Kino+ Sammelthread 2020

Den gibt es auch auf Twitter. Bin ja nicht so ein großer Fan von der Art der Verkultung.

Ich muss auch sagen, dass ich tatsächlich die Podcasts von Cuts, in denen er des Öfteren zu Gast ist, durchaus gerne anhöre. Was auch daran liegt, dass er hier in den Diskurs treten muss. Da ziehe ich tatsächlich mehr raus

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Ja an Podcast an denen er dabei ist habe ich mich noch nicht ran getraut.

Es handelt sich ja bei ihm meistens um Meinung. Oder besser gesagt: Seine ideologiekritischen Ansätze interpretiert er selber in die Filme. Es geht da ja gar nicht so sehr um Fakten. Wolfgang betreibt keine Filmkritik im klassischen Sinne, sondern ist essayistisch unterwegs.

Ich sag ja: Wolfgang ist für mich Unterhaltung und keine Information.

Beispiel: Wenn er anfängt bei den “Minions” Kapitalismus-Propaganda zu sehen oder “König der Löwen” monarchistische Gesellschaftstrukturen verherrlicht , kann er das zwar meist sehr unterhaltsam und auf den ersten Blick schlüssig darstellen, aber ernst nehmen tue ich das nicht. Deswegen sind mir hier und da ein paar Fakten die er verdreht auch egal.

Ich sehe das irgendwie wie so eine Art “Roast”. Wolfgang hat schon zig Filme “zerstört”, die ich über alles liebe und trotzdem fand ich das immer irgendwie lustig.

Wolfgang M. Schmitt ist für mich eine Kunstfigur.

Der Wert liegt für mich nicht in der Information über einen Film, sondern in der Kunst sich dieses ganze Zeug zu den Filmen herbeizufantasieren.

Ich glaube auch manchmal bei Wolfgang diese gewisse Selbstironie zu erkennen. Deswegen:

Vielleicht macht er das ganz bewusst um zu zeigen, dass für viele eine solche Sprache schon ausreicht um im größten Quatsch noch irgendeine intellektuelle Aussage zu erkennen.

Ich glaube Wolfgang will mit seinem Auftritt die Kritik und das Prätentiöse daran etwas verarschen.

Wenn man sich einfach davon verabschiedet, dass Wolfgang auch nur im Ansatz Filmkritiker ist oder sein möchte, kann man mit ihm Spaß haben. Und das habe ich.

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Ist es ok, wenn ich da morgen darauf eingehe? Hab gerade nicht die Ruhe für eine Antwort :sweat_smile:

Regt Dich das so auf? :smiley:

Nö, bei mir herrscht gerade nur etwas Trubel

OK. Dann antworte morgen. Ich hab Zeit :wink:

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Wie kann man das nicht sehen? Wie man das findet ist ja egal, aber es ist schwer weg zu argumentieren.

Geht es doch bei den wenigstens Filmkritikern, die wenigsten behandeln allein Dinge wo man wirklich Handwerkliche Maßstäbe ansetzen kann.

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Er sagt doch selbst, dass er jetzt keine Filmkritiken bringt ich finde es schon einen Unterschied eine Analyse oder eine Kritik zu verfassen. Oft geht er auf das handwerkliche ja gar nicht ein oder es kommt so ein Satz wie „ist gut gemacht und sieht schön aus“, aber so, dass das eigentlich keine Rolle spielt.

Ich nehme seine Analysen auch schon ernst und finde ihn alles andere als Weltfremd oder unlogisch. Auch eine Analyse ist subjektiv und kann von der Ideologie getrieben sein. Ich finde das in Ordnung und manchmal aufschlussreich. Und dennoch kann ich Spaß an Filmen haben, die er zerreißt. König der Löwen ist trotzdem einer meiner Lieblingsfilme, auch wenn er in seiner Analyse eine problematische Ideologie anspricht. Und dazu ist es da, um zu Diskussionen anzuregen. Er ist einer der wenigen, dessen Meinung, mag sie noch so weit weg von meiner sein, nachvollziehen kann.

Finde auch wirklich, dass da hier manche seine Arbeit auch zu stark abwerten. Ich bin froh dass es ihn gibt und eine neue Perspektive liefert.

Früher fand ich ihn im Übrigen auch nicht cool und konnte mit ihm nichts anfangen. Ich habe etwas gebraucht zu verstehen was er da macht und dass das eben keine normale Filmkritik ist. Auch muss ich sagen, haben seine Auftritte in Kino+ geholfen und neben seinen Inhalt mag ich auch seinen Humor. :smiley:

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Ich sage ja, dass ich bei seinen Analysen oft nicke. Auch die Analyse zu Lion King ist ja interessant und schwer von der Hand zu weisen.

Aber das trifft dann auf alle Geschichten zu, in der es eine Monarchie gibt, die nicht hinterfragt wird oder es sogar positiv dargestellt wird, indem es einen “gütigen König” gibt, den es in der Realität so gut wie nie gab.

The Lion King ist ein Märchen und damit auf einem Abstraktionsgrad, der es ihm erlaubt unkritisch eine Monarchie darzustellen. Und diesen Abstraktionsgrad - ich weiß, dass mir hier nichts über die Realität von Monarchien erzählt wird - muss Wolfgang dem Zuschauer auch zutrauen… oder sind wir alle dumm?

Und ich würde behaupten, dass die wenigsten auf dieser Ebene Filme schauen. Man kann jedem Film irgendwo eine Ideologie und Botschaft unterstellen und ihm daraus einen Strick drehen. Das ist total beliebig und aus filmischer Sicht vollkommen irrelevant… zumindest für 99,9% der Menschen.

Wolfgang gibt sich durch sein Auftreten, seine hoch gestochene und eloquente Sprache und seinen ständigen Literaturverweisen natürlich eine gewisse Seriosität und man fühlt sich auch selbst gleich schlauer, wenn man ihm zuhört… aber das ist für mich Blendwerk.

Er macht nichts weiter als gute Unterhaltung. Ich kann mich nur wiederholen: Wolfgang ist unterhaltsames “Nice to have” zu den Filmen, aber wenn es um die Bewertung von Qualität geht oder ob mir ein Film gefällt, orientiere ich mich absolut nicht an ihm und ich hoffe, dass das nicht viele tun, denn es verleitet dazu sich an absoluten Bagatellen aufzuhängen, die mit dem eigentlichen Genuss der Filme nichts zu tun haben.

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Ist König der Löwen ein Märchen? Für mich war es einfach eine neue Interpretation von Hamlet.

Ich finde im Übrigen das schon deutlich und gerade Kinder nehmen solche Verherrlichungen anders wahr.

Zudem darf man nicht vergessen, dem Film wird Verherrlichung von Faschismus usw. vorgeworfen, da ist Wolfgang doch deutlich Näher mit seiner Interpretation.

Und ich glaube wirklich dass du da auch unser Unterbewusstsein und auch die Wirkung von Medien und Kunst etwas unterschätzt.

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Ich sage nicht, dass es das nicht gibt. Aber ich traue dem Zuschauer eben mehr zu das zu erkennen und sich selbst dazu zu positionieren.

Natürlich haben Filme Botschaften und Aussagen, die man herausarbeiten und wenn nötig kritisieren muss.

Aber wenn das das EINZIGE Kriterium der Kritik bzw. Analyse ist, ist das dem Film nicht fair gegenüber und zudem höchst subjektiv.

Wolfgangs Art wird da unangenehm, wo er Filmen die aus vielerlei Hinsicht wegen Schauspielleistung, Musik, Schnitt, Kamera, Story, Charaktere, Pacing etc… gelobt werden jeglichen Wert auf der Basis abspricht, das dort angeblich aus seiner Sicht etwas propagiert wird, das ihm nicht passt.

Ja, jede Kritik ist subjektiv, orientiert sich aber zumeist wenigstens an objektiven Maßstäben.

Ein Beispiel aus meiner Sicht: Ich finde “The Wailing” ist ein handwerklich richtig guter Film, der spannend und atmosphärisch inszeniert wird und gut mit Mystery-Motiven spielt. Ich störe mich aber enorm daran, dass dieser Film sehr brachial anti-japanisch ist (er kommt aus Korea). Trotzdem habe ich Spaß an dem Film, weil dieses ideologische Problem, das ich mit ihm habe, nicht das einzige Kriterium ist, an dem ich den Film messe.

Wolfgang bewertet die Filme zu 100% nach ideologischen Gesichtspunkten. Alles tritt dahinter zurück. Und das wird Filmen nicht gerecht.
Ich widerspreche seinen Analysen auch selten und es sind interessante Gesichtspunkte dabei, aber objektiv betrachtet finde ich das respektlos und viel zu verkürzend und reduktionistisch gegenüber den Filmen.

Ergo: Wenn es Wolfgang tatsächlich ernst meint mit seinen “Analysen” haben sie meiner Meinung nach wirklich KEINERLEI Wert, wenn es um die tatsächliche Bewertung eines Films geht. Sie sind unvollständig und im höchsten Maße subjektiv und übrigens auch von seiner Seite maximal tendenziös, denn in der Ablehnung von gewissen Ideologien zeigt er deutlich seine eigenen.

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Vielleicht um es nochmal auf dem Punkt zu bringen: Wenn Wolfgang das als interessanten Gesichtspunkt stehen lassen würde, hätte ich damit kein Problem. Er hat aber eben diesen absoluten und meist sehr vernichtend vorgetragenen Anspruch, die Filme auf dieser Basis als Müll zu bezeichnen.

Aber noch mal: Das Ganze ist ja auch nur der Anfang eines Diskurses. Ich glaube Wolfgang traut es auch anderen zu die Frage ist dann für jeden selbst, was er mit der Erkenntnis macht oder was er in den Film analysiert.

Allgemein sollten solche Videos oder Texte nicht als die pure Wahrheit gelten. So wie du forderst anderen zuzutrauen sich zu positionieren, so kann man das ja auch von den Leuten fordern, die sich solche Videos angucken :wink:

Aber wenn das das EINZIGE Kriterium der Kritik bzw. Analyse ist, ist das dem Film nicht fair gegenüber und zudem höchst subjektiv.

Es ist eben keine Kritik und ich finde es im Übrigen spannend. Denn andere Beiträge beleuchten eben die Facette des Films überhaupt nicht und da wirfst du ja auch nicht den Autor*innen vor, dass sie nicht fair wären oder? Und subjektiv sind solche Beiträge immer. Egal ob Analyse, Kritik etc…

Wolfgangs Art wird da unangenehm, wo er Filmen die aus vielerlei Hinsicht wegen Schauspielleistung, Musik, Schnitt, Kamera, Story, Charaktere, Pacing etc… gelobt werden jeglichen Wert auf der Basis abspricht, das dort angeblich aus seiner Sicht etwas propagiert wird, das ihm nicht passt.

Und umgedreht ist es eben nicht anders. Auch da musst du selbst entscheiden was dir besser gefällt oder was nicht. Aber weder der eine Weg ist richtiger als der Andere.

Subjektiv ist es im Übrigen schon immer deswegen, weil jede Person viele Dinge anders gerichtet. Wolfgang hat einen völlig anderen Ansatz (weil es eben auch keine Kritiken sind) über Filme zu sprechen und für ihn sind dann auch andere Dinge wichtiger, die wieder für andere Autor*innen nicht so wichtig sind. Das ist immer subjektiv! Denn niemand kann objektiv darüber entscheiden, was wichtig ist oder was nicht. Das ist immer eine persönliche Einstellung. :slight_smile:

Ein Beispiel aus meiner Sicht: Ich finde “The Wailing” ist ein handwerklich richtig guter Film, der spannend und atmosphärisch inszeniert wird und gut mit Mystery-Motiven spielt. Ich störe mich aber enorm daran, dass dieser Film sehr brachial anti-japanisch ist (er kommt aus Korea). Trotzdem habe ich Spaß an dem Film, weil dieses ideologische Problem, das ich mit ihm habe, nicht das einzige Kriterium ist, an dem ich den Film messe.

Du gewichtest das ja auch anders. Das ist auch völlig ok. Ich setze wieder ganz andere Maßstäbe an als du wahrscheinlich und auch das ist ok.

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Mal ne andere Frage: Hat das gerade noch viel mit Kino+ zu tun?

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Das ist nicht korrekt. Zumindest nicht immer.

Wer seine Filmkritik schaut, der sollte doch auch wissen, wie er diese angeht. Er findet sogar manchmal an Filmen etwas Gutes, die so gar nicht in seine Vorlieben gehen. Mir die nächste Lobhudelei über einen mehr als mittelmäßigen Film anzuhören, nur weil er vielleicht zwei tolle Kameraeinstellungen und drei tolle Lieder hat (ist nicht auf Hamilton bezogen), bringt mir ja auch nichts. Da kann ich mir auch einfach die Kritiken der meisten „Filmjournalisten“ durchlesen.

Ich finde es nicht schlecht, dass er die Sache anders angeht. Zudem hat er ja nie von sich behauptet alles nicht ohne einen gewissen Blickwinkel zu betrachten. Ihn dann irgendwo zu kritisieren ist nicht ganz fair, andere Filmkritiker sagen halt immer nur das, was die meisten zufrieden stellt.

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Das frage ich mich bei 70% des Threads hier, weswegen ich nur noch selten hier reinschaue :smiley: Allerdings ist dies (nur in diesem Thread) ja ausdrücklich gewünscht, dass es um „alles rund ums Thema Filme, Schauspieler, etc“ geht

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Mein Post über Morricone war ja wohl mal wunderschön! :heart:

Aber das war ja von Anfang an so. Die allgemeinen Threads zu Filmen gibt es ja trotzdem noch, aber sie werden halt seltener genutzt.

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Wolfgang ist wiederkehrender Teil der Sendung. Was er in seinen Videos vertritt, vertritt er auch bei uns. Von meiner Seite aus sehe ich jetzt noch kein allzu großes Abdriften. Aber das sollen, können, dürfen auch gerne die Mods mitentscheiden.

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