicht darum geht was historisch akkurat ist. Die haben keine Ahnung was historisch akkurat ist. Deren Bild von Geschichte besteht zu 99% aus Hollywood. Denen geht es darum dass es ihnen nicht passt das Frauen/Schwarze/Schwule/Wasauchimmer in ihren heiligen Spielen vorkommen. Nur haben sie nicht die Eier das auch zuzugeben.

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In bestimmten Gebieten waren in bestimmten Einheiten Frauen vorhanden.

Aktiver Fronteinsatz war nur der Bruchteil eines Bruchteils der Frauen.

Am ehesten würde es noch Sinn machen bei einer russischen Ostfrontkampagne weil die Russen diverse Einheiten mit Frauen hatten…

Wenn man in “generischer WW2 Shooter” einen normalen US oder Wehrmacht Soldaten spielt, macht es eben einfach keine Sinn das man einen weiblichen Char auswählen können sollte.

Da müsste die Story schon so geschrieben sein, dass es sinn macht.
Bei einer Partisanentruppe zb würde es mehr sinn machen

Wenn ein Spiel mit historischer Genauigkeit wirbt (wie bei Kindom Come oder Civ zB.), dann sollte man es auch daran messen. Das tuen aber die allerwenigsten Games. Von daher geht mir da historische Genauigkeit auch komplett am Poppes vorbei.

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