Liebes RB-Team,
um Feedback zu geben, bin ich jetzt sogar über meinen Schatten gesprungen und habe mich hier angemeldet – eigentlich hasse ich das, aber ich möchte es trotzdem tun, weil die Bohnen ein fester Teil meiner Jugend und meines Erwachsenwerdens waren - MEINE / UNSERE Popkultur habt ihr einfach in ein Format gebracht was seinesgleichen suchte.
Wie bereits geschrieben verfolge euch seit euren allerersten Tagen. Rocket Beans war für mich immer etwas Besonderes – ein Ort, an dem Fernsehen plötzlich neu gedacht wurde: spontaner, unkonventioneller, mutiger. Ich habe euch über all die Jahre hinweg unterstützt, regelmäßig Merch gekauft, eure Formate meinen Freunden empfohlen und unzählige Stunden mit euren Inhalten verbracht. In gewisser Weise seid ihr ein Stück meiner Jugend und meines Erwachsenwerdens geworden – deshalb fällt es mir auch nicht leicht, Kritik zu formulieren. Aber genau weil RB mir so wichtig ist, möchte ich es tun.
Wenn ich an die Zeiten zurückdenke, in denen wir mit Freunden Rage of Empires geschaut haben, an Hannes beim Blödeln, Almost Daily, MoinMoin, an Mara, an den Westenmann und viele andere Momente, dann erinnere ich mich vor allem an eines: Leichtigkeit. Ihr habt Dinge ausprobiert, ohne doppelten Boden, ohne Angst davor, dass es nicht perfekt sein könnte. Ihr wart spontan, albern, chaotisch, witzig – und genau das war der Zauber. Man hatte das Gefühl, dabei zu sein, wenn einfach mal „gemacht“ wurde, auch wenn es manchmal völlig Banane war. Gerade das hat RBTV von allem anderen unterschieden.
Heute wirkt vieles leider ganz anders. Mit jeder Umstrukturierung scheint ein Stück dieser Spontaneität verloren zu gehen. Die Formate sind oft sehr durchgetaktet, glattgezogen und dadurch austauschbarer geworden. Das freie, ungezwungene „einfach mal machen“ – das, was euch ursprünglich so besonders gemacht hat – fehlt mir (und ich denke auch vielen anderen) spürbar.
Natürlich ist Veränderung normal, und niemand erwartet, dass nach all den Jahren noch alles so ist wie am Anfang. Aber man merkt, dass euch dabei ein Stück Identität verloren gegangen ist. Ein Beispiel: Spannende Formate wie Rage of Empires – wo Leidenschaft, Persönlichkeit und auch ein bisschen Chaos zusammengekommen sind – gibt es heute so nicht mehr. Stattdessen laufen Sendungen, die inhaltlich zwar solide sind, aber kaum überraschen oder mitreißen. Ein Blick auf die Klickzahlen auf YouTube zeigt ja recht deutlich, was die Community wirklich begeistert und was nicht.
Ich glaube, viele Fans wünschen sich gar kein durchinszeniertes „Senderding“. Das wart ihr nie, das solltet ihr auch nicht sein – und ehrlich gesagt machen andere das auch einfach besser. Was Rocket Beans immer einzigartig gemacht hat, war das Unvorhersehbare: Dass man einschaltet und nicht weiß, ob gleich eine hitzige Diskussion, ein spontaner Gag oder einfach nur herrliches Chaos passiert. Diese Mischung aus Witz, Blödelei und Experimentierfreude war der Kern eurer Identität.
Mir ist völlig klar, dass man ein Projekt wie eures nicht ewig so unbeschwert führen kann wie in den Anfangsjahren – zu groß sind inzwischen Strukturen, Kosten, Verantwortung. Aber vielleicht ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, sich noch einmal zu fragen: Was war der Kern von Rocket Beans, was hat uns groß gemacht, und wie können wir davon wieder mehr zurückholen?
Ich schreibe das alles, weil ich euch schätze und weil mir Rocket Beans immer noch wichtig ist. Ich wünsche mir sehr, dass ihr wieder mehr Mut zur Spontaneität habt, dass das Alberne, das Ungeplante, das Persönliche wieder stärker in den Vordergrund rückt. Denn genau dafür schalten wir ein – für euch als Menschen, nicht nur für ein Programm.
Allen die gehen müssen, wünsche ich nur das Beste und hoffe das ihr gut unterkommt.
Oder wie Hannes sicherlich sagen würde:
Hannes - SUUUUUUUUPER
Danke fürs lesen.