Einfach nur nein. Ich will keinen Texaner plötzlich sächsisch reden hören!
Wieso nicht? Wobei ich TexanerInnen eher auf Bayrisch synchronisieren würd. Passt find ich besser.
Nö ich kann auch in der Realität Sachsen nicht ernst nehmen
Es wirkt immer etwas dümmlich und nervig. Brauch ich nicht.
Ja, warum? Weil es genau so bisher medial eingesetzt wird. Dialekt kommt nur im ländlichen, oft hinterwäldischen Kontext vor und in der “fortschrittlichen” Stadt spricht man Standarddeutsch, was btw auch realitätsfern sondergleichen ist.
Würde man aber Dialekte so einsetzen, wie sie nun mal in der Realität auch vorkommen, käme da ein ganz anderes Bild zustande.
Irgendwer (irgendein Filmkanal auf YouTube) hatte mal gesagt, die deutsche Synchro wäre “nicht gut”, weil man zu deutlich spricht und kein Raum für sprachliche Eigenheiten wäre. Ich glaube aber, dass die selben Leute sich aber beschweren würden, wenn im Film genuschelt oder sich versprochen wird, dass die Synchro so schlecht wäre.
Weicht Synchro von der Norm (sprachlich einwandfreies Hochdeutsch) ab, fällt es halt direkt ins Gewicht und stört mehr, als es nützt. (Ausnahmen bestätigen die Regel)
Diese These halte ich für gewagt, weil sie wider die Realität ist. Niemand spricht in einem realen Kontext “einwandfreies Standarddeutsch”. Nicht mal Fernsehsprecher tun das. Und Nuscheln sowie Versprecher fallen unter eine ganz andere Kategorie, denn die sind sprachliche Fehler. Ein Dialekt (oder auch Regiolekt, Soziolekt, Ethnolekt, etc.) sind jedoch keine Fehler, sondern die reale Auslegung der deutschen Sprache.
ODER weil ich es einfach so empfinde. Ob es nun dümmlich wirkt weil es so eingesetzt wird oder ob es eingesetzt wird weil es dümmlich wirkt ist dann im Endeffekt auch nur eine Auslegungssache.
Ich mag es nicht und ich brauch es nicht. Mich stört auch im englischen OTon ein starker Dialekt.
Oder weil man der Meinung ist, dass Dialekte die Verständlichkeit massiv verringern und man sich so lieber auf den allgemein vereinbarten Standard zurückgreift.
Es macht aber keinen Sinn, wenn ein Amerikaner berlinerisch oder bayrisch spricht.
Und ich bleibe bei meiner These. Vieles wird bei der Synchro nicht ohne Grund gemacht und störend auffallen, wenn es anders wäre.
Da freuen sich hunderttausende von Leute drüber die nun mal sprechen wie sie sprechen. Aber hey Leute pauschal nicht ernst nehmen ist ja kein Ding.
Du magst es so empfinden, das streite ich dir auch nicht ab. Es geht mir um das Warum. Dialekt kann per se nicht “dümmlich” klingen, sondern wird (idR von außen) so definiert. Dabei hat man insbesondere im gehobenen Bürgertum bzw. Adel versucht, sich vom “einfachen Pöbel” auch sprachlich abzugrenzen und DialektsprecherInnen dadurch herabzusetzen und zu diffamieren. Diese Entwicklung hat bereits im 17.Jh bei Gruppierungen wie der “Fruchtbringenden Gesellschaft” ihren Anfang genommen und sich bis heute hin tradiert. Gruppierungen wie diese (lassen sich unter Sprachgesellschaften zusammenfassen) propagierten eine “Sprachreinheit”, die wider jeder sprachlichen Realität waren. Nur weil diese von bedeutenden Persönlichkeiten ihrer Zeit geprägt waren, hat sich das bis in die heutige Medienlandschaft gehalten.
Ich persönlich bin der Meinung, dass Filme, Serien u.ä. die Sprache entsprechend der Realität abbilden sollen und nicht aufgrund iwelcher Sprachcodice, die teilweise schon 300 Jahre alt sind.
Stimmt, ein Sachse ist ja so unverständlich wie zb Friesisch.
Niemand wird gewaltsam daran gehindert hochdeutsch zu sprechen
Sicherlich nicht, aber dennoch unverständlicher als hochdeutsch, vor allem, wenn man nicht täglich damit zu tun hat
Wieso nicht. Warum kann man keinen New Yorker berlinerisch, eine Texanerin bayrisch und eine Person aus Florida ostfriesisch reden lassen? Eins zu eins kann man sowieso nichts synchronisieren, das fangt bei einfachen Sprichwörtern an und hört bei Dialekten lange noch nicht auf. Und wie man am geposteten Video zeigt, kann dialektale Synchronisierung sogar einen Mehrwert für das Werk darstellen, da so eine Ebene dargestellt werden kann, die in “reiner” Standardsprache nicht möglich ist.
Gegenfrage: Warum sollte man? Welchen Sinn hätte es, anderen Sprachen willkürlich Dialekte zuzuordnen?
Niemand sollte die Menschen daran zu hindern, ihre ureigene Sprache zu sprechen und Standarddeutsch ist es in den wenigsten Fällen.
Wenn man es in den Alltag etwa durch Filme und Serien integriert, ist das kein Problem. Bestes Beispiel ist hier sogar Österreich. Denn in Österreich ist es üblich, deutsche Produktionen zu sehen und zu verstehen, auch welche mit Dialekt und da ist egal, ob es sich dabei um Ostfriesisch oder Bayrisch handelt. Niemand käme da auf die Idee, das nicht verstehen zu wollen und ich kenne auch niemanden, der damit wirklich Schwierigkeiten hat. Sprich, hier in Ö ist man es gewohnt, andere Dialekte zu verstehen. Also sollte das auch anderswo genauso leicht möglich sein.
Wenn die Dialekte im O-Ton vorhanden sind, haben sie eine ausreichende Relevanz. Oft genug fehlt in der Synchronisation die Ebene der Dialekte, was eine wichtige Kommunikationsebene negiert. Und btw. wahllos war das hier sicher nicht ausgewählt. New York - Berlin: beides zentrale Städte für das Land, Texas - Bayern: beides Gebiete mit besonderen Bezug zum Rest des Landes, sowohl sprachlich als auch auf staatlicher Ebene und Florida - Ostfriesland: beides Gebiete mit einem starken maritimen Bezug.
Niemand sollte pauschal nicht ernst genommen werden weil er nicht 100% Hochdeutsch spricht.
Deswegen mehr Einsatz in den Medien und schon gewöhnt man sich an die andere Aussprache, mehr ist es nämlich meistens nicht.
Dialekt ist ein Kulturgut wie essen und man sollte versuchen die Vielfalt zu erhalten.
Niemand hat hier davon gesprochen, jemanden zu zwingen hochdeutsch zu sprechen
Du hingegen möchtest jeden alle möglichen Dialekte aufzwingen, ohne einen wirklichen Sinn dahinter.
Jeder kann in unseren Ländern den Dialekt sprechen, den er gerne möchte, er muss sich jedoch nicht wundern, wenn er dann eben auf Verständnisprobleme trifft.
Genau deswegen ist es mmn sehr wünschenswert, dass wir uns immer mehr auf standardsprachen zu bewegen, die jeder verstehen kann, hoffentlich mit dem Ende, dass irgendwann alle Menschen die selbe Sprache sprechen. Denn Sprachen und Dialekte sind momentan immer noch ein treibfaktor für Missverständnisse, Ausgrenzung und Diskriminierung.
Offenkundig ja nicht, da man den Inhalt und die „Konflikte“ innerhalb der Serien auch ohne dieses Detail versteht.
Doch, eigentlich schon, denn man könnte new Yorker auch genau so gut mit platt sprechen lassen (ist schließlich ne große Hafenstadt wie Hamburg), Washington dafür mit berlinerisch und den mittleren Westen anstatt texas mit bayrisch. Würde genau so „passen“.
Nur weil etwas ein kulturgut ist, kann es nicht trotzdem auch problematisch sein und dann sollte man definitiv darüber nachdenken, es los zu werden.